Beiträge von Ichbindannmalweg

    Tut man doch, Stichwort "Bedarfsgemeinschaft".

    Aber die Bedarfsgemeinschaft, die hier für den Vergleich heran gezogen wird, geht doch von zwei nicht arbeitenden Eltern aus. Wieso also soll man bei der Beamtenfamilie davon ausgehen, dass beide arbeiten? Und warum wird der Frau ausgerechnet ein Minijob zugerechnet? Warum nicht gleich ein durchschnittliches Vollzeiteinkommen?

    Haubsi1975

    Einigermaßen geht es sich noch aus bei denen, die aufgrund von Ehe die ja auch gemeinsam erwirtschafteten Rentenansprüche bzw Vermögenszuwachs im Zweifelsfall teilen müssen.

    Richtig schlimm sind die Frauen/Männer dran, die Teilzeit gemacht haben und der Mann/ die Frau in Vollzeit hat nicht viel verdient (ob real oder nur auf dem Papier). Im Falle einer Scheidung verliert dann der Teilzeitpartner noch von der eh schon geringeren Pension, die dann immer noch höher ist als eine schlechte Rente. Welche Frau beziehungsweise Mann macht das schon einen Ehevertrag?

    So sollte es sein.

    Beide 30 Std ist fairer als einer 40, der andere 20!

    Es soll durchaus Männer geben, die ihre Kinder zwar lieben, aber werden Bock noch Nerven für Carearbeit haben. Wenn beide Elternteile da ähnlich ticken, ist 30 / 30 sicherlich fair. Aber muss man den Menschen in Rollen drängen, die sie nicht ausfüllen möchten?

    Wenn es doof läuft, dann macht einer/ eine 30h plus die Carearbeit und der andere hat Freizeit…

    Ja, ist kenne tatsächlich Paare, beide Lehrer oder nur einer, wo die Frau Vollzeit sofort nach dem Mutterschutz zurück gekommen ist. Das hatte aber immer finanzielle Gründe: sie verbeamtet, er nur angestellt (da hat er für alle Kinder den Hausmann gemacht, passte aber auch zum Typ, der hat das gerne gemacht). In den anderen Fällen, wo er Mann zuhause geblieben ist, hatte dieser einen deutlich schlechter bezahlten Job, zum Beispiel eine eher weniger erfolgreiche Selbstständigkeit oder „brotlose Kunst“. Lehrerinnen heiraten mitnichten nur beruflich erfolgreiche Männer.

    Da bist du nicht in der Lage zu sagen "Die Korrektur braucht länger"? Das sind keine "harten Fristen". Die einzige "harte Frist" ist das Abitur.

    „Bist du nicht in der Lage“ zu verstehen, dass das Schieben von Korrekturen kaum möglich ist, weil in jeder Woche ein neuer Stapel kommt? Unfreundliche Ausdrucksweise extra als Zitat gekennzeichnet.


    Das erinnert mich an meinen Mathekollegen, der unbedingt meinen Klassenarbeitstermin haben wollte (damit er den Schülern die Arbeit noch vor der Kursfahrt wiedergeben kann - nicht aus wichtigen Gründen) und der mir ernsthaft böse war, weil ich sagte: nein, dann habe ich in der Woche keine Korrektur und in den Herbstferien drei.

    s3g4 Du hast die richtigen Fächer und die richtige Schulform 🫣 Alles richtig gemacht 👍🏻

    2 Stunden pro Klausur kann man sich mit 6-7 Korrekturen nicht leisten. In unseren Arbeitszeit Modell waren da je nach Stufe 15-30 Minuten vorgesehen ( inklusive Übertragung der Noten digital und geforderter Förderempfehlung unter der Klausur/ Klassenarbeit). Selbst damit hat meine theoretische Gesamtarbeitszeit die Sollarbeitszeit um bis zu 30 % überschritten. Ach ja, alle anderen Arbeitsvorgänge waren ähnlich sportlich kalkuliert.

    Bolzbold Danke. So ist es. Noch dazu bekommt der DKLF (musste erstmal überlegen was das ist 🙈) wegen seiner Fächer immer eine Klassenleitung, muss bei jeder Veranstaltung anwesend sein, hat 100 Gespräche am Elternsprechtag, und arbeitet die wegen eigener Krankheit ausgefallenen Stunden bis auf den Unterricht komplett nach. Mit 3 Korrekturen kann man sich eine Woche Krankheit leisten, mit 7 und einer Klassenleitung kommt man in der Folgewoche auf so viele Stunden, dass man schnell wieder krank wird. Und nein, schieben ist nicht unendlich möglich, wenn jede Woche neue Stapel reinkommen.

    s3g4 da gebe ich dir recht, aber ich empfinde Kinderbetreuung nicht als geeignete Pause, um weiter korrigieren zu können.

