Wir sind schon vor Jahren auf die Grundschrift umgestiegen.
Vorteile, die wir damals sahen und die geblieben sind:
- Anfang Klasse 2 kein Bruch in der Schrift, sodass man schneller mehr schreiben kann
- zeitlich individuellerer Umstieg
- bessere Differenzierung für alle die, die keine Ausgangsschreibschrift erlernen können/werden, ggf. auch Lesen (FöS GE, manchmal FöS LE, Schwäche in Motorik, Sehen und die DaZ-Kinder, die dazu kommen und noch in lateinischen Buchstaben alphabetisiert werden müssen.)
Wir haben nie mit der Kartei gearbeitet, sondern immer die Verbindungen im Unterricht aufgegriffen und geübt.
Trotzdem dachte ich am Anfang, dass man weniger Zeit für den Umstieg braucht und darüber mehr Zeit fürs Schreiben von Texten und fürs Lesen hat, das hat sich für mich nicht wirklich erfüllt. Tatsächlich ist man nicht darauf angewiesen, den Schreibschriftlehrgang zwischen Sommer- und Herbstferien durchzuziehen, sondern arbeitet übers Jahr verteilt an der Schrift und am Lehrgang, den auch wir einsetzen.
Ab dem 2. Mal habe ich einen Lehrgang eingesetzt, einen ähnlichen zu dem, den ich auch sonst genutzt habe.
Die Materialien der Basisschrift aus der Schweiz, die zur Grundschrift passen würden, habe ich mir angesehen und finde vieles sehr gelungen und motivierend. Leider ist der Bezug aus der Schweiz etwas kompliziert. Auch verstehe ich nicht, warum die großen Verlage die Sachen nicht auch für den deutschen Markt adaptieren, wenn sie doch quasi fertig sind.
Zur Leserlichkeit:
Meiner Meinung nach gibt es Kinder, die in jeder Schrift schön schreiben können, und andere mit motorischen Defiziten, die das nicht können.
Zudem gibt es Kinder, die - oft nicht nur in der Schrift - sehr nachlässig arbeiten. Die bekommt man nur durch ständiges Ermahnen, Korrigieren, Verbesser oder dem Neuschreiben von Texten, bis sie endlich mehr auf die Schrift achten. Dabei ist die Schriftart egal.
"Schön" finde ich persönlich weder die LA noch die VA als Schrift. Die wenigsten Erwachsenen schreiben nah an diesen Schriften. Viele steigen auf Druckschrift um oder mischen alles stark und verbinden nur noch einige Buchstaben. Die Frage, die nicht beantwortet ist, bleibt, ob der Aufwand, für 2-3 Jahre in der Grundschule eine Ausgangsschreibschrift zu erlernen und zu schreiben, sinnvoll ist, wenn diese danach nicht mehr zur Anwendung kommt.
Ist dies eine notwendige Schulung der Motorik und Konzentration oder geht es eher darum, viel zu schreiben?
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