Beiträge von Finnegans Wake

    Ich scheitere in Sprachen in der Regel daran, dass ich schon stark überlegen müsste was ein Adverb ist oder nicht spontan einen Satz im Plusquamperfekt bilden kann.
    Ich behaupte aber, dass ich mich im Wesentlichen gut ausdrücken kann und die wichtigsten Regeln zu Zeichensetzung beherrsche. Zeitformen nutze ich wenn dann intuitiv.

    Als Schüler hatte ich das gleiche Problem bis Ende 6. Klasse. Ich konnte Deutsch ziemlich korrekt verwenden, kannte aber keinen(!) Fachbegriff. Nach dem Beginn des Lateinunterrichts kannte ich dann plötzlich alle Fachbegriffe (und kenne sie aus der Zeit teils bis heute - sowas wie Partizip (--> war grad wichtig beim PPP und PPA in Latein) musste ich aber noch mal nachschlagen, um dann mit dem Kind Latein zu lernen). Das kam in Latein zwangsweise, sonst geht man in Latein unter :D Und bis heute benutze ich als Exot immer noch bspw. den Begriff Imperfekt und nicht Präteritum :D :D :D

    Ich versuche gerade wieder mehr Englisch und da auch die Zeitformen zu lernen und scheitere ebenfalls an den Definitionen, die sich zum Teil auf die deutsche Sprache beziehen. Also auch hier Zeitformen eher intuitiv und wahrscheinlich noch weniger immer korrekt.

    Ich arbeite gerade an Französisch, aber mehr mit Übungen, die das Hörverstehen trainieren und kein systematischer Lehrgang sind. Da gibt es von TV5 monde einen Online-Kurs bzw. eine App. Das Hören ist in F aber extrem schwierig. Wer mit Franzosen/innen sauber parlieren kann, hat meinen höchsten Respekt. Daher auch dieser sehr Hör-lastige Kurs. Das trainiert das ein bisschen.

    Ich meine, wir wissen zwar alle, wer hier die gebildeten, analytisch denkenden und wortgewandten Kolleg*innen sind, aber vielleicht ist dann endlich mal alles gesagt zum Thema Sexiness der Mathelehrer :danke:

    Ich muss dir hier deutlich widersprechen! Warum ist hier nur die Rede von Mathelehrern/innen? Warum nicht von allen MINTlern/innen?

    Wir sind die Krone des Lehramts! Wir sind nicht nur einzigartige fachliche Koniferen Koryphäen, sondern vielmehr auch die gutaussehendsten, bestgekleideten, charmantesten, eloquentesten und mit höchstem sozialem IQ ausgestatteten Lehrkräfte dieser Erde, nein dieses Universums! Unsere Sexiness ist einmalig, wenn wir auf eine Party kommen, dann steht der Raum still vor Ehrfurcht und Bewunderung. Wir sind der Mittelpunkt der Party mit unserer geistreichen Konversation.

    Unsere lockere und witzig-charmante Art öffnet unsere fachlichen Themen für alle SuS in unserem Unterricht.

    Darüber hinaus ziehen wir die Wurzel aus -1, teilen durch Unendlich und kennen die Maxwellschen Gleichungen nicht nur in der Integral- nein, auch in der Differentialform!

    Wer, wenn nicht wir, ist die Krone der Er-Schöpfung?

    Sprachsensibler Unterricht gehört genau deswegen in alle Fächer, damit auch komplexe Formulierungen und letztlich Aufgabenstellungen verstanden werden.

    Mich nerven auch sehr Kollegen, die in ihren Fächern keine Rechtschreibung oder Grammatik korrigieren und damit suggerieren, korrektes Schreiben sei exklusiv im Deutschunterricht nötig und sonst weitestgehend egal.

    In meinen fachlichen(!) Klausuren und Tests streiche ich Rechtschreibung und Fachwortschatz an. Hier aber nur grobe Fehler und nicht die kleinen Fehler, da sonst jede Klausur mind. 5 zusätzliche Minuten Korrekturzeit bräuchte... und das nur für's Anstreichen der Fehler und nicht für eine ausführliche Korrektur. Grammatik und Zeichensetzung würden das ins Endlose laufen lassen...

