Ich hatte meine Antwort eigentlich verworfen, nachdem das Thema etwas zur Elternbeteiligung abgedriftet ist.
Danke für die Antwort. Ich habe die Diskussion um die Verweise nun abgewartet.
Natürlich musst du deine Schulsituation nicht offenlegen.
Man muss da manchmal etwas kreativ sein, und gelegentlich braucht man auch ein wenig Mut. Aber es gibt eigentlich immer etwas, wo man kürzen kann.
Mir ist das schon klar, aber die Möglichkeiten sind winzig, die Aufgaben immens
und von der Landesschulbehörde kommt ja in dieser Hinsicht, die auch TeilzeitkollegInnen wie Entlastung im Allgemeinen betrifft, gar nichts oder noch mehr Bürokratie und Arbeit.
Die Anzahl der Fachkonferenzen scheint also vorgegeben zu sein, aber ist auch ihre Dauer vorgegeben? Selbst wenn die Schulordnung der FaKo viele Aufgaben zuweist, heißt das nicht, dass man in jeder FaKo jedes Thema behandelt. Und wenn ihr in der GS - so stelle ich mir das vor - beinahe alle fast alle Fächer unterrichtet, könnte man bspw. alle FaKos an einem Nachmittag abhalten, eben entsprechend gekürzt, so auf 20min pro Fach oder so. Protokolle kann man auch so schreiben, dass es nach mehr klingt, auch ohne Falschaussagen zu machen. Ich habe es auch schon an kleinen Schulen erlebt, dass es EINE einzige Sitzung gab, in der jedes Fach kurz zu Wort gekommen ist.
Mir ist schon klar, dass man Fächer zusammenlegen kann, was wir auch machen, oder dass man Konferenzen hintereinander weg auf einen Nachmittag legen kann, machen wir auch.
Dennoch ist es viel Zeit. Du schreibst, Konferenzen sind Entscheidungsgremien, weniger Inforamtionsveranstaltungen. Das trifft in Teilen zu, am ehesten wohl für die Gesamtkonferenz. In Fachkonferenzen wird bei uns aber doch einiges weitergegeben.
Sammelkonferenzen können ggf. helfen, andererseits zeigt die Erfahrung, dass es mehr bringt, wenn man nicht in jedem Fach etwas anreißt und vertagt, sondern einmal durchzieht und dann abhaken kann.
Vermutlich arbeiten viele Grundschulen in diesem Bereich erheblich gründlicher und kleinschrittiger, als andere und brauchen deshalb zu viel Zeit und zu viel Planung für zu viel Papier,
selbst wenn sie nur das Minimum an Konferenzen ansetzen brauchen sie deshalb viel Zeit.
Sehr viele Grundschulen brauchen sehr viel Zeit um neue Curricula einzuarbeiten. Das liegt an den Vorgaben, die durch die Inspektoren regional durchgesetzt wurden, das liegt auch daran, dass die Curricula sehr unkonkret sind. Das schafft Möglichkeiten für kreative Lösungen, braucht aber ebenfalls eine Menge Arbeitszeit und Absprachen.
Wenn es in 15 Jahren mehrfach Änderungen gibt, die weniger auf Bestehendes aufbauen, sondern immer wieder alles auf den Kopf stellen, kommt man aus der Arbeit kaum wieder heraus. Änderungen in der Leistungsbewertung ziehen viel nach sich, wer Freiräume nutzen will, muss sie auch überblicken. Wer aber vom Ministerium ca. 500 Seiten Vorgaben für den Unterricht in Deutsch in der Grundschule erhält, hat einiges zu lesen, um dort die Freiräume zu finden (Bildungsstandards, Curriculum Grundschule, Förderschule Lernen, Förderschule GE, Handreichung Rechtschreibung, Curriculum DaZ).
Alternative Formen der Klassenarbeiten, die zuvor solche ersetzten, sind plötzlich verpflichtend und zusätzlich zu Klassenarbeiten zu leisten und Präsentationen sind im Grundschulbereich sehr aufwändig in der Vorbereitung, die gänzlich innerhalb des Unterrichts ablaufen muss (keine Bewertung von Hausaufgaben oder häuslich angefertigten Teilen!) Tatsächlich muss man da womöglich weitaus großzügiger sein und sehr kleine Aufgaben, die man bisher auch im Unterricht eingesetzt hat, zur "Präsentation als fachspezifische Leistung" für die Leistungsbewertung" heranziehen.
Die Frage bleibt, wo man sonst Einschränkungen vornehmen kann oder auch TeilzeitkollegInnen entlasten könnte,
wie man es schafft mit einem 50% Kollegium die 50% Abordnungen und Vertretungen zeitsparend und doch sinnvoll einzuarbeiten und zu unterstützen
und unter diesen Bedingungen den Unterricht und auch die außerunterrichtlichen Aufgaben irgendwie verteilt ...
Bei der Unterrichtsvorbereitung kann man sicher Zeit einsparen, wenn man auf "Feiertagsdidaktik" verzichtet. Vielleicht muss man zu einer Einstellungen kommen, die besagt, dass die Landesschulbehörde dafür nicht genügend Zeit zur Verfügung stellt und man deshalb die aufwändigeren Anteile des Unterrichts und eine individuelle zieldifferente Beschulung nur ansatzweise ermöglichen kann. Aber will man das wirklich? Ist das eine Ent- oder eine Belastung?
Zu dem Hinweis, dass am ehesten bei der Unterrichtsvorbereitung gekürzt wird, ist übrigens auch die Arbeitszeitstudie in Nds. gekommen, da im Vergleich von Vollzeit- und Teilzeitbeschäftigten der Deckeneffekt bei den VollzeitkollegInnen nachweisbar und die Verknappung der Arbeitszeit in genau diesen Bereichen erfolgte.