Beiträge von Primaerfarbe

    Ich habe mich damals sehr viel über Mappen für das Studium informiert, schon bevor ich meine Ausbildung abbrach. Ich habe mir erfolgreiche Mappen angeschaut und habe mich gründlich über die Vorlagen der Uni informiert.

    Die Universität hat klipp und klar 20-30 Werke gefordert, die einem roten Faden folgen und nicht älter als ein Jahr sein sollten. Als ich meine Ausbildung abbrach, hatte ich noch genau 13 Tage für die Vorbereitung. Die Werke sollten mit versch. Medien gestaltet sein und möglichst eine Installation enthalten. Demnach hatte ich nicht genug Zeit, um den Anforderungen gerecht zu werden. Ich reichte meine Mappe trotzdem (wie gesagt: auf gut Glück ;)) mit 11 Werken ein, um es wenigstens probiert zu haben. Nicht jede Uni fordert die selben Dinge. Ich glaube, das sollte klar sein.

    Ich würde gerne hier ansetzen:

    Wieso brauchst Du die Erlaubnis Deiner Eltern, Dich freie Kunst studieren zu lassen? Wenn es ums Geld geht, sind Deine Eltern ggf. unterhaltspflichtig, ggf. gibt es Bafög. Und Jobben wäre ja auch noch eine Möglichkeit. Wenn Du so unbedingt Kunst studieren willst, dann mach es.
    Ich habe seinerzeit auch nicht sofort Musik studiert - wenngleich aus in meiner Person bedingten anderen Gründen. Das bereue ich ein Stück weit heute noch.


    Was die Entscheidung für den Lehrerberuf angeht, so würde ich an einer Schule (nicht die eigene alte!) hospitieren und Eindrücke sammeln, ob das wirklich etwas für Dich ist.

    Also zu der Erlaubnis der Eltern:

    Ich komme aus einem komischen Elternhaus. Hier wirkt das Motto "keine Träume, sondern Realität". Meine Mutter meint immer, Kunst zu studieren wäre nur ein dummer Teenie-Traum, mit wenig Bezug zur Realität. Sie meint es wäre Zeitverschwendung, das zu studieren. In ihren Augen ist es zusätzlich auch noch eine brotlose Branche (im Gegensatz dazu befürwortet sie aber bspw. das Biologiestudium, obwohl der Markt entweder genauso oder sogar mehr überrepräsentiert ist wie der künstlerische Raum und man sich unglaublich weit bilden muss [Master, Doktor], bis man gute Chancen in der Biologie hat), das liegt wahrscheinlich an dem veralteten Denken das sie hegt und den fehlenden Informationen...Vielleicht fehlt auch einfach nur das Interesse. Um das Geld geht es nicht, sie hätten mir wahlweise auch ein privates 20.000€ Studium an einer Akademie finanziert. Ich kann bewusst sagen, dass Kunst natürlich mein Traum ist. Das heißt aber nicht, dass es unerreichbar ist. Ich glaube, sie projeziert ihre Ängste einfach auf mich. Denn Geld ist mir absolut nicht wichtig. Ich glaube im Sterbebett ist man trauriger darüber nie sein Leben gelebt zu haben anstatt darüber, keine 55.000€ im Jahr verdient zu haben.


    Ich habe vor drei Jahren mal ein "Praktikum" an einer Realschule gemacht, an der ich eine Woche lang in den Lehrerberuf schnuppern durfte (länger leider nicht, denn es war sehr kurzfristig). Aber da das nicht die Schulform ist die ich unterrichten möchte, weiß ich nicht inwieweit die Erfahrung mir weiterhilft. Ich könnte aber nochmal ein Gymnasium anfragen um dort zu hospitieren. Danke für den Denkanstoß.

    Ich hätte vielleicht auch anmerken sollen, dass ich in NRW wohne. Leider gibt es an den Unis, zu denen ich Zugriff hätte, nur den 2-Fächer-Bachelor. Ich brauche also zwangsläufig ein zweites Fach oder müsste jeden Tag über 140km zur nächsten Uni pendeln. Das sind je nach Ort mit den ganzen Umstiegen bei der Bahn gerne mal 2,5-3h. Ich wohne auf dem Land, hier bekommt man nichts geschenkt :_o_D. Auch nicht die guten Unis.


