Beiträge von Palim

    Zwei Anmerkungen:

    a) Auch wenn es euch abgeht, dass SuS auch intrinsisch motiviert sein können, gibt es das doch und es ist an manchen Stellen durchaus sinnvoll, sich das zu Nutze zu machen. Wenn SuS aus unerklärlichen Gründen eine Aufgabe wundervoll finden, darin aufgehen und so ganz nebenei lesen, schreiben oder rechnen üben, werde ich sie nicht mühsam zu anderem extrinsisch motivieren, wenn es doch von selbst gut läuft.
    Aber nein, in der Regel kommen sie nicht wissbegierig und hoch motiviert zur Schule.
    Das könnte aber an Anmerkung b) liegen:

    b) Die Frage war u.a., ob Token-Systeme auch schaden können. Meiner Meinung nach ist das so.
    Mit jedem Smiley und jeder Verstärkung für ganz allgemeine Verhaltensweisen übt man mit den SuS, dass sie für alles eine Belohnung erwarten.
    Warum soll der Schüler eine Aufgabe übernehmen, wenn hinterher keine weitere Belohnung erfolgt?
    Muss sich der Schüler an Regeln halten, wenn es im Anschluss dafür keine Gratifikation gibt?

    SuS sind nicht mehr gewohnt, eine Aufgabe die ihnen übertragen wird, auszuführen. Sie kommen mit "kann ich nicht" und "hilf mir" zur Schule und offenbar wird ihnen vor der Schule sehr häufig vieles abgenommen und erleichtert, wenn sie sich nur dumm genug anstellen.
    Dabei kann ich unterscheiden zwischen Kindern, die wirklich nicht können, weil sie krank sind/ beeinträchtig sind/ eine andere Einschränkung haben und anderen, die gar nicht erst beginnen, weil sie wissen, dass ihnen dann eine erwachsene Person die Arbeit (= Anstrengung) abnimmt. ((... erlernte Hilflosigkeit aus der Erfahrung heraus, nur genug jammern zu müssen, damti man alles ohne Anstrenung geschenkt bekommt).
    (Alternativ gibt es auch solche Kinder, die nichts beginnen und anfassen, weil ohnehin nach 10sek. eine Übermacht darüber wacht, die Betätigung entwendet mit dem Hinweis auf Alter, Gefahren, Perfektion, Schmutz etc.) (... erlernte Hilflosigkeit aus der Erfahrung heraus, nichts zu dürfen und nichts zu können).
    Da Spielzeuge wenig Anstrengung und Übung brauchen, die Kinder überall hin getragen und gefahren werden ... entsteht die Bereitschaft zur Anstrengung gar nicht erst und ist nicht ausgebildet, sodass Schule dann als Überforderung enden muss und "kann ich nicht" nicht nur "Masche" ist, sondern tatsächliches Unvermögen.
    Dem begegnet man womöglich mit extrinsischer Motivation und Token-Systemen, verstärkt darüber aber dann wieder die Anspruchshaltung ("Was kriege ich dafür?")

    M.E. gehören dann Anmerkung a) und b) zusammen: wer Hilflosigkeit aus dem einen oder anderen Grund erlernt, und das scheinen mir immer mehr Kinder zu sein, ist wenig intrinsisch motiviert, da die Selbsttätigkeit nie erfahren wurde

    Mir gefallen viele Antworten, sie zeigen deutlich den Widerspruch zwischen Anleitung/Betreuung und Eigenständigkeit, Ausbildung und andauernder Prüfungssituation uvm.

    In Nds. gibt es für jedes Halbjahr unterschiedliche Vorgaben, die an den Schulen aus verschiedenen Gründen nicht gehalten werden.
    Zu Beginn sollen von 12 Std. gerade 4 eigenständig gehalten werden. Das mag an einer SekI-Schule mit 4std. Fächern möglich sein, an GS mit 5-6std. Fächern geht das nicht.
    Durch 2 Seminartage wird es weiter eingegrenzt.
    Dass Schulen mit Lehrkräftemangel zudem als "Lückenfüller" Referendare erhalten, führt dazu, dass zwar die Stundentafel besetzt wird, aber häufig Referendare mehr Unterricht erteilen, weil die Schule sonst keine Lehrkraft hat.

