Beiträge von Kris24

    Ach so, ich bin für falsche Verbesserungen und labere Stammtischgeschwätz.

    Beleidigungen sind natürlich sehr viel niveauvoller.

    Du schreibst, dass das Geld für die Maßnahmen die Krankenhäuser (ich ergänze dauerhaft) verbessert hätten. (Ich kenne Shutdowns nur aus dem 1. Jahr und glaube nicht, dass im April oder Mai 20 der Alltag ohne Maßnahmen normal weiter gegangen wäre, ich war damals überrascht, wie heftig andere reagierten. Du hättest also niemanden unterstützt, wenn die meisten zuhause bleiben, statt ins Restaurant oder Theater zu gehen?)

    Das Gegenteil von richtig ist nicht immer falsch, manchmal auch oberflächlich und kurzfristig (richtig Verbesserungen sind dauerhaft).

    Du schreibst 10 oder 15 % und meinst, dass sei viel. (Das reichte noch nicht einmal für die Zusatzausgaben durch Corona. Bei mir hieß es daher Coronabonus und nicht Verbesserung medizinischer Maßnahmen. )

    Und 2,5 Jahre ist nichts für Ausbildung (bei meiner Schwester waren es insgesamt 5 Jahre) und man muss die richtigen Leute erst einmal haben.

    Was wollt ihr als Systemveränderung? Ich selbst könnte mir tatsächlich eine Bürgerversicherung vorstellen, in die jeder einen bestimmten Prozentsatz aller Einnahmen (also auch Zinsen, Mieten etc.) einzahlt. Darüber hinaus könnten Privatversicherungen Zusatzleistungen anbieten, aber ist das umsetzbar?

    Ich höre dann immer viel Ablehnung (nachdem ich vorher genau das von dir Sissimaus geschriebene gehört habe). Deshalb schrieb ich Stammtischgeschwätz, weil es leicht von Verbesserungen schreiben lässt, aber nur wenig kosten darf. Das habe ich in den letzten 2 Jahren gelernt. Nicht alles ist umsetzbar, auch wenn es einige für wünschenswert halten.

    Ich muss weiter arbeiten.

    Danke! Das wollte ich grad Scheiben.

    Klar, hat man in 3 Jahren keine fertig ausgebildeten Fachkräfte jeglicher Art. Aber wenn man nicht mal irgendwann anfängt, dann bleibt es doch ewig so wie es ist. Und 10% mehr KK zahle ich schon seit 2020. Es gab direkt im ersten Jahr mehr drauf. ich meine, es waren sogar 15%.

    15 % reichen nicht. (So hoch ist fast die aktuelle Inflation.) Es gleicht nicht das zunehmende Alter aus, nicht die zunehmenden besseren medizinischen Möglichkeiten

    Krankenhäuser erhalten das meiste Geld, deshalb gab es vor Corona Versuche, sie zu reduzieren.

    Es geht um viel mehr Geld.

    Übrigens gab es im Oktober wieder 9 % Übersterblichkeit in Deutschland. Aktuell rätselt man noch. Ein möglicher Grund sei Überlastung der Krankenhäuser. Genannt wurden noch Corona (es sterben ja immer noch viele) und die Hitze im Sommer. Genaues weiß man erst im nächsten Jahr. Es reicht aktuell nicht.

    Kris24 , sind das jetzt Argumente gegen die Verbesserung der Arbeitsbedingungen in Kliniken? Denn diese 3 hat Sissymaus benannt, Geld, Ausbildung, Bedingungen.

    Dass das Gesundheitsministerium keinerlei strukturelle Veränderungen vorgenommen hat, ist und bleibt Mist. Verstehe nicht, warum du das gegeneinander aufrechnen willst. Manchmal habe ich den Eindruck, dass du die Menschen in Gruppen einteilst und einfach davon ausgeht, alle darin verhielten sich gleich. Nicht jeder, der für Reformideen in der Pflege ist, ist ein Coronaleugner.

    Außerdem ist Pflege nicht gleich Pflege, Fachpflegekräfte mit Zusatzausbildung verdienen gut, Altenpfleger*innen nicht.

    Nein, ich bin für echte Verbesserung, aber nicht für "billiges Stammtischgeschwätz".

    Um dauerhaft Verbesserungen zu erzielen, reicht nicht höheres Gehalt. Ärzte und Intensivpfleger verdienen nicht so schlecht. Sie kündigen trotzdem. Sind wir bereit, wirklich viel Geld in das System zu stecken, um z. B. doppelt so viele Pfleger und Ärzte anzustellen? Die Krankenhäuser erhalten schon den größten Batzen, wo so das Geld herkommen?

