Team-Teaching
???
Das ist DAS, was in der FoBi zur Inklusion vor gefühlt 10 Jahren angepriesen wurde und in der Theorie so toll klingt.
Wir sind froh, wenn in jeder Klasse zumindest eine Lehrkraft steht.
Doppelbesetzung geht an der Realität vorbei.
Team-Teaching
???
Das ist DAS, was in der FoBi zur Inklusion vor gefühlt 10 Jahren angepriesen wurde und in der Theorie so toll klingt.
Wir sind froh, wenn in jeder Klasse zumindest eine Lehrkraft steht.
Doppelbesetzung geht an der Realität vorbei.
SuS von Förderschulen brauchen zehn Schulbesuchsjahre, um von der Arbeitsagentur Förderung zu erhalten.
Das kann aber kaum der Grund sein, warum man meint, dass ein Kind an einer regulären Grundschule zunächst das 1. SJ besuchen muss und
a) dieses auf Wunsch der Eltern wiederholt oder
b) das 2. SJ besucht und danach das 2. SJ wiederholt,
bevor eine Überprüfunge des sonderpädagogischen Förderbedarfs für Lernen oder GE erfolgen darf.
Diese Vorgehensweise bedeutet auch, dass
a) die regulären Anforderungen gestellt werden müssen ... und bei allen Möglichkeiten zur Differenzierung müsste dann eigentlich dennoch eine zielgleiche Beschulung erfolgen
b) die Doppelzählung nicht erfolgt und ggf. in einer großen 1. und 2. Klasse etliche Kinder mit Förderbedarf beschult werden müssen
c) für bestimmt Förderbedarfe keine Förderstunden gewährt werden, solange die Überprüfung nicht abgeschlossen ist
Das mag ja sparsam sein, für Kinder, Eltern und KollegInnen bedeutet es aber, dass die dringend notwendige Förderung vorenthalten wird.
Es werden Bestimmungen behauptet, die gar nicht dem Erlass entsprechen (der z.B. eine Doppelzählung ab Klasse 1 vorsieht, entsprechend müssen ja dann auch bereits Kinder vorab überprüft werden können), und auf diese Weise Überprüfungsverfahren ausgebremst oder sogar ausgesetzt,
es sei denn, man tritt als GS-LuL vehement dafür ein, kennt sich in den Erlassen gut aus und weiß, wie die Verfahren aussehen müssen.
Und dennoch beißt man manchmal auf Granit.
Da würde ich mir klarere Angaben und für manches auch deutlichere Zuständigkeiten wünschen,
so wie du es dir jetzt für GE wünschst ... und ich mir für andere Bereiche.
Wir haben quasi nie zusammen Unterricht vorbereitet, besprochen und Trockenübungen (Micro-Teaching) gemacht.
Das war bei uns Inhalt in den Praktika im Studium, die man zu Beginn in 6er oder 8er Gruppen, danach zu zweit abgeleistet hat. Da hatte ich oft ein gutes Team und entsprechend viel Austausch.
Im Ref hatte man weit weniger Zeit dazu, aber meine Mentorin war herausragend und für das andere Fach gab es eine Referendarin, die 1/2 Jahr weiter war und mir bei den Besuchen geholfen hat.
Und auch da: dieser Austausch ist sehr sinnvoll, aber es bräuchte m.E. Absprachen dazu, wann dies erfolgen kann. Wenn es im Studium Inhalt sein soll, braucht es begleitete Praktika mit entsprechenden Anforderungen. Im Ref, so wie es jetzt aufgebaut ist, ist das eigentlich zu spät.
Das solltest du abstellen, vor allem die optische Optimiererei bei computererstellten Materialien ist ein gefährlicher Zeitkiller.
das kann ich voll bestätigen. Ich habe inzwischen fast komplett auf Handschrift umgestellt
Das kann ich gar nicht bestätigen.
Inzwischen habe ich einen Großteil meiner AB auf dem Rechner und das sehr gut sortiert abgelegt.
Auch bei den Planungen der Einheiten gehe ich dazu über, sie am Rechner zu schreiben, sie sind zumeist in Tabellen eingetragen, sodass ich einzelne Bausteine austauschen und die Planung einfach verändern kann.
Es erspart mir den immensen Aufwand, die Einheiten in Ordnen abzuheften, weil sie schon auf dem Rechner lagern.
Man kann hervorragend AB wieder nutzen oder mal eine Kleinigkeit ändern.
