Beiträge von Quittengelee

    Mein Argument war, dass eine moralische Argumentation untauglich ist.

    Untauglich, weil es den Leuten womöglich jetzt schlechter gehen wird. Und doch: moralisch richtig, weil er so ein Böser ist.

    Irgendwo einreiten und jemanden mitnehmen ist in jedem Falle ein Vorgehen, das bewertet werden darf, moralisch, juristisch, vor dem Hintergrund von Machtinteressen... Wie auch immer man dazu steht, das Moralargument kam von dir.

    Wieso ist das Quatsch, was davon ist bitte keine Legitimation des Überfalls auf ein anderes Land und die Entführung des Staatschefs? Kann man ja so sehen, aber behaupten, dass man das weder gesagt noch gemeint habe ist sonderbar.

    ...

    Maduro ist ganz zweifellos ein übler Diktator und wenn es eine reine Frage der Moralität wäre, gäbe es eigentlich keine Alternative dazu, alles zu begrüßen, was ihn von der Macht entfernt und den Menschen dort eine Chance auf ein besseres Leben ermöglicht. Alleine an letzteres glaube ich als Ergebnis des heutigen Eingreifens nicht, ...

    In Venezuela lagert mehr Rohöl als in Saudi Arabien, wer behauptet, es ginge um Demokratie oder gar Drogen, der möge bitte einen vernünftigen Nachweis liefern.

    Es gibt nahezu keine Führungsposition, in der man derart wenig "Macht" hat, wie in der Schulleitung. Ich bezweifle stark, dass es einer nennenswerten Anzahl von Personen in Schulleitungspositionen um diese Kategorie ging.

    Macht ist Einfluss, etwas zu erreichen. Was man erreichen will, ist ja erst mal unabhängig davon, jedenfalls will man an bestimmten Stellen denken, "so wird's gemacht, weil ich es für richtig halte". Auch wenn es darum geht, anderen zu helfen, Schule in irgend eine Richtung zu entwickeln oder sonstige hehre Motive dahintersehen. Wenn einem alles egal ist, wird man ja nicht Schulleitung.

    Jetzt kommt zum Grund, warum man Macht ausüben/Entscheidungen treffen möchte die Persönlichkeit. Wenn sich "Karen" nicht so verhält, wie man das als Chef will, kann man über die missliebige Kollegin lästern, ihr jeden Wunsch erfüllen und sie und sich dafür hassen, Angst haben, dass sie einen vom Thron stürzt, klare Ansagen machen, mit ihr reden, Kompromiss-Lösungen finden, die für alle okay sind oder sie ignorieren.

    Als normale*r Kolleg*in hat man diese Bandbreite nicht. Man kann zwar ebenso lästern oder ignorieren, aber man setzt am Ende nicht den Stundenplan. Man vergibt nicht die A14-Stelle. Man entscheidet nicht über die Aufgabenverteilung.

    Eigentlich betrübt es mich gerade, dass ich Leuten in Führungspositionen erklären muss, welche Macht sie haben.

    Ich bin der festen Überzeugung, dass im Schuldienst viele Soziopathen und Narzissten die "Führungspositionen" bekleiden.

    Ich leite mir das so her. Welche Triebkräfte gibt es, mehr Arbeit ("Verantwortung" ) zu übernehmen.

    "Etwas gestalten wollen" hört man oft. Was denn? Den Mangel verwalten, die Bass besonders toll umsetzen?

    "Mehr Geld" ne, nicht wirklich, gerade in Lebenszeit umgerechnet nicht.

    Was bleibt als Motivation? Macht über andere auszuüben und diese das auch spüren zu lassen. Natürlich aus guten Motiven, weil man hat ja den Überblick, deshalb ist man ja in dieser Position.

    Legitime Fragen. Wenn auch nicht jeder Soziopath sein möge, so geht es doch immer auch um Macht, das ist nunmal Teil der Jobbeschreibung.

    Und auch wichtig: wie verändert sich jemand durch eine Machtposition?

    Edit: oder anders, wir verändert es einen möglicherweise, wenn die eigene Motivation keine Passung mit der Realität hat? Wenn ich Chef werde, "um zu helfen" und Leute diese Art von Hilfe aber gar nicht wollen. Fange ich dann an, frustriert zu werden und es an denen auszulassen, denen ich helfen wollte? Insbesondere zum Thema 'Helfen' gibt's interessante Studien.

    Hm, ich kann mir vorstellen, dass die Kinder verschiedene Begriffe aus anderen Kontexten einbringen, um zu beschreiben, was sie wahrnehmen. Ich würde einer Referendarin jedoch unbedingt empfehlen, diese Begriffe aufzunehmen, mit den Kindern zu besprechen, was sie damit meinen und dann die Fachbegriffe zu verwenden. Mit geraden und falschen Ecken gibt's sonst Probleme beim Unterrichtsbesuch.