    Ich kenne aus meinem persönlichen Umfeld einige, die das Krankenhaus verlassen haben. Meine Schulfreundin (viele Jahre Ärztin am Krankenhaus) hat sich mit 50 Jahren selbstständig gemacht. Es lag an der Arbeitszeit, sie glaubte nicht, es noch 15 Jahre zu schaffen. Wir benötigten viel mehr Leute (und damit tatsächlich viel mehr Geld dauerhaft) oder weniger "Kranke" (also z. B. Beteiligung an jeder Rechnung, aber will das die Gesellschaft, es geht nicht um mich).

    Ich schreibe Stammtischgeschwätz, weil die Tiefe fehlt. Wo kommt das Geld für das zusätzliche Personal her? Dauerhaft und nicht einmalig.

    Und vor 3 Jahren gab es lt. China noch gar kein Corona. So schnell ist niemand ausgebildet. (Mich regen Aussagen wie obige von Sissimaus auf und deshalb meine Reaktion. Die Hälfte meiner Familie und meiner ehemaligen Schulfreunde ist im medizinischen Bereich tätig, ich führe seit Jahren regelmäßig Gespräche über Probleme.)

    Das ist doch eine ganz andere Baustelle. Ich bin schon lange der Meinungen, dass wir uns vieles hätten sparen können, wenn wir früh alles Geld in den Ausbau und die Verbesserung des Gesundheitssystems gepackt hätten. Wir haben nun knapp 3 Jahre Corona. Da hätte man ordentlich ausbilden können, indem man die Ausbildungsplätze signifikant erhöht, den Leuten richtig gutes Geld bezahlt und die Arbeitsbedingungen erheblich verbessert. Das, was der Lockdown und diese Wahlgeschenke wie Corona-Boni gekostet haben, wäre da besser aufgehoben.

    In 3 Jahren sind weder Ärzte noch Intensivpfleger ausgebildet (es reicht gerade für eine normale Krankenpflegeausbildung) und ohne Shutdown (Lockdown gab es nur regional und meistens auf wenige Stunden beschränkt mit vielen Ausnahmen) wäre es anfangs vermutlich ganz anders gekommen. (Wir haben schon lange keinen Shutdown mehr. Krankenhäuser konnten anfangs kaum helfen, dass hat viele Intensivpfleger sehr beschäftigt, die jetzt kündigen.)

    Und aktuell ist es eher so, dass viel zu wenige Krankenpfleger werden wollen, es liegt nicht an zu wenigen Ausbildungsplätzen. Meine Schwester verzichtet z. B. lieber auf gut 1000 Euro pro Monat als auf einer Intensivstation zu arbeiten (sie hat die zusätzliche Ausbildung absolviert und einige Jahre lang vor Corona dort gearbeitet und verzichtet seitdem bewusst wie viele andere ehemalige Kollegen. Geld ist nicht alles).

    Aber natürlich können wir alle doppelt so viel dauerhaft in die Krankenkasse zahlen oder jeder zahlt pauschal 10% der Rechnung (egal wie hoch) wie mein Stiefvater (Schweizer Krankenkasse), es ist nicht mit ein paar Euro einmalig getan (Shutdownmaßnahmen etc. fallen ja nicht dauerhaft an).

    Aber interessant, früher hieß es, jeder ist für sich selbst verantwortlich. Trage doch Maske, wenn du dich schützen willst. Jetzt ist unser Anblick eine Zumutung für einige von euch. Ihr wollt Normalität, indem ihr mich nicht mehr mit Maske sehen wollt, so deute ich deine Aussage. Ich finde das sehr übergriffig. Lass mich doch in Ruhe und wenn ich mich gegen Grippe, Corona etc schützen will, um nicht später an Demenz zu erkranken, frage ich euch nicht um Erlaubnis.

    (Ich kenne übrigens nur hier im Forum so extreme Maskenfeindschaft, in meinem realen Leben gibt es nur einen und der wird tatsächlich (wegen anderer Dinge) schon lange nicht mehr ernst genommen.)

    Komischer Vergleich. Gurt im Auto ist vorgeschrieben. Maske in der Schule schon lange nicht mehr.

    Sind Bauchschmerzen typische Corona-Symptome?

