Dein LK hat eine Inzidenz x, das Bundesland Baden-Württemberg hat eine Inzidenz y und Du argumentierst mit den "Inzidenzen" in Deiner Stadt
Es geht ja um die Schule und das Risiko im Umfeld, eine persönliche Einschätzung. Darum geht es schon länger.
Die Berufsschullehrkräfte nehmen die umliegenden Landkreise mit in den Blick, aus denen ihre SchülerInnen kommen. Die Lehrkräfte anderer Schulen stecken den Kreis womöglich enger. Wenn Tom123 einen Landkreis in der Nachbarschaft anführt, schaut er da genauer hin, die SchülerInnen meiner und seiner Schule haben da vielleicht Verwandte und Bekannte, die Eltern ArbeitskollegInnen oder ihre Arbeitsstelle, aber die Kinder dieser Stadt gehen genau dort zur Schule.
Die regionale Inzidenz basiert auf einer geringeren Gruppe, ja, aber die landesweite Inzidenz ist in Bezug auf die Schule vor Ort eher unwichtig, andere Landkreise sind 300 km entfernt, da fährt man nicht mal eben auf einen Kaffee hin und hat auch selten täglich pendelnde KollegInnen von dort.
Ansonsten könnte man ja auch gleich seinen Blick nur auf Europa werfen, dann ist die Gruppe gleich größer und wir schließen und Maßnahmen an, weil in Spanien und Portugal die Inzidenzen hoch sind. Genau das wollte man aber schon früh nicht, als in MV die Zahlen niedrig, in NRW und BY aber hoch waren.
Dabei hatten wir Phasen, da konnte man sehen, wie sich die Infektionen von Landkreis zu Landkreis verbreiten, es stand die Frage im Raum, ob es immer von den Grenzen aus ins Land kommt, was im Nordwesten nachweislich nicht so war. Jetzt sind es Hotspots in einzelnen Städten oder Landkreisen, die recht genau lokalisiert werden können, weil die Inzidenzen insgesamt sehr niedrig sind.
Auch die Impfquote ist regionalunterschiedlich, was auch am Altersdirchschnitt der BewohnerInnen liegen könnte, aber auch daran, wie gut die Impfzentren beliefert wurden, wann man vor allem auf Erstimpfungen gesetzt hat und die Zweitimpfungen verschoben hat.
Humblebee hat irgendwann mal geschrieben, dass die SchülerInnen eher zurückhaltend sind, auch weil ältere Angehörige mit im Haus leben oder versorgt werden. Da kommt man vielleicht eher zu einer Einstellung, dass diese zuerst geimpft werden sollten und man sich hinten anstellt.
Andere sehen den persönlichen Vorteil und umgehen die Priorisierung, weil sie sich selbst die Nächsten sind.
Letztlich stehen dann immer die Maßnahmen im Fokus, man könne bei niedrigen Zahlen auch alles sein lassen, schließlich könne man sich ja kaum infizieren. Gleichzeitig werden mit den Schnelltests dann doch Infektionen bei SchülerInnen aufgedeckt.
Und am Ende braucht es für jeden Schulstandort den Blick auf Inzidenzen, Testungen, Impfquoten und Maßnahmen.