Palim
Wir befinden uns quasi im Endspurt zu einer vorläufigen Diagnose und haben wirklich alle Anlaufstellen durch, das Problem ist, dass es überall sehr lange Wartezeiten gibt und sich die Diagnose oft erst mit Schuleintritt fällt, weil man offenbar gerne abwartet, bis wirklich alle typischen Merkmale erfüllt sind (manche sieht man mit 3 noch nicht).
Als Lehrer hatte ich selbst Schüler mit Körperbehinderungen verschiedener Art. Entweder ohne Unterstützung durch Sonderpädagogen, oder welche, die mal kurz reinschneiten, um mir stapelweise Papier in die Hand zu drücken, welches ich lesen sollte um damit den Nachteilsausgleich zu verschriftlichen… Da ich keine Anweisung dafür seitens der Schulleitung bekommen habe und als Doppelkorrekturlehrer mit Klassenleitung für sowas auch keine Zeit habe, blieb es bei konstruktiven kurzen Gesprächen mit den Schülern und Eltern. Alle Wünsche wurden unbürokratisch zur Zufriedenheit alter erfüllt.
Ich finde es angesichts der enormen Belastung der Lehrkräfte als unmöglich, einen auf alle Bedürfnisse zugeschnittenen Unterricht an der Regelschule zu planen. Ebenso verstehe ich, dass die Förderschullehrer, welche zwischen Klassen und sogar Schulen springen, nicht alle Aufgaben für die Kinder übernehmen können. Förderschulen gibt es kaum noch, wie es auch kaum noch heilpädagogische Kindergärten gibt. Wir bewerben uns gerade um einen von einem Dutzend Plätzen, für eine Region mit über 300.000 Einwohnern!
Klar hoffen wir, dass unser Kind irgendwann mal zu denen gehört, die unauffällig durch eine Regelschule kommen. Aber uns ist schon bewusst, dass das System werdet den besonderen Kindern gerecht wird, noch den anderen.
Weder mein Studium noch mein Referendariat enthielt das Thema Inklusion. Ich habe aber drei bis vier Jahre Zeit, mich auf die Einschulung vorzubereiten - einfach um Unterstützung zu bieten, wo die des Systems aufhört.