Beiträge von Ichbindannmalweg

    Stellst du solche Fragen auch den Vätern?

    Klar, wenn die Frage von einem Vater kommt, der sich in exakt der gleichen Situation befindet. Der hätte nämlich auch einen anstrengenden Job.

    Wenn die Antwort hieße, Frau oder Mann schafft das nicht, dann wäre für mich der Fehler aber auch nicht bei der Person zu suchen, sondern bei den an sie gestellten Ansprüchen. Ich weiß wirklich nicht, warum es für normal gehalten wird, dass Frau ( oder seltener Mann) zwei Jobs hat. Und was Mann dabei aber auf keinen Fall hat: die körperliche Belastung durch Schwangerschaft und Geburt….

    Was der Mann der TE macht, geht uns nichts an. Es ist jedoch deutlich gemacht worden, dass er nicht zur Betreuung zur Verfügung steht. Dafür erwarte ich auch keine Rechtfertigung, ebenso wenig wie dafür, dass nicht gestillt wird. Das ist eine persönliche Entscheidung, in die niemand reinreden sollte.

    Natürlich wurde hier auf Stillzeiten hingewiesen, schließlich sind das relevante rechtliche Informationen zum Mutterschutz und keine Beratung dahingehend, dass ein Kind unbedingt gestillt werden muss.

    Es wurde auch nirgendwo gesagt, sie solle dass lieber lassen, weil es so schwierig ist und am Ende die armen Schüler oder Kollegen die Situation ausbaden müssen (solche Gedanken gibt es!). Im Gegenteil: sie soll bitte alles machen, was ihr rechtlich zusteht! Für die Probleme des Systems kann der einzelne nämlich nichts.

    Ich finde, dass sich keine Frau für diese Entscheidung rechtfertigen muss! Das Kind von den Großeltern betreuen zu lassen ist doch eine sehr gute Sache, schließlich bekommt es so auch weitere enge Bezugspersonen. Unser Kind hätte das vermutlich toll gefunden, jedoch fehlten ( jungen) die passenden Großeltern dafür. Es kann jedoch sein, dass das Kind das nicht so sieht, habe schon Kinder gesehen, die sich nicht mal ablegen ließen und deren Mütter nicht mal alleine bis auf die Toilette konnten (keine Ahnung ob man das irgendwie hinbekommen hätte, wir persönlich kennen sowas gar nicht).

    Macht, was gut für euch beide ist. Ich persönlich würde aber zumindest einen Plan B in der Hinterhand haben… vielleicht Luft dann der Plan A auch entspannter und erfolgreicher.

    Ein Leben ohne Abpumpen lässt bestimmt auch mehr Zeit für Arbeit und macht die Betreuung viel einfacher. Ich war echt froh, als ich das nach sechs Monaten dran gegeben habe…

    Ich habe noch nirgendwo gelesen, dass Stillpausen bezahlt werden, geschweige denn aufs Deputat angerechnet werden. Man könnte ja auch argumentieren, dass man während des Abpumpens wohl korrigieren kann 🥳 Falls dazu jemand etwas Verwertbares hätte, bitte dringend posten. Stillen oder Abpumpen alle zwei Stunden, dauert durchaus 45 Minuten…

    Es gab bei uns eine Kollegin, die hat sowohl einen Raum zum Abpumpen zur Verfügung gestellt bekommen als auch einen Stundenplan, der die Freistunden dafür enthielt. Aber natürlich nicht als Stundenermäßigung. Die lief dann dann immer mit der Pumpe durch die Schule. Rein von der technischen Seite her ist das also möglich…

    Ich würde mich eher fragen: Ist das finanziell sinnvoll (Elterngeld)? Die Frage, ob es für das Kind gut ist, ist offenbar schon gefallen. Vielleicht noch die Frage: schafft Frau das mit einem so jungen Kind? Also ich war in den ersten Monaten froh, wenn ich mal schlafen konnte… an Arbeiten wäre gar nicht zu denken gewesen. Aber vielleicht ist das ja auch schon das dritte Kind und die TE kann das gut einschätzen. Interessant wäre auch noch die Frage, was man machen kann wenn das Kind bei der Sache nicht mitspielt. Kommt man da so einfach wieder raus im Notfall?