Viele Materialien lassen sich wieder und wieder einsetzen.
Zudem habe ich jetzt bei den vielen Abordnungen und neuen Leuten an der Schule gemerkt, wie gut es ist, dass man etliches bereits digital vorliegen hat und es auf diese Weise weitergeben kann.
Was heißt ihr habt jahrelang ohne Buch gearbeitet?
Es gab Bücher für Mathe und Deutsch, wobei in D vieles ohne Buch lief, Aufsatzerziehung und viele Lesethemen.
Letztlich haben viele freier gearbeitet, viel fächerübergreifender,
das geht entschieden zurück, liegt am Zeitgeist aber sicher auch an der Unterrichtsversorgung.
In den anderen Fächern hatten wir keine Bücher oder zumindest einen Klassensatz, den man sich mal holen konnte,
alles andere war eigenes Material, mal ein Arbeitsblatt, etliches selbst erstellt - auch von den SuS.
Aber wenn man ständig neue Leute an der Schule hat, die vertreten, die abgeordnet sind, die schulfremd oder schulform-fremd sind, ist es erheblich einfacher, ein Buch hinzulegen und das Lehrerhandbuch daneben, weil man komplette Konzepte weit schwieriger weitergeben und in Kürze vermitteln kann.
Ich habe das Lautstärkeproblem auch besonders in meinen Vertretungsstunden in Klasse 4 in Musik
Da trifft sich quasi auch alles auf einmal.
Als Klassenlehrkraft ist es in der Regel einfacher, Regeln durchzusetzen, weil man die SuS besser kennt, sie die Lehrkraft besser kennen, man viel mehr Zeit mit ihnen verbringt und mehr Zeit hat, Regeln einzuführen und daran zu arbeiten. Zudem kann man in einigen Fächern erheblich einfacher eine stille Arbeitsphase einsetzen.
Als Fachlehrkraft ist das immer schwieriger, in einem Fach wie Musik zudem.
Je nachdem, was du eigentlich in Musik machen möchtest, würde ich Sachen zum betont leisen Arbeiten vorbereiten, wenn die Klasse nicht gewillt ist, mitzuarbeiten und sich an Regeln zu halten.
Man kanns ich auch sehr schön mit Musikern beschäftigen, wenn man noch nicht gemeinsam mit anderen musizieren kann oder möchte.
Letztlich muss man besonders konsequent sein:
- Ansprechen, was man gerne hätte und wie es sein soll
- ein sehr eindeutiges System zum Visualisieren für Sanktionen wählen, da gibt es Schulen, die alle gemeinsam eines nutzen, andere geben es frei. Bei uns gibt es verschiedene, aber letztlich arbeiten alle mit einem 3-Schritt-System
- sehr klare Ansagen, was die Konsequenz sein wird - mit dem 3. Schritt
- das System erläutern und dann durchziehen
Bei den größeren kann man erwarten, dass es direkt umgesetzt wird, ihnen sollten solche Regeln bekannt sein, zumal es ja im anderen Unterricht ruhiger ist,
bei den jüngeren kann man es für einzelne Sequenzen vorgeben und muss dann die Zeit langsam ausdehnen
Manchmal braucht es dafür auch tatsächlich klare Übungsphasen, in denen man das einfordert, danach wieder etwas Auflockerung.
Meine Musikkollegin geht möglichst früh an die Instrumente, wer sich nicht an Regeln hält, gibt sein Instrument sofort ab und kann nur noch zuschauen.
Andere haben Belohnungssysteme, sodass man Edelsteine in einem Gefäß sammelt ... oder Minuten für besondere Stunden anspart, in denen dann gewählt werden darf, was gemacht wird
Ich bin mir nicht so sicher, was genau du suchst oder bräuchtest bzw. wo man anfangen sollte, Tipps zu geben.
Weil es bei 4teachers im Forum auch immer mal solche Fragen gab, wurde da mal gesammelt, wie man anfangen kann.
Darf man das hier verlinken?
Wenn du dort nach "Anfänger Grundschule" (mit Anführungszeichen) suchst, findest du es in den Foren selbst.
Da gab es auch ein Forum, in dem mehrere Leute geschrieben haben, wie sie Unterricht planen. Die Sachen sind z.T. schon älter, aber die Herangehensweisen sicher immer noch interessant.
