Beiträge von Dendemeier

    Hallo zusammen,

    immer wieder sprechen wir im Kollegium darüber, welche Vor- und Nachteile der "Aufstieg" zum Konrektor und Rektor bietet. Dabei hört man häufig Sätze wie "viel mehr Arbeit für nur wenig mehr Gehalt". So wirklich reißt sich keiner um die Stellen. An manchen Schulen hat man hier in Bayern offenbar auch Schwierigkeiten, jemanden zu finden, der diese Positionen einnehmen möchte.

    Ich selbst bin erst seit wenigen Jahren im Lehrerberuf, daher die Frage an euch: Habt ihr Ambitionen auf die Schulleiterlaufbahn? Warum (nicht)?

    Mein persönlicher Eindruck ist: Wenn 30 Mäuse an einem Stück Käse vorbeilaufen, bin ich nicht die 31. Maus, die reinbeißt. Da stimmt was nicht mit diesem Käse. :D

    Die Sache mit dem Boden habe ich auch vorgeschlagen... Denkmalschutz. Das wunderschöne historische Linoleum in depressivem Beige muss erhalten werden. Vorhänge habe ich auch vorgeschlagen... Die Decke und Wände tragen keine Halterung. Und Akustikvorhänge bringen nur wirklich etwas, wenn sie dauerhaft zugezogen sind.

    Echo habe ich auch im Raum, wenn er leer ist. Werde mal rumfragen, ob nicht ein Kind vielleicht Hörprobleme hat. :)

    Hallo zusammen,

    wie wahrscheinlich viele von euch unterrichte ich in einem ziemlich alten Schulgebäude. Das bringt Vorteile mit sich, z. B. sind die Räume etwas großzügiger dimensioniert, allerdings auch viele Nachteile... Miefende Toiletten, eine Farbgebung zwischen Eitergelb und Rotzgrün und nicht zuletzt eine furchtbare Akustik:

    In unseren Klassenzimmern gibt es faktisch nichts, das Schall schluckt. Man ist umgeben von harten, glatten Oberflächen - Wände, Möbel, Fenster. Das führt dazu, dass sämtlicher Lärm sich potenziert und man jeden Tag mit brummendem Schädel nach Hause geht. Dafür muss die Klasse gar nicht sonderlich laut oder undiszipliniert sein. Gruppen- und Partnerarbeiten in gemäßigter Lautstärke reichen aus.

    Ich wollte diesen Umstand nicht tatenlos akzeptieren und habe es tatsächlich geschafft, dass sich jemand vom Baureferat der Stadt die Sache angesehen hat. Ich rechnete schon mit den üblichen Aussagen: Zu teuer, kein Geld da, Denkmalschutz, etc. Diese Dinge wurden mir dann auch von dem Herren angeführt. Hinzu kam, dass die marode alte Decke keine Akustikdecke tragen könne. Der Mann gab mir absolut recht, dass die Akustik im Raum furchtbar sei - und dass das bei diesen baulichen Gegebenheiten kein Wunder sei! Aber man könne bestenfalls ein paar Panele an der Wand anbringen, die den Schall etwas schlucken - aber viel brächten die auch nicht, es müssten sämtliche Pinnwände dafür runter und es könnten keine Kalender, Schülerarbeiten, etc. mehr aufgehängt werden.

    In anderen Berufen gibt es Dezibelgrenzen und der Arbeitgeber hat für Gesundheitsschutz in Form von Lärmschutz zu sorgen. Nicht so bei Vater Staat. Da stopft man Kinder und Erwachsene in völlig veraltete Gebäude und überlässt sie sich selbst.

    Hat man da irgendwelche Möglichkeiten/Hebel die man noch in Bewegung setzen könnte? Irgendwelche Paragrafen, mit denen man die Stadt zum Handeln zwingen kann?


    P.S.: Immer wieder beschweren sich Schüler, dass das Wasser komisch schmecke. Kommentar des Mitarbeiters der Gemeinde: Legionellen gibt es mehr oder weniger überall und bisher ist doch noch keiner umgefallen. Wird die Trinkwasserqualität in Schulen alle paar Jahre mal überprüft?

    Warum ist das in Bayern so anders?

    Ginger und 2007 haben es schon treffend erklärt... Danke dafür.

    Mit A12 gehörst du in München zum "Bodenpersonal", das den Laden am Laufen hält. Lebenswert ist die Stadt für die oberen 10.000. Ich wohne in einer Sozialbausiedlung am Stadtrand - und selbst da geht ein Drittel meines Einkommens für die Miete drauf. Wohlgemerkt bin ich da nach 28 vorherigen Besichtigungen und Ablehnungen hingezogen. Die Mietsituation ist in München bekanntlich absurd teuer.

