Beiträge von Quittengelee

    Hallo,

    Macht es heutzutage noch Sinn Theologie zu studieren um Religionslehrer an einer Schule zu werden oder meint ihr mit dem Fach hat man eher schlechte Chancen auf eine gute Stelle?

    Was ist in deinen Augen eine gute Stelle? Oder meinst du die Einstellungschancen generell? Letztere kann man am besten online für jedes Bundesland, Unterrichtsfach und Schulform herausfinden.

    Generell gilt: Sekundarschulen haben höheren Bedarf an Lehrkräften als Gymnasien. Wenn du dir ein Studium für die Sek I vorstellen kannst, bist du wahrscheinlich mit jedem Fach gut bedient.

    Alleinstellungsmerkmal des RU: Nirgends sonst kommt es so auf die Lehrenden an wie hier. Nirgendwo gibt's kritische Auseinandersetzung mit dem Unterrichtsgegenstand wie hier. Nirgendwo pfuscht dir jemand weniger ins Handwerk als hier.

    Und wenn das System dir mal allzu quer kommt: Bevor du krank wirst, meldest du dich ab vom RU.

    Klaro hör ich schon die Krähen krächzen: "Jeder Reli-Lehrer verweist auf eine kranke Familie." :gruss:

    Man merkt gerade an solchen Überlegungen, wie sehr doch hier fachfremd argumentiert wird. "Standing" ist spätestens nach dem 2. Vaticanum eine Basiskompetenz von rk-Reli-Lehrer*innen, aber erfahrungsgemäß weniger gegenüber der Gesellschaft, viel eher schon gegenüber reaktionären Entwicklungen in der Kirche selber. Aber auch die ev.-Reli-Kolleginnen haben ein ähnliches Kreuz zu tragen, hier aber eher gegenüber freikirchlichen und evangelikalen Strömungen.

    Ich verstehe deine Beiträge nicht. Inwiefern "kommt es mehr auf die Lehrkraft an" als in anderen Fächern?

    Den zweiten Abschnitt mit den kranken Familien kapiere ich gar nicht.

    Und was meinst du mit den Ausführungen zum "Standing", das du in Anführungszeichen setzt? Offenbar schreibst du es als fachgerecht Unterrichtender. Da du vermutlich der einzige Relilehrer hier bist, wäre eine Erklärung für die Fachfremden vielleicht ganz hilfreich.

    Ich rufe Eltern nicht wegen jeder Kleinigkeit an. Wenn ein Kind allergisch auf irgendwas reagiert aber schon, das ist ja wichtig. Wo ist das Problem? Manche Dinge muss man mitteilen, es sind eben die Eltern. Kommuniziere künftig mit den Kindern und dann wissen sie, woran sie sind. Geheimniskrämen musst du nicht, es geht nicht darum, Eltern und Kinder gegeneinander auszuspielen.

    Danke.

    Ich mache mir halt Vorwürfe, da ich das Problem falsch eingeschätzt habe. Ich habe versucht, mit dem Vater des betreffenden Kindes eine gute Vertrauensbasis aufzubauen, im Endeffekt war es so, dass das Kind mir deswegen gerade misstraut. Dabei hab ich versucht, echt umsichtig zu sein. Ich habe damit das Gegenteil bewirkt, wusste jedoch nicht, dass der Vater jedesmal schimpft, wenn er was von der Schule hört.

    Jetzt wird die Situation dem Amt weitergeleitet.

    Du hast ja aber auch die Pflicht, mit Eltern vertrauensvoll zusammen zu arbeiten. Es gibt Situationen, da muss man als Lehrkraft Informationen weitergeben, zum Beispiel ans Jugendamt. Das sollte man dann transparent machen, also dem Kind sagen, dass man das mit dem Vater/ Mutter/ Jugendamt/ Polizei besprechen muss und was als nächstes passieren kann. Man kann auch rückfragen, ob Mutter/ Vater/ Oma informiert werden soll, so offen wie möglich kommunizieren. Man kann keine Anzeichen von Kindeswohlgefährdung für sich behalten, weil man Sorge hat, dass das Kind einem nichts mehr erzählen könnte.

    Und ansonsten ja, man macht Fehler. Deswegen sollte man nicht gleich seine gesamte Eignung infragestellen.

    Danke für deine Erläuterungen...


    Nur: Erlaube mir die Anmerkung, dass ich die Frage mit dem Französisch seltsam finde.

    ...ich verstehe die Antworten nicht und da die Übersetzung an mehreren Stellen holprig ist, hoffte ich, dass sie vielleicht in deine Muttersprache besser übersetzt wurde.

