Ich arbeite _auch_ mit dem Buch, ABER ...
Meiner Meinung nach muss man gerade in Klasse 1 und 2 und gerade in schwachen Klassen die Einführung mit sehr viel Material gestalten, sehr viel langsamer und genauer vorgehen, es anschaulich und begreifbar gestalten.
Erst danach kann man dann in einem Buch oder AH arbeiten lassen, damit die Kinder das bewältigen können und begreifen, was sie da tun.
Meine Aufgabe ist auch nicht, das Buch ausfüllen zu lassen. Das haben Menschen in einem Verlag geschrieben, die diesen Unterricht selbst nicht erteilen, schon gar nicht in einer Brennpunktschule oder in schwachen Klassen. Das Buch ist auf Unterrichtswochen ausgelegt, die es so nicht gibt, es berücksicht keine Ausfälle oder anderes, das im Schulalltag gegeben ist, nicht aber, wenn man sich im Verlag auf 40 Schulwochen einstellt. Würde ich im Mathewerk alles bearbeiten lassen, müssten die Kinder 3 Seiten am Tag bewältigen (undenkbar).
Das Lehrwerk berücksichtigt die Didaktik und kann dann neue Hinweise geben, die sinnvoll sind, wenn man 20 Jahre dabei ist, aber du kommst gerade aus der Ausbildung und solltest da neuere Informationen haben als in 10 Jahre alten Lehrwerken.
Dabei muss weder Einführung noch Material eine riesige Zaubershow sein, es kann auch schlicht oder strukturiert sein oder mit wenig Aufwand und kleinen Übungsschritten. Auch da muss man nicht das bunteste Material haben und die tollste Präsentation, aber man muss sehr genau auf die Kinder achten und eingehen.
Es ist sicher nicht immer möglich, nimm es dir 1x in der Woche vor, so erweiterst du dein Repertoire und kannst beim nächsten Durchgang darauf aufbauen. Außerdem kann man Übungssequenzen (ohne Buch) einbauen und immer wieder einsetzen. So verschaffst du dir Luft, den Kindern aber die nötige Wiederholung.