Beiträge von Palim

    Hatten wir nicht in NDS,

    es gab für Klasse 5/6 eine Orientierungsstufe, das war eine eigenständige Schulform, die alle Kinder besucht haben. Während der 2 Jahre wurde man halbjährlich neu eingeschätzt und in Kurse eingeteilt.

    Englisch und Mathe wurden ab dem 2. Halbjahr der 5. Klasse leistungsdifferenziert unterrichtet, für Deutsch gab es irgendwann auch Kurse zur Förderung oder Herausforderung. Für den Übergang gab es Vorgaben, welche Noten man in welchen Kursen benötigte und am Ende eine Empfehlung der Klassenkonferenz, welche weiterführende Schulform geeignet erschien.

    Weil das Kurssystem aber viele Lehrerstunden benötigt, wurden diese immer weiter zusammengestrichen und irgendwann die ganze OS abgeschafft.

    Dazu gehört so ziemlich alles, was ohne direkten Kontakt zu Schülern möglich wäre, also z.B. die Entlastung von anderen Lehrkräften (insbesondere denjenigen, die für die Dauervertretung einspringen) durch Übernahme derer Korrekturen, das Arbeiten an aktuellen Schulkonzepten, Organisation (nicht Durchführung) von Fahrten usw.

    Das ist doch aber so vorgesehen, es müsste nur eingefordert werden.

    Das Leseband ist ein weiteres gutes Beispiel, das NRW bspw. schon übernommen hat.

    Da gibt es in mehreren Ländern Ansätze, es zu integrieren, nur dass HH 108 Stunden in der Stundentafel hat, die anderen Ländern alle weniger.

    NDS stockt die Stunden ein wenig auf, kommt aber dennoch bei weitem nicht an die 108 Stunden heran.

    Die KMK hat sich im Laufe des letzten Jahres abgestimmt, dabei aber den Ansatz als Minimum gesetzt, der in einem BL erreicht wird, also den schlechtesten Wert.

    Die Länder, die das Leseband integrieren, ohne dafür Stunden zu haben, werden wieder an anderer Stelle etwas streichen müssen ... wie immer, wenn man weitere Aufgaben installiert, um etwas besonders zu fördern.

    Es macht mich tatsächlich traurig, dass da nicht ein entsprechendes Vorschuljahr angeordnet werden kann.

    Wird es, aber auch das ist keine Garantie, dass das Kind da oft genug anwesend ist, selbst mit Taxi-Transfer, den es hier in der Regel gibt, nicht.

    Die Eltern können auch gegen die Zurückstellung Einspruch erheben, das wird durchgewunken und das Kind eingeschult.

    Es gibt die Möglichkeit, das Kind nicht in den Schulkindergarten (an Schule angegliedert), sondern in eine KiTa (möglichst mit Profil für Integration) zurückzustellen, aber dann ist es keine Schulpflicht.

    Hat eine Grundschule denn überhaupt keine Handhabe zu sagen, dass dieses Kind (noch) nicht beschulbar ist?

    Die SL kann vom Schulbesuch zurückstellen, aber das ist keine Garantie, dass das Kind dann in dem Jahr entsprechend gefördert wird. Dann ist die Beschulung die Option, die Schulpflicht bringt und wodurch das Kind in eine förderliche Umgebung kommt.

    Ich habe zig Fragen:

    Was sollen die Kinder lernen?

    Welche Mittel und Wege bietest du ihnen an?

    Was ist der Eigenanteil der Kinder daran? Wenn du die Kleingruppe anleitest, bedeutet es ja nicht, dass du die Aufgabe und Lösung vorgibst. Welche Hilfen stellst du zur Verfügung?

    Können die Kinder die Wörter selbstständig in Silben gliedern und den Vokal sicher erkennen?

    Mir kommt es so vor, als würde die eigentlich in jedem Menschen angelegte Gier nach Wissen viel früher abgeschaltet werden als noch vor 20 Jahren.

    Ja, aber nur ein Teil davon ist auf Medien zurückzuführen, es geht auch oft um sofortige Bedürfnisbefriedigung oder das Aushalten, dass man nicht erster ist, nicht sofort fertig ist, dass man Fehler macht, dass man alleine etwas probiert ohne Hilfe, dass nicht immer jemand neben einem steht und einem vorgibt, was man macht und wie man es macht ...

    Die Reaktion darauf ist in der Schule, in der lauter hilflose Kinder mit weniger Fähigkeiten sitzen, dass man sie noch stärker an die Hand nimmt, ihnen die Sachen strukturiert, ihnen Häppchen schneidet und zum Mund führt ... und die Kinder werden dann doch nicht selbstständiger, weil sie sich darauf verlassen. Lässt man sie gewähren, scheitern sie aber auch.

    Erst einmal schreibe ich, dass ich den Inhalt der Stunde äußerst unglücklich für einen GUB finde. Ja, man muss das üben, aber bei schwächeren Kindern ist es aus verschiedenen Gründen möglich, dass sie diese Leistung nicht erbringen können - und werden. (Das gehört in die Analyse, ebenso wie die Auseinandersetzung dazu, was genau die Vokalqualitäten ausmacht).

    Gerade deshalb bemüht man sich ja um Konstrukte, die diese Problematik visualisieren sollen, z.B. Kennzeichnung der Vokallänge oder Häuser. Darüber wird das, was die Kinder hören sollten, sichtbar. Aber es bleibt die Schwierigkeit, dass die Kinder zum einen auf einer abstrakten Ebene agieren sollen, zum anderen eine Hörleistung erbringen müssen, die sie ggf. nicht erbringen können.