    Sprachförderung im Fachunterricht - im Sinne der Benutzung sauberer Fachsprache - ist Alltag, aber die Korrektur von Grammatik und allgemeinem Sprachgebrauch ist leider nicht möglich.

    Die deutsche Nordseeküste und Niedersachsen wären mir zu tot, SH und gerade genannten Orte finde ich aber auch sehr schön. Ich hatte mal ein Bewerbungsgespräch in Lübeck und ein Teil von mir findet immer noch schade, dass es ganz knapp nicht geklappt hat.

    Süddeutschland habe ich dagegen nie auch nur ansatzweise in Erwägung gezogen - gaaaz anderer Menschenschlag, überhaupt nicht meine Welt.

    Lustig: Mich zieht es immer in den Süden. Also alles südlich des Weißwurstäquators. Da fühle ich mich wohl(er). Jedem Tierchen sein Plässierchen ;)

    Das Problem ist dabei, dass du mit TZ trotzdem mehr arbeiten wirst als du bezahlt wirst und du arbeiten müsstest. Deine ganzen nicht teilbaren Aufgaben werden in der Regel nicht ausgeglichen. Es ist ein Drama, dass die Arbeitsbedingungen sich so entwickelt haben, dass dein Job mit normaler VZ nicht mehr machbar ist. Gerade bei TZlern und sehr häufig an GSen (insbesondere mit herausfordernder Schülerschaft) könnte eine Zeiterfassung hilfreich sein, um die Überlastung deutlich zu machen.

    Wir haben das Problem, dass in vielen berufsbildenden Fächern der Markt einfach leer ist. Das wird dann so behoben, dass das zweite (allgemeinbildende) Fach nicht mehr unterrichtet wird, weil das irgendwie noch von anderen übernommen werden kann.

    So wurschteln wir uns dann auch noch mit Leuten durch, die als PES-Kräfte (Projekt Erweiterte Selbständigkeit in RLP --> Möglichkeit, Leute frei einzustellen) den Unterricht mit tragen.

    Ich versuche mal einen Aspekt beizutragen, da ich sowohl in einem ingenieurwissenschaftlichen Studium und in einem geisteswissenschaftlichen Erfahrungen habe:

    Erst mal vorab: Ich bin unter MINTlern/innen ein Exot, da ich zwar meinen MINT-Krempel kann, der mich als reiner Lebensinhalt aber nicht zufrieden macht und ich lieber mit Menschen arbeite. Und ich spreche, lese und schreibe freiwillig und gerne... Das ist für viele MINTler/innen, denen ich begegne, durchaus eine Horrorvorstellung :D

    Jetzt zu dem, was ich an Erfahrungen habe:

    In meinem Ingenieursstudium war der vorherige Mathe-LK eine kleine notwendige Basis für alles, was danach kam. Ich bin aber fachlich während de Studiums immer mal wieder so abgekackt, wie ich das in der Schule nicht erlebt habe. Wenn ich mit der Arbeitsweise wie vor einer Mathe-LK-Klausur an einen Physik-Schein (oder sonstwas) drangegangen bin, bin ich teils mit 10% der Punkte raus. Das war alles extrem krass.

    Bei dem, was ich im geisteswissenschaftlichen Bereich so alles geschrieben habe (Klausuren und Seminararbeiten etc.) kam ich mit dem, was ich in Sozi-Leistung als Kompetenzen gezeigt hatte, problemlos aus. Ich formuliere es mal so: Wenn man Karl Marx und Max Weber im Original-Text gelesen und interpretiert hatte, dann war die Textarbeit in diesem geisteswissenschaftlichen Studium auf dem gleichen Niveau, aber nicht höher. Dort Texte zu lesen, zu verstehen und in verständlichen Worten wiederzugeben bzw. Situationen, Szenarien etc. zu interpretieren und zu verschriftlichen, hat mich nie so gefordert, wie die Klausuren in der Ingenieurwissenschaft.

    Gleichzeitig ist es aber so, dass bei dem geisteswissenschaftlichen Kram, den ich so gemacht habe, wohl 95% meiner Kommilitonen der Ingenieurwissenschaft ausgestiegen wären. Für diese wäre das nicht machbar gewesen.

    Was ich aber nicht geschafft hätte, wäre ein Fremdsprachenstudium gewesen. Außer man zählt Latein dazu, das hätte ich wohl geschafft. :D

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