Beiträge von Ichbindannmalweg

    Gemischte 5. bis 9. Klasse? Welches Fach und welche Schulform soll das denn sein?

    Ich würde ein offenes Leseprojekt vorschlagen: jeder Schüler liest ein selbst gewähltes Buch und fertigt zum Beispiel ein Lesetagebuch an. Geht auch mit gemeinsamen Theorieanteilen, auch Fünftklässler können schon Erzählperspektiven erkennen.

    Ich schätze mal, das ganze ist als Vorschlag geplant, wenn die Vertretung was anderes möchte, dann kann sie das ja machen.

    Klar ist der Unterricht unser Job. Aber wenn die Stundenpläne aufgrund unnötig vieler Zwänge einem Schweizer Käse gleichen, dann folgt daraus oft eine gesundheitsbedingte

    Absenz der Lehrer - was wohl zum Nachteil aller ist. Die vielen Freistunden sind am Ende sogar notwendig, um die vielen Vertretungen machen zu können.

    Die Schüler haben ja deutlich mehr Stunden als die Lehrer, deswegen sind deren Stundenpläne nicht ganz so zerklüftet.

    Aus eigener Schulzeit in einer sehr kleinen Oberstufe kenne ich es nur so, dass man die Wahl hatte: Kunst oder Musik, Reli oder Philosophie.

    Entscheidend ist wohl manchmal auch, was an einer Schule Priorität hat: gute Stundenpläne der Lehrer oder gute Stundenpläne/ Wahlmöglichkeiten für die Schüler. Habe es leider so kennengelernt, dass den Schülern absolute Priorität eingeräumt wurde. Wenn man jede Fächerkombi ermöglicht, wird der Schultag halt länger für alle.

    NRW hat sich den Umkreis der Versetzungsmöglichkeit auf 50km erweitert. Spielt das hier eine Rolle?

    Auch wenn ich das Problem nachvollziehen kann, dürften ganz viele über 32km und 45 Minuten Fahrzeit nur müde lächeln. 45 Minuten braucht man am passenden Ort auch für 15km und 32km fahren manche noch mit dem Rad. Ich glaube nicht, dass man mit der Entfernung auf der Liste der dringend notwendigen Versetzungen weit oben steht. Frage an die Experten: spielt der Grund für den Versetzungsantrag eine Rolle?

    Ich hätte die Schülerin auch nicht mitschreiben lassen, aber aus einem anderen Grund: wenn sie dann nachweist, dass die Verspätung nicht ihre Schuld war, hat sie doch auch einen Anspruch auf Nachschreiben. Dann kennt sie aber bereits die Klausur, was ein erheblicher Vorteil sein könnte. Und die neue Klausur muss gänzlich anders werden = noch mehr Arbeit.

    Zur Prävention wäre die Nachschreibklausur natürlich sehr schwer, denn sie war ja nur zweite Wahl. Das Mantra der perfekt auf den Unterricht zugeschnittenen ersten Klausur wiederhole ich ständig und bilde mir ein, dass das aus logischen Gründen Wirkung zeigt.

    Ich frage mich eher: Welche Schüler*innen nennen denn den Grund für ihre Krankmeldung? Geht doch keinen etwas an, außer es sind meldepflichtige Krankheiten. Sollten die Fehlzeiten überhand nehmen, gibt es Attestpflicht, da ist auch keine Krankheit genannt. Die geht allenfalls den Amtsarzt etwas an, aber ich habe noch nie erlebt dass der zum Einsatz kam. Die Eltern nehmen auch zunehmend Formulare a la „ konnte aus gesundheitlichen Gründen nicht am Unterricht teilnehmen“ + Datum und Unterschrift.

    Vielleicht noch ein weiterer Aspekt: Schüler, die über längere Zeit krank sind, haben auch ein Recht auf Hausunterricht. Details weiß ich gerade nicht, aber habe selbst schon über Monate 2 Stunden die Woche Hausunterricht bei einem Schüler mit Krebserkrankung gemacht.

    Bei uns gibt es regelmäßig Konferenzen mit den Grundschullehrern am Ende der Klasse 5, genauso wie mit den Lehrern der neu dazu gekommenen Schüler in der Oberstufe.

    Und Überraschungen gibt es da in der Regel keine. Eher ein: ich habe es ja gesagt, aber die Eltern wollten es anders.

    Seit die Empfehlungen oft nur noch aus Bögen zum Ankreuzen bestehen, bekommt man auf den Empfehlungen kaum noch sinnvolle Informationen. Früher las man noch aufschlussreiche Sätze wie: „hat es zunehmend geschafft sich an Regeln zu halten“. Meist war dann auch noch ein Jahr später Luft nach oben. Ich habe immer erst gegen Ende der Klasse 5 die Empfehlungen gelesen, es sei denn es gab konkreten Anlass.

    Dass fälschlicherweise fremde Leistungen den Kindern zugeschrieben werden, dass glaube ich auch. Das ist in der Tat höchst ungerecht. Dem kann man aber als Lehrkraft doch noch gut entgegen wirken, indem man sicherstellt, dass wichtige Dinge in der Schule angefertigt werden.

    Das ist aber was anderes, als „Gleiche Leistungen schlechter zu bewerten“. Ich kann mir nur vorstellen, dass Eltern in entsprechenden Positionen Druck auf Lehrer ausüben, die dann aus Angst die tendenziell bessere Note ziehen. Ein bisschen Spielraum ist ja meist vorhanden. Einschüchterungsversuche beim Elternsprechtag habe ich schon erlebt („Sie wissen sicherlich wer ich bin“).

