Beiträge von putzmunter

    Es kommt auf die Fächer und die Altersstufen an, finde ich. Beim Erlernen einer neuen Fremdsprache brauchen besonders die jüngeren Schüler die tägliche Beschäftigung mit der Fremdsprache, da sie "habitualisiert" werden muss. 2x die Woche eine Doppelstunde kann man zwar durch Methodenwechsel auch effektiv und unterhaltsam gestalten, aber durch die fremdsprachenfreien Tage plus Wochenenden, die ja auch ohne Fremdsprache ablaufen, geht viel wieder verloren und muss dann beim nächsten Mal erst wieder aufgebaut werden. Kurzum, was für andere Fächer funktioniert, weil man stark vertiefend arbeiten kann, gilt für Fremdsprachen nicht genauso. Vertiefen ist nicht so wirksam wie tägliches Üben. Es geht mehr um Trainieren als um Erkenntnisgewinn. Der ist zwar wertvoll, aber stellt keine Gebrauchsautomatismen her, ohne die es beim flüssigen Sprechen nicht geht.

    Wenn deine Lehrertätigkeit dir Zeit lässt für eine Nebentätigkeit, dann mach es doch. Man braucht ja auch was anderes als nur Lehrersein. Die meisten Kollegen verfolgen z. B. Hobbys, die sie als erfüllend empfinden. Ich selber habe einen Lehrauftrag und arbeite mit internationalen Studenten. Das bedeutet mir SEHR viel.

    Es gibt auf jeden Fall auch bürokratische Aspekte: Nebentätigkeit (in NRW) muss beantragt und genehmigt werden, die Schulleitung muss sie befürworten, und das Finanzamt interessiert sich für deine Einnahmen, egal wie gering sie sind oder nicht sind.
    Wie gesagt, in NRW. Keine Ahnung, wie es in anderen Bundesländern ist.

    Danke Nitram! Ja, da steht es unter Punkt 2, Konventionen der geforderten Zieltextformate. Das war es, was ich im Sinn hatte.
    Nur findet es sich nicht mehr für 2017. Dort steht unter dieser Datei jetzt "Ab Abitur 2017", und dann kommen nur die Bewertungskriterien, aber nicht mehr diese detaillierten Erläuterungen. Fragt sich, ob das heißen soll, dass sie nun nicht mehr gelten?

    @ Lehramstsstudent: Ja, dass es einen Unterschied zwischen formalem und nichtformalem Englisch gibt, muss man als Lehrer seinen Klassen beibringen. Die Englischbücher helfen da leider nicht wirklich, weil sie es nicht ausdrücklich thematisieren. Zwar enthalten sie durchaus Sachtexte ohne short forms, aber sie weisen nicht darauf hin. Ich weiß auch nicht, ob die Lehrerausbildung diese Sache thematisiert.


    putzi

    Hallo an alle,
    ich beanstande immer am Rand der Klausur ("No short forms") und meine mich zu erinneren, dass wir vor zwei Jahren auch Korrekturvorgaben hatten, die das vorgeben. Sie scheinen aber zumindest online nicht mehr auffindbar zu sein.
    Wie handhabt ihr das bei den aktuellen Abiturklausuren? Dabei meine jetzt nicht diejenige (meist letzte) Klausuraufgabe, die dialogisches oder sonstwie fiktional-kreatives Schreiben erfordert, sondern die zusammenfassenden und analysierenden Aufgaben. Ich habe ein Koreferat, und der Kollge hat nicht nur alle short forms unbeanstandet gelassen, sondern hat auch selbst welche in seinen Randkommentaren benutzt.
    Bin dankbar für eure Meinungen.

    putzi

    Unser Finanzamt ist überarbeitet. Wir haben unseren Steuerbescheid für 2015 noch nicht erhalten. Die Steuererklärung ist aber fristgerecht eingegangen. Nun bekomme ich eine Aufforderung, weitere Steuervorauszahlungen zu leisten, obwohl wir schon vor zwei Jahren unsere Steuerklassen geändert haben, wodurch die Vorauszahlungen unnötig werden. Da ich nicht unaufgefordert gezahlt habe, bekam ich noch 5 Euro Verzugsgebühr draufgebrummt. Seufz! Aber im Ernst, wie lange muss man warten? Am liebsten würde ich DENEN einen "Säumniszuschlag" abverlangen...
    Bevor es einer vorschlägt: ELSTER hatten wir allerdings nicht gemacht. Damit geht's wohl schneller, sagen mir manche. Wär was fürs nächste Mal.
    Aber wielange muss ich warten auf einen Steuerbescheid?

