Hallo Rosalii,
ich versuche das mal in einige Teilaspekte aufzuteilen:
- Arbeitsbelastung durch Differenzierung: Entlaste Dich, indem Du statt komplett verschiedener Materialien je Niveau schon vorhandene Materialien mittels KI sprachlich vereinfachen lässt und die Aufgaben entlastest. Bedenke aber vor allem, dass Du auch dann differenzierst, wenn Du Think-Pair-Share oder Arbeitsteiligkeit vorsiehst;
- das besonders kleinteilige Berichten und Dokumentieren ist ein Spezifikum Deines Lehramts, so wie es die 35-seitige LK-Klausur für die Sek-II-Lehrkraft ist. Daran wirst Du Dich gewöhnen und darfst damit rechnen, dass es mit mehr Routine leichter wird. Wenn Deine Schulleitung ohnehin "an Deiner Notengebung beteiligt" ist, sprich offen an, ob es lehramtsspezifische Praxis-Tipps dafür gibt. 99% aller Schulleitungen schätzen es, wenn Du mit spezifischen Fragen den Austausch suchst, und gerade Förderschulen sind ja oft eher kleine Systeme.
- "hat mich auf dem Schirm" finde ich so unspezifisch, dass ich Dir dazu gerade nur sehr allgemeine Ratschläge geben kann. Natürlich solltest Du Deinen Vorgesetzen gegenüber nicht Dein Herz ausschütten wie einem Freund oder anonymen Menschen im Internet, aber nochmal: bei konkreter Unsicherheit und Bedarf an Praxistipps im Ausbildungskontext solltest Du unbedingt auch gegenüber der Schulleitung das kollegiale Beratungsgespräch suchen, da wird Dir jeder versuchen zu helfen und niemand dreht Dir daraus einen Strick;
- "...doch meine SuS können kaum Sätze bilden oder gar sprechen." Nunja, an der Stelle ist Deine Argumentation nicht schlüssig. Gerade diese Schüler musst Du ja aus der Reserve locken, Sprechanlässe schaffen. Input der Lehrkraft hilft dabei natürlich nicht. Neigst Du dazu, Aufträge ausführlich zu erklären, statt sie vorlesen und paraphrasieren zu lassen? Welche konkreten Ratschläge hat Dir Deine Fachleitung dazu gegeben, was hast Du ausprobiert?
- "vernichtende Rückmeldungen"? Nun, es klingt andererseits nicht so, als hätte Dich schon jemand in Richtung Aldi-Kasse beraten, oder? Also rate ich Dir, weniger schwarz zu malen und in die konkrete Planung zu kommen. Beende jeden Unterrichtsbesuch mit einem bis zwei konkreten Zielen, was nächstes Mal besser ist. Du sollst also den eigenen Sprechanteil senken? Dann probiere nächste Woche mindestens drei konkrete Maßnahmen aus, wie das gehen könnte.
- Vernetz Dich im ZfSL (Seminar) mit Mitstreitern, tauscht euch aus, gründe mit Mit-Reffis oder Kollegen aus der Stammbelegschaft eine Fahrgemeinschaft. Steck nicht den Sand in den Kopf oder umgekehrt.