    Ich verstehe den TE so, dass er nicht allgemein nach Tips für Lektüren sucht, sondern dass es in seinem Bundesland Vorgaben gibt, die ihn/sie zur Auswahl bestimmter Lektüren anhand von Kriterien verpflichtet, z.B. weil eine Fachleitung dies festlegt.

    Und da ich nie gedacht hätte, dass man von oben die Auswahl der Lektüre in Klasse 8 vorschreibt, habe ich das wohl völlig falsch verstanden 🙈

    Ich habe mehrfach mit viel Freude und Begeisterung (auch die der Schüler) den Schimmelreiter in Klasse 8 gelesen. Gerade der Aspekt Mensch und Technik hat auch die Jungen begeistert. Mein bester Moment als Lehrer kam vier Jahre später, als ein Schüler von damals ( dann in der Oberstufe) in einem anderen Zusammenhang richtig sagte „Das ist Hybris!“ und auf den Schimmelreiter verwies …

    Stellen sich Schulleitungen und Kollegien eigentlich jemals die Frage, ob sich die Umsetzung ihrer Konzepte/ Planungen auf die Arbeitszeitgestaltung auswirkt? Wenn es nach mir ginge, müsste es dazu vor jeder Einführung von Neuerungen dazu eine detaillierte Stellungnahme geben. Sei es Einführung von Doppelstunden, die Frage nach Wahlmöglichkeit in der Oberstufe ( muss wirklich jede Fächerkombination wählbar sein?), zusätzliche Konferenzen/ Fahrten, Aktionen… oder was immer man gerade macht um den Schülern Gutes zu tun… Dann bitte mit genauer Aufstellung über die notwendige Arbeitszeit und die Veränderungen auf die Einsatzzeiten.

    Es kann ja nicht sein, dass am Ende weder die Eltern mit der Familie vereinbare Arbeitszeiten haben noch Kollegen ohne familiäre Verpflichtungen ihre Arbeit gut machen können. Zumindest habe ich die Erfahrung gemacht, dass ein Stundenplan wir ein Schweizer Käse in Kombination mit sehr hoher Korrekturbelastung der Gesundheit nicht zuträglich ist. Die schlechten Stundenpläne waren aber auch ein Resultat von (vermeintlich) schülerfreundlichen Entscheidungen.

    Selbst auf dem ostwestfälischen Dorf haben sich die Preise für Boden in den letzten 10 Jahren mindestens verdoppelt, Bestandsgebäude eher verdreifacht… 300.000 für ein olles Haus auf großem Grundstück muss man schon rechnen… 70 Jahre alt, unsaniert. Wenn man überhaupt etwas findet… Immobilien gehen in der Regel gar nicht in den öffentlichen Verkauf. Und selbst der Mietpreis ist hier binnen zehn Jahren von 3,50 auf über 6 Euro gestiegen. Klar lacht man da in Düsseldorf drüber, aber selbst hier braucht es eher zwei in der Gehaltsklasse A13 um eine Immobilie zu finanzieren. Es ist auch fraglich, ob der Wert einer Immobilie auf dem Dorf so stabil ist wie im städtischen Umfeld.

    Auf eigener Erfahrung mit Ffp2 in der Schwangerschaft kann ich nur sagen: ich hätte damit nie im Leben arbeiten können. In den ersten Monaten vielleicht, aber später war ich sowas von froh, wenn ich aus der Arztpraxis wieder rauskam und das Ding ansetzen konnte… Ohne Schwangerschaft habe ich damit überhaupt kein Problem. Ist denke dass es für die meisten Schwangeren direkt ins Berufsverbot geht…

    Eine gute Idee! Sind das dann Hefte von einem Schulbuchverlag, mir Aufgaben etc drin, in die die Schüler reinschreiben können, wie ein Workbook? oder Hat die Deutsch Fachschaft sich da was ganz originelles ausgedacht?