    Anrechnungsstunden oder Entlastungen für MentorInnen gibt es gar nicht, zu Beginn sind einige der Stunden doppelt gesteckt, sodass man ggf. darüber Entlastung erreichen kann - zumindest eine bessere Fördersituation - angesichts der vielen Besuche zeigt sich aber schnell, dass die Referendare eigenständig unterrichten müssen, um den nächsten Besuch vorbereiten zu können.

    Beginnen die Referendare nach den Sommerferien, haben sie bis zu den nächsten Sommerferien Zeit, um in diesen ca. 11 Monaten ihre 15 (+x) Besuche abzuleisten.
    Somit hetzt man von Besuch zu Besuch, für Ausbildung bleibt immer weniger Zeit bei m.M.n. immer höheren Anforderungen. Inzwischen sitzen in allen Klassen Inklusionskinder und müssen bei der Planung mit bedacht und mit entsprechendem Material versehen und zur Mitarbeit befähigt werden. Welche Seminarleitungen das wohl selbst umsetzen?

    Das, was andere schon angesprochen haben, scheint vielen zu fehlen: Herangehensweise an Unterrichtsplanung.
    ... übrigens schon seit Jahrzehnten.

    In meinem Studium war dies Teil des 1. Praktikums im 1. Semester in einem kleinen Seminar, verpflichtend für alle. Man konnte damals vieles frei wählen, aber um diese Inhalte kam niemand herum ... um die ersten Unterrichtserfahrungen und damit verbunden eine Planung, die einem Unterrichtsentwurf im Ref entsprach, auch nicht.
    Dieses Rüstzeug fehlt auch heute vielen. Dazu bräuche es verpflichtende Teile im Studium ODER einen entsprechenden Vorlauf im Referendariat.
    Die Vorgehensweise meiner Uni finde ich immer noch gut: gleich zu Beginn des Studiums, für alle verfplichtend, durchgeführt im kleinen Seminar, Praxisanteil, erteilt im besten Fall durch erfahrene Lehrkräfte. Offenbar gab es schon damals einen genau abgesprochenen Lehrplan, da am gleichen Tag in unterschiedlichen Praktikumsgruppen gleiche Inhalte vermittelt wurden.
    Auf diese wurde nachfolgend in den anderen Praktika aufgebaut, sie wurden als bekannt vorausgesetzt. Auch hatte man darüber eine Grundlage für andere Studieninhalte, z.B. Differenzierung oder Diagnostik.

    Was mir zur Eigenständigkeit allerdings noch einfällt:
    a) Hier ist es so, dass die Referendare hinsichtlich der Besuche eine Bringschuld haben, sie müssen selbst dafür sorgen, dass sie nach besagten 11 Monaten ihre Besuche absolviert haben. Dabei stoßen sie ständig an organisatorische Grenzen, weil die SeminarleiterInnen keine Termine frei haben, weil sie darauf und auf anderer Leute Fortbildungstage, Schulveranstalgungen etc. Rücksicht nehmen sollen. Da wird Eigenständigkeit an einer Stelle gefordert, in Wirklichkeit aber die Verantwortung auf den Auszubildenden abgeschoben.

    b) Die Referendare sollen in der Reflexion selbst Schwerpunkte setzen, zu denen sie beraten werden wollen und im Anschluss selbst Zielvereinbarungen formulieren, an denen sie arbeiten wollen. Nun klappt das mit den letzten 4 Seminarleitungen, die ich erlebt habe, recht gut, aber auch da bin ich der Meinung, dass die Verantwortung an die Auszubildenden in einem Maße abgeschoben werden kann, die diese nicht tragen können.
    Referendare sind in der Ausbildung und überblicken in der Regel die Inhalte nicht selbst, das ist die Aufgabe der Auszubildenden. Sicherlich müssen die Referendare daran mitwirken, aber verantwortlich im Sinne eines Überblicks bleiben dennoch die Ausbilder.

    Danke, @Frapper, für die Erläuterung zu den UBUS,
    klingt nach einer Version der von mir geforderten "pädagogischen Assistenzen", die in Schulen vielfältige Aufgaben übernehmen könnten.
    Allerdings bleibt die Frage, welche Ausbildung sie bekommen oder mitbringen.

    Hier gibt es Bemühungen seitens der Kommune, Einzelfallhelfer nicht für einzelne Kinder sondern in einer Art Pool-Lösung einzusetzen, damit man Geld einspart und eine gegenseitige Vertretung hat, gleichzeitig aber auch feste Kräfte an einer Schule.

