Beiträge von putzmunter

    Ich habe meine 10er (Englisch, Gymnasium, NRW) gerade durch.
    Der Schwierigkeitsgrad war angemessen, und die Schüler sahen meine Predigt bestätigt, dass GENAUES Textlesen sehr wichtig ist. Ich fand beide Texte auch ganz interessant.
    Probleme hatte ich mit der Bewertung. Erst einmal waren die Bewertungsbögen für die Lehrerhand kein Meisterwerk des guten Designs und Layouts, aber das sind die Sachen aus Düsseldorf ja eh nur selten. (Siehe Zentralabitur).
    Aber die "Bepunktung" fand ich an vielen Stellen sehr fragwürdig! Teil II, "A Place To Stand": Meine Schüler haben die Wortschatzabfrage strikt auf den Text bezogen und sich deshalb wohl nicht getraut, "factories" einzutragen, sondern statt dessen völlig unsinnig "toll booths". Im Text kam ja nichts vor, was mit factories zu tun hatte! Bei der letzten Frage haben sie angegeben "help them to FIND A JOB in their later lives". Das haben ausnahmslos alle geschrieben, und ich habe es als richtige Antwort gewertet. Wir waren ja schließlich aufgefordert worden, mit größter Nachsicht und Schülerfreundlichkeit zu bewerten...!
    Die inhaltlichen Kriterien zum Aufsatz über "A Place To Stand" konnte niemand ganz erfüllen. Sieht man sich an, was da für Antworten kamen (zu "coffin" hat wohl jeder gedacht, "ist doch klar, was das ist, das braucht man doch nicht noch zu beschreiben") und was für schülerferne, altersfremde Assoziationen zu den Berufsbildern (mit dem white-collar job) erwartet wurden, dann war klar, dass hier die Spreu vom Weizen getrennt werden sollte, und dass ich in meiner Klasse keinen Weizen habe!

    Aber all diese Dinge waren auch wieder nur Augenwischerei, denn durch die
    Zuordung der erzielten Punkte zu den breitgezogenen PunkteGRUPPEN, die die die Notenstufen ausmachen, wurden soviele Leistungsunterschiede einfach wegnivelliert, dass beim gesamten Klassensatz nur noch Spielraum für die Noten 2 und 3 blieb!!!

    So schafft sich das Schulministerium die gewünschte Erfolgsrate, und den Schülern wird ein Bewusstsein von ihrer Leistung suggeriert, das nicht wirklich oberstufenkompatibel ist - aber auch dort wird ja an der Stellschraube der Nivellierung kräftig gedreht...

    Wie ist es denn anderen bei der Korrektur ergangen, bin ich zu abgehoben in meinen Erwartungen?
    Gruß,
    putzi

    Zitat

    Original von Ulli
    Was meint ihr denn zu diesem interessanten Arikel?.

    http://nachrichten.aol.de/nachrichten-po…071351124557160

    Zitat:
    "Förderunterricht. Aber fast überall sei zu wenig Geld und Personal da. Schneller und einfacher sei es, weniger zu fordern und notfalls zu tricksen."

    LG Ulli ?(

    Hallo Ulli,
    das ist in NRW auch bald der Marschbefehl. Schüler einfach trotz schlechter Noten zu versetzen (statt für Förderunterricht zu sorgen) ist kostenneutral, und nur darum geht es, da beißt die Maus keinen Faden ab.

    Merke: (abgewandeltes Dieter-Hildebrand-Zitat) Schulpolitik ist der Spielraum, den die Finanzpolitik ihr lässt.
    So eine Politik kann unsereiner auch mit den redlichsten Bemühungen nicht ausgleichen, deshalb bitte keine Gewissensbisse.
    Gruß,
    putzi

    Hallo Brick,
    unsere Oberstufenkoordinatorin sagt, die Höchstgrenze sei 34. So viele habe ich noch nicht gehabt, wohl aber 31. Finde es furchtbar - denen kann man kaum alle gerecht werden, und von der Korrekturdauer bei so vielen Schreibern ganz zu schweigen - ich finde solche Höchstgrenzen untragbar. Bin übrigenns auch in NRW.
    Gruß,
    putzi

    Liebe Englischkollegen,
    wir möchten für unsere Lehrerbücherei eine "state of the art" Lehrergrammatik anschaffen, da es immer wieder mal Diskussionen und Ratlosigkeit bei Randfragen gibt, über die Kollegen unterschiedlicher Meinung sind. Ein neueres detailliertes Standardwerk - habt ihr da Empfehlungen?
    Danke schon mal im voraus.
    putzi

    Ich hatte erst gerade eben so einen Fall.
    Von drei Klausurfragen waren zwei komplett und lückenlos mit Sätzen aus Texten von sparknotes.com beantwortet. Ich habe diese Seiten ausgedruckt und den Schüler damit konfrontiert, woraufhin er zugab, entsprechende Ausdrucke unter sein Konzeptpapier gemogelt und abgeschrieben zu haben.

