Beiträge von Tukan

    In Hessen dauert das Studium für Grundschullehramt auch heute noch nur sechs Semester.

    In Hessen umfasst das Studium 210 ECTS. Davon entfallen dreißig auf die umfassende Staatsprüfung, die zeitlich im siebten und achten Semester stattfindet. Offiziell sind es also 7 Semester Regelstudienzeit und zeitlich eigentlich 8 Semester aufgrund des Prüfungszeitraums. Das Studium ist somit nur etwas kürzer als im Bundesdurchschnitt, dasselbe gilt auch für die anderen Lehrämter (außer Berufskollegs, die aber dafür keine 1. Staatsprüfung absolvieren müssen). Ich sehe nicht, weshalb ich mit einem Grundschullehramtsstudium in Hessen in NRW weniger verdienen sollte. Die Länge des Studiums sagt nur bedingt etwas über Qualität und Anspruch aus...

    Spannend, dass mehrheitlich scheinbar doch eher beides in einer Hand liegt. Nun ist es in SH so, dass man nicht Deutsch und Mathe studieren muss, theoretisch würde sogar Sachunterricht und Musik als Kombi gehen. Gewöhnlich hat man aber zumindest Deutsch oder Mathe. Findet ihr es dann sinnvoller, in einer Klasse das zweite Fach fachfremd zu unterrichten oder wäre dann eine Kombi aus zwei LK besser? Und sollte es einheitlich sein an der Schule, oder ist es ok, wenn in der 1a beide Fächer in einer Hand sind (z.B.weil die KL Vollzeit arbeitet), in der 1b hat die KL nur ein Fach (z.B. weil sie Mathe nicht als Fach hat)? Wenn ich so darüber nachdenke: es gibt ja auch LiVs, die irgendwo Mathe oder Deutsch machen müssen, also so als durchgängiges Prinzip in allen Klassen ginge es ja gar nicht…

    Ich finde, dass Studienmodelle, bei denen nicht beides studiert wird, dringend abgeschafft gehören. Vielleicht umstritten bei den "Nordlichtern" (meine, dieses Modell, was du beschreibst, gibt es nur in SH und NDS), aber meine Meinung: Eine gute Grundschullehrkraft hat in Deutsch und Mathe fundiert ausgebildet zu sein.

    Hier sind Deutsch und Mathe, wenn es sich bei den Klassenleitungen um studierte Grundschullehrkräfte in Vollzeit handelt, in der Regel in einer Hand. Das finde ich auch sehr sinnvoll, weil man flexibler ist, wenn man merkt, dass an einem Tag das eine Thema doch mehr Übungszeit braucht, man Freiarbeit besser organisieren kann und die Beziehung zur Klassenleitung durch mehr Stunden natürlich gestärkt wird. Deshalb wird in NRW auch beides verpflichtend studiert, wie in den meisten Bundesländern.

    Bei LEO findest du alle Stellen. Aktuell ist kein üblicher Ausschreibungszeitraum, deshalb sind dort nur Stellen, wo ein besonderer Bedarf ist, z.B. an Ersatzschulen oder schulen, an denen Ausschreibungen leer laufen. Es kann sich lohnen, mal unverbindlich Kontakt zu solchen Schulen aufzunehmen. Ich habe dir mal einen Link eingefügt:

    LEO Stellen Bio und Chemie

    Ok, dann sieht es an Gymnasien schlecht aus, was die Einstellungschancen angeht. An den Berufskollegs und in der Sek I ist die Lage meist besser, allerdings ist Bio wohl (neben Geschichte) das am häufigsten studierte Fach im Lehramt. Und alle mit vollständiger Lehramtsausbildung werden natürlich bei Einstellungen bevorzugt. Chemie ist schon etwas gefragter, wenn das abgeleitet werden kann. Weiteres findest du in den Einstellungsprognsen des Landes.

    Wenn du örtlich flexibel bist (Ruhrgebiet? Sauerland? Eifel? Niederrhein?) und du dir vielleicht auch Ersatzschulen vorstellen kannst, solltest du aber auf jeden Fall eine Stelle finden.

    So schlimme Zustände herrschen bei uns nicht, auch wenn immer wieder Nässe durch die Fenster kommt und wir viele bauliche Mängel haben. Aber: Es wird regelmäßig geputzt und unsere Schränke sind teils bei Bedarf abschließbar...

