Beiträge von Palim

    Nach über einem Jahr Pandemie kann jetzt einfach mal jeder selbst das Hirn einschalten und sich überlegen wie schlau es ist, sich ungeimpft und/oder maskenlos in ein blödes Fussballstadion zu stellen.

    Hoffentlich schalten diejenigen dann auch wirklich das Hirn ein und spazieren nicht verschnupft durch die Lande, treffen sich hier und dort, sitzen im Bus und schicken ihre Kinder weiter munter zur Schule.

    Schule kann doch Bestimmungen für die Bekleidung setzen: Nur helle Sohlen in der Turnhalle, zusammengebundene lange Haare,

    Ebenso könnte die Schule vorgeben, welche Schwimmbekleidung angemessen ist.

    Zur Schwimmbekleidung in öffentlichen Bädern hat eines in Koblenz vorgegeben, Burkinis seien nicht statthaft, die Regelung wurde von einem Gericht kassiert.

    So bekloppt möchte ich mal sein, dass ich meine Sportkleidung danach aussuche, was andere Leute tragen und nicht nach rein pragmatischen Erwägungen. Ob ich mich in etwas gut bewegen kann, hängt doch nicht davon ab, was andere tragen.

    Aber um mich geht’s ja nicht.

    Die ist aber schon bewusst, dass viele Menschen nicht so selbstständig sind und eigene Ideen entwickeln, sondern sich stark an Mode und Prominenten orientieren?

    Das zeigt sich auch dann, wenn alle die gleichen Hosen, Taschen, Farben, Fingernägeltatoos oder Frisuren tragen.

    Wie viel davon ist Norm und wie viel Abweichung ist möglich - ganz unabhängig von Religion?

    Warum sind das Äußerlichkeiten? Die Beichte ist ein Sakrament, die Heilige Messe "Quelle und Höhepunkt des gesamten christlichen Lebens" (Lumen Gentium) und das Gebet die tägliche Kommunikation und der regelmäßige Kontakt zu Gott.

    Was das Christentum von einem philosophisch-abstrakten Deismus unterscheidet, ist doch gerade die persönliche Beziehung, die ich mit Gott habe, richtig? Und diese Beziehung manifestiert sich in den Sakramenten, in denen der auferstandene Christus ganz persönlich an uns handelt und uns das Heil schenkt: im Bußsakrament, in der Eucharistie usw. Und im Alltag wird die Beziehung zu Gott durch das regelmäßige Gebet gelebt.

    Das darfst du für dich gerne in Anspruch nehmen, ich für meinen Teil definiere mein Christ-sein tatsächlich völlig anders und würde dennoch von einer persönlichen Beziehung sprechen, kann selbst auf die von der katholischen Kirche eingesetzten Sakramente vollständig verzichten, verstehe aber, dass es anderen einen wichtigen Rahmen gibt.

    Mir gefallen vor allem die Absolutheitsansprüche nicht, sei es von einigen Katholiken oder von Evangelikalen. Da kippt es bei mir sehr schnell. Christen sollten Menschen mit offenen Armen empfangen, statt sie auszugrenzen über Regeln oder Rituale oder das bestimmen darüber, wer gottesfürchtig genug lebt oder den Heiligen Geist empfangen habe. Warum erheben sich Menschen über andere um das zu entscheiden?

    Was an einer Stelle Halt und Identifikation gibt, ist an anderer Stelle Grund, dass man unter sich bleibt, weil Fremde den unausgesprochenen Vereinbarungen nicht folgen können.

    An der Stelle decken sich dann auch Religion und Kultur, weil es ähnliche Strukturen gibt und ähnliche Ängste, sich selbst zu verlieren in einer Beliebigkeit, wenn man Öffnungen und Pluralität zulässt.

    Die hier angeführten Beispiele, welche Erwachsene sich in welcher Sportbekleidung wie wohl fühlt helfen dabei halt nicht.

    Auch ich habe schon gleich zu Anfang an die Turnerinnen gedacht, die sich jetzt gerade für andere, längere Outfits entschieden haben, was offenbar auch als Affront hätte gewertet werden können und vorab unter der Decke gehalten wurde. Etliche andere SportlerInnen haben dann Anerkennung ausgedrückt und bei den nächsten größeren Wettkämpfen wird man sehen, ob sich die Konventionen verändern.

    Das übrigens wird auch auf die Sportbekleidung der Hobby-SportlerInnen Auswirkungen haben, vielleicht tragen dann mehr Leute lange Badebekleidung statt möglichst knappe Bikinis, im besseren Fall, weil sie es für sich gut finden. Aber dafür braucht es Vorbilder und die Möglichkeit, selbst wählen und entscheiden zu können.

    Und wenn's irgendwann wieder nicht mehr funktioniert, dann ist das eben so. Die Frage war ja, ob mich das noch beunruhigt.

    Mir stellt sich die Frage, was der derzeitige Umgang bewirkt.