    Der Rest an inhaltlicher und sprachlicher Eigenleistung, den ich dann noch werten konnte, den konnte ich natürlich in allen sprachlichen Kategorien nur anteilig werten, nicht mehr mit den vollen Punktzahlen. Es reichte dann nicht mehr für "Mangelhaft".
    Habe mich vor Rückgabe der Klausur auch mit der Schulleitung bezüglich der Rechtmäßigkeit meines Vorgehens abgesichert.

    Aber das ganze lückenlose Nachweisen von jedem Satz hat mich beim Korrigieren viel Zeit gekostet. Dafür macht dieser Schüler sowas aber garantiert nicht noch mal.
    Gruß,
    putzi

    Bei uns gibt es keinerlei Entlastung. Ich habe volle Stelle Englisch und Französisch, korrigiere mir also seit Jahren einen Wolf. Tendenz der Kursstärke: zunehmend.

    Die schulinternen Lehrpläne für Englisch richten sich in der Oberstufe nach den Düsseldorfer Vorgaben und sind auch so formuliert. Wir haben nur eine Absprache (aus der Fachkonferenz) bezüglich der Verteilung der Themem auf die Halbjahre. So habe ich (Fachkonferenzvorsitz Engl.) es als Tabelle mit Düsseldorfer Formulierungen geschrieben.
    Bei nötigen Veränderungen kopiere ich den Düsseldorfer Wortlaut und füge ihn in die Tabelle ein.
    Für Unter- und Mittelstufe nutze ich die Vorgabe des Lehrwerks, wir haben ein neues, das den neuen Kernlehrplan enthält. Ich habe die CD zur Lehrplangestaltung, die mit dem Buch kam, bei mir gespeichert, stark zusammengestrichen und dann für die Schulakten ausgedruckt.
    Gruß,
    putzi

    Ich staune immer wieder, wie das an anderen Schule klappt, dass AKOs und/oder Mentoren für die Referendarsbetreuung irgendetwas angerechnet bekommen. Bei uns gibt's sowas gar nicht.
    Ich weiß auch gar nicht, wo die Stunden dafür herkommen sollen. Was immer wir an Entlastungsstunden für die Schule bekommen, ist immer schon verplant, und wer im Rahmen des Förderkonzepts etwas extra macht, der hat nicht auch noch Zeit für etwas anderes...
    Gruß,
    putzi

    Wem habe ich erst gestern einen neuen Anstrich verpasst? Der Küchentür.
    Wem soll ein schöneres Aussehen verschafft werden? Dem Schulhof.

    ich kann mir nicht vorstellen, dass man selbst bei einem unbelebten Gegenstand fragen könnte,"Was soll ein schöneres Aussehen verschafft werden?"
    Gruß,
    putzi

    Hallo referendarin,
    Soweit ich weiß, gilt fürs Nachschreiben folgendes: Die Klassenarbeit war bereits angekündigt, daher muss das Nachschreiben nicht noch einmal extra angekündigt werden, denn es handelt sich um die bereits angekündigte Klassenarbeit. Es versteht sich aber von selbst, dass man den Schüler darauf hinweist, und dass man ihm etwas sagt wie "morgen, aber welche Stunde kann ich die jetzt noch nicht sagen" oder "noch diese Woche, sobald ich einen möglichen Zeitpunkt gefunden habe". in der Regel muss man den Schüler ja entweder allein in eine Raum setzen, oder mit Aufsicht, wenn es mehr als einer ist. Oft muss man den/ die Schüler dabei aus der Stunde eines anderen Kollegen mit dessen Einverständnis ausleihen. Man kann ihn in eine Oberstufenklausur mit hineinsetzen, nach Absprache mit dem aufsichtführenden Kollegen.
    Gruß,
    putzi

    Ich erstelle für jede Oberstufenklusue einen Bewertungsbogen für den Inhalt und eine für die Sprache, orientiert am für diese Stufe gültigen learnline-Beispiel (den für die Sprache habe ich komplett von Learnline übernommen). Das dauert ewig, bis ich den fertig habe, rentiert sich aber ganz schnell beim Korrigieren selbst. Mein Layout ist auch papiersparender als das vom SchuMi. Ein Bogen für Inhalt, einer für die Sprache, die kopiere ich verkleinert so dass beides auf ein Blatt passt, in der Anzahl der Schüler. Dann schreibe ich den Schülernamen auf jedes Blatt und arbeite beim Korrigieren die Punkte ab, bis ich durch bin. Das geht erheblich schneller als ohne Bogen, weil man nicht so viel Inhalt im Gedächtnis behalten bzw erneut nachlesen muss, um zur Berurteilung zu kommen. Das "Zahlenwerk" notiere ich mir zusätzlich in verkürzter Form für meine Unterlage.
    Ja, bei der Rückgabe der Klausur lege ich den ausgefüllten Bewertungsbogen mit hinein. Die Schüler sind das von anderen Kollegen und Fächern jetzt auch schon gewohnt, und nur extrem selten gibt es mal eine Rückfrage.
    Gruß,
    putzi

