Was sagen eigentlich die weiterführenden Schulen dazu, macht es in Klasse 7 oder 9 noch einen Unterschied, welche Schrift gelernt wurde?
--> Finde ich ne sehr spannende Frage!
Ich selbst hab - wie ich jetzt festgestellt habe - LA gelernt und schreib im Übrigen zu etwa 80% immer noch so - witzigerweise haben SuS der Erprobungsstufe häufig Schwierigkeiten, meine Schrift zu lesen, so dass ich in der 5-6 meist in Druckbuchstaben an die Tafel schreibe.
Leider kenne ich die Ausgangsschriften nicht gut genug und bin nicht firm darin, eine Entwicklung von Druckschrift auf LA zu erkennen, aber ich werde nächstes Schuljahr (inschallah!) mal verstärkt darauf achten, warum bestimmte SchülerInnenschriften in der SekI+II so unleserlich sind.
Wenn ich aber jetzt darüber nachdenke, fällt mir folgendes auf:
in der Erprobungsstufe sind beinahe alle Schriften lesbar und einige wenige haben eine schöne regelmäßige Schreibschrift.
Es gibt in jeder Klasse 4-6 Totalausfälle von SuS, deren Buchstabenfolge wirklich schwerlich eine eigenständige Schrift genannt werden kann. Die Abstände zwischen Buchstaben und Wörtern sind total willkürlich, die Buchstaben bis zu 3 Zeilen groß und dann wieder winzig klein und folgen trotz der Linierung der Unterlage keiner Linie. Diese SuS sind in der Regel so langsam beim Schreiben, dass sie kaum dem Unterricht folgen können. Erfahrungsgemäß können sie aber auch ihre eigene Schrift nicht lesen - ich denke, da hapert es auch am Lesen. Ich hoffe mit G9 haben wir wieder genug Zeit zum Abschreiben/Schreiben, weil dann diese SchülerInnen auch selbst merken, dass sie viel zu langsam sind und üben müssen.
In der Sek II hat etwa die Hälfte der SuS hat irgendeine (für mich nicht weiter
definierbare) Form der flüssigen und lesbaren Schreibschrift entwickelt und kann ohne Schwierigkeiten längere Texte schreiben.
Wobei es bei den lesbaren Druckschriften auch Unterschiede gibt: die größte Gruppe derjenigen sind die, die mE nie eine Schreibschrift geschrieben haben und schreiben nur sehr langsam und daher sehr kurze (für die Sek II zu kurze) Texte. die kleinere Gruppe hängt imho mehr aus Coolness und Designgründen an der Druckschrift und kann diese auch "flüssig" und schnell schreiben.
Die mit der unlesbaren Druckschrift sind meist kein Problem, weil sie einfach nicht schnell genug schreiben und daher auch nur wenig zu lesen ist - da kann man sich auch mal durchkämpfen. Richtig Schwierigkeiten habe ich mit denen, die eine unlesbare Schreibschrift haben, weil sie halt auch viel schreiben. Das sieht dann eigentlich so aus, wie beispiele 4+5 unter dem gepostete Link https://www.handschrift-schreibschrift.de/schriftdefizite/ Also mit geraden Linien verbundene Einzelbuchstaben und kein erkennbarer Größenunterschied, was zB bei e und l Probleme macht.
In der Oberstufe streiche ich jedes Wort an, das ich nicht auf den ersten Blick lesen kann und nehme auch öfters mal die "bis-um-3-Notenpunkte- absenken-für-Form etc-Regel" in Anspruch, weil ich schon finde, dass wir dafür verantwortlich sind, dass unsere SuS im echten Leben lesbar sind. (Im Abitur versuche ich natürlich jedes Wort zu entziffern) Mir fällt btw auf, dass SuS mir Füller immer viel lesbarer schreiben und schlage unlesbar schreibenden SuS/Eltern auch immer vor, ihr Schreibgerät zu wechseln. Die paar, die das gemacht haben, hatten hinterher tatsächlich eine lesbarere Schrift.