Beiträge von Palim

    Das eine ist sicher, dass man sich selbst abgrenzt, aber das ist ja gerade am Anfang nicht immer leicht.

    Das andere ist, dass du

    - dir Beratung suchen kannst z.B. bei der Schulpsychologin, der Gewerkschaft etc.

    - das Gespräch mit der Dezernentin suchen kannst über eine mögliche Abordnung oder Verstetzung

    - dich beim Bezirkspersonalrat beraten lässt hinsichtlich weiterer Möglichkeiten

    Außerdem gibt es noch die CARE-Beratung, eigentlich für Lehrkräfte, die 6 Wochen oder länger (gerechnet auf 1 Jahr) krank waren,

    aber ich meine, dass da auch präventiv Möglichkeiten waren.

    https://www.landesschulbehoerde-niedersachsen.de/bu/lehrkraefte/AuG/care

    Nun sind Referate ja auch nicht das, was beim Methodenlernen bzw. im Verlauf des Unterrichts als Erstes drankommt.

    Nein, aber etwas, das durchaus einen Großteil der Note ausmacht.

    Bewertet werden soll aber die Leistung der Schüler.

    Dann müsste man ja dem schlechten, aber ohne Internetzugang eigenständig erarbeiteten Material eine gute Note geben,

    dem Hochglanz-Plakat mit perfekter Performance und herausragender Verköstigung dank der Mithilfe der Eltern eine schlechte.

    Gleiches gilt für Mappen, Aufsätze, Werkstücke, Kunstbilder uvm., die zu Hause waren und unter Hilfe angefertigt wurden.

    Das ist ein generelles Problem, das du da ansprichst. Deswegen sind wir dazu übergegangen, dass benotete Referate nur noch in der Schule vorbereitet werden. Das Material dazu allerdings kann man von zuhause mitbringen.

    Man kann auch nur Sachen bewerten, die ausschließlich in der Schule erstellt werden oder es je nachdem, ob es eine Pflicht- oder Wahlleistung ist, handhaben.

    Dann muss man als Lehrkraft dazu deutlich Stellung beziehen, denn bei bestimmten Eltern ist es natürlich nicht beliebt, wenn man sie quasi ausschließt.

    Offenbar bevorzugen bestimmte Eltern auch Schulen, bei denen sie selbst viel Einfluss nehmen können.

    Wir hatten während der Corona-Schulschließung auch immer auf die Rückmeldungen der Schüler gewartet. Manche wurden nämlich mit Aufgaben überschüttet (duales System, fleißige Schüler). Wenn keine Rückmeldung kommt, denkt man aber auch, dass es passt.

    Ging mir ähnlich, die Rückmeldung wurde nur von sehr wenigen gegeben, bei denen es tatsächlich passte.

    Für die Berarbeitungszeit gab es einen Richtwert, den manche exakt ausgefüllt sehen wollten.

    Angebote wurden von einigen nicht als solche verstanden, sondern verpflichtend angesehen, gleichzeitig von weit weniger Kindern bearbeitet. Im Unterricht ist die Differenzierung erheblich leichter umzusetzen.

    Auch die Debatte um Hausaufgabenzeiten ist in Grundschulen nicht unbekannt, auch da gibt es selten eine Rückmeldung, oft dann, wenn die Familie den kompletten Nachmittag mit den Aufgaben verbringt - trotz vorheriger Absprachen, Rückmeldung zu geben.

    Die Erfahrung von CatelynStark , dass immer alles von zu Hause begleitet wird, gibt es in den Grundschulen auch. Dann passen Kinder bei den Hausaufgabenbesprechungen nie auf, weil es zu Hause erklärt wird.

    Befeuert wird es z. B. dann, wenn Mappen oder Referate, die zu Hause erarbeitet werden, benotet werden: so kommen gerade Kinder dieser Eltern zu guten Noten.

    Der Segen, dass manche Eltern ihre Kinder bestmöglich unterstützen, ist manchmal dann ein Bumerang.

    Einfach vorauszusetzen, dass alles was in der Grundschule theoretisch vermittelt werden sollte auch praktisch stattgefunden hat und sitzt und dann einfach alles zu machen wie immer, geht dieses Jahr einfach nicht.

    Den Gedanken hatte ich hinsichtlich des dargestellten Geometrie-Themas: da es ja Listen gibt, was gestrichen werden kann, kann man sich da schon ausrechnen, dass die Themen zurückgestellt werden. Tatsächlich werden sie das sonst aber auch ab und an.