    Der Vergleich mit einem Workbook ist sehr treffend. Die Schüler können die Aufgaben frei wählen, es gibt ein Lösungsheft zur Kontrolle. Die Fachschaft Deutsch ist schwer beschäftigt und sich hier ausnahmsweise mal einig, dass man auf Originalität verzichtet. Die einzige Hürde ist die Zustimmung der Eltern für die Anschaffungskosten von 6,95 für ca 2 Schuljahre. Wenn ich es zu sagen hätte, gäbe es auch noch für die höheren Klassen ähnliche Hefte, gerne auch englische Grammatik oder Mathe. Ist aber bisher noch keiner drauf gekommen.

    Etwas offtopic, aber vielleicht ein brauchbarer Tip: bei uns haben die Schüler der unteren Klassen ein Rechtschreibübungsheft, in welchem sie immer dann selbstständig üben, wenn es keine Aufträge vom Fachlehrer gibt oder die Vertretungslehrer nicht selbst was machen wollen. So ist immer klar: in die Klassen kann man als Vertetungslehrer ohne Vorbereitung rein und stressfrei ist es auch, da die Schüler das erstaunlich gerne machen. Und als kranker Kollege weiß man die Schüler sinnvoll beschäftigt. Die Hefte lagern im Klassenraum.

    f) man stellt der Schulleitung die Situation und Belastung dar und erhält von ihr einen Tag zur Korrektur, an dem man dann keinen Unterricht hat.

    Aber nur mit Zeugen. Und bloß nicht sagen, dass es einem nicht gut geht und man befürchtet krank zu werden. Wird man dann nämlich wirklich krank (mit Attest und ja, wirklich krank), dann gibt es vielleicht eine Abmahnung wegen angekündigter Krankheit… ( ist schon so ähnlich passiert, hat ein treues, fleißiges Bienchen getroffen).

    Ich habe aber schon von Schulleitungen gehört, die das erfolgreich so handhaben 👍🏻

    Eine solche Aufforderung würde ich mir schriftlich geben lassen, dann ist die wahrscheinlich schnell vom Tisch.

    Ich fürchte ich habe die falschen Kollegen 🙈

    Ich würde mich gar nicht trauen bei kranken Kollegen anzurufen - ich habe ein einziges Mal eine kranke Kollegin per Mail kontaktiert, weil ich ziemlich spontan ein sehr aufwendiges Klausurformat für sie betreuen musste und genau weiß, dass da nichts schief laufen darf…

    Danke für die Antworten bisher!

    ich hab mich nichtmal mit Korrekturen übernommen, als ich krank war (in meinen Nebenfächern hatte ich noch nix geschrieben) , sondern vertretungsmaterial erstellen war für mich irgendwie genauso viel Arbeit wie Unterricht vorbereiten. Besonders in Chemie war es heftig - ich hab da kein Buch oder ABs, die die SuS selbstständig bearbeiten könnten. Also hab ich Buchtexte digital kopiert, selbst Lösungen geschrieben, sehr einfache ARbeitsauftröge verfasst … aber es wäre schneller vorbereitet gewesen, wenn ich einfach meinen Stiefel mit den SUS im Unterricht hätte machen können. Ich fürchte, in meinen NaWis hab ich das Vertretungsmaterial auch in Zukunft nicht mal eben so parat.

    Wart ihr schonmal krank geschrieben und habt kein Vertretungsmaterial bereit gestellt? Also rein gar nix?

    Ich habe immer brav (oft mit Laptop und Büchern im Bett) Aufgaben gestellt. Sinnvolle, die die Schüler bei jeden Lehrer machen können und der Kollege nur anwesend sein muss. Ganz toll sind übrigens dann die Kollegen, die lieber den eigenen Unterricht in der Klasse machen, weil sie es praktisch finden vor der Arbeit eine Stunde mehr zu haben…

    Den Druck Aufgaben stellen zu müssen haben einige Kollegen mit völlig sinnfreien/ unleserlichen/ nicht durchführbaren Aufgaben beantwortet. Spätestens beim Auftrag mit mir unbekannten Klassen Ausflüge in die Stadt zu machen streike ich als Vertretungslehrer. Und nein, ich habe auch keine Lust einen Karton mit Bibeln dafür ranzuschlören.

