Beiträge von Tukan

    Wunschschulen anzugeben, ist nur vereinzelt bei ZfsL möglich und abhängig von den internen Regelungen des ZfsL. In jedem Fall musst du aber einen Bogen mit deinen Stammdaten ausfüllen, wozu natürlich auch die Adresse gehört. Dann wird in der Regel versucht, dich möglichst wohnortnah zuzuweisen. Das ist aber natürlich nicht immer möglich, weil nicht jede Schule jedes Fach ausbilden will und kann. Da hilft nur abwarten.

    In Hessen müsste der Seiteneinstieg über die dreijährige berufsbegleitende Qualifizierung in der Grundschule möglich sein. Das ist aber etwas langwieriger.

    In NRW kann der Seiteneinstieg mit OBAS mMn nur im Bereich Sonderpädagogik oder evtl. Berufskolleg funktionieren, da dein Master keinem Unterrichtsfach entspricht. Für das Berufskolleg werden vielleicht Sozialpädagogik und Religion abgeleitet und bei Sonderpädagogik würdest du in FSP Lernen, FSP Emotional-soziale Entwicklung und dem Unterrichtsfach Religion ausgebildet werden.

    Aus der Verordnung für OBAS in NRW:

    Zitat

    Die Auswahl des Lehramtsfaches und der Fachrichtung erfolgt unter Berücksichtigung der Hochschulabschlüsse, Studienleistungen und Berufserfahrungen gemäß § 3 Absatz 1. Lassen sich die Hochschulabschlüsse, Studienleistungen und Berufserfahrungen keinem Lehramtsfach zuordnen, erfolgt die Ausbildung in Sprachlicher Grundbildung oder in Deutsch oder in Mathematischer Grundbildung oder in Mathematik. Für die Fachrichtung fachlich relevant im Sinne des § 3 Absatz 1 Satz 4 Nummer 1 sind Hochschulabschlüsse, die einen (sozial-)pädagogischen, psychologischen oder ausnahmsweise auch einen entsprechenden medizinischen Schwerpunkt enthalten. Studienleistungen und Berufserfahrungen gemäß § 3 Absatz 1 Satz 4 Nummer 2 und 3 müssen lediglich einem Ausbildungsfach oder einer Fachrichtung des Lehramts für sonderpädagogische Förderung entsprechen.

    Die Auswahl des Lehramtsfaches und der Fachrichtung erfolgt unter Berücksichtigung der Hochschulabschlüsse, Studienleistungen und Berufserfahrungen gemäß § 3 Absatz 1. Lassen sich die Hochschulabschlüsse, Studienleistungen und Berufserfahrungen keinem Lehramtsfach zuordnen, erfolgt die Ausbildung in Sprachlicher Grundbildung oder in Deutsch oder in Mathematischer Grundbildung oder in Mathematik. Für die Fachrichtung fachlich relevant im Sinne des § 3 Absatz 1 Satz 4 Nummer 1 sind Hochschulabschlüsse, die einen (sozial-)pädagogischen, psychologischen oder ausnahmsweise auch einen entsprechenden medizinischen Schwerpunkt enthalten. Studienleistungen und Berufserfahrungen gemäß § 3 Absatz 1 Satz 4 Nummer 2 und 3 müssen lediglich einem Ausbildungsfach oder einer Fachrichtung des Lehramts für sonderpädagogische Förderung entsprechen.

    Ich würde dir dazu raten, so viele Zusatzqualifikationen wie möglich (ÜL C/Rettungssschwimmer/Chorleitung/BNE/DaZ...) zu absolvieren und Weiterbildungs-/Zertifikatskurse in den Fächern Mathe und Deutsch zu belegen, um dich dort nachzuqualifizieren. Letzteres ist aber zumeist erst mit einer festen Stelle möglich und hilft dir nur für die Einsetzbarkeit im Schulalltag und die Aussicht auf eine Klassenleitung, nicht aber für die Einstellung. Deshalb hilft mMn nur, dass du übr einige der o.g. Fortbildungen dich zumindest für den breiten Einsatz in den Nebenfächern attraktiver machst. Persönliche Kontakte könnten auch helfen. Manchmal haben einzelne Schulleitungen einen ganz guten Draht zu den Behörden.

    OT: Ich finde es nach wie vor fahrlässig, dass es mit NDS und SH zwei Bundesländer in Deutschland gibt, in denen Grundschullehrkräfte nicht Mathe und Deutsch verpflichtend studieren müssen (über den fachwissenschaftlichen Umfang, der auch in den restlichen BL variiert, lässt sich streiten), aber zumindest ein Grundlagenstudium mit Erhalt der Fakultas für beide Fächer sollte selbstverständlich sein.