Während wir jahrelang in den meisten Fächern ohne Buch gearbeitet haben, gehen wir u.a. wg. des ständigen Lehrerwechsels, Lehrermangels, unterschiedlich qualifizierter Vertretungskräfte dazu über, vermehrt Bücher einzusetzen, weil die Einarbeitung sonst nicht mehr zu leisten ist.
Was unseren neuen Kolleginnen auch hilft: einfach mal durch die Schränke stöbern, was alles da ist, und darüber einen groben Überblick bekommen, was man im Unterricht einsetzen kann.
Alternativ: fragen!
Ich hatte in meiner Ausbildung nie das Gefühl, dass ich perfekt sein muss, eher, dass ich meine Sachen so gut ich kann erledigen soll, das andere kommt dann schon. Ich hatte mich eher unterstützt und als Lernende gesehen als unter Druck.
Lag das eher an deinen MentorInnen oder war das generell so?
Zu meiner Zeit gab es hier im Bundelsand Seminarstandorte, die verschien waren, weil die Refs dazu aufgefordert wurden, sich gegenseitig feritg zu machen. Wer sich nicht beteiligte, konnte eine bessere Note abschreiben.
An anderen Standorten war es anders.
Dass die Unterstützung unterschiedlich sein kann, ist verständlich, zumal es keine Entlastungen gibt und man zur Übernahme der Menotrenschaft auch genötigt werden kann. Hinzu kommt, dass nicht wenige LuL in ihrem Ref so gelitten haben, dass sie es kaum ertragen, wenn jemand mit in den Unterricht geht. Ich erinnere mich noch gut daran, dass eine Kollegin mal sehr blass wurde, als die SL einen regulären Besuch ankündigte, weil ihre schrecklichen Ref-Erfahrungen wieder hochkamen. In den letzten Jahren erlebe ich es anders und ständige Begleitung durch I-Hilfen verschiebt das womglich auch ein Stück weit.
Der Druck, der sich aufbaut, liegt m.E. auch darin begründet, dass man durch die vielen Besuche in einer Dauerkontrolle steht. Es wird immer genannt, es seien Beratungen und sie würden nicht zählen, im Gespräch zum Ausbildungsstand werden sie dann doch herangezogen und zur Notenfindung letztlich wohl auch. Damit ist jeder Besuch eine kleine Prüfung und darüber baut sich der Druck auf.
Die Rückmeldungen nach den Besuchen sind in der Herangehensweise sehr unterschiedlich. Auch da hat sich in den letzten Jahren zumindest in meiner Umgebung einiges getan, die Reflektionen sind erheblich wohlwollender geworden und stellen auch Positives heraus.
Angesichts der gestrichenen Einstiegsphase (3 Monate parallel), des damit höheren Anteils eigenständigen Unterrichts und der zusätzlichen Anforderungen (z.B. weit ausführlichere Darlegung der kompletten Einheit, Kompetenzraster auf Std. bezogen, Berücksichtigung von Inklusion und DaZ) finde ich die derzeit angesetzten Beusche (15 in einem SJ) zu viel.
Zudem finde ich, dass es offenbar eine noch eindeutigere Abstimmung bräuchte, welche Inhalte wohin gehören (Uni + Praktikumssemester, Seminar, Schule) und dies für alle Beteiligten transparent ist.
Bei der Zuweisung des Förderbedarfs ist nicht der Grund für den Förderbedarf ausschlaggebend, sondern das Leistungsvermögen.
Ja, das trifft es genau,
Ursachenforschung kann man betreiben (lassen), wenn es um die Möglichkeiten der Förderung geht,
stimmt die Leistung nicht, muss über den Unterstützungsbedarf nachgedacht und dieser dann überprüft werden.
Auch ich sehe den Unterschied nicht, den die Kollegin angibt.
Zwar gibt es bei uns weniger scharfe Kriterien zur Abgrenzung,
aber selbst die GE-SuS an unserer Regelschule können nach 1 oder 2 Jahren die Zahlreihe bis 10 und mehr,
ich freue mich, dass sie mit derzeit guter Förderung nun auch beim Lesen große Fortschritte machen und es allmählich lernen.
Wenn es eine Eingangsstufe ist, hätte man über ein 3. Jahr nachdenken können (allerdings schreibst du "Eingangsklasse" und mir ist nicht klar, ob sie jahrgangsübergreifend wie eine Eingangsstufe geführt wird),
bei auffallend schwachem Leistungsstand würde ich eher für ein Überprüfungsverfahren GE plädieren
und auch die Förderung im Unterricht entsprechend ausrichten.
