Ich persönlich würde das nicht als entweder - oder betrachten, sondern wie so vieles im katholischen Glauben als untrennbar zusammenhängend: Natürlich ist die persönliche Beziehung zu Gott zentral, aber diese Beziehung manifestiert und verdichtet sich imho nicht nur, aber am intensivsten beim Empfang der Sakramente, in denen er direkt an uns handelt.
Ich wünschte, ich könnte dasselbe sagen, aber meine Erfahrung ist eine andere. Die Sehnsucht nach Gott kenne ich gut. Vor allem in Momenten tiefer Trauer, beim Verlust eines geliebten Menschen, wünsche ich mir, dass es ihn gibt. Aber in meiner Angst und Verzweiflung habe ich Gottes Nähe nie gespürt, nicht einmal dann, als ich ihn aktiv gesucht habe. Ich habe keinen wirklichen Grund, an ihn zu glauben. Trotzdem hoffe ich immer noch, dass ich im Unrecht bin.
Was den christlichen Glauben angeht, sehe ich so viele historische und philosophische Widersprüche, dass ich ehrlich gesagt nicht weiß, wie man an den christlichen Gott glauben kann, ohne entweder seine Vernunft zu verleugnen oder zentrale Dogmen über Bord zu werfen.
Am ehesten erlebe ich etwas wie Gott in der Liebe. Sie ist eigentlich meine einzige Hoffnung – dass die Liebe stärker ist als der Tod. Just a fool’s hope? Ich weiß es nicht. Aber ich fürchte es.