Beiträge von Zauberwald

    Ich habe mir das jetzt erst angeschaut. Da sind, besonders am Anfang Aufgaben dabei, die könnten meine Grundschüler lösen.

    Unter den "verschiedenen Rechenwegen" würde ich eher die Kopfrechenwege oder die halbschriftlichen Möglichkeiten (man kann bei Plus z.B. erst die Hunderter und dann die Einer rechnen oder umdrehen) und nicht die beiden Verfahren der schriftlichen Subtraktion verstehen. Doch vielleicht ist das Definitionssache. Im alten bayerischen Lehrplan findet man das Wort "Lösungswege", im neuen werden die Rechenwege definiert als "Art der Berechnung zur Lösung".

    Ich bin bisher erst beim halbschriftlichen Rechnen und bezog mich hier eher auf das Malkreuz/halbschriftliche Multiplikation.

    Bei der schriftlichen Subtraktion habe ich so 3 oder 4 Kinder, die dann, wenn es Thema ist, die 2. Möglichkeit bestimmt sowieso schon kennen. In Mathe müsste ich denen ansonsten die entsprechenden Buchseiten abkleben.

    Das meinte ich nicht:

    Das ist wohl nicht einheitlich definiert? Lehrerschmidt versteht darunter eine ganz normale Rechentabelle: https://www.youtube.com/watch?v=B-WfGnQ6n5Y


    Ich meinte das hier:

    Nein, das hier ist das Malkreuz: https://didaktik.mathematik.hu-berlin.de/user/warmuth/A…_16_split_2.pdf Ein schriftliches Rechenverfahren zur Multiplikation.

    Warum soll man das nicht erklären können?

    genau darum ging es mir, daher verstehe ich jetzt nicht, warum du dich so aufregst.

    das bezieht sich auf Rechenwege, nicht auf die schriftlichen Verfahren, auch nicht vor 25 Jahren. Keine Ahnung woher du das hast.

    Ich rege mich auf , weil du mir das Wort umdrehst. Ich sage, dass ich etwas verändert habe aufgrund meiner Erfahrungen und du wirfst mir vor, es jemals gemacht zu haben. Dabei habe ich doch einen Lernerfolg hinter mir, der zu einer Verhaltensänderung geführt hat. Du machst es nur, weil es der Wittmann von dem blöden Zahlenbuch schreibt.

    Antimon Kann es sein, dass du mit dieser „Malkreuz“ Sache eine Sorte von DreisatzRechnung meinst? Das ist doch sehr anders als die Diskussion hier über die schriftlichen Verfahren zu Addition, Subtraktion, Multiplikation und Division in der Grundschule.

    Bei Dreisatz halte ich auch jedes rein mechanische Verfahren (irgendwelche Kreuze, Dreiecke oder ähnliche) für fatal. Ich meine, man sollte jedesmal neu überlegen und eine entsprechende Gleichung aufstellen und lösen.

    Ein T schreiben wir jedenfalls nicht und das eine Kind mit dem Malkreuz weiß genau, was es rechnet. Es sind die gleichen Zwischenschritte wie beim halbschriftlichen Rechnen, das die anderen machen, nur anders aufgeschrieben.

    Naja du zitiert doch selber, dass du einige Zeit beide Verfahren eingeführt hast. Das habe ich so gelernt, macht man nicht. Du bist natürlich frei als Lehrkraft das so zu machen. Ich finde es nur interessant.

    Gehts noch? Ich habe geschrieben, dass ich schlechte Erfahrungen mit der gleichzeitigen Einführung beider Arten gemacht habe und es deshalb geändert habe und nur noch das Ergänzungsverfahren allgemein in der Klasse einführe. Unser Mathebuch wollte das so. Das ist ca. 25 Jahre her. Im Bildungsplan steht trotzdem aber als Teilkompetenz "verschiedene Rechenwege untersuchen, vergleichen und bewerten" - und zwar im Zusammenhang mit der Einführung der schriftlichen Rechenverfahren. Wenn es sich ergibt, mache ich das Abziehverfahren manchmal zusätzlich mit den stärkeren Schülern, aber nur weil ich weiß, dass es sie nicht aus dem Konzept bringt und dass sie Freude daran haben.

    Ich finde es nur witzig, dass ich hier auch schon angegangen wurde, weil ich nur 1 Verfahren mit der ganzen Klasse einführe.

    Beide Subtraktionsverfahren einführen. Das macht man aus didaktischen Gründen niemals.

    Du hast nicht zu Ende gelesen, was ich auf Seite 1 schrieb:

    Die schriftliche Subtraktion kann man ja auf 2 Arten einführen: Ergänzen oder abziehen. Da es oft so ist, dass schwächere Klassen nicht damit klarkommen, wenn ich beides einführe und freistelle, wie man rechnet, vermittle ich nur noch das Ergänzungsverfahren, begleitet durch eine festgelegte Sprechweise. Dann können sie es wenigstens.

