Beiträge von Kris24

    Welche private Grundschule macht denn so etwas?

    Ich sehe das Problem eher bei Politkerinnen und Politikern, die beim Buzzword "Digitalisierung" die Chance sehen, mit Slogans wie "Tablets für alle" beim Wähler zu punkten - ohne Zielvorstellung, was für Inhalte vermittelt werden sollen, ohne didaktisches und technisch-administratives Konzept, erst recht ohne irgendeine Form der Evaluierung. Die Leidtragenden sind - wie bei anderen überhasteten Bildungs"reformen" auch - in erster Linie SuS aus bildungsfernen Haushalten an öffentlichen Schulen, deren Eltern die zusätzlich entstehenden Lücken nicht stopfen können.

    Bei den Privaten sorgen schon wirtschaftliche Aspekte und das allgemein engmaschigere Monitoring des Lernerfolgs dafür, dass die größten Dummheiten unterlassen oder zumindest zeitnah korrigiert werden.

    Private Grundschulen machen, was Eltern wollen und da gibt es viel Nichtwissen und beide Extreme. An staatlichen ist man von fordernden Eltern unabhängiger und unser Schulträger hat uns einbezogen. Wir bekamen, was wir wollten.

    Ich verwette aber meinen Hintern, dass sich die Kinder besser verhalten haben...

    Ganz ehrlich.. was ist denn das anstrengende in meinem aktuellen Job.. die ständige Maßregelung, der grundsätzliche Lärmpegel, an anderen Schule die mangelnden Sprachkenntnisse...

    Kommt auf das früher an. Vor 150 Jahren und länger in der Volksschule mit den vielen Schülerinnen und Schülern war die Disziplinlosigkeit viel größer. Die Eltern ärgerten sich über die Schulpflicht, die die Kinder von der Arbeit abhielt. Schule wurde als nutzlos angesehen und natürlich übernahmen das die Kinder. In den 1970er stimmte es vielleicht teilweise, wir waren selten Einzelkinder und mussten zuhause und im Kindergarten den Mund mehr halten, konnten es, wenn wir in die Schule kamen. Ob dies immer gut war?

    Was machen die heute?

    Je nach Fach. Meine beste Studienfreundin z. B. (Mathe) ist bei einer großen Bank, andere mit Chemie beim europäischen Patentamt oder bei einem chemischen Konzern in der Forschung. In Chemie "musste" man promovieren, in Mathe nicht. Sie bekam ihre erste Stelle nach insgesamt 2 (beide erfolgreich) Bewerbungsschreiben mit einer Bezahlung, die ich jetzt erreicht habe. Nach ein paar Jahren wurde sie abgeworben.

    Wie geschrieben, ich wollte es nicht, aber ich bin auch nicht der Meinung, wir werden zu gut bezahlt. 41 Stunden pro Woche (bzw. 46 bei 12 Wochen Ferien) steht bei ihnen nicht im Vertrag (ja, ich weiß, vor allem der im Patentamt arbeitet deutlich mehr, bekommt es aber bezahlt). Von uns werden dagegen 3 Schulstunden (also 5 Zeitstunden) pro Monat unbezahlt verlangt. Kein Wunder, dass in manchen Fächern der Mangel noch größer ist. Bei uns sind gute Referendare abgesprungen, weil sie zu gute Angebote erhalten haben.

    Ich bin sehr dankbar für diesen wertvollen Beitrag. Ich habe diese Geschichte am Lagerfeuer erzählt und alle Menschen waren froh. Die Frauen wurden fruchtbar und der Weizen auf den Feldern gedieh. Danke, dass es solche wichtigen Beiträge in unserer Welt gibt, die den Menschen neuen Lebensmut spenden….

    Hat doch alles seit ewigen Seiten nichts mehr mit dem Tarifabschluss zu tun.

    Mittlerweile ist es auch offiziell, das Land Baden–Württemberg rasiert die Beamten, vor allem A12 und drunter mit der lächerlichen Übertragung des 200€ Sockels in 3,6% deutlich

    https://lbv.landbw.de/-/tarifeinigung-in-den-tarifverhandlungen-für-die-beschäftigten-der-länder-2

    Ach nee, danke für deinen Beitrag, der ebenfalls nichts neues erhält und der ebenfalls (auch von mir) schon lange Thema war. Ich habe vor vielen Seiten vorgerechnet, dass selbst ich mit A14 und höchster Dienstalterstufe kaum drüber liege und so viele A15 und A16 gibt es nicht. Es wird jetzt vor Gericht gehen, 2023 war vermutlich zu niedrig, 2024 nach der neuen Bürgergelderhöhung sicher (so sicher, dass das Land damit rechnet und man noch nicht einmal mehr Einspruch erheben muss).

