Beiträge von Kris24

    Das kannst du gerne verwirrend finden. Ich unterrichte etwa 40 % Migrantenkinder. Wenn's die nicht gäbe, bräuchte es mich hier auch nicht. Really... Das ist dummes Zeug. Es werden nur wenige Staaten durch Migration wirklich wohlhabender. Deutschland gehört nicht dazu, die Schweiz schon.

    Vielleicht nicht wohlhabender, aber lebenswerter (ich möchte auf jeden Fall nicht auf frische Brötchen verzichten und fahre gerne mit ÖPNV, dafür zahle ich auch. Wenn ich alles selber mache, wird es vielleicht billiger, aber sicher nicht besser).

    40 % Migrantenanteil ist für mich nicht so hoch. Meine 1. Schule hatte über 80 % Russlanddeutsche (damals noch keine 10 Jahre in Deutschland), in meiner jetzigen gibt es Klassen mit 4 mit Deutsch als Muttersprache (und in keiner, glaube ich, stellen sie mehr als die Hälfte). Nur in meiner 3. Schule gab es kaum Ausländer (und ich fand es am schwierigsten, weil nichts neues ausprobiert werden durfte "wir haben das immer so gemacht").

    Migranten pflegen Migranten, das habe ich hier öfter schon vorgerechnet. Dass Migration von Unqualifizierten oder Geringqualifizierten sich für den Staat "lohnen" würde , ist schlichtweg ein sozialdemokratisches Märchen. Das ist das grösste Bullshit-Argument, das man gegen die Rechten vorbringen kann.

    Ich lebe in einer kleinen Stadt mit extrem vielen Migranten, die zudem 2015 freiwillig mehr als das Zehnfache an Flüchtlingen aufgenommen hat wie gefordert und es klappt auch dank viel ehrenamtlicher Hilfe. Und die Kriminalität ist geringer als in der "deutschen" Nachbarstadt.

    Ja, und das zahlt der deutsche Steuerzahler. Meine Qualifikation hat die Schweiz praktisch nichts gekostet.

    Stimmt, fertig ausgebildete sind gut für ein Land, alle Kinder also schlecht. Da kommen noch die Kosten für Schule dazu (und für die meisten kostenlose Krankenkasse usw.).

    (Zahlt eigentlich nicht der Bäcker bzw. Malerbetrieb großteils die Ausbildung und damit der Kunde? Warum bilden sie überhaupt aus, sie können ja fertige nehmen? Bei den Syrern (2 waren bereits vorher Busfahrer, mussten aber die Prüfung hier neu ablegen) zahlte das Arbeitsamt die Prüfung. Seitdem fahren sie hier Bus und zahlen Steuern. Es gibt hier so viele freie Stellen, ohne Ausländer gäbe es keine Bäcker, Maler, Paketboten u.a. mehr, würden nur halb so viele Busse fahren, müssten die Alten sich selbst pflegen. Deutsche Jugendliche wollen andere Jobs. Dann doch lieber welche ausbilden.

    Ehemals unqualifizierte kann man qualifizieren. Wir benötigen nicht nur Ärzte, Ingenieure oder Professoren, sondern auch Bäcker, Maler und Busfahrer. Eine lokale Bäckerei mit 8 Filialen ist hier z. B. in "somalischer Hand", ein großer Malerbetrieb in afghanischer. Beide Firmenchefs fanden über Jahre nicht genügend deutsche Auszubildende, dann starteten sie (vor Jahren) mit einem Somalier bzw. Afghanen so erfolgreich, dass sie bewusst weitere ausbildeten und inzwischen übernahmen. Wir haben auch mehrere syrische Busfahrer. Auch da gibt es nicht genügend deutsche Bewerber. Hier gibt es aber auch eine große Gruppe Freiwilliger (inzwischen Verein), die den einzelnen Asylbewerber an die Hand nehmen und Kontakte zu Betrieben herstellen. Es lohnt sich.

    ZON, SPON, Welt, FAZ, ... das sind alles private Medienhäuser. Man sieht doch hier im Forum ganz wunderschön, wie meinungsprägend die sind. Die ZON-Fraktion auf der einen Seite, die Welt-Fraktion auf der anderen Seite. Da muss man schon echt die Augen zukneifen um diese Polarisierung nicht zu erkennen.

    Und ich habe mich schon oft ertappt, dass ich bei einem Beitrag hier im Forum dachte, klar ZON-, Spiegel- oder Welt-Leser.

    Ja. Die Konferenzen sind sogar ausführlicher, weil es eben nicht nur um Noten geht. In der Halbjahresinformation steht alles, was Eltern aus schulischer Sicht wissen sollten (also Versetzung (stark) gefährdet, Schulartwechsel empfohlen, aber auch muss regelmäßig die Hausaufgaben machen, fehlt häufig in Sport, Elterngespräch ist erwünscht usw.) Natürlich gab es schon zuvor mündliche Gespräch(versuch)e. Allerdings erreicht man manche Eltern erst mit der Halbjahresinformation.

    Die nächsten Fragen hat bereits Plattenspieler beantwortet.

    Und ja, es gibt verschiedene Tage (innerhalb eines Zeitraums, Zauberwald war letztes Jahr extrem spät dran) der Ausgabe, aber das gilt auch für die Zeugnisse vor den Sommerferien. (Und ja, Plattenspieler, ich beziehe mich vor allem auf saß Gymnasium wie sonst auch.)

    Was ist denn eine "Halbjahresinformation"?