    Das ist natürlich gut zu wissen, dass man auch manchmal einfach so auf Teilzeit arbeiten kann. Ich sehe die Sache jetzt nicht so, dass ich unbedingt jede Woche etliche Stunden mit der Malerei verbringen muss, ich kann mich auch sehr gut für ein zweites Fach begeistern bei dem ich nicht den Eindruck habe, dass mir die Zeit verloren geht. Wenn der Job schließlich Spaß macht, macht man sich glaube ich nicht mehr so viele Sorgen um seine Freizeit.


    Das kann durchaus sein, ich selbst hatte eine konsequente Kunstlehrerin und ich weiß dass man als Lehrer eine gewisse emotionale Distanz zu seinen Schülern und auch seiner Leidenschaft hegen muss. Der Kunstraum ist keinesfalls ein Atelier, er ist aber ein Ort an dem ich jungen Menschen etwas über die Kunstgeschichte zeigen kann und an dem ich beobachten kann, wie diese selben Menschen ihr Können herausfordern müssen um die Aufgabe zu bewältigen. Denn diese wird schließlich benotet. Zwar ist den meisten Schülern das Fach total egal weil sie entweder Kunst oder Musik wählen mussten, aber die Faszination in den Schülern zu erwecken oder so ist sowieso nicht mein Traum. Mir reicht es schon, im Raum zu sein, Fragen zu beantworten, Werke zu benoten und die Theorie durchzuarbeiten. Ich kann mich gut von meinen Hobbies im Beruf distanzieren und kriege keine Heulkrämpfe wenn ich eine Woche ohne Kunst sein muss. Es wäre einfach nur schön, Beruf und Leidenschaft in irgendeiner Weise kombinieren zu können. Und das schafft auch der Beruf des Kunstlehrers.


    Abschließend kann ich sagen, ich habe schon Einblicke in andere Berufe mit einem kreativen Schwerpunkt erlebt und keiner hat mir wirklich zugesagt. Mit Medien möchte ich nicht arbeiten, Kunstpädagogik gibt es bei uns nicht. Die einzige Lösung um Kunst in den Beruf zu bringen wäre entweder, es auf Lehramt oder Kunst frei zu studieren.


    Vielen Dank für deine Antwort.

    Dass ich eine Mappe einreichen muss ist mir klar, das habe ich beim letzten Mal ja auch machen müssen. Diese ist nach meinem Abbruch der Ausbildung aber unter enormem Zeitdruck entstanden und hat die Anforderungen nicht erfüllt.


    Kunstpädagogik war auch schon ein Gedanke von mir, wird bei uns aber nicht angeboten.


    PS: Ich kann dir versichern, dass das bei mir zutrifft. Ich habe teilweise nebenbei Übersetzungsjobs für Google übernommen und an Sprachveranstaltungen in England teilgenommen. Das reicht den Unis aber leider nicht als Nachweis, genauso wenig dass ich seit der Grundschule bis hin zu meinem Abi eine 1 bzw. 15 Punkte in Englisch auf dem Zeugnis habe. Wenn es eine Sache gibt die ich bewusst sagen kann, dann dass ich unter diesen seltenen Menschen bin. Die Fähigkeit Sprachen zu lernen ist für mich wie für andere das 1x1. :_o_)

    Wenn dir deine Freizeit wichtig ist, studiere bitte auf keinen Fall Deutsch! Meine Deutsch-Kollegen berichten, dass sie teilweise 45 Minuten an einer Klausur sitzen. Bei 30 Schülern... Fast drei volle Arbeitstage, die du zusätzlich zu den 5 Tagen Unterricht pro Woche irgendwo unterbringen darfst... Wochenende/Ferien...


    Ich unterrichte Mathe und Englisch und hatte an meiner alten Schule immer große Klassen. Zusätzlich habe ich weitere Aufgaben übernommen wie die Organisation von außerunterrichtlichen Veranstaltungen. Ich habe auch ein recht umfangreiches Hobby, das ca. 8h/Woche Zeit in Anspruch nimmt. Damit bin ich (trotz korrekturfreundlichem Fach Mathe) sehr gut ausgelastet.


