Das Branchen-Telefonbuch "Gelbe Seiten" solle jedoch in überarbeiteter Form erhalten bleiben
Ja, als pdf - hab ich vorhin irgendwo gelesen ![]()
Das Branchen-Telefonbuch "Gelbe Seiten" solle jedoch in überarbeiteter Form erhalten bleiben
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Ehrlich gesagt finde ich es auch schade, dass kaum noch jemand richtiges Handwerk beherrscht und das weitergeben kann.
Das kommt mir gerade wieder in den Sinn da ich an der Schule bin und fix was ausprobiere. Wie kommst du denn zu dieser kühnen Behauptung bzw. was verstehst du unter "richtigem Handwerk"? Kannst du denn irgendeine Art von "richtigem Handwerk" dass du überhaupt beurteilen kannst, was "richtig" ist?
Ich habe letztens mal so nebenbei im Gespräch gelernt, dass man im Chemiestudium heutzutage offenbar keine Spektralanalyse mehr "von Hand" macht. Da habe es einfach eine Maschine gegeben, in die man das Zeug reingestellt hat, sagt meine junge Kollegin (Baujahr 1994). Dann fiel mir ein, hey, wir haben an der Schule doch auch eine Maschine dafür und hab's im Praktikum mit einer Klasse gleich mal ausprobiert. Die fanden das richtig cool, hat so was "professionelles". Wenn wir's digital machen, schaffen wir es in einer Doppellektion eine vernünftige Aufgabenstellung zu bearbeiten. "Von Hand" wäre die Prozedur ziemlich mühsam und wir könnten nicht halb so viel an Informationen rausholen. Man macht im Chemiestudium auch keine Schwefelwasserstofffällung mehr und der Soda-Pottasche-Aufschluss zur Silikat-Bestimmung im Glas ist auch gestorben. Halleluja.
Ich meine, retrospektiv betrachtet war's ja auch irgendwie lustig, verklärte Vergangenheitserinnerungen und so. Aber es ist schon OK, dass die ganze quantitative Analytik auf ein Semester zusammengeschoben ist und man dafür heutzutage Molecular Modelling lernt. Chemie ist ein sehr zielgerichteter Studiengang, für die allermeisten Absolventen geht's hinterher zu Bayer oder der BASF. Der Einsatz computergestützter Verfahren im Drug Design z. B. hat sich in den letzten 20 Jahren phänomenal weiterentwickelt. Wir hatten das damals im Studium mal als Praktikumsversuch irgendwann im Hauptstudium, gerade so viel, dass man mal gesehen hat, dass es da so einen Algorithmus gibt. Ich freue mich aufs kommende Herbstsemester an der Uni, es gibt Vorlesungen dazu, die ich fürs Informatik gebrauchen kann.
Ich kann mich dunkel dran erinnern, dass wir noch ein Telefonbuch ins Milchkästli (!) bekamen, als wir 2011 hierher gezogen sind. Ich habe gerade mal Tante Google gefragt: Tatsächlich kann man die gedruckte Version seit gerade diesem Jahr gar nicht mehr beziehen. Bis Ende 2022 muss es die Dinger irgendwo gegeben haben. Auf der Post habe ich die nie gesehen, wahrscheinlich musste man aktiv nachfragen. Einzahlungsscheine gibt es seit diesem Jahr übrigens auch nur noch mit QR-Code.
Ich weiss, wie es gemeint war. Ich versuche dir nur zu spiegeln, wie es rüber kommt. Du baust hier Klischees und Stereotype auf, dass es nicht mehr feierlich ist. Überleg dir einfach mal, was du in deiner Funktion als Schulleitungsmitglied damit anrichten kannst.
Milchkäschtli?
Ja-ha ... Das hat sogar einen Wiki-Eintrag verdient ![]()
Es gibt Klassenreisen, auch ohne Sternehotel,
Naja, das ist eine Liste mit Vorschlägen. Das ist mal ein Anfang, ja, aber der Service bei der SBB ist schon ein anderer. Wenn ich da morgen hingehe und sage, ich will mit einer Schulklasse am Hochstuckli auf die Rodelbahn, habe ich 20 min später die komplette Fahrt inkl. aller Postis und der Seilbahn durchgebucht und die Tickets für die Rodelbahn mit 20 % SBB-Rabatt.
Aber du hast natürlich recht. Was will die DB anbieten, wenn in der Wallapampa kein Bus fährt. Dass das traurig ist, da sind wir uns mehr als einig.
Mein Vater ist überzugehen auch früh verstorben, über deine Trauer will ich mich nicht lustig machen.
Häh? Muss ich den Satz verstehen? Also lustig ist das wahrhaft alles nicht, eher erschreckend.
Briefkästen gibt es also auch noch.
Wir haben die tolleren - mit Milchkästli! ![]()
So ist es. Ich lerne in diesem Forum ja auch immer mal wieder was dazu. Meine Frage, ob's denn Telefonbücher noch gäbe, war überhaupt nicht sarkastisch gemeint. Hier gibt es keine mehr, wirklich nicht.