    Undeutlicher werden dafür die Unterschiede durch geänderte Curricula: andere Schwerpunktsetzung und gestrichene Aufsätze werden sich bei Schreibgeschwindigkeit und Ausdrucksvermögen bemerkbar machen, beides ist ohnehin gerade „hartes Brot“... an dem wir noch eine Weile knabbern werden.

    Unter Eltern und Schülern spricht sich doch irgendwann rum, wie absolut unmöglich und unmenschlich das Lernen und Leben am Gymnasium ist. (Wenn es denn tatsächlich so wäre!) Genauso würden alternative Bildungswege jenseits des Gymnasiums ganz schnell Nachahmer finden.

    Das Gesamtschulverbot wirkt noch immer nach und nicht jede neu gegründete IGS hat oder erhält ein gymnasiales Angebot.

    Tatsächlich gibt es aber durchaus Familien, die schon in Klasse 4 entscheiden, dass ihr Kind das Abitur auch über andere Schulformen erreichen kann.

    In NDS weit verbreitet sind die Oberschulen, die sozusagen eine "reduzierte" Gesamtschule sind, in die zumeist nur Haupt- und Realschule einfließen. (Sie könnten aber auch Kurse auf Gymnasialniveau und eine gymnasiale Oberstufe haben.)

    An welcher Oberschule in Niedersachsen ist das denn umgesetzt?

    Eher wechseln die SchülerInnen nach der 10. Klasse an das Angebot der BBS und legen dort ihr Abitur ab.

    Das Problem müsste doch auch an den Grundschulen auftreten (ansonsten frage ich mich nämlich wirklich, was mit unseren 5ern passiert ist).

    Ja, das ist an Grundschulen auch so, hinzu kommen sicher auch die unterschiedlichen Vorgaben der Bundesländer, was verbindlich zu bearbeiten war während der Schulschließung im Frühjahr, da wurden ja z.T. merkwürdige Ansagen der Ministerien getätigt.

    Tatsächlich hatten die Kinder gleich nach den Ferien Schwierigkeiten, den längeren Schultag und die ganze Woche zu bewältigen. Inzwischen geht es in den meisten Klassen wieder, aber Quarantäne grenzt es wieder ein.

    Zu den Arbeiten: auch da hat Corona sicherlich eine Mitschuld. Aus Sorge, dass die Schulen schließen oder das Wechselmodell einführen müssen, haben viele Lehrer sich bestimmt beeilt, dass sie ihre vorgeschriebenen Arbeiten zeitnah schreiben. In NDS gibt es coronabedingt auch einen Stichtag (20.11.), an dem die (vorläufigen) Zeugnisnoten vorliegen sollen. Also auch das sorgt für zusätzlichen Stress. Kommt halt einiges zusammen.

    Die Vorgabe ist auch, dass in jedem Fall mindestens eine Arbeit geschrieben sein muss und weniger nur nach erfolgter Einschränkung sein darf. Die Äußerungen des Kultusministers, dass Lehrkräfte da Rücksicht nehmen könnten, stimmen nicht, vielmehr sollten ja zusätzlich unbenotete Lernstandserhebungen erfolgen.

    Und noch zum Deutsch-Thema: das o.g. kommt eben NICHT im Lehrwerk vor

    Die CuVo kann man ja einsehen, die genannten Themen sind in Klasse 5/6 angegeben. Auf welchem Niveau und Umfang sich dann die Arbeiten beziehen, ist ja so erstmal nicht ersichtlich. Zeitformen sind in der Grundschule auch im Plan, vielen SuS fällt das sehr schwer, andererseits benötigt man sie dann für die Aufsatzerziehung, dann kann vorheriges Üben sinnvoll sein, aber auch verknüpft werden.

    Bei uns gab es vor Jahren, nach der Abschaffung der OS, Verbundkonferenzen mit GS-Gym, auf denen die Deutscharbeiten vorgestellt wurden. Ich fand auf den letzten 2 Konferenzen die Arbeiten der jungen KollegInnen nachvollziehbar und angemessen, gerade Grammatik war aber immer ein schwieriges Thema.

    Vom fächerübergreifende Unterricht und integriertem Ansatz scheint man derzeit Abstand zu nehmen, vielleicht kommt das dem Übergang zum Gym entgegen.