Die Vorgaben zum Überprüfungsverfahren sind ja auch in den BL unterschiedlich, in Nds. auch noch regional von Vorlieben abhängig. Hier wird nun unter der Vorgabe, man müsse alle Fördermöglichkeiten ausschöpfen, gegen den Erlass verbreitet, dass Kinder in jedem Fall wiederholt haben müssten. Das entspricht jedoch nicht der Wahrheit, liegt der Fall eindeutig, kann ein Überprüfungsverfahren auch ohne Wiederholung und im 1. SJ erfolgen.
Diejenigen, die die Kinder übernehmen, sollten sich die Förderplanung zeigen lassen um einen Einblick in die bisherige Arbeit zu erhalten und daran anknüpfen zu können.
Nein, die Janusz-Korcak-Schule des Kreises Steinfurt liegt in NRW und hat lediglich eine Klassenfahrt nach Borkum veranstaltet.
Da war ich definitiv zu oberlfächlich
,
aber darüber fallen mir noch die vielen Kur-Zentren ein, was auch noch eine Möglichkeit sein könnte, als Lehrkraft auf einer Insel zu arbeiten,
häufig gibt es für die Kinder in den Zentren ja auch Unterricht
und Mutter-Kind-Kuren (oder heißt das Eltern-Kind?) gibt es auf jeden Fall auf Borkum und Norderney.
Aber auch das ist sicher nicht vergleichbar mit der Arbeit als Förderschullehrkraft Sprache an einer entsprechenden Schule.
Viele Fragen.
Welche Inseln kämen für dich in Frage?
Willst du als Förderschullehrkraft mit dem Schwerpunkt Sprache arbeiten?
Kannst du dir vorstellen als Förderschullehrkraft im anderen Schwerpunkt oder als Lehrkraft an einer GHR-Schule zu arbeiten?
Auf Borkum gibt es eine Schule des Kreises Steinfurt (Janusz-Korcak-Schule Borkum),
mehrere andere Schulen,
Norderney sucht gerade Vertretungskräfte für die Kooperative Gesamtschule (SekII-Lehrkraft, Deutsch - beliebig),
Juist soll auch suchen.
Die zum Halbjahr ausgeschriebenen Stellen werden am 29.10. auf "eis-online" veröffentlicht.
Natürlich hast du die Möglichkeit, bei den Schulen oder Schulämtern nachzufragen.
Je nach Bundesland solltest du dich mit den verschiedenen Bedingungen hinsichtlich der Schulen, aber auch hinsichtlich der Umsetzung der Inklusion informieren.
In Nds. haben die Sprachlernklassen zwar Bestandsschutz, es gibt sie aber nicht (mehr) flächendeckend, manchmal sind sie an FöS angesiedelt, manchmal an Grundschulen.
Kinder mit Unterstützungsbedarf Sprache sind häufig auch in den Grundschulen, sie erhalten ihre Förderung allein über die Grundversorgung von 2 Std. pro Woche pro Klasse und über das, was die Gs-LuL selbst machen und schaffen. Die FöS-Lehrkräfte haben unterschiedliche Schwerpunkte, unsere hat nicht den Schwerpunkt Sprache.
Bei uns ist das Thema in Klasse 2.
Da beginnt man auch mit Nomen und fasst diese als Namen für Menschen, Tiere, Pflanzen und Dinge auf.
Dazu bieten sich z.B. Spiele ähnlich zu Stadt-Land-Fluss an, man gibt Kategorien vor und sammelt dazu Nomen, Punkte werden für die richtige Wortart verteilt und ggf. nach den sonst üblichen Mustern für Stadt-Land-Fluss
Abstrakta greift man in Klasse 3 und 4 auf.
Der andere Ansatz über die Rechtschreibung wäre, auf die Großschreibung zu achten und Nomen aus Texten zu sammeln, die normal gedruckt sind,
oder die Nomen in Texten zu erkennen, die in Großbuchstaben oder nur in Kleinbuchstaben gedruckt sind.
Ich bin mir nicht sicher, welche weiteren Inhalte du in der Klasse einbeziehen solltest,
vermutlich werden weitere Merkmale von Nomen gefordert.
Dazu gibt es auch Materialien, die anhand dieser Merkmale Wörter auf die Probe stelle, ob sie Nomen sind.