    Ich sage meinen Schülern vor dem Austeilen etwas zum Gesamtergebnis, zu besonderen Schwierigkeiten und sonstigem, das mir aufgefallen ist, und schreibe den Klassenspiegel an. Da ich grundsätzlich eine Positivkorrektur mache (d. h. ich schreibe an die Fehler dran, wie es richtig heißen musste), besteht kein Bedarf zur Fehlerbesprechung mit der ganzen Klasse. Mit der ersten Klassenarbeit teile ich auch immer ein selbst verfasstes Blatt "Berichtigung von Klassenarbeiten" aus, das hinten ins Arbeitsheft geklebt werden muss. Diese Blatt lasse ich beim ersten mal auch vorlesen, um sicherzustellen, dass alles verstanden worden ist und um auf eventuelle Rückfragen zu antworten. Die Schüler haben dann ein paar Minuten Zeit, sich ihre Fehler anzusehen und sich mit Rückfragen zu melden.
    Danach lasse ich die Hefte aber in die Schultaschen packen und mache weiter mit dem Unterricht! Ich finde es immer merkwürdig, wenn Klassen, die ich neu bekommen habe, mir sagen, "Für Englisch habe ich heute nichts dabei, auch meine Hausaufgaben nicht. Ich dachte ja, wir kriegen die Arbeit zurück!"
    Nein, Arbeit zurückgeben dauert bei mir maximal zehn Minuten.
    Falls du mein Berichtigungsblatt an dich gemailt haben möchtest, sag einfach Bescheid.
    Gruß,
    Putzi

    Am Gymnasium sind die Englischlehrer oft erst mal damit beschäftigt, taktvoll ein paar Kleinigkeiten wieder wegzubekommen, die sich an der Grundschule eingeschliffen haben. Die absolut korrekte Frage heißt, "What colour is your pencil case", mit "which" geht da nix, es sei denn, es geht um eine Auswahl ("Which colour do you prefer, red or blue?")
    Das ist ja jetzt nicht das größte Problem. Schwieriger wird's, wenn Kinder einem sagen, "I've got a scissor" und "I've got a glue".
    Wenn diese Wörter in der Grundschule benötigt werden, dann muss man sich die Mühe machen zu erklären, dass "scissors" ein Pluralwort ist und mit -s, aber ohne Artikel benutzt wird, und bei "glue" kann man sich meist mit "glue stick" helfen.
    Gruß,
    Putzi

    Zitat

    Original von Super-Lion
    Wieso kann man diese Schüler nicht rauswerfen? Mache ich in der Berufsschule manchmal auch.
    ...
    Wenn die ganze Klasse schwätzt, sage ich, dass ich jetzt raus ins Lehrerzimmer gehe, sie sollen mich dann wieder holen, wenn sie Unterricht machen wollen.
    Kaum zur Tür raus, wird's mucksmäuschenstill, spätestens 2 min später steht jemand auf der Matte und bitte darum, dass man doch wieder Unterricht machen soll.

    Oder einfach mal hinstehen und gar nichts sagen. Warten, bis die Klasse verstummt und dann fragen, ob man jetzt weitermachen könne.

    Ansonsten schreibe ich die Tafel von links nach rechts voll, dann kommen sie nicht zum Quatschen. Schön mit Farben arbeiten und man hört irgendwann nur noch "Kann ich mal Deine Blau haben."

    Gruß und viel Erfolg
    Super-Lion

    Hallo,
    das Hinauswerfen kann man bwref nur raten, wenn sie Volljährige unterrichtet - minderjährige Schüler MÜSSEN unter der Aufsicht des Lehrers sein (NRW), da darf man sich als Lehrer nicht einfach mal dünne machen.
    Ich hatte auch schon mal eine Klasse, da habe ich volle 45 Minuten geschwiegen ohne irgendeine verstummende Wirkung auf die Schüler! Diese Klasse war allerdings ein schwerer Fall, während in den meisten Klassen das schon einen gewissen Signaleffekt hat. Aber die Erfahrung hat mich vorsichtig gemacht.

    Ich würde es vorziehen, in die Offensive zu gehen ("Was ist denn heute mit euch los, hat's schon Knaatsch gegeben?") was immerhin den Ball in ihr Feld spielt. Meist kommen sie dann mit irgendwelchen Berichten von vorhergegangenen Stunden, auf die ich dann auch vorsichtig eingehe. Dann komme ich schon mal nicht mehr als Gegner rüber und kann danach darauf hinweisen, dass man da noch stundenlang drüber reden könnte, aber wir haben noch Arbeit vor der Brust -und mit der Arbeit auch dann wirklich loslegen wie Superlion es empfiehlt. Hinweis, das das für die Klassenarbeit wichtig sein wird, hilft auch oft.
    Einmal haben mir Schüler auch gesagt,"Ach nehmen Sie's doch nicht persönlich, wir haben doch gar nichts gegen Sie. Wir haben nur keinen Bock auf Englisch!"
    Ja, da musste ich mit ihnen aushandeln, welche Art von Englischübung sie denn für heute weniger schlimm fänden als andere. Da haben sie Vokabelraten vorgeschlagen...
    Gruß,
    Putzi

Werbung