Beiträge von Quittengelee

    Hallo, ich verstehe die vorliegenden Informationen folgendermaßen:

    Man kann in Sachsen-Anhalt auf verschiedene Weise quereinsteigen. Je nach Qualifikation erhält man E9-E12. Es muss nicht mal ein Fach ableitbar sein. (An Förderschulen reicht eine Ausbildung zum Erzieher plus Berufserfahrung an einer Förderschule). Wenn ein Fach anerkannt wurde, kannst du bei Bewährung entfristet werden.

    Wenn man den berufsbegleitenden Vorbereitungsdienst absolvieren will, muss man schon unbefristet beim Land arbeiten und drei Fächer ableitbar sein. Zwei sonderpädagogische Fachrichtungen und ein Fach der Sek oder 2 der Grundschule. Ich vermute, dass man dann ein 2. Staatsexamen hätte, das in allen Bundesländern gilt, denn es stehen dort die entsprechenden Paragrafen der Ausbildungsverordnungen verlinkt, ich weiß es aber nicht ganz sicher.

    Eine sonderpädagogische Fachrichtung kann man wahrscheinlich nachstudieren, in Sachsen geht das jedenfalls, wenn Bedarf ist, wird sowas in aller Regel gemacht. Manchmal muss man dafür in einer bestimmten Stadt studieren.

    https://landesschulamt.sachsen-anhalt.de/personalgewinn…instieg#c368051

    Um das ganze befristet ein Jahr auszuprobieren, sind jetzt in diesem Bundesland die Hürden extrem niedrig. Um dich voll zu qualifizieren bedarf es allerdings eines langen Atems.

    "Genderdiversität" ist kein in der ICD 10 kodiertes Störungsbild, hoffe ich.

    Hyperkinetische Störungen zählen aber zu den "Psychischen und Verhaltensstörungen" :

    Diese Gruppe von Störungen ist charakterisiert durch einen frühen Beginn, meist in den ersten fünf Lebensjahren, einen Mangel an Ausdauer bei Beschäftigungen, die kognitiven Einsatz verlangen, und eine Tendenz, von einer Tätigkeit zu einer anderen zu wechseln, ohne etwas zu Ende zu bringen; hinzu kommt eine desorganisierte, mangelhaft regulierte und überschießende Aktivität. Verschiedene andere Auffälligkeiten können zusätzlich vorliegen. Hyperkinetische Kinder sind oft achtlos und impulsiv, neigen zu Unfällen und werden oft bestraft, weil sie eher aus Unachtsamkeit als vorsätzlich Regeln verletzen. Ihre Beziehung zu Erwachsenen ist oft von einer Distanzstörung und einem Mangel an normaler Vorsicht und Zurückhaltung geprägt. Bei anderen Kindern sind sie unbeliebt und können isoliert sein. Beeinträchtigung kognitiver Funktionen ist häufig, spezifische Verzögerungen der motorischen und sprachlichen Entwicklung kommen überproportional oft vor. Sekundäre Komplikationen sind dissoziales Verhalten und niedriges Selbstwertgefühl.

    Klingt negativ? Ist es auch. Eine Diagnose ist eine Auflistung von Symptomen. Eine "Generalisierte Angststörung" beispielsweise ist von realen Bedrohungen abgekoppelt. Da würde auch niemand auf die Idee kommen zu sagen "Schwitzen, Zittern und Panik, dass Angehörige erkranken hat auch sein Gutes, da lebt man vorsichtiger" o.ä.

    ADHS hat nicht nur Nachteile.

    Du meinst es natürlich gut und es soll aufbauend sein. Ich kann mit dieser aktuellen "neurodivers"-Haltung der Öffentlichkeit allerdings wenig anfangen. Die Gesellschaft richtet sich nach der Mehrheit und solange man zu einer Minderheit mit bestimmten Problemen gehört, muss man Strategien entwickeln, in dieser zurechtzukommen und erfährt permanent (soziale) Nachteile. Ich würde auch niemandem sagen "Depressionen haben auch was Gutes, sei dankbar dafür". Man muss halt damit leben lernen.