Wenn du bei 4teachers suchst, kannst du nach erfolgter Suche nach "Nomen" danach weiter eingrenzen und z.B. zunächst nur noch Materialien zum Fach Deutsch ausfiltern und anschließend "Hauptschule " angeben, um ggf. die Sachen für die jüngeren SuS zu umgehen.
Früher waren die Ausbildungen etwas einheitlicher. Heute kochen so viele ihre ganz eigenes Süppchen - teilweise nicht einmal in einem Bundesland einheitlich. Das ist doch Mist für alle, die mal wechseln (wollen/müssen). Außerdem wird auch ständig irgendetwas verändert. Es kehrt nirgendwo Ruhe ein, um mal einen klaren Kopf zu bekommen. Ich finde des alles nicht hilfreich.
Den Überblick habe ich nicht, aber die Seminarorte haben auch früher schon ihre eigene Ausprägung vorgenommen und SeminarleiterInnen spezielle Wünsche vorgebracht.
Das hat sich nicht geändert.
Mir fällt zum einen auf, dass manches aus den Anforderungen genommen oder zumindest eingeschränkt wurde, z.B. der Umfang der 2. Examensarbeit,
andererseits werden neue Vorgaben gesetzt
und die Heterogenität in den Klassen schafft zusätzliche Herausforderungen, die zwar den Alltag bedeuten, aber eine extreme Zusatzbelastung darstellen.
Hallo Buntflieger,
ich würde gerne antworten, einiges wurde schon von anderen gesagt, anderes fällt unter den Tisch, weil sich die Diskussion dreht.
Jede einzelne Äußerung zu zitieren wäre möglich, aber wird dann schnell zum Klein-Klein.
Ich verstehe nicht, warum das Gymnasium "leistungsbezogene Schulart" sein soll. Was sind denn die anderen Schulen? Ist das, was dort erfolgt, keine Leistung?
Offenbar kommen wir zwei nicht auf einen Zweig, wenn schon bei Grundzügen von Schule und Unterricht ganz unterschiedliche Vorstellungen und Einschätzungen und offenbar auch Begrifflichkeiten vorherrschen.
Auf der Suche nach eindeutigen Kriterien für die Bewertung im Ref bist du zu der Meinung gekommen, dass Pädagogik empirisch sein soll.
Andererseits stellst du selbst fest, dass nur so getan würde, als sei Unterricht objektiv zu beurteilen:
Mich regt auf, dass in der Regel so getan wird, als könne man Unterricht annähernd objektiv beurteilen, obwohl jeder weiß, dass dem nicht so ist. Gute Prüfer/Ausbilder berücksichtigen das; wenn man Glück hat, hat man gute Ausbilder/Prüfer.
Die Kriterien sind nicht greifbar/eindeutig genug.
Wir sind im Lehrerberuf in einem sehr praktischen Beruf (zum Glück), der angewiesen ist auf Klarheit und greifbare Kriterien. Diese können wir am effektivsten/zuverlässigsten durch eine empirische Vorgehensweise der Bildungsforschung gewährleisten.
Meiner Meinung nach ist es eher so, dass es eine derzeitige Mode ist, das alles empirisch und valide geprüft sein soll, damit man von Erfolg sprechen darf,
parallel zur Finanzierung von Forschungsvorhaben. Darüber verändert sich Wissenschaft, sie wird aber nicht "wissenschaftlicher " oder "professioneller" dadurch.
Zum einen wird dann nach Studien gerufen, zum anderen müssten diese aber vergleichbar sein und können nur das vergleichen, was messbar ist, was auch Einfluss auf Forschungsrichtungen nimmt.
Die Studien sind so aufwändig, dass es Menschen braucht, die sich allein damit beschäftigen, weil sie forschen und veröffentlichen. Das ist in anderen Wissenschaften auch so.
Gleichzeitig wird kritisiert, dass diese Forscher keine Ahnung von Unterricht haben und im Elfenbeinturm sitzen, weil sie selbst nie in den Klassen unterrichtet haben.
Während also Forscher anderer Fachbereiche sich ihrer Arbeit widmen sollen, werden Forschungen und Ergebnisse in der Pädagogik einerseits gefordert und andererseits in Abrede gestellt.
Sind dann die Studien abgeschlossen und Ergebnisse formuliert, werden sie verallgemeinert und auf alle Lerngruppen aller Altersstufen übertragen,
weil das Ergebnis ja "empirisch" ist.
DAS wird dann zudem als "professionelle" Arbeit dargestellt.