    Bauchschmerzen bei Kindern ja, auch Durchfall (daher leicht mit Magen-Darm zu verwechseln). Sie haben teilweise andere Symptome, wissen leider viele nicht. Daher wird weniger getestet.

    Und ich kenne die Diskussionen bei Einführung der Gurtpflicht.

    Sagen wir mal so, heute würde sie vermutlich nicht mehr umgesetzt werden können. Freiheit und Entscheidung jedes einzelnen, jeder kann sich ja selbst schützen, es ist unnatürlich, haben wir noch nie gemacht und so.

    (Das wurde damals auch alles gesagt. Aber es gab noch keine Querdenker, kein Zusammenschluss im Internet, man demonstrierte gegen AKWs und Folgen des Kalten Krieges.)

    Ich bin seit 28 Jahren im Schuldienst und habe noch nie so viele Krankmeldungen bereits im Oktober oder jetzt im November erlebt. Das kam sonst erst nach Weihnachten (und wir haben im Lehrerzimmer schon spekuliert, wie es dann sein wird). Diese Woche hat eine 5. Klasse freiwillig zur Maske gegriffen, weil ihr die vielen Klassenkameraden, die an diesem Tag vorzeitig mit Bauchweh nach Hause mussten, Sorge bereitet haben. Mein Kollege, der sonst auch keine Maske mehr trägt, besorgte für sich und die Klasse welche, daher weiß ich es.

    Ich selbst bleibe gelassen, schütze mich mit Maske (in solchen Klassen auch mal mit FFP3, normalerweise trage ich FFP2, ich genieße es, seit fast 3 Jahren nicht mehr krank geworden zu sein), ich kann nichts ändern. Schulschließung gibt es sicher nicht mehr, bzgl. Corona lässt sich kaum noch jemand testen, Maske tragen ein paar. Augen zu und durch (und Maske auf).

    Häh? Leute, die nicht in den Schuldienst wollen studieren auf Verdacht auf Lehramt und machen ein Referendariat? Was haben die dann bis Mitte 40 gemacht?

    Damals waren es noch die selben Kurse, die Diplomarbeit konnte als Staatsexamensarbeit (und teilweise auch umgekehrt) angerechnet werden. Manche mussten noch ein paar Kurse im 2. Fach ablegen. Aber Physiker saßen bei uns im Mathegrundstudium, Mathematiker benötigten ein Nebenfach und wählten z. B. Physik. Auch in Chemie und Physik gab es Überschneidungen. Ich habe im gesamten Studium nur einen Kurs speziell für Lehramtler belegt (Physikalische Chemie, etwas einfacher als für die Diplomanden), alles andere war gemeinsam mit Diplomanden.

    Mein promovierter Mathekollege blieb viele Jahre an der Uni. Zum Professor hat es anscheinend nicht gereicht, Mittelbau wollte er irgendwann nicht mehr und kam zu uns, um das Referendariat zu machen. Ein weiterer hat in Physik promoviert, sonst genauso (Referendariat allerdings nicht bei uns, er kam erst danach) . Eine Kollegin war erfolgreich ca. 15 Jahre in einem chemischen Betrieb, bevor sie einige Kurse nachstudierte und bei uns das Referendariat ablegte und blieb. Einer war eine zeitlang im Ausland, bevor er hier sesshaft werden wollte. Alle haben erst spät das Referendariat abgelegt und blieben dann im Schuldienst.

    Da fällt mir einer ein, der das Referendariat abbrach und zurück zur Uni ging, um zu habilitieren (muss mal nachfragen, ob er es geschafft hat).

    Bei den anderen weiß ich es nicht genau, was sie in der Zwischenzeit gemacht haben.

    Offensichtlich ist das so. Sonst hätte ja nicht die Hälfte meiner Kolleginnen und Kollegen eben keinen Doktortitel. Bei 60000 CHF Jahresbrutto an der Uni gegen 980000 CHF Jahresbrutto Einstiegsgehalt im Baselland ist's jetzt auch nicht so wahnsinnig schwer zu verstehen, warum sich jemand dagegen entscheidet, wenn er eh weiss, wer will an die Schule. Immerhin sind mir 3 Erfahrungsstufen angerechnet worden, aber das kompensiert den Gehaltsunterschuld auch längst nicht.

    Wozu auch. Mathematiker bekommen immer nen Job mit fettem Gehalt, Chemiker und Biologen ohne Doktortitel stossen sehr schnell an die gläserne Decke. Dann macht man's halt, für alle Eventualitäten.

    Eben. Seiteneinsteiger. Bin ich ja nicht. Von der Sorte haben wir in beiden meinen Fachschaften genau einen.