    Ich meine das nicht als Angriff, mich ganz persönlich beruhigen solche Aussagen jedoch nicht. Mir ist zum Beispiel bewusst, dass gerade Kinder mit ähnlichen Problemen eine besonders gefestigte Struktur brauchen, um die ich jedoch selbst kämpfen muss. Ob das Verständnis, das ich vielleicht dadurch mehr habe, das ausgleicht? Und muss man nicht auch genauso Verständnis für jede andere Problematik haben, auch wenn man sie nicht selbst erlebt hat?

    Aber ich lasse mich auch eines Besseren belehren, wenn jemandem wirklich Vorteile einfallen, die man durch dieses Störungsbild hat.

    Und meine Ausgangsfrage war übrigens "Kann man fürs Ref Bürgergeld beantragen?" und nicht "Ist ein Umzug mit meinem Geld realistisch?"

    Gut, die Frage ist ja geklärt. Du übersiehst aber in deiner Aufregung, dass weitere wichtige Punkte genannt wurden: Im Ref wärst du Beamtin und würdest A) dein Geld zum Monatsanfang kriegen B) Fast so viel wie in der Vertretung bekommen (als Beamter im Vorbereitungsdienst ist brutto fast gleich netto) und C) wärst du schneller fertig und würdest entsprechend schneller gut verdienen.

    Die Vertretungsstelle würde dir wiederum etwas Praxiserfahrung vor dem Ref bescheren. Oder wenn es dir vielleicht darum gehen sollte, nach einer Trennung Fuß zu fassen, bevor du in stressige Ref-Phase und Prüfungen startest, ist das sicher auch eine Überlegung wert. Rein finanziell macht sie aber keinen Sinn, auch wenn sich das gerade so anfühlen mag.

    Konkret: Familie mit 5 Kindern, Mann macht nur einen Mini-Job, Frau kümmert sich ausschließlich um die Kinder und am Ende stehen dank Bürgergeld 3850,- € netto auf dem Konto. Da kann doch ein normalsterblicher Angestellter gar nicht gegen das Bürgergeld anarbeiten. Hubertus Heil lügt doch, wenn er alle für bescheuert erklärt, die unter solchen Bedingungen kündigen, um Bürgergeld einzustreichen.

    Du lügst offenbar, weil du Kindergeld und Minijob nicht vom o.a. Betrag abgezogen hast.

    Davon abgesehen, solche naiven Beiträge gab's schon zu meiner Kindheit. Ich erinnere mich, wie meine Mutter sich über einen Artikel in der Lokalzeitung aufgeregt hat, von einem, der ganze 4 Wochen von Sozialhilfe lebte und sich dann noch Trüffelsalami leisten konnte:sabber:

    Ich kenne das Problem und würde dir daher eher raten, dir von den Menschen Tips zu holen, die es nicht kennen. Die haben nämlich Strategien entwickelt... Listen sind bei mir auch nur ein kläglicher Versuch. Inzwischen habe ich ein Smartphone, das mich an bestimmte Termine erinnert, das gab's damals noch nicht.

    (Meine Strategie war, bis kurz vor knapp zu warten und dann die Nächte durchzumachen. Besonders toll ist es, dabei einen Speichervorgang am PC zu vergessen, weil man so im Workflow ist und dann 3h Arbeit in den Sand zu setzen. Bitte nicht nachmachen :hammer:)

    Wenn eine Schule keinen Fahrstuhl hat, müsste man mit Krücken mehrere Stockwerke hoch- und runterhumpeln, das wäre dann tatsächlich halsbrecherisch und vielleicht von der Unfallkasse verboten? Wer dauerhaft auf Gehhilfen angewiesen ist, könnte im EG ein Klassenzimmer kriegen.

    Hätte, müsste, war aber nicht so. Klar, es ist nett zu wissen, dass die Verantwortung bei jemand anderem gelegen hat, es ist aber nicht gut, wenn in vielen Schulen immer noch Eichhörnchen und Amseln rumgereicht werden, weil die Verantwortung von wem auch immer nicht wahrgenommen wurde. Es handelt sich ja nicht um Chemikalien mit Gefahrenkennzeichnung, sondern um Gegenstände des Sachunterrichts.

    Ich erspare mir an dieser Stelle einmal meine Geschichte von vor 20 Jahren, weil hier in diesem Forum mittlerweile vermutlich nur erwidert würde, dass, wenn ich damals X statt Y gemacht hätte und "perfekt" gewesen wäre, ich dann ja nicht die Situation gehabt hätte, die ich hatte.