Ist es das?
Für mich ist es das nicht.
Wenn ich meine Lerngruppe nicht im Blick habe, helfen mir irgendwelche Studien nicht. Da ist das Beispiel Methodenvielfalt exemplarisch.
Wenn man "Methodenvielfalt" nur noch als isoliertes Stichwort betrachtet und nicht kommuniziert, was darunter zu verstehen ist, bleibt der Erfolg aus, der sich bei wechselnden Methoden einstellen kann.
Es ging nie darum, möglichst viele Methoden zu zeigen, allein um ihrer selbst willen.
Es geht aber eben auch nicht darum, genau 3 oder 7 zu zeigen, weil deren Erfolg in einer Studie empirisch belegt wurden.
Und so wenig eindeutig, wie es für Methoden ist, die dann auch noch entsprechend der Fächer, der Klassen, der Altersstufe anders sind,
ist es für die anderen Belange der Ausbildung eben auch.
Empirie kann Pädagogik Anhaltspunkte liefern, man sollte sich aber als Pädagoge nicht hinter der Empirie verstecken und sich dabei einreden, dass dies dann professionellere Arbeit sei.
Und gerade weil das schwierig und wenig greifbar ist, gilt dies auch für die Beurteilung von Unterricht und auch für die Beurteilung von Lehrkräften.
Dennoch erlebe ich nicht, dass dies der Willkür Tür und Tor öffnet.
Anforderungen und Kriterien ändern sich in Studienseminaren, im Kern ist aber vieles gleich geblieben, allerdings bemüht man sich meiner Meinung nach zunehmend um Transparenz in der Beurteilung.
dass dies mit ein Grund dafür sein könnte, weshalb in Sek. I die Professionalität alles in allem etwas geringer ausfällt als in Sek. II. Hier spielt nämlich traditionell die Pädagogik/Didaktik eine geringere Rolle und bis vor wenigen Jahren waren diese Bereiche aus wissenschaftlicher Sicht eben den Geisteswissenschaften zugeordnet.
Wenn in der SekII die Pädagogik und Didaktik eine geringere Rolle spielt, wie kommst du dann zu der Annahme, das dort die Professionalität der Lehrkräfte höher sein könnte?
Warum ist das Ansiedeln von Pädagogik in den Geisteswissenschaften problematisch? Sind Geisteswissenschaften keine Wissenschaften?
Oder wenn es ganz blöd läuft, macht das Kind in der Schule gar nichts mehr, weil Mama ( sie ist es meistens) alles mit ihm zu Hause macht
Ja. Solche Kinder kenne ich auch.
Kein Wunder, wenn das Kind morgens müde in den Seilen hängt, wenn Mama des Nachmittags 3 Stunden Zusatzprogramm absolviert oder sogar die gleichen AH noch einmal ausfüllen lässt.
Auch immer wieder gern genommen: Es wird vorab schon mal geübt, was in einem halben Jahr erarbeitet wird und dann Thema ist, das Kind erwartet dann aber am kommenden Tag, dass die Lehrkraft sofort die gestern zu Hause geübten Aufgaben anbietet.
Tatsächlich gibt es aber auch Kinder, die zu Hause mit den Geschwistern Schule spielen oder die unbedingt nach weiteren Aufgaben fragen, weil sie so gerne rechnen o.a. DIE sind dann im besten Fall intrinsisch motiviert und ich kann verstehen, dass Eltern ihnen ihre Wünsche erfüllen.
Manchmal eine Gratwanderung.
Wird der Lehrermangel evtl. aufgebauscht?
Nein.
Wir suchen seit Jahren händerigend,
Vertretungskräfte für den Fall, dass jemand länger ausfällt, findet man nicht,
Stellen werden nicht besetzt,
Abordnungen sind an der Tagesordnung - entweder braucht man mehr als dringend jemanden oder man ist 2 Std. über dem Soll versorgt, dann ordnet man sofort ab.
Wenn das an eurer Schule nicht so ist, sei froh, es raubt viel Energie und bringt ständige Unruhe in ein halbjährlich wechselndes Team mit laufend neuer Einarbeitung mit sich,
wobei die Frage entsteht, ob ihr dann, wenn du dein Deputat erhöhst, abordnen müsst. Bei uns wäre es so.
Ich habe regelrecht um Hilfe geschrien, aber ich wurde nicht gehört.
Wie schade!
