Beiträge von SteffdA

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    Pädagogik wird doch gerade eifrig auf Meßbarkeit umgestellt (Kompetenzorientierung, einheitliche Prüfungsanforderungen für alle Fächer), da muss man sich nicht mehr lange gedulden, dann "können" die Pädagogen das auch. Die Frage ist wohl eher, was wird denn da gemessen?


    Genau das ist das Problem. Ich meine wissenschaftlich untermauerte Erkenntnisse, nicht den ganzen QM-Murks (...naja, fast den ganzen)! Da wäre dann nämlich zunächst mal zu klären was Qualität ist. Außerdem sollte dann methodisch sauber unterschieden werden können zwischen Lehrer- und Schüleranteil am Unterricht bzw. am Ergebnis.

    Ich sehe das so: Lernen ist ein individueller, psychologischer und physiologischer Prozess (Grundannahme). Das heißt, zu aller erst mal, dass die kritischen Phasen (s.a. Entwicklungspsychologie) um bestimmte Dinge besonders gut zu lernen in de Lehrplänen berücksichtigt werden. Also, wann fängt die erste Fremdsprache an, ab wann sind abstrakte Modelle gut lernbar, ab wann ethische Diskussionen sinnvoll usw.. Außerdem gehören Erkenntnisse der Pädgogik berücksichtigt die inzwischen z.B. von der Neurobiologie wissenschaftlich unterlegt wurden, wie z.B. Lernen passiert durch Wiederholung oder dass Umlernen viel schwieriger ist, als Neulernen. Ws machen wie in den Schulen? Genau das nicht.
    Es gehören aus meiner Sicht Unterrichtsmethoden danach klassifiziert, wie gut sie aus psychologischer und physiologischer Sicht geeignet sind Fakten zu lernen, Prozesse und Handlungsabläufe. Danach kann ich sie als Lehrer sinnvoll einsetzen.
    Außerdem gehört klassifiziert, welche Fertigkeiten automatisiert werden müssen (Lesen, Schreiben, Rechnen im Zahlenraum bis 100 u.dgl.), welche vielleicht nicht.
    Das mal ganz grob umrissen.

    Was die Kompetenzen angeht, steht und fällt alles mit dem favorisierten Kompetenzbegriff. Die Inflation von Kompetenzen bzw. Kompetenzbegriffen, die wir derzeit erleben ist ziemlicher Murks. Die deutsche Sprache machts da sehr einfach mit ihren zusammengesetzten Substantiven. Also man nehme ein beliebiges Substantiv und hänge "Kompetenz" an und schon hat man eine neue Kompetenz erfunden...
    Was wir heute Kompetenz nennen, hieß früher "anwendungsbereites Wissen" oder "Wissenstransfer". Mein Kompetenzverständnis speist sich aus der Lehre von Schema und Ausprägung, einem Teilgebiet der Logik sowie aus dem Zusammenhang von Competence und Performance nach Chomsky. Das heißt, Kompetenzen sind für mich verfügbare Handlungsschemata, die es mir erlauben in neuen Situationen handlungsfähig zu sein. Nach Merö ("Die Grenzen der Vernunft") ist Wissen in unserem Hirn in Form kognitiver Schemata organisiert. Das sind letztlich Begriffshierarchien ähnlich (ganz grob ähnlich) denen, die wir als Fachsystematiken (Schema - Asuprägung) kennen.
    An dieser Stelle finde ich das Modell Handlungskompetenz = Methoden- + Sozial- + Fachkompetenz (Reihenfolge ist keine Wertung) durchaus sinnvoll und handhabbar.
    In diesem Zusammenhang aus meiner Sicht ebenfalls sinnvoll für den Kompetenzerwerb ist das Modell der vollständigen Handlung, allerdings nicht als Dogma und auch nicht ausschließlich als Abbildung von Geschäftsprozessen. Für meinen Unterricht heißt das, es geht um die handlungsorientierte Aneignung von Fachsystematiken.

    Grüße
    Steffen

    Soweit ich weiß, sind Klassenfahrten kein Urlaub, sondern müssen was mit Unterrichtsinhalten zu tun haben. Da sollte sich doch pädagogisch begründen lassen, warum ihr diesmal nicht ins Schullandheim fahren wollt.

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    Bei Festen sind wir auf die Mithilfe der Eltern angewiesen, und wenn diese aufgrund unserer Schullandheim-Weigerung jetzt wegfällt?


