Okay, danke nochmal.
Ich denke, dass ich mich wohl damit abfinden muss, dass die Kinder einfach immer weniger Lust aufs altersgerechte Singen und Tanzen haben werden. Ich habe immer damit gerechnet, aber dass der Cut durch vermutlich Coronaverstärkung so extrem ist, finde ich sehr frustrierend.
Bezüglich der Schwierigkeit bin ich schockiert. Dass die oben angegeben Lieder schon zu schwer sein sollen, finde ich beunruhigend. Das würde bedeuten, dass ich den ganzen Studiumsinhalt aus 2018!!! in die Tonne kloppen kann. Ggf noch einzelne Inhalte aus 1/2 in 3/4 machen. Eigentlich haben die Inhalte für Klasse 2, die wesentlich schwerer waren, bis jetzt immer funktioniert. Und die Kinder freuen sich jedes Mal total auf Musik. Aber gut: Ich gehe nochmal eine Stufe an Liedern in 1 zurück und schaue was passiert. Mal schauen, ob mehr mitmachen oder noch mehr "Langeweile" kommt. Ich schaue mich auch mal nach der angegeben Literatur um.
Die Sache mit der persönlichen Beziehung zu Musik ist natürlich schwierig. Wir haben kaum fachfremde Klassenlehrer, die mit ihren Kindern singen. Alle drücken das an die Musiklehrer (die Experten) ab, weil sie selbst keine Lust auf Musizieren haben. Das geben sie auch ohne Umschweife zu. Das ist sehr schade, aber wohl leider auch nicht zu ändern.
Dass ich immer die harte Tour fahren soll gegen Quatsch und Verweigerung ist auch die Meinung der Klassenlehrer. Natürlich bin ich allgemein streng genug, sonst würden mir die anderen Klassen ja auch entgleiten. Es ist nur so schade zu sehen, dass ich dann immer die böse Musiklehrerin bin, die einmal die Woche drin ist, während andere Lehrkräfte in der Klasse mit wesentlich weniger Disziplinierung auskommen, weil einfach grundsätzlich die Motivation und Konzentration bei SU, M und D vorhanden ist. Und so macht ausgerechnet Musik weniger Spaß für alle Kinder als die anderen Fächer.
Es ist einfach total normal, dass die Klassenlehrkräfte sich durchsetzen können und Ruhe im Raum haben, während Fachlehrpersonen ihren Stand erarbeiten müssen.
Klasse 1/2 ist im Umgang zudem speziell, da hilft manchmal mehr kindgerechtes Tralala als "Rummeckern". Ich würde, wenn möglich, ab und an bei Kolleginnen hospitieren oder gemeinsam was mit den Klassen machen. Es gibt so viele Arten, mit Klassen umzugehen und gerade wenn man frustriert ist, wird man eher engstirniger als offener für Ideen- andersrum könntest du deine Art und deine Musikbegeisterung mit einbringen. Ich persönlich lerne jedenfalls auch nach bald 20 Jahren im Job von anderen.
Tut mir leid, ich vermute, du wolltest keine Verhaltens-Tips hören. Aber ich lese viel Frust und "aufgeben" aus deinen Beiträgen und für mein Empfinden siehst du deine Arbeit im Moment zu negativ, weil Erwartungen nicht ganz zur Realität passen. Und da insbesondere schwierige SuS die Stimmung der Lehrkraft sofort registrieren wie ein Seismograph und darauf reagieren, kann sich das Problem verschärfen.