Um so dankbarer bin ich, dass ich in allen Praktika an der Uni und im Ref immer tolle Lehrerinnen hatte, die bereit waren, uns mit in den Unterricht zu nehmen, die uns viel ausprobieren lassen haben, aber von denen es auch viele Tipps und Hinweise gab.
Mir wäre wichtig, dass es für die Ausbildungsleistung, die man als MentorIn übernimmt, eine Entlastung oder Anerkennung gibt. Das gilt fürs Ref, aber m.E. auch für das Praxissemester, dass es hier jetzt gibt. Wenn SeminarleiterInnen und Uni-DozentInnen das als Berufsinhalt anerkannt bekommen, und nicht "nebenher" ein volles Deputat erbringen, bin ich der Meinung, dass diejenigen, die täglich beratend und reflektierend zur Seite stehen, dies auch als Leistung erfahren und auf ihr Deputat angerechnet bekommen sollten.
Ich habe den Eindruck, dass im Sek. I-Bereich über viele Jahre hinweg der Einfluss didaktischer Marotten deutlicher und die fachwissenschaftliche Fundierung insgesamt etwas geringer ausgeprägt war als in Sek. II, was einer gewissen Deprofessionalisierung der Ausbildungssituation Vorschub geleistet haben könnte.
Ich hatte schon nach deinem ersten Beitrag eine Antwort verfasst, dann habe ich doch erst noch einmal nachgehakt, was genau du meinst.
Das, was du schreibst, ist von speziell deiner Erfahrung im Ref und speziell deinem Anspruch und deiner Vorstellung von Unterricht determiniert.
Nun die Antwort, die ich vorhin schon formuliert hatte:
Ich habe den Eindruck, dass gerne behauptet wird, die fachwissenschaftlicheFundierung sei in der SekI nicht so gut.
Ähnlich ist eine Aussage, dass die Pädagogik nicht so wichtig sei oder ein höhererPädagogikanteil eine Deprofessionalisierung bilden würde.
Da die Lehrkraft die Inhalte vermitteln muss, wird sie sich mitunterschiedlichen didaktischen Ansätzen auseinandersetzen können. Da reicht esnicht aus, etwas als "didaktische Marotte" zu deklarieren. DAS istdann eher die Deprofessionalisierung, die auf einen Mangel in der Ausbildungschließen lässt.
Wie man mit der Einstellung guten differenzierten Unterricht samt Diagnostik undFörderung leisten will, ist mir nicht klar.
Das Methodenrepertoire muss bei jüngeren und ungebildeteren SuS erheblichgrößer sein, um ihnen Inhalte anschaulich vermitteln zu können.
Vor dem Problem stehen übrigens auch diejenigen, die nun aus dem Gym kommendin den Grundschulen unterrichten.
Man muss SuS mit sehr viel geringerer Konzentrationsleistung sehr vielgenauer anleiten, Inhalte besser strukturieren, Übungen und Wiederholungenzunächst mühsam als solche beibringen und trainieren, wenn man aufbauendarbeiten will.
Noch zu der von mir so genannten Deprofessionalisierung: Der Unterrichtsalltag hat mit dem, was man für Vorführstunden leisten soll, kaum etwas gemein. Viele Lehrer haben das Gefühl, defizitär zu arbeiten (weil sie eben aus ihrer Sicht seit Jahren frontal unterrichten und nicht dem Gebot der Methodenvielfalt und offener Unterrichtsformen entsprechen), was jedoch gar nicht stimmt. Es sind in vielen Fällen sehr effektiv und professionell arbeitende Lehrkräfte. Das Problem ist vielmehr in einer traditionell idealistischen und empiriefeindlichen Didaktik begründet; deren Vorgaben sollen vorgeblich im Rahmen der Lehrerausbildung umgesetzt werden. Dieses Spiel wird von allen mitgespielt und dabei verbiegen sich nicht wenige Lehrkräfte auf erstaunliche Art und Weise, nur um den Schein zu wahren.
Auch ich meine, dass der Alltag nicht immer das abbildet, was in Vorführstunden geschieht, aber dennoch zeigen sie m.E. die Möglichkeiten und die Entwicklung des Seminarteilnehmers. Ich nutze bis heute Materialien aus meinen UBs wieder und wieder im Unterricht, manches stelle ich um, anderes habe ich auch verworfen, vieles ist aber immer noch gut und sinnvoll. Häufig nehme ich mir mehr Zeit, die Stunde läuft nicht so ab, wie damals geplant, aber bestimmte Aspekte und Inhalte und auch Methoden werden noch eingesetzt, anderes wurde ergänzt, ausgetauscht, weiterentwickelt.