    Was man als Lehrkraft hier anschafft, wird auch meistens von den SuS wertgeschätzt. Viele haben zuhause eben auch keine Bücher oder Spiele und es ist - eigentlich traurigerweise - etwas Besonderes. Ich mache das aber auch transparent, dass ich diese Dinge teilweise von privatem Geld anschaffe und die Bücher/Spiele etc. nur dann allen Kindern lange Freude machen können, wenn jeder pfleglich damit umgeht. Dass dann Sachen trotzdem bei intensivem Gebrauch schnell nicht mehr wie neu aussehen, ist natürlich völlig okay (deshalb kaufe ich ohnehin i.d.R. nur stark reduzierte Mängelexemplare und Flohmarkt-/Kleinanzeigenfunde).

    Für welche Fächer und welche Region interessierst du dich denn?

    Als Fächer dann Biologie und evtl. Chemie? Ansonsten wüsste ich nicht, was sich aus einem Biostudium ableiten lassen soll. Vielleicht gibt es an den Berufskollegs sowas wie Biotechnik?

    Biologie ist allerdings kein Mangelfach und es dürfte äußerst schwierig sein, Stellen zu finden, die für den Seiteneinstieg geöffnet sind. An welche Fächer hättest du denn gedacht und inwiefern sollen sie sich aus deinem Studium ableiten lassen?

    Grundsätzlich ist es möglich, erst die PE und dann nach der gesammelten Berufserfahrung im Lehrerberuf den OBAS Seiteneinstieg zu machen.

    0 Euro, wie jeder Unterricht. Ich verstehe die Frage nicht. Ich dachte wir werden für unsere Arbeit bezahlt, statt eigenes Geld zu investieren.

    Das ist in der Grundschule leider oft nicht so. Bei der Ausstattung vieler Schulen kommt man als Lehrkraft, besonders als Klassenlehrkraft nicht drum herum, sich selbst um viele Dinge zu kümmern. Wir machen das, weil uns guter Unterricht wichtig ist. Und je nach Klasse/Elternschaft wird das durchaus auch wertgeschätzt. Aber: Grundsätzlich ist dieser Zustand ein Unding... Ich wäre ja auch gern bereit, mich um die Klassenzimmerausstattung zu kümmern, wenn jeder Klassenlehrer ein vernünftiges Budget bekäme dafür. Aber dass wir so viel selbst bezahlen müssen, von Freiarbeitskarteien über Lernbüros bis zu digitalem/gedruckten Unterrichtsmaterial, ist traurig. Wir sind ja schon froh, wenn es zumindest ausreichend bunte Kreide, Laminierfolien, Kopierpapier und das Zusatzmaterial zu den D/M-Lehrwerken in der Schule gibt. Wir hatten auch lange nur 3 Sets Dienes-Material für 200 Schüler.

    Jetzt erst mit dem Startchancenprogramm wird es tendenziell deutlich besser, was die Materialfülle an Zusatzmaterial und Anschauungsmaterial angeht. Allerdings gibt es da oft auch eigenartige Vorgaben oder Wünsche von den Schulämtern, sodass nicht immer das angeschafft werden kann, was benötigt wird.

    Bei den Schulsozialarbeiter/innen und SEP Kräften ist es schon immer so, dass deren Kompetenzen sehr unterschiedlich sind. Viele Aufgaben, die sie in der Praxis übernehmen, z.B. die diversen Fördergruppen, wurden im Studium nur angeschnitten, soweit ich die Studienverlaufspläne für Sozialpädagogik kenne. Daher sind sie (gerade zu Berufsbeginn) oft auf unsere fachdidaktische Expertise und viele Fortbildungsangebote angewiesen, gleichzeitig ist deren Kenntnis über Vorläuferfähigkeiten und deren Routine in Zusammenarbeit mit Kitas usw. oft Gold wert... Und die Förderstunden für Kleingruppen sind auch sehr hilfreich bei Klassengrößen um die 30 Kinder. Ich möchte meine sehr erfahrene SEP insgesamt nicht missen! Es muss aber wie auch bei der Zusammenarbeit mit KuK im Jahrgangsteam menschlich einfach irgendwie passen.

    Ich wäre auf jeden Fall für Zebra. ABC der Tiere ist zu stumpf und zu schwierig gleichzeitig... Einfach nicht mehr zeitgemäß.

    Bei uns an der Schule haben wir aktuell Flex und Flora, nutzen aber nicht alle Hefte des 4 Hefte-Konzepts. Außer in Klasse 1.

