Ich denke, dass die Politik der 80er Jahre wenige Auswirkungen auf unser heutige Welt haben. Damals lebten wir noch im geteilten Deutschland und niemand sprach von Digitalisierung, Klimakrise etc.. Realistisch wären also eher die letzten 25 Jahre anzusehen.
Da haben wir 2 mal Schröder, der gerade durch Hartz4 einen großen Einfluss auf unsere heutige Gesellschaft hatte. Dann haben wir aktuell einmal Scholz. Dazwischen 4 mal Merkel. In dieser Zeit hatten wir einmal eine schwarz-gelbe Koalition. Die Grünen waren dreimal an der Macht zweimal mit Schröder und jetzt die Ampel, dazu drei große Koalitionen. Die SPD war bis auf das Kabinett Merkel 2 immer an der Regierung.
Ich denke, dass es durchaus belegt ist, dass Merkel innerhalb der CDU eher nicht zu konservativen Kreisen sondern eher zum linken Flügel oder zur Mitte gezählt werden kann. Viele ihrer Entscheidungen entsprachen weniger klassischen Konservativen Vorstellungen. Beispielsweise die Flüchtlingskrise oder das Atom-Aus.
Entsprechend passt es durchaus, dass "SPD-Themen" in den letzten 25 Jahren stark vertreten waren.
Wenn die Ära Kohl dazu nimmst, sieht es natürlich anders aus. Aber welchen Einfluss hat das Kabinett Kohl noch auf unsere heutige Politik? Wo machen wir Dinge so, wie Kohl es eingeführt hat?
Natürlich war 1980 bereits Klimakrise im Gespräch. Al Gore war mir bereits damals bekannt, lange bevor er Vizepräsident wurde. Ölfirmen zahlten Milliarden um es zu verschleiern (bereits in den 70er Jahren). Ich entschied mich auch deshalb 1984 für das Chemiestudium (ursprünglich Diplom), weil ich mehr wissen wollte.
Und wer ist für den ungeregelten Zuzug von über 2 Millionen Russlanddeutsche zuständig, wenn nicht Kohl, die heute leider überproportional AFD wählen und prozentual vor 5 Jahren Putin besser fanden als die Türkeideutsche Erdogan (ich kenne leider keine aktuelle Umfrage)? (Kohl sicherte sich damit viele Stimmen und viele warnten damals wegen nicht ausreichender Integration. Ich habe ab Mitte der 90er Jahre an einer Gesamtschule über 80% Russlanddeutsche unterrichtet, von denen keiner länger als 10 Jahre in der Bundesrepublik war und die unter sich bleiben wollten. Meine (neugegründete) Gesamtschule wurde genau aus diesem Grund gewählt und Eltern versuchten Einfluss zu nehmen (gegen Aufklärung bzgl. Sex oder Homosexualität). Zum Glück hielt das Kollegium zusammen. Aber ich erinnere mich an sehr schwierige Elternabende.
Deutschland galt dank Stillstand Kohl als kranker Mann Europas, deshalb kam es zu Schröder und Hartz 1 - 4. Und genau dasselbe wiederholt sich jetzt. CDU bedeutet Stillstand, notwendige Reformen scheut sie wie "der Teufel das Weihwasser", weil Wählerstimmen verloren gehen könnten. Viele wollen belogen werden und beharren auf die "gute Vergangenheit", die es so nie gab. Wenn man die Augen fest verschließt, konnte man die Klimakatastrophe übersehen (und muss je länger man wartet, umso stärker reagieren). Bekannt war es aber spätestens ab Mitte 70er Jahre (in Expertenkreise ab den 60er Jahre).
Ergänzung
Söder sprach damals besonders für das Ende der AKWs. Auch Merkel beendete als erstes den Kompromiss zwischen AKWs- Betreibern und SPD und Grüne um nach FUKUSHIMA wieder die Meinung zu ändern. Das fällt mir zu CDU ein. Sie ändern ständig ihre Politik, nur um an der Macht zu bleiben, nicht weil sie etwas notwendig finden.