    Bei uns haben alle ein reguläres Referendariat mit 2 Fächern gemacht. Seiteneinsteiger gibt es bei uns nicht. Dem Rest stimme ich zu. Meine Mathestudienfreundin schrieb genau 2 Bewerbungen, erhielt 2 Zusagen, konnte ihre Wünsche komplett umsetzen, erhielt sofort ein doppelt so hohes Gehalt und das Mitte der 90er Jahre, als es die große Lehrerschwemme gab.

    Ich war vom Angebot damals geschmeichelt, mir bereitete die Arbeit in diesem Labor auch Freude, ich habe ernsthaft nachgedacht. Aber schließlich siegte die Vernunft und ich habe es nicht bereut.

    (Nur einmal kurz vor 3 Jahren als eine Mutter einer Schülerin mich in ein sehr bedeutendes Labor in der Nähe einlud. Aber ob ich da je gelandet wäre? Sehr unwahrscheinlich.)

    Eben. Gelegentlich. Es ist nicht der "Standard-Weg". Im Masterstudium Chemie hängt aber die ganz grosse Mehrheit die Promotion an. Meine nicht-promovierten Chemie-Kollegen an der Schule sind einfach die schnell Entschlossenen. Wer im Studium schon weiss, dass er an die Schule will, geht allein schon aus finanziellen Gründen direkt nach dem Master.

    So war es bei mir. Ich habe ein Angebot meines Professors, bei dem ich meine 1. Staatsexamensarbeit geschrieben habe, abgelehnt, weil ich Lehrer werden und 3 - 5 Jahre zusätzlich nicht investieren wollte. Ich wollte (und musste auch) endlich richtig Geld verdienen (damals gab es ca. 1500 DM als Doktorand, 2000 als Referendar und ca. 3000 direkt danach). Meine Kommilitonen in Chemie haben alle promoviert, in Mathe nur sehr wenige.

    Bei uns an der Schule haben aber einige Kollegen promoviert. Fast alle von ihnen wollten ursprünglich nicht Lehrer werden, kamen oft erst mit Mitte 40 in den Schuldienst.

    2 Kolleginnen haben während ihrer Lehrtätigkeit promoviert (sie haben dazu vorübergehend ihr Deputat reduziert).

    Ergänzung zu Pharaoschlange

    Das, was wir in der Schule evtl. (zumindest mein Alter) noch unter diesem Begriff kennengelernt haben, ist längst verboten.

    Den "Nachfolger" findet man als Anleitung überall im Netz und wenn man ihn dann unwissend nachmacht...

    Ich finde es wichtig, auf diese Gefahren hinzuweisen, damit eben nichts passiert. Der Versuch ist live gar nicht so spannend, wird kaum nachgemacht (und falls doch, hoffentlich richtig) .

    Für alle Chemie-Lehrer, jetzt ganz stark sein:

    Folgenschweres Unterrichtsexperiment Elf Schüler in Sydney durch »Schlange des Pharao« verletzt

    In Australien ist ein Chemieversuch dramatisch aus dem Ruder gelaufen: Elf Schüler wurden verletzt, als ein Lehrer seiner Klasse ein Sandwurm- oder Zuckerschlangen-Experiment vorführte.


    https://www.spiegel.de/panorama/austr…78441585f7e91d2

    Der ist in Berlin auch mal schief gegangen. Ich führe ihn immer noch durch, wenn er passt. Ich weiß aber,

    "Die Standardwarnung beim Zuckerschlangen-Experiment lautet: Niemals auf die heiße oder noch brennende Substanz Ethanol nachschütten. Denn der Alkohol kann sich entzünden und schwerste Verbrennungen hervorrufen."

    (Zitat aus dem Artikel, der Fehler wurde auch in Berlin an einer Berufsschule (4 Schüler und Lehrer verletzt) gemacht, in Australien wird noch untersucht, ich dachte aber auch gleich an diesen. Problem, man sieht kaum die Alkoholflamme und ist versucht, noch einmal Alkohol dazu zugeben, dass darf man aber nie tun (Verpuffung). Die Emser Pastille (es funktioniert nur eine Sorte) muss vorher mit Ethanol getränkt sein.)

    Ich steige aus der Diskussion aus, bringt ja nichts. Zum letzten Mal, ich kenne den Fall deines Mann nicht, weiß nicht, ob eine GBU schon Pflicht war, wie eindeutig der Fall war usw. Und nur, weil es einmal bei deinem Mann gut ging, geht es bei dir auch immer gut?