    ...

    wichtig ist auch, das haus der vierecke zu berücksichtigen. ich sage dann in den unteren klassen immer, dass ein rechteck ein besonders "schönes" viereck mit "richtigen ecken" ist, die man später rechte winkel nennt, und dass ein quadrat das "feinste" aller vierecke ist, nämlich ein rechteck mit richtigen ecken und allen seiten gleich lang. dann stelle ich auch fragen wie "ist ein quadrat auch ein rechteck?" etc..

    Nachdem du Rechtecke als schön und Quadrate als fein definiert hast, sollen die Kinder Quadrate als Rechtecke erkennen? Oder müssen sie erkennen, dass Quadrate fein und schön sind?

    Wenn ich verschiedene Vierecke einführen würde, dann wahrscheinlich eher durch Falten und Symmetrien erkennen und vergleichen/ordnen. Aber wohl nicht in Klasse 1.

    Edit: wobei der Lehrplan der GS offenbar Parallelen und rechte Winkel einführt, da kann man das Thema auch gleich mit korrekten Begriffen beackern und muss keine Kindersprache erfinden. Finde ich jedenfalls, vielleicht geht es auch so, wie du beschrieben hast.

    Ja, das hast Du. Ich verstehe nach wie vor nicht, woran Du das konkret festmachst, wenn es nicht an "Karen" liegt. Aber das habe ich ja auch ausreichend erläutert. Dafür müssen wir hier den Thread nicht zweckentfremden. Ich denke, darin sind wir uns einig, oder? ;)

    Es liegt erstens an dem Schimpfwort, zweitens daran, dass Nachfragen der Kolleginnen mit Lachsmiley versehen werden und drittens daran, dass die folgende Handlung "ich mache jetzt extra alles so und so, dann sehen die, wie doof ihr Verhalten ist" für kindischen Trotz halte. Kindisch kann man mal sein, in der Reflexion sollte man das dann aber im Idealfall erkennen.

    Ob du den Thread zweckentfremden willst, weiß ich nicht.

    Ich denke, den kennt er. Geht es Dir um die Verwendung gerade dieses Begriffs?

    Hierzu einmal eine Beschreibung durch ChatGPT.

    "Kulturelle Bedeutung und Nutzung:

    In Deutschland wird der Begriff in den letzten Jahren zunehmend verwendet, vor allem in sozialen Medien, um bestimmte Verhaltensweisen zu kritisieren, die als unangemessen oder egoistisch angesehen werden. Die Bezeichnung ist jedoch auch sehr umstritten, da sie teilweise als abwertend oder stereotypisierend empfunden wird. Manche sehen in der „Karen“ eine Karikatur der „weißen Mittelklassefrau“, die in ihrer Wahrnehmung der Welt wenig Selbstkritik übt und durch ihre Privilegien in verschiedenen sozialen Situationen in den Vordergrund tritt."

    Interessanterweise besteht hier keine Verbindung zum Rassismus, was womöglich daran liegt, dass das in den USA eine ganz andere Dimension besitzt und auch eben seit 1619 in der DNA der USA verankert ist.

    Das ist durchaus rassistisch, darum geht es aber nicht. Warum ich die hier geäußerte Haltung ggü. Kolleginnen unangenehm finde, hab ich ja ausreichend erläutert.

    Ein Loch ist ein Hohlraum und als solcher auch wieder ein Körper (z. B. Zylinder, Halbkugel, ...).

    Die Oberfläche des Tisches ist eine Seite der Tischplatte, die z. B. ein Quader sein kann.

    Flächenformen existieren in der Realität nur an Körpern. Zweidimensionalität ist ein Konzept.

    Ich schrieb Oberfläche der Tischplatte. Und Oberflächen an Körpern untersuchen Kinder, da stimmst du zu?

    "...gedankliche Trennung verschiedener Formen und Gegenstände vom Hintergrund mit sich überschneidenden Umrissen

    Figur-Grund-Wahrnehmung:

    in der Realität

    in Abbildungen

    Wiedererkennen in anderen Zusammenhängen, räumlichen Lagen und Anordnungen, Größen, Farben, verschiedenen Lichtverhältnissen

    Wahrnehmungskonstanz

    Erfassen von Formen und Figuren mit sich überschneidenden Umrissen

    ...

    Kennen linearer Figuren

    Freihandzeichnen von Linien

    auf unliniertem Papier, verschiedene Formen

    ...