    Es gibt Konstellationen, die eben extrem ungünstig sind, und in denen man trotz "Effizienzsteigerung" dennoch an seine Grenzen kommt.

    Ich denke, wir sollten alle dazu in der Lage sein, dies auch anzuerkennen, anstatt primär aus der Ferne Tipps für die Steigerung der Effizienz zu geben oder Hinweise nach dem Motto "wenn Du damit ein Problem hast/bekommst, musst Du etwas falsch gemacht haben."

    Der/die TE hat doch das Ref noch nicht mal begonnen, wieso sollten nicht Menschen, die mit noch weniger Geld auskommen mussten und das auch geschafft haben, sagen, dass es möglich ist? Und "in diesem Forum" halte ich sowieso für Quatsch, hier treffen sehr verschiedene Menschen aufeinander, den einen Hinweis findet man gut und übernimmt ihn, den anderen nicht, den vergisst man wieder.

    Ich brauchte im Ref zum Beispiel ein Auto, weil wir jedes Seminar in jeder Woche an einer Schule abgehalten haben und die in Gegenden lagen, in denen sich Fuchs und Has gute Nacht gesagt haben, wo sie leider nicht mit ÖPNV hinkamen. Das kann bei Kiggie zum Beispiel anders gewesen sein.

    Ich hatte aber keine Eltern, die mir ein Auto hätten kaufen können, ging trotzdem. Manchen Menschen ist offenbar wirklich nicht klar, dass man mit wenig Geld auskommen kann.

    Du klingst sehr verzweifelt, aber ich habe den Eindruck, als ob du dir zu viele Sorgen machst. Nimm die Unterstützung, die du kriegen kannst, auch wenn sie fachfremd ist. Classroommanagement kann man von jedem Kollegen lernen. In Bezug auf Fachwissen und -didaktik holst du dir Hilfe beim Seminar.

    Und dass der SL dich mit "Kusshand" nimmt und hofft, dass du einen Fachbereich aufbaust: wie toll ist das denn bitte?! So viel Wertschätzung habe ich in bald 20 Dienstjahren nicht erfahren. Versuche mal probehalber, das Ganze aus einem positiven Blickwinkel zu sehen. Dann machst du halt Fehler, so what? Offenbar erwartet niemand Perfektion von einem Berufseinsteiger, nur Motivation.

    Die Lehrkraft muss das Ding aber berühren, wenn sie es umherträgt. Die Dinger gehören in einen Schaukasten oder auf den Sondermüll, warum die offenbar immer noch in vielen Schulen rumstehen, ist mir schleierhaft.

    ...

    Na, ja was heißt höherer Lebensstil? Man braucht ja nur eine 1 Raumwohnung oder WG in einer größeren Stadt zu haben. Da liegt man schon bei 500 oder 600 Euro für die 1 Raumwohnung.

    Mein Bruder bezahlt in Hamburg für ein WG Loch sogar 560 Euro. Das fand ich schon heftig.

    Wenn man dann noch ein Auto hat,...

    Wenn du in einer Großstadt wohnst, brauchst du wiederum kein Auto.

    Ansonsten ja, das Leben ist teuer, aber ich sehe gerade nicht, wie die Klagen dir weiterhelfen. Du kannst versuchen, Wohngeld zu beantragen und mit dem Wissen, dass du nach 1,5 Jahren fertig bist, sollte es auszuhalten sein.

    Vielleicht kommt es auch darauf an, ob man während des Studiums finanziell durch die Eltern unterstützt wurde und dann ab Ref auf sich gestellt ist? Kommt mir nur gerade, ich weiß nicht, ob die Annahme stimmt. Ich hatte während des Studiums Bafög-Höchstsatz, dann HartzIV bis Ref-Beginn. Ich weiß nicht mehr, wie die Zahlen damals waren, aber jetzt ist der Vergleich 812 Eur Bafög zu 1400-1500 Eur Sold im Ref. Wenn man dann keine Lust mehr auf WG hat und ein Auto braucht, kommen Kosten hinzu, aber den sinkenden Standard sehe ich noch nicht.

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