    Dann feiert halt nicht mehr.

    philosophus

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    Wenn nicht wissenschaftlich – wie denn sonst?


    Welches didaktische Modell bzw. welche Unterrichtstheorie ist denn wissenschaftlich belegt?
    Wo sind die entsprechenden Studien, die verschiedene didaktische Modelle vergleichen und eine Aussage über deren Eignung unter bestimmten Bedingungen machen?

    Ich hätte gerne mal einen Unterricht gesehen, der nach veschiedenen didaktischen Modellen vorbereitet wurde (gleicher Inhalt, vergleichbare Zielgruppe) und in seiner Wirkung (Unterrichtsprozeß und Unterrichtsergebnis)
    kurz- mittel- und langfristig analysiert worden wäre.

    Grüße
    Steffen

    PS: Und bitte jetzt nicht die Ausrede: "...das hat alles mit Menschen zu tun, da geht das mit den wissenschaftlichen Kriterien nicht so..." Die Psychologen können sowas, und die Mediziner auch, warum die Pädagogik nicht?

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    Was verstehst du unter "klaren Vorgaben"? Eine Checkliste zum Abhaken? Nach dem 1. Staatsexamen sollte man sich eigentlich solche Dinge selbstständig zusammenreimen können...


    Nun, wenn ich bewertet werde, dann möchte ich die Bewertungskriterien vorher kennen. Bei uns im Seminar wurden derartige Kriterien nicht kommuniziert.
    Und nein, nach dem 1. Saatsexamen muß ich nicht in der Glaskugel lesen können.

    Ein Mit-Referendar hat das mal so zusammengefasst:

    "Die Ausbilder wollen Therapie machen, und wir Ausbildung. Beides ist nicht kompatibel."

    Ich denke, er hat nicht ganz unrecht, wenn man überlegt, wer an den Seminaren Ausbildung macht.
    Da sind etliche Schulflüchtlinge dabei.
    Außerdem haben die Ausbilder auf Grund der totalen Abhängigkeit der Referendare große Macht und etliche leben das auch voll aus.

    Grüße
    Steffen

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    Ist die Nichtakzeptanz von religiösen Gefühlen tolerant??


    Ich akzeptiere religiöse Gefühle, nur
    1. nicht irgendwelche Extrawürste, die ganz gerne daraus abgeleitet werden und
    2. nicht, dass diverse religiöse Lebensregeln, Vorschriften und Ansichten verallgemeinert werden und erwartet wird, dass sich alle (insbesondere auch nicht-religiöse) daran zu halten haben.

    Grüße
    Steffen

    Ich vermute mal, du hebst auf folgenden Teil ab (aus dem Rest des Textes kann ich keine sinnvolle Information entnehmen):
    "Aber das geht doch auch in einem Fach wie Ethik, da lernt man auch noch, was andere Religionen und Weltanschauungen sagen? Ja, das ist wahr, da kriegt man viele verschiedene Möglichkeiten gezeigt, die Welt zu verstehen. Aber es gibt keinen, der den Schülern sagt, was er selbst wichtig findet und was ihm selbst eine Hilfe ist und warum. Im Religionsunterricht dagegen steht der Lehrer oder die Pfarrerin mit ihren eigenen Erfahrungen zur Verfügung. Jedenfalls, wenn es gut läuft. Die sagen, was sie selbst davon halten, warum es ihnen wichtig ist, wie sie deshalb als Christen die Welt anschauen. Und wie sie von dem denken, was passiert. Sie verordnen nicht, dass die Schüler es genauso sehen müssen. Aber sie stehen mit ihren Erfahrungen und mit ihrer Meinung bereit für Fragen und geben Antwort. Nur im Gespräch mit anderen, die eine Meinung haben, kann man sich eine Meinung bilden. Deshalb finde ich Reli-Unterricht wichtig."

    Da wird wiedermal versucht Ethikunterricht gegen Religionsunterricht auszuspielen im Sinne von Beliebigkeit gegen feste Weltsicht. Nicht erwähnt wird, das es nur um eine Weltsicht geht, die den Anspruch erhebt die einzig richtige und für alle gültige zu sein. Absoluter Wahrheitsanspruch eben.

    Zitat

    Warum entscheidet ein Kollegium nicht mal zugunsten unserer Schüler und deren Lebenszeit und Lebensqualität?

    Lebensqualität = Indoktrination?

    Eigenartige Auffassung...

