Beiträge von Quittengelee

    Sie sagt, die Diagnose PTBS sei eine so schwerwiegende, dass man da nicht vorhersehen kann, ob sie nicht irgendwann zu einer Dienstunfähigkeit führt und daher plädiert sie dafür, dass meine Probezeit verlängert wird und man dann in zwei Jahren nochmal schaut. Ob das so nun ein ausreichendes Argument von ihr ist, kann ich ehrlich gesagt nicht beurteilen.

    PTBS gilt aber z.B. als relativ gut behandelbar. Außerdem geht es bei dir ja nicht um die Diagnose, sondern darum, dass es ein Dienstunfall ist oder wie auch immer es korrekt heißt. Ich kann es nur wiederholen, suche dir juristische Beratung. Die Erfahrungen einzelner mögen dich beruhigen oder erschrecken, sie sagen aber nichts über deinen persönlichen Weg aus. Und bevor ich meine künftige Verbeamtung von dem Schreiben eines Amtsarztes abhängig machen würde, würde ich rechtzeitig auf die Barrikaden gehen. Oder besser 'gehen lassen', bevor mich diese Tretmühlen noch zusätzlich zermürben.

    Außerdem verdient eine Uni zumindest an einem Geisteswissenschaftler oder anderen Studierendengruppen, die man massenweise abfertigen kann, zumindest sicherlich deutlich mehr als an jemandem, für dessen Studium z.B. Laborkapazitäten benötigt werden.

    Zu deinen Behauptungen ein paar Zahlen bitte.

    ...die Toilettengänge der Nachbarn. Ich kann beinahe hören, was derjenige gestern gegessen hat.

    Sehr schön :zahnluecke:

    Ich ergänze:

    - das rhythmische Trampolinquietschen zum Sonntagsfrühstück

    - der Ehekrach Freitagnacht

    - trotzende Kinder, die nicht die Treppe hochlaufen wollen und schreiend unten gelassen werden

    - knallende Türen von früh bis spät (ich hasse euch!!!)

    - Bobbycar in der Wohnung oben drüber und Geigeüben in der Wohnung unten drunter

    Aber. Man fühlt sich nie alleine, stell dir vor, du müsstest im dunklen Haus einsam am Waldrand... ;)

    Es gibt tatsächlich noch andere Bürgerinnen als Verbeamtete Nordrhein-Westfalen mit Kindern. Niemandes Kaufkraft sinkt deswegen. Aber wenn euch der Neid zerfrisst, wieso klagt ihr nicht endlich, dass euer Lebensstandard so armselig ist? Das Abkotzen hier nervt. Kein Mensch kann etwas für eure ewige, undankbare, kleinlich, peinliche Unzufriedenheit, die hier wieder mal ein Ventil sucht. Vergleicht euch doch versuchsweise mal mit Menschen, die weniger verdienen und ihr werdet bestimmt fündig werden, ich drücke die Daumen.

    Ich erinnere mich noch an meine eigene Schulzeit. Sobald Methodenvielfalt angesagt war, habe ich abgeschaltet.

    Und wenn du heute in einer Fortbildung bist, lernst du beim stundenlangen Zuhören mehr, oder wenn du etwas selbst ausprobieren sollst?

    Also ich meine nicht Ringelpiez mit Anfassen, sondern was halt Thema der Fobi ist, IQ-Tests anwenden, LEGO Mindstorms programmieren oder "Einführung in das Erstellen und Auswerten von 3D-Moleküldarstellungen mit der Freeware Avogadro". 5x6 Stunden zuhören oder selber machen?

    Eine andere Sache, Antimon : Ist deine Forderung nach mehr Bildungsgerechtigkeit nicht auch irgendwo in sich unlogisch bzw. kollidiert sie nicht mit einem anderen Vorwurf von dir an das deutsche Schulsystem? Mehr Bildungsgerechtigkeit > mehr Schüler am Gymnasium > mehr Abiturienten > noch stärkere Abwertung des Abschlusses ?

    "gerecht" bedeutet ja nicht, dass jeder Hochschulreife anstreben muss. Es könnte bedeuten, dass das brave Kind A aus gutem Hause, mit dem die Mama Schönschreiben übt und 3 Wochen lang auf Sachkundetests lernt, trotzdem den Realschulabschluss anstrebt und der laute, hibbelige B mit Migrationshintergrund die Gymnasialempfehlung bekommt, wenn er denn das kognitive Potential hat, A aber nicht.

    Und, was auch schon geschrieben wurde, wenn die Entscheidung erst nach Klasse 7 oder 8 fiele und die SuS selbst ihren Weg besser in die Hand nehmen können.

    Es gibt in Deutschland eine SchulPFLICHT. Das RECHT auf Bildung ist nota bene nicht im Grundgesetz verankert.

    Stimmt, das ist sehr wichtig, danke für den Hinweis.

    Zwischen Uniabsolvent und Lagerarbeiter liegen ja glücklicherweise noch sehr viele sehr gut bezahlte Optionen, die man evtl. auch einfach mal wieder angemessen wertschätzen könnte.

    Bin ich voll dabei, das stellen wir ja auch hier regelmäßig fest. Allein, wie die Wertschätzung herbeigeredet werden soll, ist unklar. Mit Dreigliedrigkeit und Run aufs Gymnasium, um der Oberschule und ihrer 'unterprivilegierten' Schülerschaft zu entgehen, jedenfalls nicht.

    Auch mal ein anderer Gedanke: Der deutsche Staat macht jedem Kind, jedem Jugendlichen ein Bildungsangebot...

    So neu ist der Gedanke nun nicht. Und er hilft vielleicht dem einzelnen Lehrer, der sich denkt "Wir können nicht alle retten", um nicht zu verzweifeln. Er ist aber keine Antwort auf die Frage, warum gerade in Deutschland die Herkunft über Bildungschancen in der Schule stärker entscheidet als in anderen Ländern. Es muss ja irgend ein strukturelles Problem vorliegen.

    Außerdem halte ich schulische Bildung nicht für ein nettes Angebot, sondern für eine Grundlage unseres Zusammenlebens. Der Staat sind wir.

    Zu deinen Arbeitsplatzvorschlägen: die kann man auch ungelernt und als funktionaler Analphabet annehmen. Gearscht ist man halt dann, wenn einem entgeht, dass Lieferando oder Paketsubunternehmen halsabschneiderische Drecksvereine sind, an denen vor allem die Oberschicht verdient. Auch alle selber Schuld?

    Wir erleben übrigens an der Förderschule Lernen bei der Diagnostik gelegentlich eine Überraschung, wenn herauskommt, dass der IQ eines Kindes (über-)durchschnittlich ist. Die Frage bleibt dann natürlich, warum es beim Lernen massive Probleme hat und wo es idealerweise beschult werden sollte. Aber das "Gefühl", wie intelligent jemand ist, trifft offenbar nicht immer zu. Vielleicht eher schon das Gefühl, wer leichter auf dem Gymnasium lernen wird, weil dort bestimmte Verhaltensweisen erwartet werden. Was wiederum zur Folge hat, dass einfacher zu handelnde Kinder häufiger das Gymnasium besuchen als schwierige... Teufelskreis.

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