find ich ein interessantes Thema.
ich stamme nicht aus einem typischen ArbeiterInnenmilieu: sämtliche meiner Großeltern, Tanten/ Onkels, Cousins und Cousinen aller Länder haben zwar ne Ausbildung gemacht, aber meine Eltern sind bereits soziale AufteigerInnen gewesen, weil meine Mama eine vergleichsweise gut bezahlte Festanstellung als Musikerin ausübt und mit dem Kulturellen Kapital dann zwangsläufig das Gastarbeiterklischee hinter sich gelassen hat. Ich weiss noch, dass ich in der Grundschule unberechtigterweise wahre Alpträume davon hatte, keine Gymnasialempfehlung zu bekommen, weil ich ja Migrationshintergrund hatte - meine Eltern hätten eine andere Empfelung aber vermutlich nicht akzeptiert, weil ich sehr gut in der Schule war. Nach dem Abitur wäre Lehrer sowohl für mich, als auch für meine Eltern ein Abstieg gewesen - nicht so sehr wegen der Einkommensklasse, sondern wegen des Prestiges und weil das zu meiner Zeit nur MitschülerInnen mit schlechtem Abitur und hohem Spießergrad studiert haben. Auf mich wurde keinerlei Druck ausgeübt bzgl. des Lebensweges und ich habe viel Unterstützung erfahren. Dass ich nach 15 Jahren Karrierejob dann doch noch Lehrer geworden bin, ist aber ein Abstieg.