    Vielleicht haben wir GrundschullehrerInnen dazu im Gegensatz die etwas emotionalere Sprache drauf, die uns beruflich im Umgang mit den Schülern prägt, denn wir sprechen ständig kleinere Kinder an.

    Das ist mit Sicherheit ein wichtiger Aspekt, auch im Umgang mit Eltern.

    Wenn ich verstanden werden will, muss ich die Eltern so ansprechen, dass es ihnen möglich wird, meine Informationen oder Anliegen zu verstehen.

    Übrigens hieß es bei uns immer „Beurteilen und Beraten“ und Beratung gehört in jedem Fall mit zu den Aufgaben der Lehrkräfte ( @samu ).

    Qualität der Artikel und Färbung hin oder her...

    ... offenbar war es notwendig, damit das Thema überhaupt in anderen Medien und Köpfen ankommt.

    Früher gab es mal einen Newsletter mit Sammlung zu Schulthemen, aber ich glaube, der wurde eingestellt.

    Vielleicht wäre manchmal ein Austausch auf Augenhöfe einfach besser.

    Aus diesem Grund hatte ich versucht zu erläutern, warum die Sichtweise einfach eine unterschiedliche ist.

    Gymnasiallehrkräfte sagen bei 5.Klässlern Sätze wie: "Die sind noch so klein." "Die sind so niedlich" "Die sind aber unselbstständig."

    Grundschullehrkräfte wissen, dass sie die größten und selbstständigsten SuS ans Gym schicken.

    Eltern und SchülerInnen bemerken den großen Unterschied zwischen den Schulformen.

    Der Satz, die Kinder müssten am Gymnasium das Lernen lernen, kam ja nun nicht von den Grundschullehrkräften, es wurde schon darauf hingewiesen, dass die Kinder tatsächlich auch zuvor schon etwas gelernt haben. Gleichwohl gibt es Kinder, die bisher weit weniger Aufwand betreiben mussten für gute Noten, und solche, die schon in der Grundschule für gute Noten einiges an Aufwand geleistet haben, wobei es manchen am Gym schwierig fallen wird, dies für alle Fächer aufrecht erhalten zu können.

    Was aber ist das Geheimnis des Lernens am Gymnasium, das sich so sehr von den anderen Schulformen unterscheiden soll?

    Gymnasialschulempfehlung, ja oder nein, oder gibt es das überhaupt in Niedersachsen? Steht das so im Lehrplan, ja oder nein, oder gibt's überhaupt schulübergreifende Lehrpläne?

    In Niedersachsen gibt es das seit vielen Jahren nicht. So viele Jahre, dass die Schüler schon selbst Lehrkraft sein können. Nach der Abschaffung der verbindlichen Orientierungsstufe als eigenständige Schulformen in Klasse 5/6 gab es eine unverbindliche Empfehlung Ende Klasse 4, nun zählt das Halbjahreszeugnis und eine Empfehlung kann auf Wunsch schriftlich gegeben werden, alles andere erfolgt in Beratungsgesprächen.

    Damit kann man Änderungen nicht erklären.

    Lehrpläne gibt es für Doppeljahrgänge, die Abstimmung zwischen den Doppeljahrgängen stimmt häufiger nicht, die zu weiteren Schulformen auch nicht immer - das gilt auch für den Übergang von Klasse 1/2 nach 3/4 z.B. für das Einmaleins. Zudem ändern sich die Pläne schnell (im Vergleich zu früher), aber immer zeitversetzt, d.h. die Grundschulen haben Jahre vorher schon neue Vorgaben, die weiterführenden Schulen erst ein paar Jahre später die darauf angepassten Pläne. Die Schulbuchverlage bekommen die Änderungen vor den Schulen, halten sich aber nicht an die gesetzten Themen.

    Manchmal werden an Gym Inhalte vorausgesetzt, die noch gar nicht verpflichtend waren, z.B. die Unterscheidung der Objekte, dann aber sehr schnell in Klasse 5 im Unterricht angesprochen ... und damit als bekannt vorausgesetzt. Wünschen sich die Gymnasien die Behandlung der Themen in der Grundschule, kommt von anderen Schulformen der Wunsch, man möge es besser lassen, weil die SuS sonst alles durcheinander bringen.

