Also dass ich mit meinem Beitrag solch eine Welle auslöse, hätte ich nun wirklich nicht erwartet. Kommentare wie "Prickelnd" lassen dann doch ein sehr merkwürdiges Licht auf die ganze Sache werfen.
Scheinbar kennt ihr euch nicht mit dem Teilrahmenplan Ethik in meinem Bundesland aus. Ich bezweifle, dass die anderen Bundesländer etwas völlig anderes in ihren Lehrplänen stehen haben. Ich hatte erwähnt, dass ich in einer Grundschule arbeite und welche Inhalte in dem für mich relevanten Lehrplan stehen.
Das, was für einige hier völlig undenkbar erscheint, ist bei mir Unterrichtsalltag. Es nennt sich auch gelebte Integration.
Ich bin vor 10 Jahren im Referendariat gewesen und selbst dort gehörte es zur Lehrkräfteausbildung, alle Weltreligionen im Fach Ethik zu behandeln und Rituale und Traditionen exemplarisch zu zeigen und ggf. einmal anzuwenden. Hättet ihr es gewusst, dass es einen Ramadan-Kalender gibt, der unserem Adventskalender ähnelt? Dass die abrahamitischen Weltreligionen eigentlich denselben Ursprung haben? Dass jede dieser Weltreligionen einen Gott hat, ein Glaubenshaus, betet, Gläubige Dinge in ihrem Leben gemacht haben sollen (Säulen des Islams, Sakramente...), es ein Buch Gottes gibt usw.
Es geht darum Gemeinsamkeiten herzustellen, um dann die Unterschiede herauszuarbeiten. Und das geschieht auf eine ganz natürliche Art und Weise durch die Beiträge der Kinder.
Und stellt euch vor: Das Thema Krieg sowie Hass und Hetze taucht hier immer wieder auf. Nicht zuletzt auch dadurch, dass es leider in unserer Welt - und auch in der Lebenswelt der Kinder - immer aktuelle Beispiele gibt.
Entschuldigt den Roman, doch ich musste kurz in den Rechtfertigungsmodus. Die kleinen Stellen in manchen Kommentaren zeigen doch eben genau die Engstirnigkeit, die in den vergangenen Beiträgen genannt wurde. Es braucht Offenheit und Berührung, um Toleranz gegenüber Andersgläubigen zu haben. Nur wenn mir etwas völlig fremd erscheint, baue ich Mauern auf.