    Du hast heute weitaus schlechtere Karten, wenn du keine GBU erstellst. Und wenn du alles sowieso beachtest, dann schreib es einmal als Beweis auf und kopiere es jedesmal (bei uns reichte bis vor kurzem eine neue Unterschrift und inzwischen benötigen wir noch nicht einmal das, wenn sich nichts geändert hat). Dann ist man rechtlich abgesichert (außer ich schreibe ein Blödsinn oder halte mich nicht daran).

    Das hofften auch viele aus anderen Ländern vor 80 Jahren. Aber in Deutschland meuterten zu wenig.

    (Und das russische Volk ist noch länger "gehirngewaschen". Es ist nicht nur Putin. )

    Aber ich werde verklagt, wenn doch etwas noch Unvorhergeseheneres passiert, dass ich in der Gefährdungsbeurteilung zuvor nicht bedacht hatte?

    Dabei geht es bei Ausflügen etc. um Menschen, nicht Maschinen.

    Die Konsequenz muss dann sein, dass man alles außerhalb des Schulgeländes unterlässt.

    Geht es darum, sich Gefahren bewusst zu machen und umsichtig zu sein, oder darum, dass sich Versicherungen einen schlanken Fuß machen wollen?

    Nein, bei sorgfältig erstellter GBU ist es höchstens fahrlässig, wenn du nichts offensichtliches weglässt, und dafür wird man nicht verurteilt. Wenn du keine GBU erstellst ist vor Gericht der Nachweis schwieriger, dass du alles mögliche bedacht hast. Dann kann dir leichter grob fahrlässig oder gar bedingter Vorsatz unterstellt werden. Unvorhergesehenes ist unvorsehbar und wird nicht bestraft.

    Wenn man mit Fachkunde eine GBU gewissenhaft durchführt und dokumentiert sowie sich dann auch noch an seine abgeleiteten Maßnahmen hält, dann ist eine grobe Fahrlässigkeit sehr unwahrscheinlich.

    Damit ist dann auch eine erfolgreiche Regressforderung oder Strafbarkeit eher unwahrscheinlich.

    Eben. Auch uns wurde mehrfach gesagt, dass es dann höchstens fahrlässig sei und nicht mehr.

    Und wurd gesagt, alles was nicht grob fahrlässig ist, betrifft uns ohnehin nicht.

    Deswegen erst recht, wozu diese Gefahrensbla.. ?

    Wie kommst du darauf, dass grob fahrlässig dich nie betrifft?

    Ja, weiss ich und deswegen machst du's halt. Ich muss nicht und lebe genauso gut.


    Du hast ein abgeschlossenes Fachstudium und ein Staatsexamen. Das IST dein Führerschein. Den machst du auch nur einmal und unterschreibst nicht vor jeder Autofahrt neu, dass du's kannst.

    Aber Zeiten ändern sich. Es gibt Länder, die regelmäßig eine Erneuerung (eines Teils) des Führerschein verlangen (in Autoland Deutschland natürlich undenkbar). Manches Gesetz hat sich in den letzten 30 (oder gar 60 Jahren, der Führerschein meiner Mutter ist so alt) geändert.

    Zu Chemie. In meinem Grundstudium (80er Jahre) hat sich noch niemand an meiner Uni Gedanken über Gefahrstoffe gemacht. Ich habe versehentlich meine Swatch am Arm in Lösemittel aufgelöst (es blieb nur die Batterie übrig). Wir haben mit Spülol gewaschen (zusammengesetzt aus Spülen und Lösemittelabfällen vor allem Methanol). Benzol hatte ich in einigen Versuchen eingesetzt, erst im Hauptstudium (nach 1990) wurde langsam darauf geachtet (und noch langsamer in der Fakultät bewusst). Wer also 3 Jahre vor mir studiert hat, ...

    Gerade wenn man etwas immer schon so gemacht hat, denkt man oft zu wenig nach, recherchiert man nicht im Internet, ob die Chemikalie immer noch als ungefährlich eingeschätzt wird. Ich selbst hatte mein Aha-Erlebnis mit Sudan 3. Früher als völlig ungefährlich eingeschätzt (überhaupt kein Gefahrensymbol) war es plötzlich ein KMR-Stoff (und damit verboten) oder Fuchsin oder Lackmuslösung (welches Lösemittel hat unsere Lösung oder .. ) Ohne erneute GBU hätte ich den Versuch wie jedes Jahr gemacht, so nahm ich einen anderen Farbstoff. Auch meine Kollegen haben mich schon öfter gefragt, seit wann dieser Stoff X (für Schülerversuche) verboten ist. Sie hätten es ohne GBU nicht gewusst und den Versuch wie in der Vergangenheit gemacht.