Für mehrtägige Fahrten klingt das sehr verlockend.
Wie handhabt ihr das bei Wandertagen/Exkursionen/kleineren "Fahrten" oder Ausflügen?
Das geht bei uns alles über die SBB, die bieten komplett organisierte Tagesausflüge für Schulklassen an und es wird obendrein noch günstiger, wenn man über die bucht. Was glaubst, warum wir hier alle so gerne Bahn fahren, die SBB hat's in Sachen Kundenbindung wirklich drauf
Leider gibt's das bei der Deutschen Bahn immer noch nicht, hab grad mal nachgeschaut. Sie bieten Städtetrips mit Übernachtung im Sternehotel an, Kinder und Jugendliche scheinen keine gewünschte Klientel zu sein. Schade.
Mein Vater ist früh gestorben, meine Tante hatte nie einen Mann. Es gab in beiden Haushalten also nie einen PC.
Das klingt so, als handele es sich um eine Kausalität: kein Mann = nix digital. Es wird echt immer schlimmer. ![]()
Das Abitur ist fachlich einfach, aber so verklausuliert, dass es trotzdem nicht "de facto" leicht ist eine gute Note zu bekommen.
Das ist eben wirklich ärgerlich wenn man als Lehrperson merkt, die scheitern jetzt nicht an der Mathe sondern an der schlechten Aufgabenstellung. Und man fragt sich, was wird da eigentlich abgeprüft. Aber es ist doch so, dass die Prüfungsvorschläge von aktiven Lehrpersonen kommen, nicht? Ich verstehe nicht, warum das am Ende dann offensichtlich doch so viele mittragen, sonst wär's ja nicht so.
Ich kann mich bis heute an den Wutausbruch meiner Biolehrerin am Gymnasium erinnern. Bayern hat ja immer und ewig schon dieses Zentralabitur, als Schüler besorgt man sich einfach den Stark-Abitrainer und löst zur Vorbereitung die Aufgaben der letzten 10 Jahre. Irgendwann muss dann offenbar mal ein Jahrgang kommen, bei dem ALLES anders ist und 1999 hat es eben den Bio Leistungskurs erwischt. Die Aufgabenstellung zur Evolutionsbiologie war so scheisse, dass sie eigentlich nicht lösbar war. Ich hatte mit 10 Punkten immer noch die beste Klausur im Kurs, davor hatte ich aber sowas wie 13 oder 14 Punkte im Zeugnis. Fairerweise muss ich dazuschreiben, dass der Mathe LK es in diesem Jahrgang besonders leicht hatte ![]()
Statt 150 Melonen trägt Herr Huber nun eben 149,15 Melonen zum Auto.
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Ich weiss. Das ist die Meinung der Politik, mit der Realität hat die nichts zu tun. Wir Bayern sind halt immet schon gut in dem, worauf wir trainiert werden, der Rest hat sich der Strategie dann angepasst. In Wahrheit ist es die Übertrittsquote mit der die Leistung am stärksten korreliert. Alle wissen das, ist aber nicht sexy.
Edit: Du weisst ja, wann die PISA-Tests durchgeführt werden, das passiert in Klasse 9. Überleg dir einfach, wie da der Zusammenhang mit den zentralen Abschlussprüfungen sein soll. Früh übt sich, was ein gut dressiertes Äffchen werden will! Könnte man jetzt ganz bösartig behaupten.*
Seph Dein Beitrag ist in sich widersprüchlich. Die Basics fehlen, weil sie nicht adäquat geübt werden.
*Ich provoziere gerade nur ein bisschen, man darf da gerne anderer Meinung sein.
Das Zentralabitur galt noch nie als Garant für "Niveau" sondern für die Vergleichbarkeit der Abschlüsse. Natürlich trainieren alle Lehrpersonen ihre SuS auf das Format der Abschlussprüfungen, das war immer schon so und es ist vollkommen logisch. Ich habe im Juni mündliche Abschlussprüfungen. Meine SuS wissen ziemlich genau, was ich sie fragen werde: Das, was wir die letzten 4 Jahre im Unterricht gemacht haben.
Ich glaube ich habe da schon einen Überblick über eine etwas grössere Stichprobe. Wenn eine kritische Masse an Saboteuren überschritten ist oder diese an buchstäblich entscheidenden Stellen sitzen, geht's eben schief. Wir haben unsere Saboteure an der Schule wieder kleingeredet, mit unfassbarem und völlig überflüssigem Aufwand. Das Engagement hätten wir auch konstruktiv nutzen können.