    Haben die Menschen jetzt das Gefühl, möglichst viel nachholen zu müssen oder die wiedergewonnenen Möglichkeiten exzessiv nutzen zu müssen, weil es lange nicht ging und vielleicht die 4. Welle droht?

    Beschwört man mit dem Verhalten selbst die 4. Welle herauf oder wird sie uns ohnehin überrollen?

    Ich wollte nur zum Ausdruck bringen, dass ich den Einfluss, den die Kirchen in D haben, nicht gut finde. Wir bräuchten eine strikte Trennung von Kirche und Staat wie z. B. in FR.

    Es ist nicht auf dich bezogen, aber häufig wettern Menschen gegen „die Kirche“ oder einzelne darin, wollen, dass „der Einfluss“ verschwindet, sehen aber nur einseitig auf das, was gerade nachteilig erscheint.

    Störend empfindet man die Gängelung und das Verwehren von Rechten, nicht aber das Engagement in vielen Lebensbereichen, das wiederum häufig nicht gesehen wird - und auch unabhängig von Kirche zu wenig Wertschätzung erhält. Da hätte Religion auch gerne bewirken dürfen, dass die Sorge um andere erheblich höher angesehen wird als andere Berufszweige.

    Von dem einen hätte ich gesellschaftlich gerne mehr, von dem anderen weniger, im Rahmen des Möglichkeiten - also ohne anderen zu schaden.

    Also die Möglichkeit, im Schwimmunterricht lang geschnittene Bekleidung tragen zu können, ohne mir Gedanken machen zu müssen, ob es für ein einzelnes Kind jetzt oder für andere später zu einem Zwang werden könnte.

    Vermutlich fällt es uns allen schwer, aus der eigenen Kultur heraus anderes zu akzeptieren und zuzulassen. Es hat auch immer etwas damit zu tun, wie sehr man sich selbst von dem Anderen bedrängt oder brüskiert fühlt.

    Bei uns haben einige Lehrkräfte nach den Sommerferien IPads mit Stift bekommen, die im Gebäude vorhandenen Interaktiven Whiteboards wurden mit Apple-Tv ausgestattet.

    Somit kann man das IPad in diesen Klassen mit dem Board verbinden und hat viele Möglichkeiten.

    Über den Stift bin ich glücklich, weil ich damit SchülerInnenarbeiten korrigieren kann, die digital in der Lernplattformen eingestellt werden. Es sieht dann in etwa so aus, wie ich im Heft korrigieren würde und ist den Kindern verständlich. Allerdings war die Rücklaufquote sehr gering.

    Seltener schreibe ich im Unterricht etwas mit, ich weiß, dass KollegInnen es auch häufiger nutzen, um AB gemeinsam auszufüllen oder SchülerInnen-Arbeiten am Board zu präsentieren.

    Immer mal nutze ich es, um schnell etwas nachzuschlagen und auch, um Filme zu zeigen, das wäre aber vorher am Board auch gegangen.

    Übrigens zum Thema christlich geprägt: Mittlerweile sind mehr Menschen konfessionslos als jeweils römisch-katholisch oder evangelisch. Eine gute Nachricht und ein Argument für eine bessere Trennung von Kirche und Staat. Und die noch bessere Nachricht: Tendenz der Konfessionslosen steigend. Bald verlieren auch alle christlichen Glaubensgemeinschaften zusammen die Mehrheit in Deutschland.

    Ich verstehe deine Argumentation und meine auch, deine Beweggründe zu verstehen,

    aber ob die Nachricht wirklich so gut ist, wie sie dir erscheint, wage ich zu bezweifeln.

    Die Konfessionslosen sind ja auch keine geschlossene Gruppe und ob ihnen Menschenrechte wichtig sind, kann man nicht wissen.

    Wer von ihnen hängt denn dem „mir doch egal, Hauptsache ich habe Vorteile“- oder dem „ohne Rücksicht auf Verluste kommt man am weitesten“-Grüppchen an?

    Nun würdest du womöglich einwenden, dass man das bei ChristInnen auch nicht wüsste, aber von den ca. 60%, die in Deutschland christlichen Gemeinschaften zugehörig gezählt werden, ist ja nicht jedeR einE FanatikerIn oder einE KinderschänderIn o.a. Auch stützen sie solche Systeme nicht, sondern arbeiten in den Gemeinschaften dagegen und engagieren sich für das Gegenteil, manche innerhalb der Gemeinden, viele auch außerhalb in caritativen Projekten o.a.

    Waren nicht die, die Kinderpornographie verbreitet haben, Camper? Darum sind doch auch nicht gleich alle CamperInnen VerbrecherInnen.