    Ich möchte ergänzen, dass die Durchführung von Fächern wie Englisch oder Deutsch in der Schule nicht mehr oder weniger anspruchsvoll ist. Jedes Fach bringt seine eigenen methodischen und didaktischen Fallstricke mit sich und man sollte deutlich hinter dem Fach stehen, um guten Unterricht zu erteilen.

    Was das Studium angeht und es rein um die Durchfallerquoten und Durchschnittsnoten geht, hast du sicherlich recht.

    Biologie und Geschichte sind die einzigen Fächer, die noch schlechtere Einstellungschancen haben und noch überlaufener sind als deine beiden Fächer. Ich behaupte, dass du, wenn du bereit bist, auch an der Gesamtschule oder dem Berufskolleg nach dem Ref zu unterrichten gut irgendwo in NRW unterkommen kannst, denn auch wenn sehr viele Englisch und Deutsch haben, werden diese Fächer doch sicher immer unterrichtet und somit Leute mit diesen Fächern gesucht. Natürlich können sich Mathe/Physik-Absolventen die Stellen praktisch frei aussuchen, aber irgendeine Stelle, die dir zusagt, wirst du auch mit zwei im hohen Umfang erteilten Hauptfächern finden.

    Ja, weil du nur aufgrund einiger Störer, der ganzen Klasse diese Aufgabe gibst anstatt etwas Schönes zu machen.

    Ich würde dir empfehlen, am Classroom Management zu arbeiten, sodass du Störer besser identifizieren kannst.

    Ich finde, auch nach 12 Uhr darf der Anspruch sein, dass eine normale Lautstärke im Unterricht eingehalten wird. Dann muss man ggf. kleinschrittiger arbeiten, mehr Pausen einbauen etc.

    Zu deiner letzten Frage: Ja, auch das ist eine Kollektivstrafe und kann auf Dauer die Beziehung zur Klasse sehr schädigen. Sinnvoller finde ich ein Unterbringen von "Wiederholungstätern" bei KollegInnen in einer (niedrigeren) Klasse mit schriftllichen Aufgaben, die am Ende abzugeben sind. Das kennen fast alle Kinder aus der Grundschule und ist nur für diejenigen unangenehm, die wirklich Verursacher sind. Und so haben die anderen in der Zeit das Anrecht auf einen praktischen und aktivierenden Musikunterricht erfüllt.

    Und: Je konsequenter du am Anfang in einer Klasse bist, desto weniger häufig musst du im Laufe des Schuljahres erneut von den Sanktionen für einzelne Störer Gebrauch machen.

    Kann mir mal jemand erklären, was an diesem Beitrag nicht zu verstehen ist?^^

    Ja, den Lehrplan kann ich ja als Lehrkraft dann auch mit einigen SuS erfüllen. Je nach Schulstandort ist es aber völlig utopisch, dass die SuS flächendeckend alle im Lehrplan geforderten Kompetenzen erwerben. Wenn SuS aus dem Kindergarten kommen, ohne jemals eine Schere oder einen Buntstift in der Hand gehabt zu haben, noch nie einen Morgenkreis gemacht haben, nur wenig Deutsch sprechen, dann stehen erstmal diese Dinge im Mittelpunkt, weil sie Voraussetzung sind, um überhaupt irgendwann die im Lehrplan beschriebenen Kompetenzbereiche erreichen zu können. Gerade deshalb kamen ja u.a. von Kathie und mir der Vorschlag entsprechende Differenzierungsmaßnahmen umzusetzen, sodass einige SuS mit den entsprechenden Voraussetzungen "nach Standards des Lehrplans" arbeiten oder sogar darüber hinaus und andere eben erst Zeit erhalten, die notwendigen Basiskompetenzen zu erwerben.

    Ich bin etwas überrascht über die Einstellung, dass alle Kinder zielgleich unterrichtet werden müssen, nur weil es keinen räumlich separat stattfindenden Förderunterricht gibt. Das hängt sicherlich aber auch mit der unterschiedlichen Ausbildung je nach Uni und Seminarstandort zusammen.