aber als Endverbraucher interessiert das hier ja nicht
Genau, du hast es. "Interessiert mich nicht" ist voll die richtige Einstellung ![]()
Sommertraum Ich stimme dir völlig zu, aber hast du gelesen, was ich schrieb? Wir haben ein funktionierendes System mit ausreichend Support, es waren einzelne Lehrpersonen, die es geschafft haben, das Projekt mindestens temporär zu sabotieren. Auch bei euch ist es so, dsss irgendwo Menschen sitzen, die vollkommen falsche Entscheidungen treffen oder schlichtweg sabotieren. Und das sind nicht "die da oben", sondern es sind Lehrpersonen, die in der Entscheidungskette irgendwo dazwischen sitzen. Bei uns im Kanton gibt es iPads an den Volksschulen. Das hat *nicht* Frau Gschwind als zuständige Regierungsrätin beschlossen, ich kenne die, ich weiss, dass es so nicht war. Das war die Schulleiterkonferenz der Volksschulen. Und es sind die Lehrpersonen der Volksschulen, die den Quatsch mittragen. Hier im Forum schreibt ein Mitglied der Schulleitung über Telefonbücher aus Papier. Herzlichen Glückwunsch, DAS sind die Verantwortlichen.
wer soll sonst wissen, wie weit er mit seinem Unterricht war?
Meine Güte, frag die SuS und dann mach halt einfach Unterricht. Du kennst den Lehrplan, du bist schon gross und hältst dich selber offenbar ja auch für super toll. Ich habe letztes Schuljahr von heute auf morgen ein Schwerpunktfach Physik in Stellvertretung übernommen, hatte ich zuvor noch nie gemacht, keine Infos von der Kollegin. Ich wusste ungefähr, warum die daheim ist, schrieb ihr, sie soll bloss die Finger ruhig halten. Ich habe die Jungs also gefragt, was war zuletzt dran. Kreisbewegung und so. OK, super, machen wir jetzt Arbeit/Energie/Leistung, Formelheft und Taschenrechner raus, zack zack und los geht's.
Gestern war ich wieder auf meinem BWLer-Stammtisch
Ja, an den Stammtisch, da gehörst du wohl hin. Viel Vergnügen weiterhin.
Und als Schulleiter willst du mir jetzt verkaufen, dass die genannten Probleme ganz echt nicht existieren? Das ist doch Quatsch. Ich kann ja hier mal ein bisschen aus dem Nähkästchen plaudern, was bei uns an der Schule ganz konkret im Zusammenhang mit der Digitalisierung passiert ist. Wie bekannt sein dürfte, kommen unsere SuS seit dem Schuljahr 2018/19 mit dem eigenen Laptop an die Schule. Wir stellen seither alles Arbeitsmaterial digital zur Verfügung, als Lehrperson ist man angehalten, ein einigermassen übersichtliches System auf OneNote einzurichten. Ob der Microsoft-Kram jetzt sinnvoll ist, darüber lässt sich vorzüglich streiten, aber jetzt mal egal, das ist halt das System, das zur Verfügung steht. Es funktioniert, es wird betreut, der Kanton hat einen Haufen Ressourcen dafür gesprochen.
Wir haben dieses Projekt sehr gut vorbereitet und sind mit nur 2 Pilot-Klassen gestartet, alle Lehrpersonen in den beiden Klassenteams haben sich damals freiwillig gemeldet, niemand wurde da gegen seinen Willen zugeteilt. Man muss halt mal anfangen und Erfahrungen sammeln, die haben wir auch sehr ausführlich mit dem gesamten Kollegium geteilt, ich erwähnte, dass ich selbst mehrere Workshops geleitet habe. Im Schuljahr drauf wurde dann die Hälfte aller neuen Klassen auf BYOD eingerichtet, im Schuljahr drauf hätte es der ganze Jahrgang sein sollen. Unterdessen fing eine kleine Gruppe Lehrpersonen aber massiv an zu agitieren und es kam zu einer Abstimmung, dass nicht alle neuen Klassen, sondern wieder nur die Hälfte davon als BYOD-Klassen eingerichtet werden. Die "early movers" hatten infolge plötzlich zwei Systeme zu betreuen, als betroffene Lehrperson kann ich dir sagen, dass mich das richtig übel angekotzt hat. Wir hatten uns extrem Mühe gegeben, alle mitzunehmen und zu betütteln, damit auch ja jeder zurechtkommt, etc. pp. Und dann dieser Scheiss.
Es wird noch besser, dann kam nämlich Corona und der Lockdown, der uns alle ins HomeOffice und hinter den Laptop-Bildschirm gezwungen hat. Als Schule waren wir dank des Pilotprojekts hervorragend auf diese Situation eingestellt, wir haben nicht eine Sekunde damit verloren erst irgendwas einrichten zu müssen um einfach weiter unterrichten zu können. Dann kamen plötzlich andere aus den Löchern gekrochen, ach, jetzt wäre es aber doch nice der nächste Jahrgang käme komplett als BYOD. Natürlich wurde das aus Prinzip wieder abgelehnt, die gleichen paar Hanseln wie zuvor hatten es ja geschafft, die Stimmung nachhaltig zu vermiesen. Wtf. Findest du das lustig? Ich nicht, das grenzt an Sabotage.
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