Zitat
Und wissenschaftliche Forderungen / Theorien / etc. enthalten natürlich sehr häufig eine gute Portion Utopie, sie entwerfen ein Ideal, was möglich wäre, wenn die Bedingungen nur dementsprechend wären.
Nein, es ist Aufgabe von Wissenschaft Wissen zu schaffen und keine Utopien.
So wie ich das verstehe ergibt sich das Verhältnis von Theorie und Praxis durch entsprechende Methoden, die einerseits Beobachtungen aus der Praxis "holen" um eine Theorie zu formulieren (Analyse) und andererseits mit Hilfe der Theorie Praxis gestalten (Synthese). Die Theorie wird anhand der Praxis überprüft und gegebenenfalls geändert oder verworfen. Das ist aus meiner Sicht ein iterativer Prozess.
Auf Unterricht heißt das aus meiner Sicht, dass der Unterricht mit wissenschaftlich abgesicherten Methoden analysiert wird, daraus eine Unterrichtstheorie entworfen wird sowie mit entsprechenden wissenschaftlich abgesicerten Methoden aus dier Theorie Unterricht gestaltet wird um die Unterrichtstheorie zu überprüfen und gegebenenfalls zu ändern. Nach ein paar Iterationen sollte da ein handhabbares Optimum erreicht sein.
Bei den didaktischen Theorien, mit denen ich mich im Studium und Referendariat auseinandergesetzt habe gab es eine Analyse, die auf den erstennnnBlick auch relativ nachvollziehbar erschien, ob das ganze wissenschaftlich abgesichert war/ist... keine Ahnung.
Eine relativ geschlossene Unterrichtstheorie war nicht vorhanden. Methoden zur Unterrichtsgestaltung, die sich aus einer Unterrichtstheorie sauber ableiten liesen kenne ich auch nicht. Und ich kenne auch keine didaktische Theorie, die sich tatsächlich einer Überprüfung in der Praxis gestellt hätte.
Und da liegt, denke ich, das Akzeptanzproblem bei Lehrern.
Ich bin als Lehrer nicht in der Forschung tätig. Die Wissenschaft hat mir entsprechend abgesicherte Methoden zur Verfügung zu stellen. Und das genau passiert nicht.
Ergebnis: Jeder arbeitet so, dass es (einigermassen) funktioniert, aber keiner weiß genau, warum....