    Wenn Eltern in der Verlässlichen Grundschule für Klasse 1+2 die Betreuung nicht wählen bzw. wünschen, hat das Kind nach den regulären 4 Unterrichtsstunden frei und geht dann nach Hause.

    Das ist aber frei gewählt und es fällt gar kein Unterricht aus, weil die Stundentafel nur 20 bzw. 22 Stunden vorsieht.
    Die freiwillige Wahl der Betreuungszeit verlängert den Unterricht nicht und bietet auch keine Hausaufgabenzeit.

    Dass es darüber hinaus noch kein flächendeckendes Angebot für längere Betreuungszeiten gibt, steht auf einem anderen Blatt und ist eben auch kein Unterrichtsausfall.

    Ist es wirklich "üblich", dass Stunden doppelt besetzt sind?

    In einem Förderzentrum - also einer Förderschule in BY - offenbar schon.
    In anderen Förderschulen eher nicht.

    Wenn unsere Unterrichtsversorgung gen 100% geht, kommt sofort die Aufforderung zur Abordnung, die Stunden werden an anderen Schulen benötigt. Eigentlich ist man immer zwischen den Polen "wir odnen ab" und "wir benötigen dringend jemanden".

    Es gibt in meinem BL (Nds) Zusatzbedarfe, die man beantragen muss und die dann eine Doppelbesetzung oder Förderunterricht ermöglichen. Diese Zusatzbedarfe sind für soziale Brennpunkte (genaue Quoten), für DaZ-Kinder, also aktuelle Migranten, die alphabetisiert werden.

    Innerhalb der Inklusion, die alle Grundschulen umsetzen, da es keine FöS-Grundschule mehr gibt, eine Grundversorgung 2 Std. pro Klasse pro Woche laut Erlass, pauschal, für alle Kinder präventiv, für alle Überprüfungen und für Unterstützung bei der Beschulung von Kindern mit Förderbedarf in den Bereichen Lernen, Emotional-Soziale-Entwicklung und Sprache, egal wie viele SuS einen dieser Unterstützungsbedarfe haben,
    und zusätzliche Stunden pro Kopf für Kinder mit festgestelltem Unterstützungsbedarf Hören, Sehen, Körperlich-Motorische Entwicklung (bis zu 3 Std.) und Geistige Entwicklung (bis zu 5 Std.).
    Die genannten Stunden der Förderschulkräfte kommen aber nicht in den Grundschulen an, weil die Förderschule auch Lehrkräftemangel hat, wir bekommen als Grundversorgung etwas mehr als die Hälfte der üblichen Stunden.

    auch keine AGs

    Es gibt 1 Std. für AG in der regulären Stundentafel für Klasse 3 und 4, alle Kinder nehmen daran teil, die AGs laufen zeitgleich. Somit eine Art Wahlpflichtunterricht.

    Aber was heißt denn dann verlässliche Halbtagsgrundschule bei euch?

    Die Kinder werden in der Verlässlichen Grundschule 5 Zeitstunden betreut.
    Das erstreckt sich in Klasse 3+4 auf die Zeit von 7.30 - 12. 30 Uhr, davon 5x 45 min Unterricht, der Rest ist Pause.
    Klasse 1 hat 4 Stunden Unterricht, Klasse 2 an zwei Tagen 5 Stunden, die restliche Zeit kommen zusätzliche MitarbeiterInnen, die keine Erzieherinnen sind, und betreuen die Kinder. Hausaufgaben werden in dieser Zeit nicht gemacht.
    Diese Kräfte arbeiten also an 5 oder an 3 Tagen ca. 1 Stunde in der Schule.
    Die Betreuung selbst in ein Angebot, das gewählt werden kann.

    Man kann zur Not eine 3. oder 4. Klasse in dieser EINEN Stunde mittags mit in die Betreuung schicken, aber die Betreuerinnen gehen nicht in den Unterricht.

    ob es aber Schulen gibt, bei denen all diese Optionen entfallen? Mmm... Dann sähe es in der Tat schwierig aus.

    Ja, es ist immer Mal "schwierig" ... und das seit Jahren.

    Und wenn man ca. 2 Wochen vor den Sommerferien ca. 50% der regulären Stunden im neuen Schuljahr abdecken kann, hat man ein Problem,
    auf dessen Lösung man wenig Einfluss hat.

    In Berlin schon, sonst ginge das ja gar nicht mit verlässlicher Halbtagsgrundschule!