    Irgendwann habe ich mal keine Aufgaben geschickt, weil ich dazu wirklich nicht in der Lage war und drei Wochen krank geschrieben. Da wurden dann die Kollegen aufgefordert, privat bei mir anzurufen und nachzufragen.

    Ich fürchte ich war nicht nett zu dem ersten, dem ich gesagt habe, dass ich sehr ordentlich ins Klassenbuch geschrieben habe was wir machen und dass die Schüler auch Bescheid wissen (und der Rest steht im Hauscurriculum …. sogar mit Seitenzahlen im Buch).

    Reaktion der Schulleitung: eine Aufforderung an alle, ständig Vertretungsmaterial für den Krankheitsfall im Sekretariat bereitzustellen… ich glaube da ist so mancher Baum für den größten Mist gestorben - da wurde wild kopiert und abgeheftet.

    Mal eine dumme Frage: was macht man als Doppelkorrekturfachlehrer mit ca 40 Stapeln (macht mehr als einen Stapel pro Woche, wenn man die Zeit kurz vor und nach den Sommerferien abzieht in der nicht geschrieben werden kann) im Jahr, wenn man eine Woche krank ist? Also kein Schnüpfchen, in der Phase war man in der Schule, weil ja die Arbeiten/Klausuren geschrieben werden mussten.

    a) man korrigiert trotz Krankheit (ungünstig für die Genesung)

    b) man korrigiert nicht, dafür aber in der nächsten Woche zwei Stapel ( eine 60 Stunden Woche führt schnell zum nächsten Infekt)

    c) man geht in Teilzeit damit das Problem entschärft ist

    d) man legt der Schulleitung die nicht geschafften Klausuren der letzten Wochen auf den Tisch und die Kollegen dürfen ran (durfte da auch schon für andere ran, obwohl selbst von dem Problem betroffen)

    e) man meldet sich mit Schnüpfchen krank, korrigiert in Ruhe und fehlt nur zwei Tage statt eine Woche (klappt das?)

    Eigentlich erscheint mir e) das Beste für alle Beteiligten. Und doch fällt es vielen schwer.

    Das Problem kenne ich sehr gut. Gerade moderner Unterricht sorgt für extreme Lautstärke. Du findest im Netz diverse Brochüren über die Auswirkung der Akustik auf den Unterricht. Es ist wohl so, dass es einen Effekt gibt, dass sich der Geräuschpegel immer weiter aufschaukelt, wenn die Nachhallzeiten einen bestimmten Wert überschreiten.

    Ich selbst habe ein bei Stillarbeit alleine vom Scharren der Füße und den Kratzen der Stifte etwa 60-70 Dezibel vorne am Pult gemessen. Bei disziplinierter Partnerarbeit waren es 70-80, bei Gruppenarbeit eher mehr… in der Turnhalle haben Kollegen über 110 gemessen…

    Ich habe mir den Mund fusselig geredet dass die Schüler nichts verstehen können - weil tatsächlich nur ein Bruchteil akustisch ankommt - bekommt man auch mit wenn man bei Referendaren hinten drin sitzt. Und was machen Schüler, wenn zuhören anstrengend ist? Abschalten. Im Zweifelsfall noch mehr Lärm. Aber das interessiert einfach keinen. Muss am Unterricht liegen dass die Schüler schlecht lernen.

    Lärm bedeutet leider auch Stress für alle Beteiligten. Es macht Lehrer und Schüler krank. Erstere sind sich dessen nie mehr bewusst.

    Anekdote: ein älterer, sehr geschätzter Professor begann seine Vorlesung vor Lehrämtlern mit einem intelligenten Vortrag über Körperverletzung, wobei er sich auf das laute, respektlose Verhalten der Studenten im überfüllten Hörsaal in der vorangegangenen Woche bezog. Dann nahm er seine Sachen und ging wortlos raus …

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