    Ich habe zudem über die "umfangreichen Vorarbeiten" gelästert, NRW schafft dies bis Ende Januar.

    Zitat vom Kundenportal

    "Dies wird nach den erforderlichen umfangreichen Vorarbeiten voraussichtlich Ende März 2024 erfolgen."

    Und das Threads, wenn alles gesagt wurde, manchmal andere Wege gehen, ist nichts neues. Aber stell dir vor, weil viele wie deine Likerin mit flexiblen Moralvorstellungen, glauben, den Staat betrügen zu müssen (oder auch nur gut finden), hat der Staat weniger Geld auch für dein Gehalt. Schwarzarbeit hat also nur für Kurzsichtige nichts mit dem Thema zu tun.


    Ich wollte Betrügern sicher keinen Lebensmut spenden. Aber irgendwie glauben Schwarzarbeiter besser zu sein als gewöhnliche Diebe im Supermarkt. Dabei ist der Schaden riesig.

    (Ja, ich höre dann oft, zum Glück nicht in meinem Umfeld, es wäre genug Geld da, wenn ... gespart würde. Nur seltsam, dass da jeder etwas nennt, was er oder sie aktuell nicht benötigt.)

    Ja "Richtzahl" wurde auch erhöht. Kurse müssen inzwischen durchschnittlich mindestens 20 Schüler haben. Gibt es einen Kurs mit 10, müssen andere entsprechend größer sein (und plötzlich gibt es LKs mit 25 bis 30 Schülerinnen und Schüler). Früher wurde nicht darauf geachtet bzw. es wurde anders berechnet. Da kamen auch Chemie-LKs mit 6 Schülerinnen und Schüler zustande.

    Proteste gab es auch, Weigerung z. B. Klassenfahrten und Sportveranstaltungen durchzuführen. Aber spätestens nach einem Jahr meinten die jungen Kolleginnen und Kollegen sie würden es durchführen. Die Politik hat einfach abgewartet. Die Bevölkerung glaubte sowieso an faule Lehrsäcke. Und heute weiß es kaum jemand noch, was früher normal war (die meisten sind keine 20 Jahre im Dienst).

    Auch hier hilft Google:

    "Wenn wir heute von "großen Klassen" sprechen meinen wir meist Klassen mit etwas mehr als 30 Schülern. Früher saßen in einem Klassenraum oft bis zu 100 Schüler – und zwar Schüler aller Altersstufen. Das nach Altersgruppen getrennte Lernen wurde erst später eingeführt. Davor unterrichtete ein Lehrer in einem einzigen Raum Schüler verschiedensten Alters auf ganz unterschiedlichen Lernniveaus."

    Quelle:

    https://www.cornelsen.de/magazin/beitra…eingef%C3%BChrt.

    Nicht am Gymnasium (zumindest nicht bei meinen), das eine ist über 400 Jahre alt, das andere zumindest 150 Jahre, die Klassengröße lag teilweise unter 20 (außer direkt nach den Weltkriegen). Allerdings waren wir noch 36 Erstklässler und mein Schulleiter erzählte von 50 in seinem Referendariat (dank Schulmangel) beides Anfang 70er Jahre. Damals gab es das Versprechen, die Deputatsstundenzahl baldmöglichst zu senken. Geschah leider nie. Man verzichtete auf die Einstellung neuer Kollegen.

    Und wenn du die Volksschule heranziehst, vergleiche wie Unterricht damals ablief und was von Schülern und Schülerinnen und ihren Lehrkräften erwartet wurde mit heute.

    Meine größte selbst unterrichtete Klasse hatte immerhin noch 36 Schülerinnen und Schüler(Chemie 9. Klasse) und eine 6. in Mathe mit 34. Und es wurde von den Eltern nicht nur rechnen und schreiben in 8 Jahren erwartet (und viele haben es nicht gelernt). (Ich habe aus Interesse einiges zu Volksschule gelesen, weiß, warum wir Halbtagesschule und Dreizügigkeit haben. Ich war immer gerne Lehrerin, inzwischen bin ich aber manchmal einfach müde (die dauernde Belastung seit 30 Jahren hat in den letzten Jahren Folgen besonders seit Corona). Mit 50 konnte ich Kollegen nicht verstehen, die vorzeitig in Pension wollten, inzwischen rechne ich selber.