    In Nds. läuft es seit 2000 ohne,
    5 Zeitstunden werden gewährleistet.
    Damals wurde der Stundenplan entsprechend gestreckt, sodass die Lehrkräfte über offenen Anfang und Pausen die meiste Zeit abdecken,
    mittags gibt es für Klasse 1 und an drei Tagen für Klasse 2 eine Stunde Betreuung von zusätzlichen Kräften.

    Ja. So kann man sich das vorstellen, wenn man vom Hörensagen meint, man wisse, wie es läuft, und alle günstigen Optionen, die man je aufgeschnappt hat, zusammenschreibt.

    Die Realität?

    • Die SL an einer kleinen GS hat 16-18 Unterrichtsstunden.
    • FSJler gibt es nur an Ganztagesschulen, etwa die Hälfte aller Grundschulen.
    • Referendare haben 2 Seminartage und an den verbleibenden Tagen 4-10 Std. eigenverantwortlich, wenn es eng wird, wird die Mentorin woanders unterrichten und die Referendarin allein in der bekannten Klasse lassen.
    • Vertretungslehrkräfte kann man beantragen, wenn eine Lehrkraft mehr als 6 Wochen ausfällt ... und wartet viele Wochen, bis man einen Teil dieser Stunden durch Vertretungen ersetzt bekommt, wenn man eine Vertretungskraft findet UND diese auch an dieser Schule bleiben darf und nicht abgeordnet wird - bis dahin müssen die Lehrkräfte und die pädagogischen MitarbeiterInnen einspringen. Fern einer Uni ist es nicht leicht, überhaupt jemanden zu finden, der bereit ist, für weniger Geld von Oktober - Anfang Januar und von März - Ende Mai zu arbeiten, dazwischen beim Arbeitsamt zu bitten
    • Sozialpädagogien und Erzieher gibt es hier nicht an Grundschulen - was sind UBUS?
    • Förderschullehrkräfte kommen stundenweise, sie gehen in den Unterricht, wenn es eng wird
    • Schulbegleiter gehen NICHT in den Unterricht, schon gar nicht in fremden Klassen, in der Regel haben sie genug mit dem Kind zu tun, das ihnen anvertraut wird - gerade darum heißt es "Einzelfallhilfe".

    Nachtrag: Ich finde schon erstaunlich, dass @Susannea zeitgleich das Gleiche aus einem anderen BL schreibt.

    aber neben den regulären Lehrkräften gibt es an den meisten Schulen doch so viel Personal...

    Ja? Wo?

    Neben den regulären Lehrkräften gibt es in Niedersächsischen Grundschulen pädagogische MitarbeiterInnen, die für den Vertretungsfall einspringen und die Klassen betreuen. Unterricht dürfen sie nicht erteilen, schließlich verdienen sie extrem wenig und sind im besten Fall pädagogisch vorgebildet (Erzieher, SozPäd, häufiger auch nur ein VHS-Kurs zum Thema)
    Das bedeutet, die erkrankte Lehrkraft stellt Unterricht zusammen und lässt ihn der Schule zukommen, es gibt so einen Ordner mit Vertretungsmaterialien oder aber eine gesunde Lehrkraft muss den Unterricht bzw. Aufgaben zusammenstellen, die dann von den SuS bearbeitet werden, während die pädagogische Mitarbeiterin sie betreut.
    Das Heraussuchen oder Zusammenstellen von Aufgaben wird nicht honoriert, es kann dazu kommen, dass man Unterricht für ein halbes Deputat zusätzlich vorbereitet.

    Wenn hier auf Hort, FSJ, SozialpädagogInnen verwiesen wird, kann ich nur staunen: Die gibt es nicht in jeder Grundschule.

    Bei uns geht niemand nach Hause,
    GERADE die Grundschule ist verlässlich... alle Kinder bleiben für die angesetzten 5 Stunden - komme, was da wolle.
    Und obwohl wir wirklich knapp mit Lehrkräften versorgt sind, haben wir in den vergangenen Jahren immer die Hauptfächer vorrangig bedient.

    In welchem BL sollte das anders geregelt sein?

    Du weißt schon, dass deine Anfragen von großer Unkenntnis zeugen, die Lehrkräfte kaum ernst nehmen können, oder?

    oder wussten, was sie NICHT werden wollen und haben gewechselt.