    Was mich auch interessiert:

    Muss es das eine Verfahren sein oder könnt ihr damit leben, dass das Verfahren anders aussieht, wenn das Ergebnis stimmt?

    Klar. Ein Schüler multipliziert mit dem Malkreuz. Seine Eltern sind italienischer und griechischer Abstammung. Ich meine auch schon türkische Kinder gehabt zu haben, die lieber so multiplizierten, von daher denke ich, dass es in anderen Ländern gebräuchlicher ist als bei uns. Ich habe es meinen anderen Schülern auch als Alternative gezeigt, aber es wurde sonst von niemandem angenommen.

    Und meine Frage dazu lautet: warum tut man Schülern das an? Wieso wird Schönschreiben bewertet?

    Anscheinend MUSS man dafür eine Note geben, um den Stellenwert zu zeigen. Ich finde, es gibt sinnfreiere Lernziele, als das Erlangen einer sauberen Schrift und Heftführung.

    Beim Einführen der Buchstaben lernen die Kinder sie normgerecht zu schreiben. Das ist auch notwendig für den Leselernprozess.

    Schön geschrieben habe ich auch nie. Keine Ahnung, warum lesbar nicht ausreicht und man als Kind Schönschreiben soll. Schrift ist Mittel zum Zweck.

    Aber wenn ganz viel durchgestrichen ist und Buchstaben nur halb geschrieben sind, dazu Tintenkleckse hier und da, kann man es kaum lesen. Bei uns gibt es auch im Zeugnis eine Note für Schrift und Gestaltung.

    Zauberwald: Bei uns haben bis zu 20% der Fünftklässler eine Real- oder schwache Gymnasialempfehlung. Erfahrungsgemäß schaffen es bei uns nur die Wenigsten (auch wieder um die 20%) dann tatsächlich über die 7. Klasse hinaus, wechseln ansonsten in der Regel dann in den Realschulzweig - in seltenen Fällen nach vorangeganger Wiederholung der Jahrgangsstufe im Gymnasialzweig.

    Meines Wissens sind die Bildungsstandards der Grundschule Ende Klasse 4 solche, die jeder Schüler (also auch solche mit Hauptschulempfehlung) mit Note 4 oder besser erreicht haben sollte, oder? Ist es über mehrere Jahrgänge hinweg der Fall, dass ein nennenswerter Anteil der Fünftklässler mit diesen Inhalten nichts anfangen kann, würde ich da durchaus ein Schnittstellenproblem vermuten.

    Wir können selbst in der Grundschule teilweise die Tests (besonders auch in Mathe) nicht mehr so wie vor ein paar Jahren noch schreiben. Ewiges Thema im Lehrerinnenzimmer - woran liegt es? Vllt. fehlt einfach die Lust und Ausdauer zum Üben - ich weiß es nicht.

    Da wir erst in Klasse 3 Noten in allen Fächern haben, ist es für die Kinder neu, auf Klassenarbeiten zu lernen. Ich würde ja am liebsten nichts ankündigen, aber wir müssen die Kinder 1 Woche vorher informieren. Nicht alle machen sich die Mühe, vor dem Test mal ins Musik - oder Sachkundeheft zu schauen (Lernfächer, sollte man sich schon vorbereiten), das merkt man deutlich. Die Eltern haben auch die Termine, aber manche scheint es nicht zu interessieren.

    Unsere Drittklässler haben teilweise auch nebulöse Vorstellungen, was ihre Noten und Leistungen angeht. Überhaupt, was Noten bedeuten. Ein Schüler hat 30 Minuten lang geheult, weil seine 8 Noten im Halbjahreszeugnis zwischen 1 - 2 und 2 - lagen. Das sind ja wirklich gute Noten, aber er hat mit lauter Einsen gerechnet. Er arbeitet auch sehr gut mit (erzählt aber viel "Müll") und überschätzt sich.

    Nachtrag: Korrigiere gerade Deutscharbeiten. Thema Brief. Vorgegeben habe ich, außer dem formalen Drumherum, mindestens 10 Sätze zu schreiben (da die SuS sonst nur 2 oder 3 schreiben). Einer meiner Schlauesten (er ist wirklich intelligent) hat nun jeden Satz nummeriert (um nur ja nicht einen zu viel zu schreiben) und damit das nicht in Arbeit ausartet, hat er teilweise gar keine richtigen Sätze formuliert, sondern z.B. "Und abends zocken". Sehr schade ist, dass er das viel besser könnte. In Mathe muss ich ihm immer Zusatzmaterial geben, aber Deutsch ist ja anstrengend. Schön zu schreiben auch. So bekomme ich von ihm eine halbe Seite mit teilweise durchgestrichenen oder unvollständigen Sätzen...

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