    (Früher hätte ich bereits eine Ermässigungsstunde dank Alter gehabt und bald 2. Jetzt gibt es noch später eine. Es ging immer nur um noch eines drauf packen und alle machten mit. Vieles wurde während meiner Zeit als Lehrerin geändert, Versprechen zu Deputatsstundenzahl gebrochen, dafür gab es drei bewegliche Ferientage, die keine Lehrkraft wollte. Du bist noch jung, ich blicke inzwischen auf einiges zurück.)

    Vorschlag: „Zu Risiken und Nebenwirkungen lesen Sie die Packungsbeilage und fragen Sie die Fachkräfte in Praxen und Apotheken.“ Geht doch so viel einfacher.

    Gefällt mir auch. Mir hat neulich eine Sprechstundenhilfe sehr geholfen. Vieles können sie auch beantworten. Vermutlich ist es eine Rechtsfrage.

    Über das Wie kann man natürlich diskutieren. Mir persönlich gefallen groß geschriebene Buchstaben im Wort statt dem Sternchen besser (z.B. KollegINNen), andere sehen es anders.

    Natürlich. Das Bemühen um Korrektheit entbehrt ja auch nicht einer gewissen Komik. Und: Wenn schon, denn schon. Falls du hier aufmerksam liest, kannst du sehen, dass ich durchaus gendere, wo es mir notwendig erscheint.

    Dir auch, nicht wahr? Man sollte nicht alle so verbiestert sehen.

    Stimmt, du fällst in dieser Hinsicht hier im Forum weniger auf. Aber in diesem Thread werden Kommentare nach Geschlecht geschrieben, genauso Likes gesetzt. Und es müssten doch auch die männlichen Kollegen nachdenklich machen, wenn ihre Kolleginnen so einig anderer Meinung sind. Aber nein, sie machen sich weiter lustig. Mich störte übrigens der alte Satz, der neue ist noch ungewohnt.

    Und zu verbiestert, mich nervt einfach, wenn Männer sich ständig lustig darüber machen. Mir ist es seit langem wichtig, weil ich selbst Opfer wurde, weil ich daraufhin anfing, meine Umgebung zu beobachten und feststellte, dass Männersprache - Frauensprache wichtig ist. Gendern ist wichtig!

    Gleichberechtigung hat nicht nur etwas mit Gesetzen zu tun, sondern es geht um Einstellungen aller. Und Sprache ist der Anfang.

    Ich frage mich: Wie schaffen die das denn in einer beaufsichtigten Klausur? Wie schnell muss man tippen und abschreiben, um das mal eben unter dem Tisch oder während eines kurzen Toilettenganges hinzubekommen?

    Darüber habe ich mich auch gewundert. Ich hatte das Problem bei einer Chemiearbeit (Kollegin führte Aufsicht). Zum Glück betraf es nur zwei Aufgaben, die ich nach Rücksprache aus der Wertung nahm.

    Es sind (anscheinend?) gegenüber früheren Zeiten so viele neue Aufgaben hinzugekommen, dass die Pflichtstundenzahl nicht (mehr) passend ist.

    Die Deputatsstundenzahl wurde erhöht. Ich fing noch mit 23 an, jetzt sind es 25.

    1878 lag sie übrigens bei 24 Stunden (alles Gymnasium).

    Die Arbeitszeit der übrigen Bevölkerung sank derweil von 60 Stunden auf 40 und weniger.

    (Ergänzung, 1878 lag die Deputatsstundenzahl in Grundschulen bei 30 Stunden, also auch nicht viel mehr als heute.)

    Es ist 30 Jahre her, ich bin noch ein Stück älter als du.

    Wir waren durchschnittlich 2 Lehramtler pro Jahr (also weniger als 4 %). Da gab es keine extra Lehramtveranstaltungen. Mir wurde z. B. Biochemie I erlassen, ich musste aber Biochemie II bestehen (und damit auch Biochemie I können) und auch Mathe für Chemiker blieb mir erspart (meinem Kollegen mit Bio und Chemie nicht). In Mathe benötigte ich kein Nebenfach, ich hätte aber Chemie anrechnen lassen dürfen. Meine Staatsexamensarbeit schrieb ich in Chemie, mochte ich immer lieber als Mathe, ich hätte sie als Diplomarbeit anerkennen lassen dürfen. Sie war gut genug, so dass mir ein Laborplatz zum promovieren angeboten wurde (und sogar das Angebot erhielt, falls es nach dem Referendariat nichts mit der Lehrerstelle wird, zurück zu dürfen. Damals gab es noch keinen Lehrermangel). Dieses Angebot gab mir Sicherheit (und natürlich war ich stolz).