    Ich finde, Kathie hat hier schon viele gute Impulse gegeben, um differenziert zu arbeiten. Ich möchte noch erwähnen, dass schwächere Kinder sich in gemeinsamen Phasen häufig herausziehen, wenn sie die Möglichkeit finden. Sinnvoll wäre daher, wenn alle an einem vergleichbaren Thema arbeiten, dass du einzelne Kinder nach der Einstiegsphase im Kinositz lässt und dann die Kinder, die es schon "schneller" verstanden haben, selbständig am Platz dazu weiterarbeiten, während du mit den schwächeren intensiv zusammen haptisch dazu im Sitzkreis arbeitest, Aufgaben nochmal gemeinsam an der Tafel schreibst und mit Material legst etc.

    Danke für den Hinweis!

    Aber ist es wirklich als Kollektivstrafe zu werten, wenn man einer lauten Klasse einige Zeilen zum aktuellen Thema diktiert - vor allem wenn man diesen Hefteintrag vielleicht sowieso hätte machen lassen, aber zu einem späteren Zeitpunkt?

    Ich gebe ja keine Strafaufgaben für zuhause auf, die dann auch die "Unschuldigen" machen müssen...

    Die Frage ist, was alles unter diesen Begriff fällt.

    Ist es zb auch eine Kollektivstrafe zb mit einer lauten Klasse nicht in den Musikraum zu gehen? Das ist ja im Prinzip auch eine "Strafe" für alle, auch diejenigen, die sich an die Regeln halten.

    Ja, weil du nur aufgrund einiger Störer, der ganzen Klasse diese Aufgabe gibst anstatt etwas Schönes zu machen.

    Ich würde dir empfehlen, am Classroom Management zu arbeiten, sodass du Störer besser identifizieren kannst.

    Ich finde, auch nach 12 Uhr darf der Anspruch sein, dass eine normale Lautstärke im Unterricht eingehalten wird. Dann muss man ggf. kleinschrittiger arbeiten, mehr Pausen einbauen etc.

    Zu deiner letzten Frage: Ja, auch das ist eine Kollektivstrafe und kann auf Dauer die Beziehung zur Klasse sehr schädigen. Sinnvoller finde ich ein Unterbringen von "Wiederholungstätern" bei KollegInnen in einer (niedrigeren) Klasse mit schriftllichen Aufgaben, die am Ende abzugeben sind. Das kennen fast alle Kinder aus der Grundschule und ist nur für diejenigen unangenehm, die wirklich Verursacher sind. Und so haben die anderen in der Zeit das Anrecht auf einen praktischen und aktivierenden Musikunterricht erfüllt.

    Und: Je konsequenter du am Anfang in einer Klasse bist, desto weniger häufig musst du im Laufe des Schuljahres erneut von den Sanktionen für einzelne Störer Gebrauch machen.

    https://www.schulsport-nrw.de/sicherheits-un…ssetzungen.html


    In NRW ist es nicht erlaubt. Früher war das so, dass die meisten Kollegen an der Grundschule dann den Übungsleiter C gemacht haben und dann ging das. Das ist aber nur noch Altregelung.

    Neue Kolleginnen müssen ausgebildet sein (regulär oder als Zertifikatskurs) oder in der Ausbildung (mit Zertikurs) sein. Oder das vor Inkrafttreten des Erlasses bereits gemacht haben.

    Richtig, genau das meinte ich.

    H.Huber ja, wenn das keine jungen KuK sind, ist das erlaubt. Trotzdem natürlich u.U. ziemlich gefährlich...

    Spannend ist, dass die älteren Kolleg/-innen sogar auch ohne ÜL-C Schein Sport unterrichten dürfen.

    Hier nochmal zum Nachlesen aus dem Link:

    Zitat

    Bei Vorliegen der entsprechenden fachlichen Voraussetzungen / Kompetenzen dürfen das Fach Sport unterrichten:

    • Lehrerinnen und Lehrer mit der Fakultas Sport (Lehrbefähigung),
    • Lehrerinnen und Lehrer mit einer entsprechenden Qualifikationserweiterung (Lehrerlaubnis für fachfremd Sport unterrichtende Lehrerinnen und Lehrer),
    • Lehrerinnen und Lehrer, die aktuell an einer solchen Qualifizierungsmaßnahme teilnehmen oder an entsprechend qualifizierenden Fort- / Weiterbildungsmaßnahmen der Bezirksregierungen oder weiterer in den Fortbildungskatalogen der Bezirksregierungen genannten und damit anerkannten Träger teilnehmen.

    Unabhängig davon können alle Lehrerinnen und Lehrer, die bisher Sport unterrichtet haben und sich bewährt haben, dies auch weiterhin tun.

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