Vielleicht liegt der Unterschied gar nicht mal so sehr an der Erziehung oder angeblich schwächeren Grundschullehrkräften oder den Lehrplänen, sondern ganz einfach an der Unterrichtszeit für die jeweiligen Fächer?
Mal ein paar Vergleiche:
1. Sachsen hat ab Klasse 5 31-35 Stunden. Niedersachsen hatte unter G8 "nur" 30-34 Stunden, insgesamt 9 Stunden weniger. In diesen 9 Stunden werden die sächsischen Schüler:innen sicherlich nicht nur Däumchen gedreht haben.
2. In den Grundschulen sehen die Stundentafeln für Niedersachsen, Bayern und Sachsen für die Klassen 1-4 folgende Stundenzahlen vor:
Niedersachsen: 20-21-26-26
Bayern: 23-24-28-29
Sachsen: 23-22-26-26
Man sieht auch hier, dass bayrische Grundschüler:innen nach vier Schuljahren schon deutlich mehr Stunden auf dem Buckel haben als Sachsen und Niedersachsen. Überhaupt unterscheiden sich allen Bundesländern die Pflichstunden in der Grundschule erheblich, zwischen 92 und 108 Stunden*, am Gymnasium in der Sek. I sogar zwischen 160 und 200 Stunden** (Sachsen übrigens am höchsten). Da nach 4 Jahren eine Vergleichbarkeit ausmachen zu wollen halte ich für gewagt.
3. Auch über die Jahre wurden die Pflichtstunden zwischen den Fächern verschoben oder es kamen neue Fächer hinzu. Hier ein Vergleich für Bayern zwischen den Jahren 2000 und heute:
Für das Jahr 2000: https://www.verkuendung-bayern.de/files/gvbl/200…vbl-2000-21.pdf
Für das Jahr 2022 (gilt m.W. seit 2017): https://www.km.bayern.de/download/19010…_bis_11_gso.pdf
Das sind Punkte, die man unbedingt im Hinterkopf haben sollte, wenn es um "Vergleichbarkeit" geht.
TLDR: In Deutschland ist Schulbildung einfach nicht vergleichbar.
À+
*) Quelle: https://www.kmk.org/fileadmin/Date…rInnen_2021.pdf
**) tw. muss man hier allerdings prüfen, ob Klasse 10 unter G8 zur Sek I gerechnet wird oder nicht, das wird nicht immer deutlich.