    Was genau könnten die Kinder erreichen? Was genau könnten die Kinder erlesen? Wer gibt den Inhalt der Stunde vor?

    Dass die Stärkeren ganz anderes Material erhalten, ist verständlich, ob ein Eduki-Heft angemessen ist (im UB), kommt auf die Auswahl an.

    Für die Schwachen Ideen:

    Ein Zuordnungsspiel: auf 2 Karten ist jeweils die Hälfte eines Bildes und die jeweiligen Silben (also Schlüs-sel oder Blu-me), ggf. auch mit Kennzeichnung des langen/kurzen Vokals der betonten Silbe über . und _, wie in manchen Lehrwerken üblich. Dann können die Kinder die Silben einander zuordnen. Wenn du es schaffst, eine eigene kleine Runde zum Erklären einzusetzen, könnte man mit diesen Kindern erarbeiten, dass bei einigen Wörtern der Vokal länger klingt und dieser am Ende der offenen Silbe steht, so wie man es bei den Häusern erläutert.

    Nutzt ihr Silbenbögen? Man könnte sonst im Anschluss noch Silbenbögen zeichnen lassen oder Wörter an der Silben-Stelle zerschneiden lassen und dann zuordnen, ob die Silbe offen oder geschlossen ist/ der Vokal entsprechend lang oder kurz ist.

    Reimwörter finden, da diese ebenfalls die gleiche Vokallänge aufweisen (Hose, Dose...) ... schwieriger wäre, aus mehreren angebotenen Beispielen (ggf. mit Bild und Schrift) falsche Paare herauszufinden, z.B. statt Bett-Fett wird falsch Beet-Fett angeboten (oder falsche Paare berichtigen)

    Minimalpaare (Wort+Bild) zuordnen, also keine Reime, sondern Beet-Bett, Schiff-schief ... dann suchen die Kinder zunächst nur ähnlich klingende Wörter, das wird schon schwierig genug sein, und man kann dann anhand der Wörter die Unterschiede erläutern

    Für die Starken könnte man mit ähnlichem Material eine ähnliche Aufgabe stellen. Z.B. könnten sie die Karten mit Bildern aber ohne Schrift bekommen und die Wörter selbst schreiben müssen. Nachfolgend gäbe es dann ein Rechtschreibgespräch. Oder sie könnten Bild+Schrift zuordnen (je Wort 4 Karten), während die Schwachen beides auf einer Karte haben (je Wort 2 Karten). Oder das Wortmaterial wäre für die Starken schwieriger (Wortwahl) und umfangreicher.

    Erst nach der Zuordnung gäbe es dann eine Phase, in der die Vokallänge erläutert und die Wörter sortiert werden, vielleicht mit anderem Material, und schließlich wieder in Gruppen mit dem Wort-Bild-Material aus der ersten Phase, um das, was erläutert wurde, anzuwenden.

    Das könnte man auf 2 Stunden aufteilen und am Anfang der 2. Stunde (GUB) zunächst erläutern, was in der Stunde vorher bereits erarbeitet wurde. Am Ende könnte man in der Reflexion Ergebnisse festhalten und Schwierigkeiten benennen lassen. Dann haben die schwachen Schüler die Chance, ihre Schwierigkeiten darzustellen ... und die Starken auch.

    Alle anderen Schwangeren waren bis zum Eintritt in der Mutterschutz in Präsens in der Schule.

    Das liegt zum Teil an der Schulform, da in der Gefährdungsbeurteilung ja Kinder bis 6 Jahre oder älter unterschieden werden sowie Kinder, die durch Beeinträchtigungen besondere Bedingungen benötigen.

    Ich gehe davon aus, dass ihr bei euren Lernenden seltener Tränen trocknet oder andere Körperflüssigkeiten aufwischt.

    Mir fallen da auch noch andere Unterschiede ein.

    Erwartungshaltung und Konsumverhalten spielen auch mit hinein.

    Ich erinnere mich noch gut, dass in der Uni Texte vorab gelesen werden sollten, aber von vielen nie waren, dann gab es Zeit während des Seminars dafür, fand ich damals schon merkwürdig.

    Ich hatte aber auch Profs, die darauf keine Rücksicht genommen haben und wirklich aufbauend zum Text das Seminar gehalten haben.

    Wer eine Konsumhaltung kennt, alles aus der Hand genommen bekommt, sobald ein fragender Blick in Richtung weiterer Person geht, wer sich nicht selbst bewegen muss, wird dies auch nicht nach einem Unterrichtsvideo können.

    Der LRS-Erlass geht bis Klasse 10 und danach steigt der Anteil der RS-Bewertung auf nahezu 1/3 an.

    Kriterienorientierte Bewertung ist gefordert, kann aber dazu führen, dass Schüler:innen genau diese Kriterien befolgen, andere nicht, aber entsprechend der Kriterien zufriedenstellende Leistungen liefern - die doch für den Abschluss ausreichen.

    Aber man schult doch keine Kleinkinder ein 🤔

    Aber Kinder, die nicht schulfähig sind, und Kinder, die inklusiv zu beschulen sind, die ggf. Träger von Zytomegalie sind oder die Hygienevorschriften nicht gut einhalten können, das ist ja auch sonst nicht von allen zu erwarten.

    Erinnerst du dich an das Abstandhalten unter Corona? Auch da fanden Lehrkräfte, dass das nicht zu bewerkstelligen ist.

    Ich befürchte, es hat Fälle gegeben, wo ein Land zahlen muss … und ein Kind bleibende Schäden hat.

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