Beiträge von sunshine_:-)

    Palim Ich lese gerne bei dir mit und kann das auch nachvollziehen. In der SEK II z.B. brauche ich wirklich

    keinen Schnickschnack, im Gegenteil: ich bin froh, wenn wir die unschnickschackhaften Grundlagen des wissenschaftlichen Arbeitens hinbekommen. Was ich darüber möglicherweise kaufe, ist on top.

    Aber: ich habe eine Weile an einer GL- Realschule (NRW) gearbeitet, und da gilt all das so nicht. Neben den drei GL-Schülerinnen (sozial-emotional) gab es noch die "üblichen" Geflüchteten, die Adhslerinnen, Autistinnen, LRSlerinnen usw. usw. Hier sehe ich den monetären Bedarf ganz gleich dem in der Grundschule. Auch hier muss inkludiert werden, müssen die unterschiedlichsten Niveaus beachtet und integriert werden, es gibt keine Lobby und die Eltern interessieren sich nicht.

    Ich sehe da tatsächlich den hier so oft betonten Unterschied zu den GS wirklich nicht. Wie siehst du das?

    Gibt es bei euch an der Schule keine Jahresplanung?

    (Fast) off topic: habe zwei Freundinnen, bei denen gibt es keine bis ein wenig Jahresplanung, einmal Geplantes wird oft innerhalb der 7-Tage-Frist schnell nochmal umgeplant. In beiden Fällen bekommen es die Lehrerräte nicht hin, auf eine Jahresplanung hinzuwirken. Unbegreiflich. Ich wüsste nicht, wie ich das betreuungsmäßig und mit meinen eigenen Terminen managen sollte. Rechtlich ist aber wohl nichts zu machen.

    Jeder Schulträger ist verpflichtet, seine Schulen mit Lehrmitteln auszustatten, also mit den Dingen, die man braucht um zu lehren. Dafür erhalten die Schulträger vom Land einen nicht unerheblichen Betrag. Es ist dreist, dass es anscheinend Schulträger gibt, die sich dieser Pflicht entziehen mit dem Hinweis auf leere Kassen. Es ist Aufgabe der Schulleitung, hier in die Verhandlungen zu gehen und das Geld einzufordern. Zur Not würde ich mir Unterstützung aus dem entsprechenden Landesministerium holen. Geld für Unterrichtsmaterial, Laminiergeräte und -folien, Grundausstattung in Klassenräumen (Schere, Tacker, Locher usw.), Lizenzen, Werkraum- und Sporthallenausstattung muss der Schulträger übernehmen.

    ... da wird dann in Zeiten von #neuland das WLan aufgemöbelt und zack ist kein Geld mehr da....

    An meiner Förderschule gibt es kein Geld für ...

    Sitzkissen, Bücherkisten, buntes Papier, Scheren, Stifte, Pflanzen, Spiele, CD-Player (braucht man jetzt eh nicht mehr dank Lehrerdienstgerät und Beamer), Kleber, Stoffe, Geschirr, Geschenke, Laminierfolien, Eddings, Bastelbedarf wie Knete...

    Es gibt: zu wenige Räume, zu kleine Gruppenräume, zu wenige Tische und Stühle, keine Verdunklungsrollos, Papier DIN A4

    Feddich.

    Manchmal kommt mir schon der Gedanke, etwas zu kaufen, lasse es dann aber (meistens leider nur). Geschenkt nehme ich manches mit.

    Same here. Absolut nix gibt es. Noch nichtmal bunte Kreide (Kreide!!! Weit entfernt von Whiteboards o.Ä.) Oh, doch, wir haben A4- UND A3- Papier. Wenn man Ausdauer hat, kann man dem Förderverein was aus den Rippen leiern, das wird auch immer schwieriger. Bin ebenfalls dazu übergangen einfach komplett nichts mehr zu kaufen. Es nervt aber von Zeit zu Zeit, so auf Sparflamme zu unterrichten. Die Alternative wäre, es selbst zu bezahlen. Das ist aber ein Fass ohne Boden. Wirklich ohne jeglichen Boden.

    Edit: und die Kombi aus altem Drucker/Kopierer und Umweltpapier ist so grottig, da würde mir noch nicht mal in den Sinn kommen, privat etwas zu drucken/kopieren :D.

    Ich habe da mehr Erfahrung. Es gibt auch einen Grund, weshalb die Schulaufsicht regelmäßig pädagogische MitarbeiterInnen sucht, die in der Regel bis zu vier Jahre dort arbeiten und dann in den Schuldienst zurückkehren. Auf diese Weise "versorgt" sich die Behörde mit der Expertise der Basis - und zwar mit stets aktueller Expertise.
    Ebenfalls aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass diese Expertise durchaus auch gehört wird. Dass im Politikbetrieb natürlich andere Spielregeln gelten, dürfte ja bekannt sein.

    Deine Erfahrungen möchte ich natürlich keinenfalls in Frage stellen.

    Umso erschreckender was für ein unfassbarer Murks dabei herauskommt obwohl man dann wohl Expertinnen konsultiert ("gehört werden" reicht dann vielleicht einfach nicht).

    Was verstehst du denn unter "Mitarbeit"? Ehrlich, deine Aufregung ist grad ziemlich polemisch. Recht viel anders läuft das bei uns auch nicht und ich war in meiner Funktion als Gewerkschaftsvertreterin an den Ratingkonferenzen. Vernehmlassung heisst, die Anspruchsgruppen werden gehört und deren Meinung wird bei der Konsensfindung berücksichtigt. Natürlich arbeiten nicht 2000 Lehrpersonen aktiv an so einem Prozess mit. Diejenigen, die sich hinterher am meisten aufregen, sind in der Regel diejenigen, die nicht ein einziges Infomail gelesen haben und selber gar keinen Bock hätten, sich auf vierstündigen Marathonsitzungen den Hintern zu plätten.


    Vermutest du oder weisst du?

    Ok, lassen wir das einfach.

    Ich setze die Vorgaben dann gerne im Rahmen meiner Möglichkeiten um. ;)

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