    "Kontoauszug" (nenne ich es manchmal). ^^

    In Baden-Württemberg gibt es nur in Abschlussklassen Zeugnisse zum Halbjahr, am Gymnasium also nur in der Kursstufe. Alle anderen erhalten Halbjahresinformationen, in denen Viertelnoten stehen können (also 1, 1 minus, 1 - 2, 2 plus usw. oder eben 5 - 6). Im Zeugnis steht dann die Leistung für das gesamte Jahr, deshalb sage ich manchmal Kontoauszug (es ist eben nur eine Information über den aktuellen Leistungsstand, kein Abschluss).

    Erinnert mich an eine andere Anekdote. Wieso bekomme ich eine fünf ? Meistens war ich doch da.

    Die Diskussion hatte ich gestern. Ein Schüler aus NRW gewechselt, "wusste" nicht, dass in Baden-Württemberg auch Chemiearbeiten in Sek. I zählen und mündliche Noten nur für Qualität gegeben werden (wir haben für Mitarbeit noch Kopfnoten). Ich hatte es zwar anfangs des Schuljahres gesagt, aber geglaubt hat er es anscheinend nicht. Jetzt gibt es halt eine 5-6 in der Halbjahresinformation.

    Und der Rest ist zu vernachlässigen? Nach dem Motto "Pech gehabt"? Gerade diese Länder, die nicht entlassen, sind menschenrechtstechnisch (meist) problematisch.

    Nein. Ich gebe dir Recht. Aber 2 Staatsbürgerschaften kann ja auch Vorteile beinhalten, wenn es in Deutschland warum auch immer nicht klappt, gibt es noch ein 2. Land.

    (Es wird immer strittige Fälle geben und bei allem Vor- und Nachteile.)

    Ja, habe ich mehrfach erlebt, immer im 1. Jahr an einer neuen Schule (in 30 Jahren waren es 3, Wechsel aus privaten Gründen). Manche Schülerinnen und Schüler probieren aus wie weit sie gehen können (manchmal in Kombination mit ihren Eltern) und wenn mehrere in einer Klasse sind, kann es problematisch werden. Dank Referendariat wusste ich damit umzugehen (Unterschied zu dir), ich musste also nicht abgeben, aber es war extrem stressig (und ich kannte auch das Kollegium noch nicht gut genug, um zu wissen, wen ich um Hilfe bitten kann). Auch ich bekam als Neuling die Klassen, die sonst niemand wollte. Nach dem 1. Jahr hatte ich diese Probleme nicht mehr in dieser Weise. Ähnliches berichten einige Kolleginnen und Kollegen.

    Kurz, ich möchte Mut machen. Referendare erhalten normalerweise wenig problematische Klassen, als Neuling nach dem Referendariat verliert man (bei den Schülerinnen und Schülern) den Welpenschutz und muss sich behaupten. Aber es ist nicht dauerhaft. (Es gibt seltene Ausnahmen. Mir fallen 3 Kolleginnen bzw. Kollegen von über 500 ein, die dauerhaft Probleme hatten. Bei einer lag es vermutlich an zuwenig Fachkenntnissen, die anderen waren überhaupt nicht konsequent und ließen sich ausnutzen. Alle 3 wurden weder von den Schülerinnen und Schülern, noch von den Eltern, noch von den (meisten) Kolleginnen und Kollegen respektiert (bzw. letztere hatten auch Mitleid, wenn sie mit dem Kopfschütteln fertig waren).)

    Angst vor etwas neuem ist normal, aber eine kurzen Vertretung sagt nichts aus, ob du geeignet bist.

    (Dickes Fell habe ich bis heute nicht. Aber die schönen Momente überwiegen deutlich, ich zweifle selten an meiner Berufswahl.)

    Vermutlich sind 25% der Wähler Rechtsextrem :)

    Die Friedrich-Ebert-Stiftung sagt 8 %. Weitere ca. 20 % haben rassistische Ansichten.

    Ausschnitt aus der Studie von 9/2023

    "Jede zwölfte Person in Deutschland teilt ein rechtsextremes Weltbild. Mit 8 % ist der Anteil von Befragten der Mitte-Studie 2022/23 mit klar rechtsextremer Orientierung gegenüber dem Niveau von knapp 2 bis 3 % in den Vorjahren erheblich angestiegen. Dabei befürworten mittlerweile über 6 % eine Diktatur mit einer einzigen starken Partei und einem Führer für Deutschland (2014-2021: 2-4 %). Über 16 % behaupten eine nationale Überlegenheit Deutschlands, fordern »endlich wieder« Mut zu einem starken Nationalgefühl und eine Politik, deren oberstes Ziel es sein sollte, dem Land die Macht und Geltung zu verschaffen, die ihm zustehe (2014-2021: 9-13 %). Zudem

    vertreten die Befragten mit fast 6 % vermehrt sozialdarwinistische Ansichten und stimmen zum Beispiel der Aussage zu »Es gibt wertvolles und unwertes Leben.« (2014-2021: 2-3 %)."


    Welche Folgen wohl eine Politik dieser Art hat?

    Ich glaube die meisten lautstarken Remigrationsgegner haben nichts falsch verstanden, sie wissen genau was sie fordern.

    Stimmt, ich habe genau verstanden, was Höcke und die AFD wollen. Er hat es bereits 2018 erklärt und ich dachte schon damals, genau wie Hitler 1925 in mein Kampf. Das haben die allermeisten damals auch nicht verstanden oder dachten, es wird schon nicht so schlimm werden, ist gar nicht möglich. Doch, war es (endete mit dem 2. Weltkrieg und einem geteilten Deutschland).

    Du meinst, dass die "Remigrationsbefürworter" es falsch verstehen? Du auch?

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