    Hallo zusammen,

    die folgende Frage richtet sich v. a. an alle, die in Bayern unterrichten: Für Singles ohne Kinder geht es bekanntlich in 90 % aller Fälle direkt nach dem Vorbereitungsdienst nach München, ob man will oder nicht. (Auf den "Wunschzetteln", in denen man den gewünschten Einsatzort angibt, ist Oberbayern schon vorausgefüllt, um einem die Entscheidung leicht zu machen. :victory:)

    Wenn man nicht zu den wenigen gehört, die mit der selbsternannten "Weltstadt mit Herz" warm werden und dableiben, dann stellt man Jahr für Jahr im Februar seinen Rückversetzungsantrag... Und Jahr für Jahr bekommt man Mitte der Sommerferien (!) bescheid, ob dieser bewilligt wurde. Bis dahin sitzt man auf gepackten Koffern, weiß nicht mal, ob man sich in einer anderen Stadt/Region auf Wohnungssuche machen sollte und kann nur auf die Gunst der unsichtbaren Entscheider hoffen.

    Ich selbst möchte so schnell wie möglich weg aus München. Dabei bin ich auch nicht wählerisch, was den neuen Dienstort anbelangt. An meiner Schule höre ich im Kollegium allerdings entmutigende Geschichten von Leuten, die schon beim siebten abgelehnten Rückversetzungsantrag sind... Niemand gibt einem verlässliche Aussagen dazu, wie die Chancen überhaupt stehen, es geistern immer nur Gerüchte herum... "Letztes Jahr sind viele Junge nachgerutscht, dann könnte es klappen..." "Ich habe gehört, dass sie sogar die Verheirateten aus Oberbayern nach München geschickt haben..."

    Die einzig "realistische" Option scheint es, sich aus der Distanz eine Partnerin in der Wunschregion zu suchen, zu heiraten und drei Kinder in die Welt zu setzen. :zahnluecke:

    Was sind eure Erfahrungen mit diesem leidigen Thema? Nach wie viel Jahren hat es bei euch geklappt? Habt ihr Tricks und Tipps?

    Danke schon mal für die vielen Rückmeldungen und Tipps! Es ist beruhigend und macht zugleich wütend, dass offenbar so viele von uns unter solchen Bedingungen arbeiten. Unprofessionell ist tatsächlich das richtige Wort...

    Ich bin weiß Gott kein BWLer, aber ein Arbeitgeber hat seinen Angestellten Werkstoffe und Betriebsmittel zur Verfügung zu stellen, damit diese für ihn tätig werden können. Polizisten nähen sich ihre Uniformen auch nicht selbst und zahlen die Tankfüllung für den Streifenwagen aus eigener Tasche.

    Manche Leute in unserem Beruf haben echt ein schräges Selbstverständnis oder ein hoffnungsloses Helfersyndrom, das sie sogar auf ihren Arbeitgeber ausdehnen.

    Das Material im Internet ist bedingt tauglich... Bin z. B. bei Lehrerbüro registriert, aber das ist oft viel zu gymnasial für meine Pappenheimer.

    Es geht um die Fächer Deutsch, Mathe, Englisch, GPG, NuT, WiB, Ethik, Kunst - und mein absolutes Lieblingsfach Informatik, von dem ich null Ahnung habe.

    Wertes Forum,

    gebt mir mal bitte eure Perspektive/Erfahrungen zu folgendem Thema...

    Ich unterrichte an einer Mittelschule in der bayerischen Landeshauptstadt - in diesem Schuljahr neun verschiedene Fächer in einer 9m. Für fünf dieser Fächer habe ich ein Schulbuch. Für keines dieser Fächer hat die Schule Lehrerhandbücher, Gehefte oder USB-Sticks mit Begleitmaterial.

    Ich bin erst seit einem Jahr aus dem Vorbereitungsdienst raus und kann somit auch nicht auf einen privaten Fundus zugreifen. Die lieben Kollegen tauschen ungern Material - wenn man etwas bekommt, gleicht das eher einer "losen Sammlung", in der die Mauer noch steht und in DM-Preisen gerechnet wird.

    Wie bitteschön soll man da Unterricht halten? Derzeit verbringe ich meine kompletten Wochenenden mit dem eigenhändigen Erstellen von Materialien am PC. Ich sehe es auch nicht ein, hunderte Euro aus der privaten Tasche für Materialien zu zahlen. Dank des neuen Lehrplans haben viele Verlage außerdem schlichtweg noch kein Lehrermaterial anzubieten!

    Freunde aus der freien Wirtschaft schütteln ungläubig den Kopf, wenn ich ihnen davon erzähle. Die sagen zum Chef, was sie benötigen, um ihre Arbeit zu erledigen, und es es wird ohne weiteres angeschafft...

    Ich komme mir vor wie ein Schreiner, der ein Fenster bauen soll. Es muss halt ohne Holz, ohne Leim und mit einer stumpfen Säge geschehen.


    Lehramt ist offenbar Alchemie... aus Scheiße soll man Gold machen. :sauer:

    Warum sollte dich eine Region/eine Schule freigeben, weil du besonders gute Arbeit leistest? Die behalten dich doch sicher besonders gern...

    Der Witz hier in Bayern ist: Die Noten und die Leistung im Job spielen weder im Positiven noch im Negativen eine Rolle. Ob man dabehalten oder versetzt wird, hängt in keiner Weise damit zusammen.

