Unsere 8. Klässler haben bspw. 29 Unterrichtsstunden, davon sind 12 sprachlich (Deutsch, Englisch, 2. FS), 7 mathematisch-naturwissenschaftlich (Mathe, Biologie, Physik), 4 Stunden PoWi und Geschichte, 6 Stunden für den Rest. Das ist keine ausgeglichene Allgemeinbildung, sondern eine Überbetonung von Sprachen.
Okay, die Gegenüberstellung ist deutlich. Trotzdem bleibt die Frage, was Schule leisten soll, ob Überbetonung nicht nach wie vor schlicht richtig ist.
Ich finde, wer aus der Schule kommt, soll sich vor allem vernünftig ausdrücken können, sich schwierigere Texte erschließen können, wissen, wie man mit Medien umgehen sollte, Grundlagen in zwei oder drei Fremdsprachen haben, Grundlagen erworben haben, wie man sich Wissen aneignet und son bisschen Schwerpunkte für sich entdeckt haben, was einen beruflich interessieren könnte.
Mit den Leistungskursen kann man sich eigentlich in allen Bundesländern Schwerpunkte setzen, heute noch deutlicher als früher, wenn ich es richtig sehe. Wie mussten noch Mathe und Deutsch belegen und in den beiden Fächern geprüft werden, durften nur bestimmte Sachen kombinieren oder abwählen etc. Wer heute Physik, Mathe und Chemie in Grund und Leistungskursen belegen mag, kann seinen Grundbedarf an MINT decken. Wer Deutsch- und Englisch-LK belegen will, der wird wahrscheinlich sowieso keine Naturwissenschaft studieren, wenn doch, dann ist das, was in der Oberstufe drankommt doch sowieso verzichtbar, so wie ich die Oberstufenkolleg*innen hier bislang gelesen habe.
Wenn hier noch jemand ein überzeugendes Plädoyer für ein Fach hält, das zuungunsten der 2. FS eingeführt oder verstärkt unterrichtet werden sollte, will ichs zufrieden sein![]()