    Du korrigierst jede Woche Prüfungen? Glaube ich nicht. Keine einzige Französisch-/Deutsch-/Englisch-Lehrperson korrigiert bei uns an der Schule jede Woche Prüfungen. Wir haben einige mit Deutsch/Englisch oder Deutsch/Französisch mit 100 % Pensen, niemand arbeitet da 60 Stunden die Woche. Das passiert ausnahmsweise mal während der schriftlichen Matura, da sitze ich im Schwerpunktfach Chemie aber auch an 15 Seiten pro Nase. Es gibt Statistiken zu durchschnittlichen Arbeitszeiten von Lehrpersonen. Die liegen definitiv über dem Soll und sie sind gemäss der letzte LCH-Umfrage in der Schweiz noch höher als in Deutschland. Sie entsprechen aber keiner 60-Stunden-Woche auf ein Vollzeit-Pensum. Das ist ausgedachter Quatsch.

    Ich unterrichte Deutsch und Englisch, ich hatte mit voller Stelle sechs oder sieben Korrekturen, nicht nur Oberstufe. Ich habe jedes Jahr 34-38 Stapel auf den Tisch gehabt. Darum korrigiert man abgesehen von den ersten drei Wochen nach den Sommerferien und den letzten drei Wochen vor den Sommerferien eigentlich immer. Und wenn man dann mal krank ist, korrigiert man in der nächsten Woche zwei Stapel. Oder krank im Bett. Und ja, 60 Stunden im Schnitt sind es bestimmt nicht gewesen. Aber deutlich mehr, als ich mir mit zwei kleinen Kindern vorstellen kann. Und leider ändert die Teilzeit nichts an den fehlenden Betreuungszeiten für Konferenzen, Elternsprechtag, Klassenfahrten, und so weiter.

    Ich finde, es sollte sich niemand dafür rechtfertigen müssen, wie viel Zeit für Arbeit oder Familie er/sie aufwenden möchte oder kann. Wenn jemand Vollzeit arbeiten will mit zwei kleinen Kindern, soll er das tun. Wenn man ein anderes Modell fährt, dann ist das auch in Ordnung. Das muss doch jeder für seine persönliche Situation schauen, was geht.

    Vielleicht des Rätsels Lösung: das Kind hat eine „Verdacht auf ASS“ Diagnose, die kann vom Kinderarzt oder auch schon von einem SPZ sein. Die reicht schon für so einige Anträge. Bis zur endgültigen Diagnose vergeht auch schon mal ein Jahr, denn so lange wartet man auf Termine. Und wenn die einen Eltern nicht scharf auf Termine sind, vergeht noch mehr Zeit.

    Wir informieren uns gerade über Schulen für unser Kind. Und Kollegen von den Förderschulen in der Umgebung haben alle ganz klar gesagt: kein Schulabschluss an ihrer Schule. In der Theorie ja, aber alle Schüler ohne geistige Beeinträchtigung seien an Regelschulen. Selbst Förderschulen für motorische Entwicklung oder wie das heißt. Davor haben Eltern Angst! Wir sehen das gelassen, denn wenn es für eben Schulabschluss mal reichen sollte, dann halt später am BK. Dauert nur länger.

    Magellan Das ist sehr arbeitgeberfreundlich. Du bist also ein deinen freien Tagen krank und kannst dich nicht um die Familie kümmern, damit du immer zuverlässig deinen Dienst in der Schule verrichten kannst (überspitzt formuliert).

    Ja, habe ich viel zu lange so gemacht, krank am Wochenende, krank in den Ferien, Hauptsache es fällt kein Unterricht aus. Dann in die Teilzeit, damit ich die freie Zeit zur Erholung nutzen kann… War im Nachhinein betrachtet keine sinnvolle Lösung. Würde ich nie wieder so machen.

    rhabarbara Das ist mir bewusst. Ich gehörte selbst viele Jahre zu dieser Fraktion, die die anderen vertreten durften. Aber: Es ist keine Lösung, Kollegen mit Kindern in die Teilzeit zu drängen, damit der Mangel im Bildungssystem kaschiert wird.

    Dann forderte ich: keine Risikosportarten für Lehrer (dazu gehört auch Fußball), keine Gartenarbeit, kein Hausbau und Residenzpflicht… bzw. Teilzeit für alle Kollegen, die von so etwas betroffen sind.

    Da wir sich ein Kind mit ASS (noch nicht Schulkind) haben, tut mir schon sehr weh, wenn ich das lese. Das Problem ist doch, dass für diese Kinder eigentlich nirgendwo ein richtiger Platz ist. Und dass die Diagnosen viel zu spät gestellt werden und damit den Kindern frühe Hilfe verwehrt ist.

    Inklusion als Sparmaßnahme auf den Rücken aller Kinder, Lehrer und Eltern. Eine passende Umgebung und Förderung kostet halt Geld.

    Gibt es denn bei euch Schulen, die eine echte Alternative sind? Fachberater für Autismus gibt es auch in einigen Regionen, die bei der Schulwahl helfen. Ich glaube ohne dass man mit den Eltern auf den gemeinsamen Nenner kommt, dass das Kindeswohl an erster Stelle stehen muss, wird man nicht arbeiten können. Autismus schließt Erziehung ja nicht aus. Aber Autismus erfordert leider ein großes Durchhaltevermögen in Sachen Erziehung. Wenn das Kind Autismustherapie erhält (geht erst mit Diagnose), dann können auch Therapeuten in die Schule kommen und beraten. Die Wartelisten sind aber genau so lang wie die Wartelisten für Spz und Kjp. Von dem Verdacht bis zur Therapie vergehen gut 2 ungenutzte Jahre…

Werbung