    Hinzu kommt, dass das nicht die Schule entscheidet, sondern das Kultusministerium... Mein ehemaliger Rektor wollte mich unbedingt an seiner Schule behalten, aber er hat das nicht zu entscheiden. Da hilft auch kein Betteln bei seinen Vorgesetzten. Statt mich hat er einen anderen jungen Lehrer bekommen, über den er nicht gerade glücklich ist. Eine faule Socke hoch zehn, die Kollegen anblafft und sich nicht ansatzweise um seine Schüler schert. Aber der Kerl hat einen Ring am Finger und ein Kind und hat somit "freie Auswahl" bei der Schule.


    Mir geht es gar nicht darum, an den Ort zurückzukommen, an dem ich aufgewachsen bin. Das wäre mir zu ländlich. Gerne gehe ich in in irgendeine andere Stadt Bayerns, von mir aus auch an eine verrufene Brennpunktschule. Aber der Drang weg vom teuren München führt dazu, dass selbst die anderen Großstädte in Bayern mit Lehrern übersättigt sind und in München weiterhin Mangel herrscht.


    Bei Beamten im mittleren Dienst zahlt der Freistaat noch einen "Großstadtzuschlag" an sein Personal in München, damit die sich überhaupt ansatzweise ein Leben in dieser Stadt leisten können. :autsch: Zuuufälligerweise liegt die Grenze, ab der man keinen Anspruch mehr auf diese Unterstützung hat, knapp unter der Besoldung eines Grund-/Mittelschullehrers mit seinem A12. Kurz gesagt: Man sitzt als alleinverdienender Beamter zwischen allen Stühlen.


    Ja, ich weiß, es ist Jammern auf hohem Niveau, aber es sollte dem Freistaat Bayern schon zu denken geben, wenn jedes Jahr eine ganze Handvoll fertig ausgebildeter Lehrer den Dienst gar nicht erst antritt, wenn sie erfahren, dass sie in München landen. Und das, obwohl sie jahrelang etwas studiert haben, mit dem man - abgesehen von Privatschulen - kaum in einem anderen Bereich einsteigen kann.

    Hallo wertes Forum,

    kurz zu meiner Situation: Lehramt Mittelschule (ehemals Hauptschule) in Bayern studiert, sehr gute Noten im ersten und zweiten Staatsexamen (im besten Fünfzigstel des Jahrgangs), direkt nach dem Vorbereitungsdienst vom Freistaat nach München versetzt worden, Rückversetzungsantrag gestellt, allerdings keinerlei Aussicht in den nächsten Jahren von München wieder Richtung Nordbayern zu kommen.

    Die Versetzungen bzw. das Recht darauf, überhaupt aus der Heimat wegversetzt zu werden, regelt sich in Bayern quasi ausschließlich über die sogenannten Sozialpunkte, d. h., ob man verheiratet ist, ob man Kinder hat, etc.


    Ich habe volles Verständnis dafür, dass der Staat als sozialer Arbeitgeber auf solche Aspekte Rücksicht nimmt. Natürlich war mir auch schon vor dem Studium klar, dass das Beamtentum bei allen Vorzügen auch gewisse Nachteile mit sich bringt, so z. B. der Einsatz in der miettechnisch teuersten Stadt Deutschlands. Nun sitze ich in diesem Spielplatz für reiche Leute und höre von Kollegen, die ebenfalls aus Nordbayern stammen, dass sie seit vielen Jahren in Folge ihre Rückversetzungsanträge stellen, jedes Jahr im August wieder auf gepackten Koffern sitzen, nur um dann zu hören, dass aus der Rückversetzung nichts wird. Der Frust ist groß bei diesen Leuten. Als Lehrer hat man eben nicht so ohne weiteres die Möglichkeit, sich einen anderen Arbeitgeber zu suchen, wie das in der freien Wirtschaft der Fall ist.


    So langsam habe ich den Eindruck, dass sich Lehramt/Beamtentum eigentlich nur für Leute rechnet, die zum Zeitpunkt ihres eigenen Schulabschlusses schon wissen, dass sie mit Ende 20 Anfang 30 einen Ring am Finger, ein bis zwei Kinder und ein Eigenheim haben wollen - sprich: Leute die einen ganz klassischen Lebensweg einschlagen.

    Die Singles ohne Kinderwunsch sind die Lückenbüßer. Egal wie gut die Noten sind, egal wie gut die dienstlichen Beurteilungen ausfallen... Verheiratete Kollegen mit Kindern können einen miesen Job mit Minimalaufwand machen und trotzdem hofiert sie das System. Als ob es unmöglich wäre, in eine andere Stadt zu ziehen, wenn man verheiratet ist oder Kinder hat. In der freien Wirtschaft wird derartiges ja durchaus auch verlangt, wenn man Ambitionen hat.

    Sehe ich das zu verbissen oder habt ihr ähnliche Erfahrungen? Sollten NEBEN Sozialpunkten nicht auch Leistung(-sbereitschaft) ein Rolle bei Versetzungen spielen?

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