    1. Ah!

    2. Wer beurteilt wen oder was? Die lehrer ihre Weiterbildung oder der Arbeitgeber die Lehrer?

    3. Okay, also die eigene Mobilität beim Lernen, nichts was mit Unterricht zu tun hat.

    Wie interpretiert ihr folgende Antwortmöglichkeiten?

    - Implementierung flexibler Unterrichtspläne und Arbeitsvereinbarungen

    - Einsatz von Beurteilungen zur Berücksichtigung des Bedarfs von Lehrkräften an beruflicher Weiterentwicklung und Unterstützung

    - Bereitstellung weiterer Lernmobilitätsmöglichkeiten

    Ist es vielleicht auf Französisch verständlicher chilipaprika ?

    Edit: interessant finde ich die Strategievorschläge, den Lehrerberuf attraktiver zu machen, in dem vor allem Lehrkräfte öffentlich erzählen sollten, wie schön ihr Beruf ist.

    Das erste Verfahren gegen alle vier wurde nicht eröffnet, mit der Begründung, sie hätten nichts von Emilys Diabetes gewusst und es liege eine Verkettung unglücklicher Umstände vor.

    Dann wurde Anklage nur gegen die beiden Lehrerinnen erhoben, weil sie die Fahrt nicht sorgfältig vorbereitet hätten. Dieses zweite Verfahren wurde zunächst ebenfalls nicht eröffnet, weil die Lehrerinnen als medizinische Laiinnen auch dann nicht hätten erkennen müssen, dass ein Notfall vorlag, wenn sie von der Erkrankung gewusst hätten, es also auf Fehler in der Vorbereitung nicht angekommen sei. (Da sie die Notlage nicht erkennen konnten, kann man ihnen auch keine unterlassene Hilfeleistung vorwerfen.)

    Das OLG hat veranlasst, dass das Verfahren dennoch eröffnet wird, denn aufgrund der Garantenstellung sei eine Verurteilung wahrscheinlich. Garanten sind verpflichtet, Tatbestände vorausschauend zu verhindern, sonst können sie dafür verurteilt werden, hier also für fahrlässige Tötung. Ohne ihre Garantenstellung hätten die Lehrerinnen nicht verurteilt werden können, mit Garantenstellung reichen kleine Versäumnisse u.U. aber schon aus, nämlich wenn andernfalls der Tatbestand nicht oder wahrscheinlich nicht eingetreten wäre. Das Gericht musste also nun doch den kausalen Zusammenhang zwischen der mangelnden Vorbereitung und Emelys Tod feststellen, wofür die beiden Lehrerinnen ja selbst gesorgt haben.

    Wenn sie die Krankheiten schriftlich erfasst hätten, hätte man das erste Verfahren vielleicht eröffnet. Dann hätte man aufzeigen müssen, dass diejenigen Lehrer, die für die Betreuung von Emily direkt zuständig waren und sich daher über ihre Vorerkrankungen orientieren mussten, etwas hätten tun können, das geboten, möglich und zumutbar gewesen wäre und zur Vermeidung des Schadens geführt oder dies wahrscheinlicher gemacht hätte. Wäre das gelungen, hätte man diese Lehrer wegen fahrlässiger Tötung verurteilt. Das wäre aber wohl recht unübersichtlich geworden. Vermutlich wäre das Verfahren deshalb aus einem anderen Grund nicht eröffnet worden. Aber dagegen hätte der Vater ja auch Einspruch erhoben und das Ergebnis wäre möglicherweise letzlich dasselbe.


    Wenn die Lehrerinnen, die schließlich verurteilt wurden, den Kausalzusammenhang zwischen der mangelnden Vorbereitung und dem Tod Emilys nicht selbst hergestellt hätten, hätte er im Verfahren auf andere Weise hergestellt werden müssen. Vermutlich hätte man den beiden auch andere Fehler zur Last gelegt. Aber auch da hätte man eben aufzeigen müssen, dass die Lehrerinnen die Notlage erkennen konnten und damit handeln mussten. Die Schulleiterin war besser beraten und hat auf die Frage, ob die beiden anders gehandelt hätten, wenn sie gewusst hätten, dass Emily Diabetikerin war, geantwortet:"Das weiß ich nicht." Wer weiß, was herausgekommen wäre, wenn sich die beiden Kolleginnen auch an diese Linie gehalten hätten.

    Danke, jetzt verstehe ich langsam etwas mehr.

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