    Fragt
    putzi

    Ich schließe mich Bolzbolds Aussagen an. Auch bei uns ordnen Kollegen (wohl nicht alle, ich aber immer) an, dass die Smartphones ausgeschaltet auf einem der vorderen Tische oder ganz vorn auf der Fensterbank abgelegt werden, wo Lehrer und Schüler sie im Blick haben. Ein Schüler, der sich weigert, würde sich schon sofort SEHR verdächtig machen, und dieses Argument sehen die Schüler auch ein.
    Wortgleichheiten mit Internet- oder anderen nicht zur Klausur gehörenden Texten kann ein Schüler nie glaubwürdig erklären. Beliebt ist aber: Sich etwas ausdrucken, es am Rand kleiner scchneiden und unters Vorschreibpapier mischen... Das halten Schüler gern für einen idealen Spickzettel-Platz. Dem kann man begegnen, indem man einen Stapel Konzeptpapier mitbringt und nur dieses benutzt werden darf.
    Etwas in eigenen Worten auszudrücken ist in den Fremdsprachen unerlässlich, da ja sonst keine SPRACHLICHE Eigenleistung vorliegt. Auswendiglernen ist keine sprachliche EIGENleistung.

    Übrigens: Erstaunlich oft muss man die Schüler beim Hinausgehen daran erinnern, ihr Handy wieder an sich zu nehmen...

    Dass mir der Begriff "Flüchtling" mittlerweile sauer aufstößt, liegt nicht an den Menschen, die so bezeichnet werden, sondern daran, dass dieses Wort mit der verkleinernden "-ling"-Endung die Geflohenen, Vertriebenen, Gejagten, Verfolgten und Traumatisierten nicht korrekt bezeichnet.

    Es gibt Leute, die argumentieren, dass die Endung -ling per se schon negativ konnotiert sei. Aber so einfach ist die Sache nicht, denn was ist mit Schützling, Säugling, Jüngling, Häuptling, Zwilling, Prüfling und Liebling? Und dann gibt es andere, die einen Bedeutungsunterschied zwischen Flüchtling und Geflüchtete(r) sehen: Der Flüchtling ist noch auf der Flucht, während der Geflüchtete seine Flucht abgeschlossen hat.
    Ich finde, es ist nicht das eine Wort, das diskriminiert, sondern die Menschen, die diskriminierend reden und handeln. Und du hast natürlich absolut recht damit, dass es "die Geflohenen, Vertriebenen, Gejagten, Verfolgten und Traumatisierten nicht korrekt bezeichnet". Ich glaube aber nicht, dass ein einzelnes Wort all das überhaupt ausdrücken kann. Man muss schon unterscheiden zwischen Migranten, Asylsuchenden, Einwanderern, und diese sind je nach Fall auch Geflohene, Vertriebene, Gejagte, Verfolgte und Traumatisierte.
    Mich erschreckt beim Flüchtlingsthema am meisten der Zustand von Europa. Die verschwindende Gemeinschaft!

    Bei uns wurde in diesem Schuljahr Access für die 5 eingeführt, die Kollegen aus der 5 schlagen die Hände über den Köpfen zusammen und arbeiten inzwischen ihrer Aussage nach größtenteils mit Kopien aus anderen Lehrwerken. Reihenfolge der Grammatikthemen scheint problematisch zu sein (habe im Kopf, dass die Einführung des Simple Past erst sehr spät erfolgt, evtl. sogar erst in Klasse 6?), die Übungen zu Texten stehen immer mehrere Seiten weiter hinten (ständiges hin- und herblättern), teils keine Textgrundlage zu Grammatikthemen. Zum nächsten Schuljahr werden wir wieder ein anderes Buch einführen, welches steht noch nicht fest. Wir prüfen momentan Camden Town und GreenLine, momentan gibt es wohl eine leichte Tendenz zu ersterem. Ich bin aber zugegeben nicht ganz im Thema, da ich keine 5 habe und vermutlich nicht an der Schule bleibe.

    Ich arbeite auch mit Access in der 5. Nein, das simple past kommt schon in Unit 4, also eher früh dran. Dafür wird das present progressive bis Unit 5 aufgeschoben. Ich habe es aber schon viel früher eingeführt, weil man es beim Sprechen mit den Schülern ja eh ständig benutzt. Alles andere finde ich größtenteils OK. Was mich nervt, sind die viel zu kleinkinderhaften Songs (ich benutze einfach andere), und das mit den Filmsequenzen als Übungsgrundlage ist ja nett gemeint, nutzt aber nur was, wenn man ständig einen Raum mit interactive whiteboard zur Verfügung hat. Bei uns muss man so einen Raum im voraus buchen, geht also nicht spontan. Im Großen und Ganzen bin ich aber doch zufrieden mit Access 1, auch mit den Workbook-Übungen dazu.

    Wir haben demnächst eine Kollegiumsfortbildung zur Inklusion. Was den Bili-Zweig angeht, wollte ich mich schon mal im Internet schlau machen, aber - is' nich'.

