Moebius, hast du einmal in einem anderen Bundesland mit mehr Noten unterrichtet? Es gibt bei mehr Noten auf jeden Fall weniger Diskussion, weil es sich nicht für eine Viertelnote lohnt (anfangs habe ich in Baden-Württemberg halbe Noten vergeben und schon das gab mehr Diskussion). Ich habe bei einer großen Projektarbeit auch schon Zehntelnoten vergeben (ich hatte bei dieser mehrere Einzelnoten mit unterschiedlicher Gewichtung, das Projekt zählte viel für die Zeugnisnote und die Schüler fühlten ihre Arbeit gewürdigt, ich war auch überrascht, wie gut dies ankam. Bei einer normalen Klassenarbeit fände ich das auch übertrieben). 2 - 3 ist weder gut noch befriedigend, sondern dazwischen (und der Schüler weiß, es lohnt sich anzustrengen). Die Note ist offen (natürlich ist sie es sonst auch, aber Schüler und Eltern reagieren anders). Eine 2 - 3 ist viel besser als eine 3 - 4. Bei euch wäre es u. U. beides 3.
Und rechnerische Notenbildung hat nichts mit der Anzahl der Noten zu tun. Egal ob es nur 2 Noten gäbe, 6 wie damals in NRW gibt, 16 bei Kursen (oder bist du da auch dagegen) oder 21 bei mir (gar nicht viel mehr - von 0 bis 20 Punkte, jeder Punkt eine Viertelnote). Manche Bundesländer scheinen die genaue Durchschnittsnote zu verlangen, ich bin froh, dass es in Baden-Württemberg nicht so ist (und nutze es auch). Wir dürfen auch bei Komma 3 oder 4 die schlechtere geben (wir müssen es nur auf Nachfrage begründen können). Aber das hat doch nichts mit der Anzahl der Noten zu tun.
Aber die ganze Diskussion bringt nichts, wir sind alle ans Schulrecht gebunden.