    Man sollte nicht vergessen, dass es unter denen, die sich einer Religion zugehörig fühlen, auch Menschen gibt, denen dieser Rahmen hilft, die ihr Leben an diesen Werten ausrichten, die sich Inhalte der Religion zum Lebensmotto setzen, und das sind auch Menschen, die Nächstenliebe/ Mitmenschlichkeit leben und der Gesellschaft durchaus helfen. Was für Außenstehende als Unterdrückung wirkt, ist für einige Selbstbestimmung oder eine sinnvolle Lebensform. Will man das unterbinden, weil man selbst den Eindruck hat, diejenigen seien durch ihre Religion unterdrückt? Wo fängt das an und wo hört es auf (Genau solche Fragen gehören in den RU… der gerne auch anders genannt werden kann und alle einbeziehen sollte, damit alle sich wenigstens im Laufe der Schulzeit darüber Gedanken machen).

    An genau dem Punkt ist man auch beim Burkini oder anderen Regeln und es ist schwierig zu entscheiden, an welcher Stelle es eine freiwillige, persönlich gute Wahl ist und an welcher Stelle es um Unterdrückung geht. Bei den caritativen Projekten wird die Abwägung vielleicht schwieriger, weil man den Nutzen für andere mit bedenkt, beim Burkini bleibt die Frage, ab wann es jemandem hilft, wenn man Kleidervorschriften erlässt.

    Aaaaber:

    Es gab inzwischen auch die Rückmeldung, dass es durchaus Kinder gibt, die sich über den Präsenzunterricht freuen, weil sie gerne in der Schule sind und weil der Unterricht jetzt - mit mehr Schülerkativität und Flexibilität - wieder sehr viel mehr Spaß macht.

    Da bei uns die Abstände gefallen sind, kann man jetzt auch wieder Partnerarbeit machen. Außerdem laufen Gespräche in der größeren Gruppe erheblich besser.

    Dazu habe ich jetzt 2 Wochen lang keine Pläne mehr geschrieben und bin somit erheblich flexibler im Unterricht, kann mal etwas aufschieben/vorziehen oder abstimmen, womit es weitergeht.

    Unsere waren seit Mitte Januar jeden 2. Tag in der Schule,

    dennoch ist für sie die Gesamtklasse, die gar nicht sooo groß ist, zu "eng" und sie sind davon überfordert, sich mit der Situation zu arrangieren und sich wieder an Regeln der Gemeinschaft halten zu müssen.

    Wir haben unsere Wettbewerbs-Fotos nach Aufhebung des Wechselunterrichts gemacht - draußen und mit jeder Klasse einzeln.

    Eine Collage zu machen war schon vor Corona die Methode mancher FotografInnen für ein Abschiedsbild, mit der Schule als Hintergrund.

    Zu anderen Abschieden hatten wir schon ein ABC erstellt, wobei es eine gemeinsame Sammlung brauchte. Allerdings würden ja nun einige Ausflüge fehlen.

    Der Abschied in der Schule läuft hoffentlich wieder draußen, klassenweise getrennt.

    Dabei bekommt jede Familie einen Tisch, an dem sie sitzen kann, es können 2 Begleitpersonen mitgebracht werden.

    Auch eine kleine Vorführung wird es in diesem Jahr wohl geben - ohne Gesang, aber mit Musik.

    Unsere SchülerInnen haben sich 3-5 Tage gefreut, die anderen wiederzusehen,

    nun testen sie jegliche Grenze und müssen sich offenbar auch in den Klassen neu "finden".

    Die ersten Ordnungsmaßnahmen sind raus.

    Also ein ähnliches Bild, auch wenn es bei den SchülerInnen von laleona und Frechdachs andere Ausmaße hat.

    Das, was ich zu den Leistungen geschrieben habe, gilt dennoch, und es sind gar nicht die Schwächeren, die jetzt im sozial-emotionalen Bereich so auffällig sind.

    Ganz andere Schülerschaft, andere Wahrnehmung:

    Auch bei uns waren manche Kinder im Distanzunterricht sehr untätig, es betrifft aber die, die auch sonst zu Hause untätig sind.

    Die Leistungserwartungen haben sich vielleicht eher verschoben, weil bestimmte Inhalte über die Distanz (und ohne digitale Möglichkeiten) nicht abbildbar sind. Ich bin bemüht, einen Teil davon jetzt aufzufangen, also mehr Unterrichtsgespräche, mehr Austausch, mehr Miteinander.

    In Deutsch betrifft es Bereiche wie "Sprechen und Zuhören", was zwischenzeitlich in NDS ebensoviel Stellenwert wie "Lesen" und "Schreiben" hatte (wurde wieder rückgängig gemacht),

    in anderen Fächern streicht man Inhalte, die über die Distanz kaum vermittelbar sind, setzt dafür aber andere Schwerpunkte.

    Das ist in weiterführenden Schulen sicher anders.

    Ich bin gespannt, wie sehr es sich in den nachfolgenden Schuljahren bemerkbar machen wird, dass bestimmte Inhalte fehlen.

    Besorgt bin ich am ehesten um die SchülerInnen der jetzigen 1. und 2. Klassen.

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