    Noch ein Grund:
    Bei uns gab es bereits im 1. Semester verpflichtendes Schulpraktikum mit Hospitationen und eigenen Unterrichtsstunden.
    Es gab auch Studierende, die nach erfolgreicher Ausbildung ihren Traum des Lehramtes nach den ersten eigenen Unterrichtsstunden begraben haben und in ihre vorherige Firma zurückgekehrt sind.

    Heutzutage ist an vielen Unis ein "Orientierungspraktikum" vorgeschaltet, sodass die Studierenden früher in die Schulen gelangen und Einblick erhalten.

    Unsere InspektorInnen haben damals vorab eine Liste abgegeben, was sie als Verköstigung erwarten, einschließlich frischem Obst und genau benannten Säften.

    Süßstücklen

    kenne ich allerdings nicht. Sind das Gebäckstücke, wie z.B. Puddingteilchen oder süßer Blätterteig?

    Dass dann die pensionierte Ex-SL freundlicherweise das Catering für uns übernommen hat, weil wir genug anderes stemmen mussten, wurde dann zusätzlich kritisch hinterfragt, nach dem Motto, die neue SL wäre wohl unfähig.

    Ob man da letztlich die Bewertung hätte anfechten können, weil der Kuchen zu süß war?

    Ich frage mich an solcher Stelle immer, wie die Zahlen entstehen.

    Schon vor 30 Jahren geisterten solche Zahlen durch die Medien und waren Grund genug, noch mal nachzuhaken, ob jemand wirklich gewillt sei, ein Studium aufzunehmen, wo doch so viele abbrechen würden.

    Später kam heraus, dass selbst nach erfolgter Prüfung erwartet wurde, dass man sich exmatrikuliert, ansonsten würde dies als Abbruch gezählt. Da dies nicht allgemein bekannt war und man sich ja auch immer wieder zu Beginn des Semesters beim Amt melden musste, dürften etliche nach der Prüfung ohne explizite Abmeldung verschwunden sein.
    Wie das wohl inzwischen im weit digitaleren Zeitalter gemacht wird?

    Die nächste Frage ist, wie viele der vermeintlichen Abbrecher womöglich Wechsler sind,
    weil sie Fächer oder Schwerpunkt verändern, aus veränderten Interessen oder als Quereinstieg in begrenzte Fächer oder weil sie von Aufnahmeprüfungen (Kunst, Musik, Sport, Sprachen) vorab nichts wussten oder eine 2. Chance genutzt haben,
    weil sie in eine ganz andere Richtung studieren wollen und dies erst jetzt am Studienorte entdecken oder auch auf einen Zugang gewartet haben,
    weil sie den Studienorte wechseln,
    weil sie tatsächlich merken, dass ihnen ein Studium nicht liegt oder es für sie nicht zu leisten ist, weil sie weitere Belastungen oder Interessen haben,
    oder weil sie aus unterschiedlichen Gründen jetzt einen Ausbildungsplatz annehmen wollen oder können, der ihnen auch ein duales bzw. bezahltes Studium ermöglichen könnte.

    Während die Studierenden, die aus Akademikerfamilien kommen, von bestimmten Kniffen wissen und einen späteren Wechsel schon vorab in Kauf nehmen,
    erfahren andere ggf. erst am Studienort, welche Möglichkeiten sich ihnen bieten.

    Ich bleibe dabei, dass zuerst das Ziel entsprechend des KC festgelegt und anschließend die Stunde überlegt und eine geeignete Methode gewählt werden sollte,
    für einen UB einmal mehr.

    Hintergrund ist, dass ich immer wieder beobachte und erfahre, dass das grundlegende Planen einer Sequenz sowie einer Stunde an vielen Unis und z.T. auch nicht in den Seminaren vermittelt wird. Jeder scheint sich auf andere zu verlassen, irgendwann wird eine Planung in schriftlicher Form verlangt und zuvor schon für Praktika und eigenständigen Unterricht benötigt.
    Für mich ist das ein großer Fehler im Ausbildungssystem, weil notwendiges Rüstzeug nicht vermittelt wird.

    Während es bei uns im Pflichtprogramm des Faches Pädagogik im ersten und zweiten Semester so eingesetzt war, dass wirklich niemand daran vorbei kam, hatten meine Mitreferendare der anderen UNIs keinen Schimmer zu Beginn des Refs, allerdings einen PS-Leiter, der das auch beobachtet hatte und uns Anfänger zusätzlich antanzen ließ, um diese Inhalte zu vermitteln.
    Offenbar ist es in den letzten Jahren nicht besser geworden, auch nachfolgende Referendare hatten keine Ahnung.