    Umgang mit Bleistift, Lineal, Schablone, Geometriedreieck

    Geraden

    gerade, unendlich lange Linie

    Bezeichnung von Geraden mit Kleinbuchstaben

    Punkte und deren Lage auf Geraden

    Bezeichnung von Punkten mit Großbuchstaben

    Schnittpunkte zweier und mehr Geraden

    zueinander parallele Geraden

    Falten, Repräsentanten suchen

    Geometriedreieck, Lineal, Schablone

    Bezeichnung durch g II h

    zueinander senkrechte Geraden, rechter Winkel

    mit dem Faltwinkel prüfen

    Falten, Repräsentanten suchen

    Geometriedreieck, Lineal, Schablonen

    Bezeichnung durch g

    h

    Strahl

    einseitig begrenzte, gerade Linie

    Zeichnen

    Zahlenstrahl

    Strecken

    beidseitig begrenzte, gerade Linie

    Zeichnen, Messen

    Bezeichnung durch

    LB 3

    Übertragen des Wissens über lineare Figuren auf ebene Figuren

    Vergleichen vielfältiger ebener Figuren nach selbst gefundenen und vorgegebenen Kriterien

    Unterscheiden, Sortieren

    Aufsuchen ebener Figuren an Körpern und Erfassen als deren Begrenzungsfläche

    Erkennen, Benennen, Beschreiben und Darstellen von Dreiecken, Vierecken und anderen Vielecken"


    Hab mal etwas grob Lehrplan Ausschnitt Sachsen Klasse 1/2 eingefügt. Bin gerade selbst überrascht, was die alles können müssen...

    Aber die Flächenformen kann man in der - analogen - Umwelt doch nur an Körpern wahrnehmen? Auch ein aus Papier ausgeschnittener Kreis ist ein Zylinder, wenn auch ein sehr flacher.

    Man kann schon Flächenformen finden, etwa kann ein Loch rund sein oder die Oberfläche des Tisches rechteckig. Wobei die Ecken häufig abgerundet sind...

    Aber es ist schwer, meine Schüler halten Kugeln mitunter für Kreise und erkennen nicht, wenn eine Schachtel ein Quader ist, alle anderen, ähnlichen Schachteln auch Quader sind. Da muss man noch nicht mal die Beziehung von Quader und Würfel thematisieren.

    Ich unterrichte ja seit vielen Jahren Förderschüler*innen, bin aber doch immer wieder erstaunt, was und wie Kinder manchmal denken und warum irgendwas nicht einleuchtet.

    In jedem Falle kommt die Auseinandersetzung mit dem Thema vor der Suche nach Materialien, sonst kann man deren Sinnhaftigkeit nicht beurteilen.

    Gut, dann freundlicher: aus dem Beitrag, wie aus anderen des Users vorher, scheint mir ein gewisses Desinteresse an zwischenmenschlicher Kommunikation sowie eine abwertende Haltung gegenüber einzelnen Kolleginnen durchzuscheinen, die sich durch Bezeichnungen konkretisieren, die eine gewisse Distanz durch Kategorisierungen erkennen lassen. In diesem Falle handelt es sich sogar um ein Schimpfwort, denn mit "Karen" ist eine weiße, rassistische, selbstgerechte Frau gemeint.

    Dabei erwarte ich von einer Führungsperson mehr Selbstreflexion und die Fähigkeit, das Gespräch zu suchen, wenn man sich über das Verhalten einer Kollegin geärgert haben sollte.

    Da hier ja wiederholt durch Kollegen qua Amt das Selbstverständnis abgeleitet wird, mehr zu leisten und in allen Belangen mehr Fähigkeiten zu besitzen, sollte sich jeder*r einzelne mit Weisungsbefugnis ganz besonders infrage stellen, ob das denn tatsächlich zutrifft.

    Oder kurz: mach dein Handeln doch einfach ohne Trotz und Abwertung anderer transparent.

    Hallo,

    ich suche auch nach Ideen für meine Vorführstunde in einer 1. Klasse zum Thema "geometrische Formen". Ich habe z.B. was von der Geschichte "Die Prinzessin findet Formen" gehört, aber im Internet finde ich leider gar nichts. Kann mir da jemand mehr dazu erzählen? Und generell würde ich gerne erfahren, wie ihr so eine Stunde aufbauen würdet.

    Was ist eine Vorführstunde?

    Zum Aufbau von Stunden komme ich immer erst, wenn ich die Einheit aufgebaut habe. Es gibt mehrere Aspekte, die ich behandele und kann eine einzelne Stunde immer nur im Kontext planen. Was sagt der Lehrplan? Was sagt die Fachdidaktik? Hast du dazu noch Aufzeichnungen von der Uni?

    Ganz allgemein vorweg: Beim Fühlen und Formen in der Umwelt suchen, aufpassen, dass sie nicht Zylinder als Kreise und Würfel als Vierecke identifizieren. Körper sind später dran, Eigenschaften ihrer Dreidimensionalität ist komplexer zu erfassen.

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