    Your search - "Inklusion im bilingualen Unterricht" - did not match any documents.

    No results found for "Zieldifferenter bilingualer Unterricht".

    Nun bin ich mal gespannt, was wir auf der Fortbildung hören werden. Ich berichte dann mal.

    Was ist der Unterschied zwischen Klassenarbeit und Klausur? Ich mache 5 schriftliche Prüfungen pro Schuljahr, die ich benote. Die zählen alle gleich. Aber offenbar meinst Du ja mit Klassenarbeit irgendwas, was nicht so ein Gewicht hat.

    Bei uns (NRW) spricht man bei den Arbeiten der Unter- und Mittelstufen von Klassenarbeiten. Klausuren heißen die Arbeiten der Oberstufe, die bei uns stark formalisiert und auf Übereinstimmung mit den vom Ministerium gestellten Abiturklausuren ausgerichtet sind (mitsamt vorgeschriebener Aufgabengewichtung und Punkteverteilung.)

    Äh, Bolzbold - es geht ja hier nicht um Klausuren, die macht ja wohl jeder abiturorientiert, da brauchen wir ja gar nicht drüber zu reden, und wie du selber sagst (Bolzbold: "Das wissen die Schüler nach sieben geschriebenen Klausuren"), sondern die Frage war, ob man es bei Klassenarbeiten machen muss.

    Ich verstehe beide Seiten und mache streng genommen beides.

    Bei der Klassenarbeit gebe ich die Maximalpunktzahl auf dem Aufgabenblatt nicht an, schreibe aber natürlich beim Korrigieren für jede Aufgabe die entsprechenden Punkte daneben.

    Nun empörst du dich und schreibst als Reaktion auf mich:

    "Was ist das denn bitte für eine Haltung gegenüber Deinen Schülern?! Es gibt schwierigere und weniger schwierige Aufgaben - und je nach Schwierigkeitsgrad und der damit verbundenen Bearbeitungsdauer gibt es eben entsprechend viele oder wenige Punkte."

    und

    "Ich glaube, das nennt sich "fair". Und mir ist es egal, in welcher Reihenfolge die Schüler die Aufgaben bearbeiten. Da jeder Schüler möglichst gut abschneiden möchte, pickt sich auch kaum einer die Rosinen raus sondern bearbeitet zunächst das, was er ad hoc bearbeiten kann, und hebt sich den Rest für später auf."

    Also - bezieht sich deine Entrüstung nun auf den Punkt Klausuren, oder auf Klassenarbeiten? Verstehen wir uns gerade miss? Gibst du nun (weil das nur "fair" wäre) die Punkte auf dem Arbeitsblatt der Klassenarbeit an oder nicht? Ich habe den Eindruck, wir verstehen uns gerade miss.

    ...am Gymnasium. Das kommt als nächstes auf uns zu. Die Schulleitung hat beschlossen, die neuen Inklusivschüler (mit Lernschwierigkeiten) in die bilingualen 5. Klassen zu stecken. Es wird einen Förderlehrer geben, der seine 12 Stunden auf die beiden Klassen verteilt, also 6 Stunden pro Klasse. Die haben mindestens 9 Fächer, also kann ich mir ausrechnen, dass der Förderlehrer nicht einmal jede Woche 45 Minuten im Englischunterricht dabeisein wird. Mir kommt das vor wie ein Vierteltropfen auf den heißen Himalaya.
    Ich kenne mich auch nicht mit zieldifferentem Unterricht aus. Was genau ist das differente Ziel? Ist das irgendwo festgeschrieben, so dass man sich eine Vorstellung machen kann? Und wie sieht der bilinguale Unterricht in der Praxis aus, wenn er zieldifferent ist? Klassenstärke 28, Stundenform 90minütig.
    Falls einer von euch damit Erfahrung hat, bitte erklärt mir etwas aus eurer Praxis.
    Vielen Dank,

    putzi

    Hm, Aufgaben mit nur 2 Punkten, für die man eine halbe Stunde braucht, hätte ich nicht.
    Aber ich sehe schon, das hängt wohl doch von den Fächern ab, ob man "ertragsorientiert" vorgeht. Man kann ja (z. B. in den Sprachen) nicht ohne weiteres davon ausgehen, dass jemand, der eine höher bepunktete Aufgabe zuerst macht, die hohe Punktzahl auch erreicht. Schüler können das nicht unbedingt vorher realistisch einschätzen. Die können sich da auch "vergreifen".
    Aber egal.
    In NRW ist bei den Sprachen in den Abiturklausuren die Abfolge der Aufgaben sequenzialisiert, d. h. sie bauen aufeinander auf. Da macht es wenig Sinn, z. B. den Schlussteil vor dem Mittelteil zu machen.

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