Bekämst Du an einer Musikschule nicht E9? Abgesehen davon, dass volle Stellen selten zu finden sind.
Ich habe ein eigenes Klavierstudio, das super läuft. Ich unterrichte ungefähr 30 Kinder die Woche. Der Job ist super bezahlt, das ist es ja nicht.
Aber als es dann seitens der Vermieter hieß: "Wir verkaufen das komplette Haus, du kannst also deine Wohnung kaufen oder musst raus", habe ich das durchgerechnet - und gekauft.
Da sich eine innere Klarheit leider nicht unbedingt die beste Zeit aussucht, musste ich mich von meinem damaligen Partner lösen, der mit mir viele Jahre in dieser Wohnung lebte und mir dann Miete zahlte, die natürlich eingerechnet war. Meine Partnerin, mit der ich seit einigen Jahren zusammen bin, wohnt ein Bundesland weiter, hat dort ihre gute Stelle und wir beide können nicht "einfach so" zusammen ziehen, das wird erst wesentlich später gehen, somit war ich mit der Finanzierung meines Heims (unvorstellbar auszuziehen, ich fühle mich dort wohl, geborgen und sicher) plötzlich alleine...und da Klavierunterricht halt in der Regel nachmittags stattfindet, ist es quasi ein Halbtagsjob. So viele Kleine und sich selbst verwirklichende Mütter gibt es bei uns nicht, als dass sich das vormittags lohnen würde.
Ich hatte mich dann initiativ an unseren Grundschulen als Musik-Fachkraft beworben - und bin mit meinem Studium da ja eigentlich total überqualifiziert. Mir wurde auch der rote Teppich ausgerollt, ich durfte mir Unterrichtstage, Stundenanzahl etc. alles aussuchen...und kam so zu meinem Lehrerdasein. Ich bin an einer Grundschule mit Musik-Zertifikat, gebe mittlerweile auch die anderen hier angegebenen Fächer, weil ich das, was ich tue, mit ganzem Herzen für die Kinder tue und gut in dem bin, was ich mache. Aber dass ein volles, sechssemestriges Musikstudium nicht ausreicht, um E9 zu bekommen, sondern man tiefer eingruppiert wird (und ich HABE nachgefragt), das ist einfach schwer, der eigenen Motivation immer wieder zu erklären.
Ich finde, es sollte mehr nach Fähigkeiten gehen. Wenn ich sehe, wie sehr ich strampele (denn ich habe nicht nachmittags Zeit, mich auf die Couch zu legen und dann in Ruhe den nächsten Tag vorzubereiten, ich muss sowas am Wochenende machen, da ich bis spät abends Klavier unterrichte, einmal die Woche sogar noch bis halb zehn abends meinen Chor leite) und dann einen Bruchteil von dem verdiene, das andere, alteingesessene Beamte bekommen, die ihren Unterricht "so laufen lassen" oder die halbe Zeit mit den Kindern draußen weiter frühstücken, obwohl schon längst Stunde ist, dann finde ich das einfach ungerecht.
Durch die sonstige Arbeit ist ein Nachstudium ausgeschlossen, ich müsste meine Klavier-Aktivität einschränken - aber das ist mein Traumjob, den ich mir selbst gewählt habe.
Ich bin einfach ehrlich...in mir sind immer wieder Überlegungen, doch etwas anderes morgens zu machen, das ruhiger ist, das mich weniger Wochenende kostet und weniger Anstrengung. Die Ohren sind morgens angestrengt (weshalb ich in meinen Klassen eine absolute Ruhe beim Arbeiten und Diskutieren fordere, was die Kinder nach einer Weile auch gut hinkriegen), die Ohren sind nachmittags angestrengt...das ist auf Dauer schon hart, wenn man die Ferienreifheit am Fiepen der Ohren festmachen kann. Dafür hätte ich gerne eine faire Bezahlung. Nunja...