Beiträge von Palim

    aber gefühlt, machen wir gerade die Hausaufgaben für die Mutter einer Drittklässlerin.

    Die gar nicht als Hausaufgabe aufgegeben wurde, sondern von der Mutter erhoben, denn die Kinder sollen ja alles in der Schule recherchieren und erarbeiten.

    Ob die Lehrkraft Hinweise oder QR-Codes bereithält oder ob die Lehrkraft Kriterien ausgegeben hat (Wo in FFM? Seit wann?…) wissen wir gar nicht,

    müssen wir auch nicht, denn es bleibt die Aufgabe des Kindes im Unterricht.

    Auch ich halte es für eine normale Aufgabe, Zoo oder Palmengarten ist nur vermeintlich leichter, schon einmal dort gewesen zu sein, ermöglicht einem zwar einen Anknüpfungspunkt, nicht aber das Wissen um die Fakten, die eine Recherche bringen soll.

    Im Ref verdient man ja auch nicht gerade üppig.

    Du hättest meiner Meinung nach auch die Möglichkeit, etwas anderes zu beginnen oder zu probieren und könntest das Ref auch aufschieben.

    Wichtig ist, dass es Deadlines gibt, zu denen man das Ref abgebrochen haben muss, damit es nicht als Fehlversuch gilt und man dann nicht mehr angestellt wird - auch nicht als Vertretungskraft.

    Wie wäre es, wenn du dich bei der Studienberatung oder beim Arbeitsamt über weiter Möglichkeiten informierst?

    Die allermeisten KuK, die aus dem Grund der Kinderbetreuung Teilzeit gearbeitet haben, sind - meist nachdem die Kids um die 15, 16 waren - wieder auf eine Vollzeitstelle oder zumindest "annähernd" Vollzeit (max. um vier Stunden reduziert) gegangen.

    Auch das ist aber ja je nach Schulform etwas anderes.

    4 Stunden reduziert sind in der GS 24/25 Unterrichtsstunden,

    viele Kolleginnen mit kleinen Kindern gehen bei uns in der GS auf 20 Stunden, da man darüber die Klassenleitung relativ gut abdecken kann und die Betreuungszeiten oft noch realisierbar sind.

    Auch ältere Kolleg:innen, die ich hatte, haben das früher beibehalten, sind um 11.30 Uhr nach Hause gegangen und hatten keine Springstunden und nicht die anstrengenderen 5.+6. Std., einen Einsatz am Nachmittag gab es damals noch nicht.

    Es geht darum, dass du scheinbar auch eine fertige Menge an Material hast, was du flexibel einsetzen kannst.

    Jein,

    ich habe nach vielen Jahren vieles, das ich immer wieder einsetzen, abwandeln, nutzen kann.

    Klar.

    Gerade freue ich mich über und auf eine Einheit, die ich vor 4 Jahren (unter Corona) neu zusammengestellt habe, das Material ist besonders schön (finde ich) und ich freue mich auf den Unterricht damit.

    Aber:

    Ich habe auch viele Räder neu erfunden, mir vieles erarbeitet, vieles abgeguckt, vieles geteilt, adaptiert…

    Und dennoch bin ich nahezu täglich doch wieder in Situationen, in denen ich etwas ganz anderes als je zuvor benötige, weil bestimmte Kinder wieder auf andere Weise lernen und man auch diese erreichen möchte.

    Wir haben auch schon geschrieben zu

    Der gelbe Ballon

    Der rote Regenschirm

    Tillie und die Mauer

    Das allerkleinste Nachtgespenst

    Außerdem kann man ja auch selbst Geschichtenanfänge mit den Namen der Kinder überlegen, sodass die Kinder über sich gegenseitig schreiben.

    Schön sind auch Weiter-mal-Bilder, die zeichnerisch ergänzt und zu denen dann geschrieben werden.

    Meine Kolleg:innen haben Schachteln mit Bildimpulsen, aus denen die Kinder wählen können.

    Wimmelbilder mag ich auch, allerdings entwickeln sich da eher einzelne und weniger aufeinander bezogene Sätze bzw. Geschichten. Ich nutze sie eher im DaZ-Unterricht oder mit schwächeren Kindern, zumal sie ja auch mehr vorgeben (man kann drauf zeigen und den Wortschatz erweitern) und weniger zur Kreativität anregen.

    Ich habe mir vor Jahren mein eigenes System zusammengestellt, die HSP-Übungshefte ( nutzen wir vereinzelt zur Förderung) gehen inzwischen ähnlich vor.

    Wenn die Anlauttabelle klar ist oder zumindest Anlaute und Silben, dann üben wir zunächst an lautgetreuen Worten das Schreiben der Einzelwörter nach folgendem Muster:

    Bild aufkleben, Silbenbögen dazu zeichnen (recht groß), Anlaut eintragen, Anfangs,auf der anderen Silben eintragen, Silbenkönig eintragen, restliche gehörte Laute eintragen.

    Das kann man entweder in dieser Reihenfolge machen oder Silbe für Silbe vorgehen.

    Wer schon mehr kann, kann auch einen Satz zum Bild schreiben oder mehr.

    Ansonsten finde ich auch Anlass-bezogenes Schreiben gut, z.B. zu Karneval, einem Ausflug, Theater …,

    oder Schreibprojekte zu Bildern oder Büchern, bei denen die Kinder Wörter oder Texte schreiben, je nachdem, wie viel schon möglich ist.

    Hm, ich höre so den unterschwelligen Vorwurf, man würde es sich zu einfach machen, wenn man sich die Lesetexte nicht selbständig ausdenken würde.

    Nein, gar nicht, das ist wirklich Arbeit, die viel Zeit frisst,

    … aber…

    hat niemand ein Programm, dem eine KI zugrunde liegt und die dann arbeitserleichternd Texte generieren kann - wenn ich 10 min für einen Prompt benötige, der mir einen Einzeiler generiert, kann ich tatsächlich besser mein Hirn nutzen.

    wenn dann der Einzeiler nicht den Ansprüchen genügt, denn zu Beginn hattest du nicht nur wenige Buchstaben vorgegeben, sondern auch noch weitere Bedingungen gestellt.

    Wenn das nicht klappt, übt doch mal intensiv "In den Sitzkreis kommen" bis es klappt, auch wenn es 20 min dauert. Oder 45 min. Das, was du dir inhaltlich vorgenommen hast, muss und darf der Arbeitsatmosphäre zuliebe mal warten oder eben auch mal nachgeholt werden.

    Das habe ich am Anfang auch zu sehr vernachlässigt.

    Das andere: nicht so viel reden oder nachgeben, sondern wirklich konsequent sein, sichtbar, also mit Visualisierung, und mit angekündigter Konsequenz - ein Gespräch führen, dass das Verhalten zu verbessern ist und wie man vorgehen will.

    3x gestört: Du schreibst die Regeln ab/ du arbeitest woanders/

    Man kann auch Belohnungssysteme testen, aber auch da muss man konsequent sein.

    Und drittens: Kleine Brötchen backen.

    Schreibe dir auf, was du gerne alles ändern würdest, vielleicht auch mit den Kindern, und dann nehmt ihr euch erst einmal ein oder zwei Sachen vor.

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