Aber bei einem Werkstück, das man im Betrieb in der Ausbildung fertigt, ist vielleicht auch etwas gefordert, das man später im Alltag so nicht wieder einsetzt, dennoch stellt man dabei einzelne Fähigkeiten unter Beweis, die man können sollte für den Beruf.
Wer dem Frontalunterricht allein aus der Annahme heraus, er sei generell effizient und das sei schon gut so, den Vorzug gibt und sich mit anderem gar nicht beschäftigt, sondern dies als "didaktische Marotten" tituliert, zeigt damit deutlich, dass er/sie nicht gewillt ist, sich mit anderem auseinanderzusetzen. Hat man vieles durchdrungen, kann man im Nachhinein abwägen, ob der Frontalunterricht wirklich so exzellent für alle SuS ist oder auch nicht, woraufhin man eine andere Alternativen nutzt. Ebenso kann man mit neu aufkommenden Ideen verfahren, gerade weil man selbst gelernt hat, Anforderungen und Möglichkeiten abzugleichen. Und letztlich ist man in der Lage, Methoden selbst derart abzuwandeln, dass sie besser zur Lerngruppe und zur Zielrichtung passen.
Tatsächlich will ich das breite Repertoire und das Abwägen als Mentorin sehen und würde es auch als Seminarleiterin erfragen, um so mehr, wenn Unterrichtsplanung bis zum Ref nicht bekannt war und zuvor nicht absolviert und diskutiert wurde. Genau an dieser Stelle entscheidet sich m.E. die Professionalität der Ausbildung und der Lehrkraft. Dass man einen großen fachlichen Hintergrund hat und sich in neue Themenbereiche schnell einarbeiten kann, ist das eine, das andere aber ist das pädagogische Handwerkszeug der Lehrkraft, das breit aufgestellt und variabel sein muss.
An meiner Uni war Hilbert Meyer mit seinen damals aktuellen Büchern übrigens als Rezepte-Buch verschrien, weil es zu plakativ war.
Es ist gut, sich mit empirischen Studien zu beschäftigen, dann aber bitte auch mit den Bedingungen, unter denen diese entstehen, damit man genau abwägen kann, ob diese zur Klassensituation passen, die man vorfindet.
Wichtiger noch ist für mich die eigenständige Auseinandersetzung im Alltag in der Klasse. Da ist eben Frontalunterricht nicht die einzige und erste Wahl, sondern vieles möglich, das unterschiedlichen Kindern nutzt, und manches nötig, weil sich der Unterricht an den SuS und den Zielen ausrichten sollte und diese nicht generell frontal zu erreichen sind.
Es werden sehr unterschiedliche Systeme verglichen aus verschiedenen BL,
dabei gibt es zudem Unterschiede von Uni zu Uni und von Schule zu Schule,
alte Systeme (mit 3-monatiger Hospitationsphase, gab es früher in Nds auch) und neue Systeme (mit sofortigem eigenständigem Unterrichtseinsatz),
Mentoren, die Anrechnungen erhalten, doppelt gesteckt sind und bleiben oder ganz ohne dies auskommen sollen,
Referendare, die vorab Seminare haben, Blockmodelle fahren, Seminartage haben ...
Da fällt es schwer zu vergleichen, mir fällt es auch schwer, nachzuvollziehen, in welche Richtung die Kritik geht, wenn die Bedingungen doch so extrem verschieden sind.
Mit einer Äußerung, dass der eine oder die andere SeminarleiterIn nicht gut war, kommt man ja generell nicht weiter.
Was also wäre sinnvoll und gefordert?
Was läuft ins Leere?
Welche Voraussetzungen werden zu Beginn des Refs als bekannt vorausgesetzt, weil JEDE Uni diese vermitteln musste?
Ich habe den Eindruck, dass im Sek. I-Bereich über viele Jahre hinweg der Einfluss didaktischer Marotten deutlicher und die fachwissenschaftliche Fundierung insgesamt etwas geringer ausgeprägt war als in Sek. II, was einer gewissen Deprofessionalisierung der Ausbildungssituation Vorschub geleistet haben könnte.
Bezieht sich das auf die Vorgehensweise im Referendariat und geänderte Ausbildungssituationen oder auf den Unterricht an sich?
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