Beiträge von qchn

    find ich ein interessantes Thema.

    ich stamme nicht aus einem typischen ArbeiterInnenmilieu: sämtliche meiner Großeltern, Tanten/ Onkels, Cousins und Cousinen aller Länder haben zwar ne Ausbildung gemacht, aber meine Eltern sind bereits soziale AufteigerInnen gewesen, weil meine Mama eine vergleichsweise gut bezahlte Festanstellung als Musikerin ausübt und mit dem Kulturellen Kapital dann zwangsläufig das Gastarbeiterklischee hinter sich gelassen hat. Ich weiss noch, dass ich in der Grundschule unberechtigterweise wahre Alpträume davon hatte, keine Gymnasialempfehlung zu bekommen, weil ich ja Migrationshintergrund hatte - meine Eltern hätten eine andere Empfelung aber vermutlich nicht akzeptiert, weil ich sehr gut in der Schule war. Nach dem Abitur wäre Lehrer sowohl für mich, als auch für meine Eltern ein Abstieg gewesen - nicht so sehr wegen der Einkommensklasse, sondern wegen des Prestiges und weil das zu meiner Zeit nur MitschülerInnen mit schlechtem Abitur und hohem Spießergrad studiert haben. Auf mich wurde keinerlei Druck ausgeübt bzgl. des Lebensweges und ich habe viel Unterstützung erfahren. Dass ich nach 15 Jahren Karrierejob dann doch noch Lehrer geworden bin, ist aber ein Abstieg.

    Na dann ist ja gut, dass der Karl-Dieter es besser weiß, als die Firma Zotz Klimas, die im Rheinland sehr viele Testzentren betreibt.

    mangels Alternative hat Zotz Klimas bei unserem Kollegium fast alle NRW-Termine per Rachenabstrich durchgestestet, aber aus meiner Sicht, ist die hohe Anzahl der Testungen nicht zwangsläufig ein Qualitätsmerkmal. Daher nochmal die Nachfrage: bennenst Du wirklich die Zotz Klimas als Experten, die unfassbar professionell

    - Ortstermine in der in letzter Minute abgesagt, oder "untergeschoben" haben?
    - von Termin zu Termin immer laxere Hygieneregeln eingehalten haben?
    - Testergebnisse regelmäßig erst nach 5 Tagen oder garnicht veröffentlichen konnten (im Gegensatz zu den von ihnen betriebenen Testzentren)?

    - mehrfach zu wenig "Material" entnommen haben, um überhaupt zu einem Ergebnis zu kommen?

    - am Ende der Testperiode eine unspezifische Email an Schulen vom Sauerland bis Köln geschrieben haben (EmpfängerInnen alle einsehbar), damit sie die persönlichen Daten des Kollegiums gesammelt zugeschickt bekommen, die sie angeblich nicht lesen konnten (seltsamerweise hat man dann nie wieder was von ihnen gehört, nachdem man ihnen gesagt hat, dass man über die Daten nicht verfügen, was mE dafür spricht, dass sie einfach nur keine Lust hatten, die Daten abzutippen)?

    versteh mich nicht falsch: Ich hab auch lieber nen Abstrich durch den Rachen, aber nachdem ich zweimal einen garnichtsoschlimmwiegedachten Nasenabtstrich durch einen Arzt erhalten habe, werd ich den Verdacht nicht los, dass bei dem genannten Labor in erster Linie deswegen Rachenabstriche gemacht werden, weil die schneller als Nasenabstriche sind und von jeder/jedem HilfsarbeiterIn durchgeführt werden können, ohne Verletzungen zu verursachen. Diese Ökonomisierung des Arbeitsablaufs ist offensichtlich der riesigen Nachfrage geschuldet, aber ich finde, man kann das jetzt auch nicht unendlich schön reden.

    an unserer Schule sind glücklicherweise ein paar DatenschützerInnen, so dass die Dienstanweisung unseres Schulleiters zu Videokonferenzen nur sehr vosichtig gehalten ist (auch wenn "großzügig" Alternativen zu BBB "freigegeben" und "empfohlen" werden) und Schlupflöcher zur NIchtvideokonferenz enthält. Wäre es anders, würde ich mich an meine Gewerkschaft wenden, damit sie mir bei der Formulierung einer Remonstration helfen. Im Zweifelsfalle wäre mein WLAN - sorry - down.

    hab zwar nicht Physik studiert, aber für meinen Physik LK (12-13 Punkte) haben mein fachliches Interesse und meine sehr schlechten Mathe-Grundkurs-Kenntnisse (4-5 Punkte) absolut ausgereicht. Letztlich musste man ja nur irgendwelche Formeln aus der Formelsammlung zusammen- und umstellen und da Konstanten und Messwerte einsetzen. Da mein Mathelehrer - leider hatte ich von 5-11 den selben - quasi nur Beweise und Ausnahmen unterrichtet hatte, war ich dafür angemessen gerüstet ; ) Ich hätte gern mit Physik im Studium weitergemacht, aber mir war schon klar, dass ich an Mathe scheitern würde.

