Dass ein Fachkollege am Gymnasium mehr Vorbereitungszeit als ein GS- oder HS-Kollege benötigt, halte ich für eine Mär. In der Regel unterrichtet ein Gymnasialkollege seit Jahren dieselbe Klassenstufe in einem Fach - oft mehrere Klassen parallel.
Das wäre mir neu! Das ist aufgrund einfacher (Grundschul-)Mathematik natürlich Unsinn. Ein Gym-Lehrer unterrichtet 24 Stunden. Wenn er nur ein 4-stündiges Hauptfach unterrichtet, ist er in höchstens 6 Klassen eingesetzt, sofern er keine einzige Entlastungsstunde durch Klassenlehrerstunde, Hausaufgabenbetreuung o.ä. erhält. Das Gymnasium hat aber 8-9 Jahrgänge, und üblicherweise kann man davon ausgehen, dass auch das zweite Fach unterrichtet wird. Also kommt es nur zufällig und selten vor, dass man mehrere Jahre hintereinander dieselben Jahrgänge unterrichtet. Jedoch ist es zumindest an meiner Schule üblich, eine Klasse zwei Jahre zu behalten, so dass man zumindest alle zwei Jahre von vorne beginnen darf (ggf. mit völlig neuen Abi-Inhalten, was z.B. für Deutsch, aber nicht für Mathe gilt). Aber das ist nicht anders als an den Grundschulen.
Und wo wir schon von Wiederholung sprechen: Das Gym deckt doppelt so viele Jahrgänge ab als die GS. Da muss man in unterschiedlichen Stufen unterrichten.
Zitat
Als GS- oder HS-Lehrer bist du (wie in meinem Profil bemerkt) Zehnkämpfer. Der Klassenlehrer unterrichtet aus pädagogischen Gründen so viele Fächer in der Klasse wie möglich - und möglichst über einen Zeitraum von 2-3 Jahren. Das bedeutet für mich:
Vorbereitung über mehrere Klassenstufen in Deutsch, Mathe, Englisch, Physik, Chemie, Biologie, Technik, Informatik, Wirtschaftslehre, Berufskunde und Geschichte, dazu verschiedene Aufgaben in der Schulverwaltung.
Unterrichtest du alle Fächer gleich gern? Fühlst du dich in allen Fächern gleich sicher? Kannst du in allen Fächern Schüler fürs Fach begeistern? Wenn ja, dann: Respekt!
Offenbar bist du wie jeder GS- oder HS-Lehrer mit allen Stunden in einer Klasse. Finde ich super! Nur 25 Schülernamen kennenlernen, sie alle jeden Tag für 6 Stunden wiederzusehen, um regelmäßig pädagogisch auf sie einzuwirken und auch ganz ohne Absprachen fächerverbindend zu arbeiten. Toll, hätte ich auch gern! Stattdessen sehe ich meine Klasse leider nur 5 Stunden in der Woche, mit Glück einmal täglich. Dazu die vielen Absprachen und Rückmeldungen der zehn anderen Fachlehrer der Klasse, bei denen sich manche Schüler völlig anders verhalten. Dabei würde geraden den Kleineren eine kleinere Zahl an Fachlehrern guttun, die sie dafür häufiger sehen.
Aber statt gemeinsam gegen schlechte Arbeitsbedingungen und für weniger Unterrichtsstunden und mehr Beratungszeit zu kämpfen, zerfleischen wir uns hier gegenseitig, denn wenn es mir schon schlecht geht, muss es dem andern noch schlechter gehen. Typisch deutsch! Und die KuMis lachen sich scheckig!
À+