    Aber würde man nicht sogar den Schüler, von dem man weiß, dass er die Leistung alleine erbracht hat, nicht sogar gerne die bessere von zwei möglichen Noten geben? Ist das dann nicht auch ungerecht?

    Ich wollte schon immer mal wissen, wie die herausfinden, dass gleiche Leistungen bei Kindern ohne privilegierte Elternhäuser schlechter bewertet werden. Ich kann ja nur für mich sprechen, aber in der Regel weiß ich überhaupt nicht, was die Eltern beruflich machen. Und vom Erscheinungsbild auf dem Elternsprechtag kann man in keiner Weise auf den Bildungshintergrund schließen. Vor mir saß da schon eine wild Kaugummi, furchtbar kitschig aufgebretzelte Tussi mit mit dümmlich wirkender Ausdrucksweise, die tatsächlich Ärztin war ….

    Ich weiß es war nicht gefragt, aber du sprachst vom Babyphon. Wäre es einen Versuch wert, euer Kind bei euch im Bett schlafen zu lassen? Wegen Babyphon gehe ich davon aus, dass es alleine schläft?

    Ich würde bezüglich einer Stundenreduktion das Gespräch suchen! Nur weil man kein Recht auf etwas hat, heißt es ja nicht, dass man dir nicht entgegen kommt. Eine kranke Lehrkraft arbeitet gar nicht, dann nimmt man vielleicht lieber sie Stundenreduktion. Und wenn du vor Erschöpfung kaum noch stehen kannst, dann bist du schnell mal für Wochen weg. Da hat keiner was von.

    Es könnte ja auch sein, dass da die Praxis geändert wird, denn es gibt ja nicht genug Lehrer. Vorher war man vielleicht froh, den „kaputten“ gegen einen neuen zu ersetzen…

    Außer anekdotischer Evidenz ist zu dem Thema auch kaum an Informationen zu kommen. Und selbst die Anekdoten werden ungern von erster Hand geteilt.

    Vielleicht hilft der immer extremer werdende Lehrermangel. Wenn neben den Arbeitsbedingungen noch die Bezahlung schlechter wird, wird der noch schlimmer. Zur Zeit sparen die Länder ja Geld, weil so viele Stellen nicht besetzt werden können.

    Ist hier auch so, ja ich kenne zwei, die DU waren, aber die das auch wollten, also versucht haben das zu forcieren. Alle anderen sind immer wieder eingestiegen, wenn auch manchmal nur in kurzen Abschnitten.

    Ich kenne auch Fälle, wo ein regelmäßiger Wechsel zwischen 6-12 Monaten weg, Wiedereingliederung und Aufnahme der Arbeit mit anschließender erneuter Erkrankung vorlag. Es ist ja im Interesse des Beamten, die DU so lange wie möglich hinaus zu schieben.

    Jeder darf für sich entscheiden, welches Risiko er eingehen möchte. Es ist halt eine Wette auf die eigene Zukunft. Und vielleicht auch auf die der Familie, so denn eine zu versorgen ist. Vorteil der Versicherung gegenüber sonstigen Anlagen ist halt, dass sie in einem vereinbarten Zeitraum eine vereinbarte Summe leistet, während auch gute Anlagen erst mit der Zeit entsprechenden, gegen Ende höheren und vor allem sicheren Gewinn liefert.

    Vielleicht sollte man auch bedenken, dass es bei Lehrern keine zeitweise Dienstunfähigkeit gibt: wenn raus, dann raus. Droht schnell, wenn man nicht ungefähr binnen eines Jahres wieder einsatzbereit ist.

    Bis 59 ist auch kaum einer versichert. In der Regel sichert man die ersten ca 20 Jahre ab, die Versicherung zahlt bei Leistungseintritt z.B. vor dem 45. Lebensjahr. Und oft auch nur bis zum 60. Lebensjahr. Dann ist zumindest bei den meisten das Thema Haus und Familie finanziell halbwegs durch. Wer es bis 59 schafft, muss sich tatsächlich nicht die meisten Sorgen machen, vorausgesetzt er ist früh genug im Beruf angefangen. Interessant ist die Dienstunfähigkeitsversicherung dann, wenn man mit wenigen Dienstjahren geht. Also kaum über der Mindestversorgung. Und ja, solche Fälle gibt es. Ich kenne da zum Beispiel, in denen die Dienstunfähigkeit drohte oder eintrat, alles so um 30-45 : Schlaganfall, Hörsturz mit nur eingeschränkter Dienstfähigkeit als Folge, Verlust der Sehkraft aufgrund Augenkrankheit, Epilepsie, Essstörung, Depressionen, Long COVID…

    Ich habe State of Trance so verstanden, dass er Burnout für sich als Risiko ausschließt. Deshalb hätte er gerne andere Beispiele. Erstens halte ich diese Annahme für sehr vermessen und zweitens reicht eine gewisse Allgemeinbildung, um viele Krankheiten zu kennen, die eine Arbeit als Lehrer unmöglich machen. Man muss ja nicht mal selbst „schuld“ sein, Unfall reicht.

    Bei der Einstellung empfiehlt es sich in ein Land zu ziehen, in dem Sterbehilfe unproblematisch ist.

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