    auf dem Zettel von BAD steht zwar, dass COVID kein Grund für BV ist und auch der GYN ne andre Begründung geben muss und daher die SL einschätzen muss, inwiefern die Hygienebedingungen eingehalten werden. Außerdem steht da aber auch, dass man 14 Tage nach dem letzten an der Schule bekanntgewordenen COVID-Fall raus aus der Präsenz in Quarantäne muss. Damit ist man mE bei größeren Schulen in den meisten NRW-Landkreisen sozusagen in Raten, weil immer wieder raus und extrem unbrauchbar für die Schulleitung (Distanzunterricht schön und gut, aber das hat einfach auch Grenzen der Sinhaftigkeit) - vondaher: wenn Du weiter unterrichten willst, würd ich davon abraten, die Schulleitung zu informieren.

    ich bin ja sonst auchn Datenschützer vor dem Herrn, aber wer bei einer Email nicht davon ausgeht, dass diese auch von anderen Personen, als der angeschriebenen, gelesen werden kann, hat m.E. das Medium nicht verstanden. Daher finde ich den von Thaimel vorgeschlagenen Nebensatz absolut sinnvoll.

    Die Weitergabe einer als vertraulich gekennzeichnete Email muss nach der Rechtsprechung (die ich dazu nach kurzer Suche gefunden habe) nicht grundsätzlich als rechtswidrig eingestuft werden. Darüber hinaus wäre mE zu klären, ob eine Bitte um eine Notenauskunft an einen Lehrer als Vertretung einer Behörde überhaupt wie eine vertrauliche persönliche Nachricht (wie zB ein Liebesbrief o.ä.) behandelt wird.

    [...] die Kombination iPad+Apple TV ist ja kabellos und damit wirklich unschlagbar.

    Joah, wenn es die gäb, würd ich die wohl nutzen, aber generell unschlagbar würd ich nicht sagen, weil

    a) es ist apple (Datenschutz etc.)
    b) bewegte Bilder, also irgendwas am OHP hin- und herschieben, bzw. korrigieren ist eher suboptimal, weil man das dan abfilmen müsste und da halte ich ne Dokumentenkamera (oder eben nen OHP) für klar überlegen

    c) das Bild ist an einer festgelegten Stelle im Klassenraum und auch die Diagonale auch nicht beliebig vergrößerbar.

    Disclaimer: ich sag nicht, dass Digitalisierung keine Vorteile bringt, nur dass eine Neuerung nicht zwangsläufig alle Funktionen abdeckt, nur weil sie von apple ist.

    ich benutz noch OHPs außerhalb des Chemieunterrichts und das eigentlich auch gerne. Für neue Bilder nehm ich auch mein Thinkpad und werf die über den Beamer an, aber grade für nur eine Folie dauert das schon irgendwie länger (Rechner an, Besen aus der Nachbarklasse holen, um den Beamer anzumachen, über das HDMI-Kabel ärgern, was geklaut wurde vs. OHP aus der Ecke rollen), hat den Nachteil, dass man das Bild nur an der vorgesehen Fläche sehen kann (dh. man kann nicht Tafel und Projektion nutzen) und ist auch viel fehleranfälliger, als OHP. Außerdem besitzen bisher bei uns nur die NW-Fachschaften Dokumentenkameras, so dass es für so ne schnelle arbeitsteilige Gruppenarbeit mit Präsentationsdruck und Korrektur vor dem Plenum auch keine praktikable Alternative gibt. Unsere Schulleitung gab auch Nachfrage an, dass sowohl OHPs, als auch Dokumentenkameras schon lange nicht mehr der dernier cri seien und daher das eine nicht mehr gewartet und das andere nicht zusätzlich angeschafft würde.

    hm, also ehrlich gesagt finde ich, dass wir einen wahnsinnigen Aufriss machen, um die Eingliederung der neuen 5er. Fängt schon mit dem Tag der offenen Tür an, dann die Anmeldungen, an denen ausführliche Aufnahmegespräche geführt werden, dann noch zwei Treffenvor den Sommerferien, damit sich die Klassen schomal kennenlernen, dann nach der ausfürlichen Einschulung mit Eltern, Gottesdienst und Luftballonaktion nochmal ne Woche nur mit den KlassenlehrerInnen, Paten aus der Oberstufe und vor den Herbstferien dann die 5-Tage-Klassenfahrt. Dazu dann eigener Schulhof für die Unterstufe, eigene Essenszeiten, schöner Neubau und Privilegien noch und nöcher. Dazu kommt, was eine Userin sco erwähnt hat, dass wir alle mit den Kleinen automatisch anders umgehen - ich krieg da auch immer ne ganz quitschige Stimme.