    Warum studierst du denn nicht „nur“ Kunst? Ohne Lehramt? Wäre das nix?

    Danke erst einmal für die Antwort!

    Solche Dinge habe ich auch schon gehört. Ich hab mir das auch ungefähr so vorgestellt, mit der Dauer der Korrekturen. Ich habe mich in erster Linie gefragt, ob noch mehr Leute diese These unterstützen können. Meine Lehrer haben damals viel übertrieben und jedes Mal eine andere Story erzählt, haben nie einheitliche Angaben zu ihren "Überstunden" gemacht. Also vielen Dank für die aufschlussreiche Antwort.



    Und ich würde nur Kunst studieren, an den Unis in meinem Umfeld gibt es allerdings nur den 2-Fächer-Bachelor.

    Hallo zusammen,


    vorweg ist anzumerken, dass meine Umstände sehr kompliziert sind und mich mittlerweile psychisch belasten. Ich brach im Herbst letzten Jahres meine Ausbildung ab, da ich sehr unglücklich mit meiner Entscheidung war. Ich wollte seit meinem Abschluss eigentlich immer etwas im künstlerischen Genre studieren, konnte meine Eltern aber nicht davon überzeugen mich freie Kunst studieren zu lassen. Mein Arbeitsalltag hat mich ausgelaugt und ich fand keine Zeit mehr für mein Hobby. Das hat mich unglaublich unglücklich gemacht. So sehr, dass ich offen gesagt in ein tiefes, depressives, schwarzes Loch fiel. Ich wusste jedoch was mir helfen würde. Ganz einfach: ich brauche Kunst in meinem Leben und einen Job der mich erfüllt. Schnell fiel mir ein, wie sehr ich es liebte Menschen in meinem Umfeld oder auch ,"Fremden" etwas beizubringen und meinen Standpunkt zu vertreten. Ich war schon immer ein offener Mensch, hilfsbereit, selbstbewusst und auch ein bisschen besserwisserisch. Besonders aber war ich schon immer ein Mensch mit Erklärungslust (Wortneuschöpfungen sind meine Stärke) und einem offenen Ohr für Fragen. Da war der Gedanke geboren:


    Wieso studiere ich nicht auf Lehramt?

    Ich habe mich letztes Jahr auf gut Glück eingeschrieben, wurde jedoch abgelehnt. Ich suchte also erneut nach einer Ausbildung, ohne Erfolg. Nichts sprach mich an. Nun sitze ich wieder hier - ein Jahr später - erneut mit dem Gedanken spielend, auf Lehramt zu studieren. In den Sinn kommt mir zuerst Kunst, einfach weil Kunst mein Leben ist und ich es mir nicht vorstellen kann, einen Beruf ohne Kunst auszuüben. Ich weiß, dass man im Kunstunterricht als Lehrer nicht malt. Ich weiß aber auch, dass man Kunstgeschichte erläutert, Theorie und Praxis bespricht und den Schülern zu eigenen Kreationen verhilft.

    Was das Fach Deutsch betrifft... Es ist das einzige Zweitfach, das ich mir interessant vorstelle. Ich habe Deutsch selbst als Schülerin geliebt und habe mir gewünscht, hinter die Kulissen und in das Deutschstudium schauen zu können. Ich habe mich sehr gern nach dem Unterricht mit meiner damaligen Lehrerin über dt. Literatur unterhalten. Ich würde auch ein anderes Fach als Zweitfach belegen, jedoch war ich in der Schule und im Abitur nur durchschnittlich in allen anderen Fächern. Ich war ganz okay in Chemie und Biologie (mein Traum war es mal, Biologin zu werden), spreche perfektes, flüssiges und sicheres Englisch (ich wurde in meiner Kindheit stark gefördert) und interessiere mich auch für Pädagogik und Geschichte. Jedoch kann ich mir nicht wirklich vorstellen, diese Fächer zu unterrichten (und einen TOEFL-Test kann ich mir nicht leisten). Ich weiß aber nicht, was einen guten Deutschlehrer ausmacht. Vielleicht könnt ihr mir ja einige Einblicke gewähren oder eure Meinung teilen?:/