    Das Studium war daher extrem stressig, das Referendariat zeitlich eine Erholung (stressig nur durch Notendruck, in Chemie gab es am Ende keine Stelle, noch nicht einmal mit 1,0, in Mathe gab es wenige Stellen im Nirgendwo bis 1,4). Ich war zum Glück räumlich flexibel.

    Exklusiv für Firelilly:

    https://de.statista.com/statistik/date…20Mitte%20liegt.

    Dies entspricht bei einer Einzelperson ohne Kinder, ohne Kirchensteuer in Steuerklasse 1, incl. gesetzlicher Versicherung monatlich 3073,81€.

    Dies ist der Durchschnitt. Wer drüber liegt, macht sicher keinen Dienst nach Vorschrift. Die schlechte Rente, auf die man sich freuen darf, ist hier nicht berücksichtigt.

    Link funktioniert (bei mir) ohne Bezahlung nicht.

    Ich kenne allerdings Statistiken, die Gehalt aller Angestellten (inkl. Minijobber) mit Beamten vergleichen (keine Minijobber, aber prozentual deutlich mehr mit abgeschlossenem Studium). Genauso ist es bei Pension (da werden ebenfalls Minijobber, Menschen ohne Ausbildung usw. miteinbezogen, dafür Betriebsrenten etc. weggelassen). Da ich deine Statistik nicht lesen kann, weiß ich nicht, was hier verglichen wird.

    Ich weiß auf jeden Fall, dass meine Mitstudenten, zu denen ich Kontakt habe, weitaus mehr verdienen. (Ich habe zwei fast komplette Diplomstudiengänge, fehlendes hätte ich teilweise direkt anerkennen lassen können oder in einem Semester nachholen können. Ich wollte aber Lehrer werden und natürlich ist längst keine Änderung mehr möglich. Lehramtstudiengänge gab es an meiner Uni nicht, wir waren viel zu wenige.)

    Nur, weil keine Pflicht besteht, muss man sinnvolle Versicherungen nicht sein lassen.

    In Baden-Württemberg hat noch (fast) jeder eine (weil es lange Pflicht war). Allerdings habe ich inzwischen oft gelesen, das manche keine Versicherung finden, weil ihr Risiko zu hoch ist.

    Mein Kommentar bezog sich auf das Problem Schwarzarbeit und ich sage dazu einfach "selbst schuld". Wer glaubt, ein paar Euro sparen zu müssen, ist im Notfall evtl. pleite. Muss kein rutschendes Haus sein, reicht evtl. die von einer Leiter stürzende Putzfee.

    Naja, die Gebäudeversicherung deiner Eltern hätte schon gezahlt (und anschließend beim Nachbarn Regress genommen).

    Ich meinte Versicherung des Nachbars.

    (Und Gebäudeversicherung ist in Baden-Württemberg schon lange nicht mehr Pflicht, war es in vielen Bundesländern nie)

    Mittlerweile bin ich zu alt für Nachhilfe.. keine Sorge … ich werde nicht erpresst .

    Und noch eine gute Nachricht … ich werde dich nie besuchen möchte aber meinen Hintern drauf verwetten, dass auch in deinem Bekanntenkreis der ein oder andere „Dieb“ dabei ist… muss man ja nicht bei dir melden …

    Achja, ich bin übrigens gegen die Erhöhung des Bürgergelds.

    Passt.

    Also sorry, aber für die UnerrichtsINHALTE, die ich vermittle, gibt es jede Menge Evidenz. Ich hoffe doch, das ist in jedem Fach so. Ob es dafür, WIE ich es mache, irgendeine Art von "Evidenz" gibt, über die irgendein Schlaumeier mal was geschrieben hat, ist mir ehrlich ziemlich wurscht. Es funktioniert offensichtlich sehr gut, ich entlasse von allen Lehrpersonen in beiden meinen Fachschaften die meisten Maturandinnen und Maturanden, die irgendwas im Bereich MINT studieren. Unterdessen kann ich auch behaupten, dass die Mehrheit sehr erfolgreich studiert.

    Geht mir genauso. Ich habe schon mehrfach (zweistellig) Jahre später Danke gehört (MINT, Medizin und mindestens 3 ehemalige Schüler sind wegen mir inzwischen Mathe- und Chemielehrer).

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