    Ich will nicht sagen, dass das alles unnötig ist und vielleicht reicht das alles noch nicht aus, aber ich bin vor 20 Jahren an meinem ersten Schultag am Gymnasium halt zur ersten Stunde hin (ohne Eltern), dann gabs ne Begrüßung durch die Schulleitung in der Aula, drei Stunden mit dem Klassenlehrer und die fünfte war dann Französisch, wo wir alle französiscen Wörter sagen durften, die wir konnten und in der sechsten haben wir dann halt mit der Lektion angefangen. Fand ich überhaupt nicht schlimm. Vielleicht ist der Übergang auch nur so schwierig, weil sich die Grundschulen in den letzten Jahren so extrem verändert haben. Bei uns in der Grundschule ist keiner mit Hausschuhen rumgelaufen, hat die Lehrerin gedutzt oder wurde als Gruppe mit "Du" angesprochen. Es gab weder einen offenen Anfang, noch einen Morgenkreis, noch nen Kakaodienst. Fand ich auch nicht schlimm. Meine Klassenlehrerin war zwar streng, wurde aber trotzdem verehrt und hat uns regelmäßig was vorgelesen und wir durften uns die Bücher selber per Abstimmung aussuchen. Lieder haben wir halt in Französisch und Musik gesungen.

    Naja ein Problem ist doch auch, dass dieses Fach als Sammelbecken genutzt wird:

    Algorithmen, Datenstrukturen, Codierung und als Anwendung Programmieren ist die echte Informatik.

    Officeproduktschulung hat damit eigentlich gar nichts zu tun. Das gehört in Deutsch (Textverarbeitung) bzw. Mathe (Tabellenkalkulation).

    Datenschutz, WhatsApp, Youtube und Co. gehört eigentlich eher zu Sowi, Politik.

    Obwohl ich mich schon frage, was so ein Deutschunterricht noch alles leisten muss, stimme ich zu, dass Datenverarbeitung nicht unbedingt in den Infounterricht muss. Hingegegen halte ich es für hochproblematisch, Informatik als eine gesellschaftlich und moralisch neutrale Zone zu betrachten und auch in einer solchen zu unterrichten. Die Technikfolgenabschätzung muss mE immer mitgedacht und -unterrichtet werden, weil aus geellschaftlicher Sicht kein gesteigertes Interesse an FachidiotInnen besteht, die einfach mal machen, weil man es ihnen gesagt hat (bzw. es grundsätzlich machbar ist) und sich dann vor der Verantwortung für die Folgen drücken, weil "wir haben es ja nur programmiert".

    Entsprechend wird z.B. in Bio auch über die Anwendung von Pränataldiagnostik gesprochen und nicht nur darüber, wie man irgendeinen Gendefekt diagnostiziert und imho ist Datenschutz auch zumindest im NRW Lehrplan des Info LK ein Thema. Rein praktisch ist es deutlich leichter, die Probleme von mangelnder Datensparsamkeit anhand der Funktionsweise von Datenbanken und Algorithmen zu erläutern, als das ewig zu kurz gegriffene "ja, wenn Ihr bei Insta ein Photo von Euch reinstellt, auf dem Ihr betrunken seid, dann kann das sein, dass Euch später Euer Arbeitgeber blabla"

    ist ein bisschen OT, aber uns ist neulich aufgefallen, dass im Vergleich mit den Novembern der letzten Jahre, in diesem Corona-November viel weniger KollegInnen und SchülerInnen fehlen. (wegen Masken und Lüften ist Risikogruppe 1 bei uns per Definition ausgeschlossen, so dass Corona selbst nicht für Fehlen sorgt.) Unser Vertretungsplan ist quasi nicht mehr existent und mit Vertretungen kann ich mir dieses Jahr wohl kein Weihnachtsgeld dazuverdienen. Ich führe das auf weniger Stress wegen ausfallender Extratermine, Maskentragen und "ich bleib einfach mal zu Hause, wenn ich erkältet bin" zurück. (Will damit nicht sagen, dass kalte Klassenzimmer angenehm sind, nur, dass die Erkältungen deswegen wohl zu vernachlässigen sind.)

    da ich jemand bin, der das Telefon noch Oldschool am Ohr hält, sehe ich es als einen Vorteil des Festnetztelefons, dass es nicht so heiss wird, lange Akku hat und man nicht so dran festklebt - Strahlung soll da ja auch noch ne Rolle spielen. Es haben aber nur Leute meine Festnetznummer, mit denen ich lange telefoniere. Mein Mobiltelephon nutze ich nur in Notfällen - ich find es schön, nicht mobil erreichbar zu sein =)

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