    Und das o.g. Konzept finde ich nicht sonderlich günstig, ehrlich gesagt. So ein ähnliches Konzept mti ganz arg rationierten A13 Stellen hatte die FDP hier auch mal eingeführt - sie nannten das Masterplan. Leider war der gar nicht so masterhaft. Jedenfalls wurden solche A13 Stellen sowieso nur für große Grundschulen geschaffen und auch keine klare Aufgabe wie die Schulleitungsfunktion damit verbunden. Auch wenn es dann in Bayern heißt, das soll eine "Belohnung" für Engagierte sein. Mal ganz ehrlich: Engagement ist doch sehr subjektiv. Der eine macht vielleicht mehr bei der Organisation von Projekten und Schulfesten, der Nächste plant seinen Unterricht ganz besonders gründlich, wieder jemand anders bildet sich in besonderem Maße fort usw. Wer entscheidet da letztlich, welches Engagement wie viel zählt? Da ist mir A13 für alle deutlich lieber und ehrlicher, auch auf die "Gefahr", dass dann auch vereinzelt eine bequemere Lehrkraft mehr verdient - der Frieden im Kollegium ist mir da wichtiger. Wird jetzt ja mit A13 für alle endlich umgesetzt in NRW. Auch wenn in NRW leider nach wie vor die Amtszulage fehlt - nicht, dass die 100 Euro finanziell den Braten fett machten, aber auch hier handelt es sich ja um eine Form der Wertschätzung..

    Dein Seiteneinstieg sollte eigentlich kein Problem darstellen. Das Staatsexamen gibt es ja nur im Lehramt, Jura und der Medizin und ähnlichen Studiengängen und stellt somit für die Seiteneinstiegsprogramme eine Randerscheinung dar. Das Staatsexamen ist aber gleichzusetzen mit einem Master. Daher kommt für dich eine Bewerbung auf jeden Fall in Frage.

    Ich möchte deine Umentscheidung zum Lehramt nicht werten, dich aber bitten, es dir gut zu überlegen und ggf. vorher weitere Praktika machen, um sicherzugehen, dass das jetzt tatsächlich der Beruf ist, den du dauerhaft ausüben möchtest.

    Abgeleitet werden dürfte auf jeden Fall Bio, wo allerdings zumindest in Westdeutschland so ziemlich gar kein BEdarf besteht, weil Bio ein MAssenfach ist. Wenn Chemie oder gar Physik auch abgeleitet werden können je nach Vorgabe der Bundesländer, macht dich das hingegen hochgeradig attraktiv für Schulen, aufgrund der vergleichsweise geringen und spezifischen Anteile gegenüber einem Chemie- oder Physikstudium macht das auch nicht jedes Bundesland mit. Wenn du flexibel bist, beantrage die Zulassung also in möglichst vielen Bundesländern und schau, wo du für welche Fächer zugelassen würdest und wo du die Möglichkeit eines berufsbegleitenden Referendariats erhältst, um nicht lebenslang ein Lehrer "zweiter Klasse", was Gehalt, Anerkennung und Beförderungsmöglichkeiten angeht, zu bleiben.

    Grundsätzlich ist das nicht problematisch. Ich habe selbst in einem anderen Bundesland studiert und bin dann zum Ref in mein Heimatbundesland zurückgegangen. Die Anerkennung ist grundsätzlich inzwischen sehr unproblematisch und es schadet auch nicht, ein bisschen die Vorgaben verschiedener Bundesländer kennenzulernen und vergleichen zu können. So engmaschig sind Referendariat und Studium nicht verknüpft, dass das problematisch wäre.

    Folgende Aspekte sollte man aber mMn beachten:

    - Studiere auf jeden Fall in einem Bundesland mit drei oder mehr Fächern, wovon Mathe und Deutsch verpflichtend sind. Schmalspurstudiengänge ohne Mathematik oder ohne Deutsch sind mMn für die spätere Unterrichtspraxis höchst problematisch und können hinderlich bei der Anerkennung sein.

    - Studiere Fächer, die es in beiden Bundesländern gibt, d.h. Ethik oder Französisch könnten bei einer Anerkennung ebenso problematisch werden.

    - Bei einer Anerkennung eines Studiums aus einem anderen Bundesland wird in einigen Bundesland jedes überschüssige Fach gestrichen, z.B. in NRW, d.h. es wird nur Ma, De und eines der weiteren Fächer anerkannt, damit man keinen Vorteil ggü. eigenen Bewerbern hat. Andere Bundesländer wie NDS erkennen i.d.R. alle Fächer als Lehrbefähigung an.

    - Was in aller Regel sehr unproblematisch ist: Unterschiedliche Dauer von Studium oder Referendariat und die Frage, ob eine Erste Staatsprüfung oder M.Ed. am Ende steht. Im Einzelfall gibt es da pingelige Bundesländer wie Bayern, die dann mal die verbeamtung um die "eingesparte" Zeit bis zum Abschluss ggü. den eigenen Bewerbern nach hinten verschieben, wenn jemand z.B. in Thüringen nur 18 Monate, in MV 12 Monate oder in Hessen nur 21 Monate statt 24 Monate in Bayern das Ref gemacht hat. Das hat aber ansonsten auch keine Auswirkungen.

    Ein Gedanke noch zum Schluss: Wichtiger als die Länge des Studiums fände ich, ob die Uni möglichst viele schulformspezifische Seminare anbietet, einigermaßen organisiert und die Lehrerausbildung ein wichtiges Standbein ist oder nur "nebenher" abgearbeitet wird.

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