    Kalium wird heute in Paraffinöl statt Petroleum aufbewahrt, um Peroxide weitgehend zu verhindern. Wer keine GBU macht, weiß es (vielleicht) nicht (ich verwende Kalium inzwischen lieber als Natrium, spielt bei meinem Vorgehen im Unterricht eine große Rolle, ich habe lange und immer wieder darüber nachgedacht, ob ich ihn weglasse).

    Ich bin ein vorsichtiger Mensch, handle sehr überlegt, bilde mich fort. Ich weiß leider, dass es nicht alle Fachkollegen tun. Manche haben immer noch den Wissensstand von 1990 (Studium) und vieles vergessen (es ist doch immer gut gegangen). Ich staune, wenn sie erzählen. GBUs sind Zwang (vom Staat), dass alle (nicht nur die Besonnenen) sich immer wieder der Gefahr bewusst werden und natürlich tun es nicht alle oder verwenden irgendeine von 2010.

    Mir ging es am Anfang wie laleona. (Erster Gedanke, dann mache ich nichts mehr.) Inzwischen habe ich genug Erfahrungen (eigene und von Kollegen), dass ich sie gutheiße (natürlich kann man fragen, wo die Grenze ist, aber Vorschrift ist Vorschrift, alles zu hinterfragen bringt auch nichts).

    GBUs müssen übrigens nicht nur Lehrer erstellen. Es gilt auch für Betriebe (bzw. Abteilungsleiter) aller Art. Berufsunfälle sollen vermindert werden (wir sind für unsere Schüler verantwortlich).

    Ich wundere mich, dass hier so getan wird, als ginge es nur so und nicht anders. Recht ist Ermessenssache derer, die am Ende darüber urteilen, wenn was passiert ist. Da kannst du noch so viele Zettel ausgefüllt und unterschrieben haben. Damit kaufst du dich doch nicht aus der Verantwortung frei.

    Natürlich ist wichtig, was drin steht. Aber in Deutschland ist Pflicht, sie vorher auszufüllen (nicht nur für Lehrer). Wer es nicht getan hat, ist immer dran. (Und zumindest bei den Fällen von denen ich weiß, kam es nach Beachtung der eigenen GBU zu keinem Gerichtsverfahren mit den Konsequenzen RP und Versicherung. Es ist hier halt vorgeschrieben. Und deshalb geht es in Deutschland seit einigen Jahren nicht anders.

    Ich vergleiche es mal mit dem Führerschein. Natürlich können viele auch ohne ihn fahren und es gab Zeiten und vielleicht auch noch heute Länder, in denen er nicht verlangt ist. Aber wenn er verlangt wird und etwas passiert... Er ist ein schriftlicher Nachweis. Es reicht nicht, zu erklären, dass man fahren kann. Auch ein Zeuge reicht nicht. Natürlich ist man bei einem Unfall und Vorsatz oder zumindest grober Fahrlässigkeit auch mit Führerschein dran. Wenn ich aber nichts dafür kann (oder nur fahrlässig gehandelt habe) zumindest strafrechtlich nicht.

    Das finde ich eben bedauerlich, dass man es schriftlich nachweisen muss, dass man mitgedacht hat. Als würde man dann mehr mitdenken.

    Naja.

    Das kann man für vieles sagen. Warum unterschreibe ich Verträge (z. B. Arbeit), ist das nicht auch Misstrauen?

    Und manches (das meiste) ist selbstverständlich, aber wenn man sich hinsetzt und nachdenkt, wird einem manche Gefahr schon bewusster.

    Ich war einmal auf einer Klassenfahrt mit einer 6. Klasse. Am 2. Tag fuhr begleitender Kollege mit Erlaubnis der SL erkrankt heim. Die SL meinte, ich schaffe die letzten drei Tage alleine. Es ging gut, heute würde ich es nicht mehr tun. Ich fahre auch nicht mehr alleine (Begleitung nur nichthaftende Mutter) in ein Wellenbad mit einer 5. Klasse (ich habe den Rettungsschwimmer in Gold, aber danach hat damals niemand gefragt). Natürlich passiert selten etwas, aber ich gehe das Risiko nicht mehr ein.

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