    Das kann ich nur unterstreichen: Ich war als Schüler in der Grundschule sehr gut und auch in Klasse 5/6 hatte ich gute Noten, aber ja, im Übergang gab es definitiv viel zu lernen (gerade Vokabeltests!)

    Das dürfte ja schon eine Weile her sein.

    Der Unterschied ist vielleicht auch, dass man früher genau wusste, dass es so kommt und niemand das in Abrede gestellt hätte.

    Allerdings ist es inzwischen häufig so, dass früher Selbstverständliches heute ein besonderes Angehen ist, selbst wenn man entgegenkommt: Kinder werden noch in der 3. Klasse persönlich von den Eltern in den Klassenraum begleitet, trotz anders lautender Absprachen, vieles soll in der Schule erfolgen, was sonst zu Hause erledigt wurde.

    Ob die gestiegen Anzahl an Ganztagesschulen auch eine Rolle spielt? Lernen Kinder dort die Struktur ebenso wie bei Mama am Küchentisch, wenn der Ganztag personell weniger als knapp ausgestattet ist?

    Meine Beobachtung ist, dass der Übergang durchaus schwierig ist, aus unterschiedlichen Gründen.

    Die SuS kommen aus der Grundschule und es wird ganz allgemein stimmen, dass man sich dort sehr viel intensiver um das Drumherum kümmert, was nun wegfällt, sodass im Gym eine andere Selbstständigkeit erwartet wird. Selbst wenn es die Selbstständigsten sind, die wechseln, was nicht immer so ist, auch Chaoten schaffen gute Leistungen, ist die Orientierung in einem oder mehreren großen Gebäuden mit viel mehr SchülerInnen etwas anderes als das System einer Grundschule.

    Ich sehe es absolut nicht als meine Aufgabe an, ihnen erst beizubringen, Hausaufgaben ins Hausaufgabenheft abzuschreiben und ihren Ranzen zu packen...!

    Sollte man erwarten können, stimmt. Gleichzeitig ist es im System Grundschule so, dass man immer dazu anhalten muss und immer kontrollieren muss, wenn man alle Kinder erreichen will. Somit bekommen auch die späteren Gymnasiasten die Anleitung zum Taschepacken und die x. Erklärung für gleiche Sachverhalte. Wenn es in Klassen gut läuft, ist es eher so, dass die Kinder aus Elternhäusern kommen, in denen Bildung und Schule einen sehr hohen Wert haben und die Eltern alles selbst genau unterstützen und kontrollieren. Das wird aber am Gym sehr viel schwieriger.

    Genauso kennen sie es oft aus Mathe nicht, dass Aufgaben in Klausuren drankommen, die nicht vorher genauso, nur mit anderen Zahlen, im Unterricht behandelt worden sind.

    Aufgabenstellungen sind womöglich unterschiedlich, das sind sie schon je nach Lehrkraft, aber vernünftig gestellte Klassenarbeiten haben schon in der Grundschule neue Aufgaben mit Herausforderungen. Nur mit deren Punktzahl ist die 1 zu erreichen, bei der 2 wird es ohnedies schwierig. Allerdings kann man auch mit 3 oder 4 auf das Gym wechseln.

    Die hier vorher getägtigte Aussage, dass viele Kinder am Gymnasium zum ersten mal wirklich lernen müssen, kann ich absolut unterschreiben. Das sind oft Kinder, die mit Einsen und Zweien von der Grundschule kommen, ohne, dass dafür besondere Anstregung erforderlich gewesen wäre.

    Diesen Eindruck kann man aus Sicht der Gymnasien gewinnen, weil man eine bestimmte Art des Lernens vor Augen hat oder diese als „richtiges Lernen“ definiert. Und es stimmt, dass Begabte SuS in der Grundschule vieles im Vorbeigehen mitnehmen können, zumal immer wiederholt wird, weil es für andere SuS zwingend notwendig ist.

    Es stimmt aber auch, dass in Grundschulen häufig differenziert wird und man für diese SuS Materialien bereithält, die sie durchaus fordern.

    Vielleicht ist das ein Punkt, den man auf Vorstellungselternabenden deutlicher benennen sollte, statt das musikalische Angebot zu Preisen: Gym bedeutet bis heute, dass man als Kind bereit sein muss zu pauken und nachmittags viel zusätzlich zu lernen, weil Inhalte am Gymnasium nur einmal erklärt und dann als bekannt vorausgesetzt werden.

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