    Nun kommen wir zu meinem größten Anliegen, über welches ich mich selten traue zu sprechen:


    Freizeit

    Aus allen Richtungen höre ich oft, man solle sich einen Beruf suchen in welchem man eine gute Balance zwischen Arbeit und Freizeit einhalten kann. Es ist wahrscheinlich schwer dies zu beantworten, aber wie sähe denn mein Wochenplan als Lehrerin in den beiden Fächern (KU, DE) aus? Mir ist die Malerei sehr wichtig und es würde mich nur endlos unglücklich machen, mich auf einen Beruf festzulegen, dafür studieren zu gehen und am Ende wieder keine Zeit für meine Leidenschaft zu haben. Dies war ja der ausschlaggebende Punkt, wieso ich es in meiner Ausbildung nicht ausgehalten habe. Damals in der Schule ist der Großteil meiner Mitschüler davon ausgegangen, dass Lehrer ein einfaches Leben haben. Ganz nach dem Motto "die kommen doch morgens zur Schule, unterrichten bis 15:00 und gehen dann nach Hause und können machen was sie wollen. Außerdem haben sie dazu noch Ferien!"

    Ich kann mir vorstellen, dass die Vor- und Nachbereitung des Unterrichts extrem zeitaufwändig sein kann. Besonders, wenn man mehrere Kurse unterrichtet oder gerade Klausurphase ist.

    An die Lehrer: wie viel Zeit verbringt ihr denn nach der Arbeit mit eurer...Arbeit? Wie viel Freizeit habt ihr durchschnittlich? Bleibt Zeit für eure Hobbies und Entspannung?

    Wahrscheinlich pendeln sich einige Dinge nach ein paar Jahren in einen gewissen Rhythmus ein, durch welchen man nicht immer wieder alles neu machen muss (Unterrichtsinhalte, Unterrichtsabläufe, Material,...). Ich kann mich aber auch irren :_o_D Meine Lehrer meinten damals, dass sie locker auch mal über 52h in der Woche arbeiten. Wenn das mal vorkommt ist das für mich kein Beinbruch, aber ich weiß nicht wie es für mich wäre, wenn es nicht manchmal sondern meistens vorkommen würde. Deutsch ist natürlich ein sehr aufwändiges Fach. Die Klausuren fallen lang aus, es gibt viel Literatur zu besprechen und auch die Hausaufgaben bestehen normalerweise aus schreiborientierten Aufgaben. Dagegen scheint mir Kunst als Ausgleich ein entspanntes Fach zu sein. Auch hier gibt es natürlich Theorie, aus meiner Erfahrung als Schülerin aber wohl eher in lockerer Form. Im Vordergrund steht hier die Bewältigung einer praktischen Aufgabe zur Benotung.


    Ich würde mir einfach wünschen, dass einige Lehrer mal berichten wie ihr Alltag aussieht. Vielleicht finden sich auch Lehrer mit meiner gewünschten Fächerkombination, die mir helfen können. Möglicherweise kann mir auch jemand aufzeigen, welche Qualitäten man außerdem als Lehrer braucht oder was einen guten Lehrer ausmacht. Ich kann mir vorstellen, diesen Beruf auszuüben und das mit Leidenschaft zu tun. Vielleicht sehe ich die Dinge aber auch einfach durch eine rosarote Brille? Ich bin momentan ein bisschen am Verzweifeln und mir brennt es unter den Fingern. Ich will endlich etwas tun was mir Spaß macht!


    Ich entschuldige mich im Vorfeld für Fehler in meinem Post oder irgendwelche Wuseleien, es ist spät und ich kann aufgrund dieser Überlegungen nicht schlafen. Das alles musste einfach heraus. Meine Eltern kann ich mit meinen Zweifeln nicht plagen, sonst haben sie wieder Angst dass ich für immer arbeitslos bleibe :_o_D mein Freund unterstützt mich zwar in meinen Vorstellungen über das Lehrersein, kann mir aber natürlich auch keine abgewägte Sichtweise darlegen.


    Ich bedanke mich im Voraus vielmals für eure Antworten und hilfreichen Beiträge. :thumbup:

    Liebste Grüße!

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