    Ich halte das eher mit dem alten Schopenhauer:
    "Wenn die Welt erst ehrlich genug geworden sein wird, um Kindern vor dem 15. Jahr keinen Religionsunterricht zu erteilen, dann wird etwas von ihr zu hoffen sein."
    Arthur Schopenhauer

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    Dieses Problem könnten einige von Euch auch haben, weil zunehmend Unterricht am (frühen) Nachmittag stattfindet und die Kirchen sich kaum darauf einstellen können/wollen.


    Wieso Problem? Es gibt 'ne Schulpflicht und die ist auch von den Kirchen zu akzeptieren.

    Ah, ok... das läufz hier an einer Schule als "Informationstechnische Grundlagen". Das ist im Prinzip eine Einweisung, wie man mit dem Computer umgeht, also etwa die Inhalte, die du oben beschrieben hast.
    Das geht am Anfang nur auf einer gaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaanz einfachen Ebene ;) Du glaubst nicht, wieviele Probleme alleine beim Eintippen eines Passwortes auftreten können.

    Wir haben an dieser Schule ein Moodle-System mit einem entsprechenden Kurs, in dem diese Inhalte unter Hilfestellung des Lehres bearbeitet werden.
    Themen sind:

    Sicheres Passswort
    Textverarbeitung Teil 1 (Texte schreiben, markieren, löschen; einfache Formatierungen; vorgegenen Formatvorlagen nutzen) Hier wird ein Steckbrief als Beispieldokument erstellt.
    Textverarbeitung Teil 2 (Seite einrichten; kopieren & einfügen; Tabellen erstellen; Aufzählungen) Hier wird als Übung eine Tabelle aus dem Bereich Grammatik erstellt.
    Das Internet und seine Gefahren (etwas zur Geschichte; Kursregeln, Chattiquette, Blogs...) Hier gibt es Kurzgeschichten mit entsprechenden Fragen, z.B. Was hat sie schon alles über sich verraten? usw.
    Suchen und finden im Internet (Anleitung mit Link)
    Gezielt suchen und Informationen zusammenfassen (Infos zum Thema Feldmaus suchen und zusammenfassen)
    Arbeiten mit Mind-Manager (Mindmap zu Wortarten erstellen)
    Regeln für richtiges Chatten im Internet (Anleitung und Mindmap oder Text erstellen)
    Präsentation 1 (Grundregeln zu Präsentationen, Mindmap erstellen)
    Präsentation 2 (Präsentation über Heimatort erstellen)
    E-Mail-Projekt (EW-Mail-Grundlagen, Einrichten E_Mail-Client und Webmail, ein Quiz dazu durchlaufen)

    Die inhaltlichen Themen (Fledermaus, Heimatort) sind mit den anderen Fachlehrern abgesprochen, so dass sie zum dortigen Unterricht passen.
    Die gelernten informationstechnischen Dinge werden auch in anderen Fächern genutzt.

    Grüße
    Steffen

    Was sagen denn Lehrplan und Schulcurriculum, falls es sowas gibt?
    Oder derjenige, der das bisher gemacht hat?

    Für mich hat Informatik nur sher begrenzt was mit irgendwelchen Office-Programmen zu tun.
    Wenn man das will, dann soll man auch ehrlich sagen, dass eine Anwendungsschulung für den Office-Bereich gemacht wird.

    Grüße
    Steffen

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    Aber zum reinen fotografieren und archivieren finde ich nichts. Hast du was Konkretes dazu gefunden, Steffen? Würd mich echt interessieren.


    Eben, das Konkrete sind die Rechte, die bei Veröffentlichung greifen. Dort gibt es entsprechende Einschränkungen. Alles andere ist erlaubt, dazu wirt du auch nichts Rechtsverbindliches finden, da eben nicht verboten.

    Ich selbst fotografiere hobbymäßig. Derartige Regelungen (obwohl aus Sicht der Betroffenen sicher gerechtfertigt) haben mich bisher davon abgehalten Personenfotografie zu betreiben.

    Grüße
    Steffen

    Nachtrag:
    Fotorecht allgemein --> http://www.fotorecht.de/
    Recht am eigenen Bild --> http://foto-podcast.de/ipod/blende8-23/

    Früher hieß es, wenn man ein "das" durch ein "dieses", "jenes", "welches" ersetzen kann, wird es mit "s" geschrieben ansonsten mit "ß".
    Gilt natürlich nicht beim Artikel "das".

    Läßt sich das nicht übertragen und statt "ß" "ss" verwenden?

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