    Das mag zwar an deiner Schule so sein und an meiner Schule ist das auch durchaus so, aber gerade im Ausbildungsverhältnis ist die Hierarchie doch schon vorhanden. Auch wenn ich meine Fachleiter beide sehr sympathisch und nett fand, aber trotzdem haben sie mich bewertet, es war eben nicht dieselbe Ebene.

    Angesprochen hattest du, dass es nach der Prüfung sei.
    Das Ausbildungsverhältnis ist beendet, damit sind sie KollegInnen.

    In meiner Region kann das am Tag danach oder wenige Tage später durch einen Vertrag besiegelt werden, weil die Dezernentinnen händeringend Lehrkräfte suchen.

    Es ist rechtlich nicht möglich je nach Bedarf den NC nach anderen Kriterien zu regeln

    Ist es nicht?

    Weil ich wissen wollte, wie hoch der NC für Grundschule an den Unis zurzeit ist, habe ich mir gestern Übersichten verschiedener Unis angesehen.
    Jede Uni regelt es selbst und es ändert sich jedes Jahr ... vermutlich je nach Anwahl der Plätze.

    Meistens gibt es je Fach einen NC, egal womit man dann im Lehramt kombiniert.

    An der Uni Hildesheim wird beim Studiengang für Lehramt der NC aus 60% Abitur (allgemein) und 40% für die Benotung der zu studierenden Fächer (je 20%) gebildet,
    das dann bei jeder Fächerkombination neu, sodass jede Fächerkombi einen eigenen NC zu haben scheint.

    (lehramtsunabhängig: Für einen Bachelor im Bereich Philosophie-Künste-Medien wird übrigens die Bewertung des Motivationsschreibens auf 40% gesetzt)

    Das spricht doch durchaus für einen gewissen Spielraum der einzelnen Unis.

    Also Ziel ggf. genauer formulieren.

    Ja, genau das hatte ich oben auch schon gemeint. Da kam aber leider bisher keine Antwort.

    Was gibt dein Lehrplan her?

    Das schließt die Suche nach dem Ziel bzw. den Kompetenzen mit ein.
    Und so wie @Krabappel auch zuerst genau danach fragt, würde auch ich zuerst nach dem Inhalt der Stunde fragen und diesen genauer eingrenzen lassen, bevor man weiterdenken kann. Alles andere wird sich an diesem Ziel/ den Kompetenzen orientieren (müssen).

    z.B. ein Memory erstellen oder ein Büchlein zum falten, eine Fühlkiste mit Herbstfrüchten... so dass ihr ein schickes Endprodukt habt.

    Der Hinweis ist, hm, gut gemeint, gefährlich ..., schnell irreführend,
    denn die Frage nach dem Ziel, die zuvor gestellt wurde, ist viel wichtiger, als ein schönes Endprodukt.

    Es ist m.E. ein typischer (Anfänger)Fehler, wenn die Grundlagen von Didaktik und Methode im Studium oder Seminar nicht vermittelt wurden, sich auf ein schönes Produkt zu stürzen, das macht LuL und SuS erst einmal glücklich, aber ... letztlich ist es nicht immer zielführend, natürlich generell auch nicht immer falsch.


    wenn sie anhand eines Textes etwas tun können, bedeutet das m.E. nicht, dass sie das immer tun können.

    Dieser Rat nimmt genau das auf: Die Methode muss sich nach dem Ziel richten, das zunächst klar sein muss und eine Methode kann bei einem Ziel gut, beim anderen unpassend sein.

    Letztlich muss zunächst klar sein, worum es gehen soll: um das Bestimmen oder um die Arbeit mit Medien?
    Daran orientiert sich am Ende die Methode, die tatsächlich nicht aus einem "schicken Endprodukt" bestehen muss.
    Sachunterricht ist nicht "basteln", in dem man sich über Stunden verlieren kann, gleichzeitig sollte es handlungsorientiert sein und ein Produkt kann dazu gehören.
    Dazwischen bewegt es sich immer, in den ersten UB muss man auch ein wenig ausleuchten, was gefordert wird, im Alltag muss man sehen, dass man dazwischen die Waage hält.

    Ohne eine Antwort darauf, was mit dieser Stunde beabsichtigt ist und worauf der Fokus liegt, kann man viele Vorschläge machen, diese sind aber an den eigenen Vorstellungen orientiert und müssen gar nicht zu denen des TE passen.

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