Nein, Mikael. Mein Praxiserfahrung war gerade die Tatsache, dass ich in der GEW-Mitgliederzeitschrift und den Medien mit bildungspolitischen Forderungen konfrontiert wurde, die mir gewaltig gegen den Strich gehen. Das hat gar nichts mit der konkreten Gewerkschaftsarbeit an der Basis zu tun, war für mich aber Anlass genug, mir eine neue gewerkschaftliche Heimat zu suchen.
Beiträge von Latin_Lover
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Leider wird dieser Teil der Arbeit, also derjenige der Menschen, die nicht mit der Presse kommunizieren, aber den Hauptteil der gewerkschaftlichen Arbeit ausmachen, kaum wahrgenommen.
In den Kollegien wird dies sehr wohl wahrgenommen, wenn gute Arbeit geleistet wird - egal, ob von der GEW dem Phv u.a. Warum ansonsten wählen immer noch so viele Gymnasiallehrer die GEW bei Personalratswahlen
Was die außerschulische Öffentlichkeit oder irgendwelche Trolle denken, muss dich doch wirklich nicht interessieren. -
Dass du - Meike - dich sehr für die Kollegen engagierst, nehme ich dir voll ab und hoffe, dass du unsere Attacken gegen die GEW nicht auf dich persönlich beziehst.
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Gewerkschaften sind für die Beschäftigten und nicht für die Arbeitgeber oder "Kunden" (in Anführungszeichen, weil ich den Begriff für unseren Berufsstand nicht als sehr passend empfinde) da. Und mit "Kunden" meine ich in erster Linie nicht die Schüler, für die wir uns im Rahmen unserer Möglichkeiten immer bestmöglich einsetzen, sondern v.a. die Eltern.
Daher stellt sich die Ausgangsfrage für mich gar nicht, sondern führt nur dazu, unsere Arbeitnehmerrechte zu schwächen. Die ideologisch geprägten Forderungen v.a. der Traumtänzergewerkschaft GEW dient gerade nicht uns, sondern der Erfüllung einseitig politisch gefärbter Zwecke vieler dort Engagierter. Ich möchte damit solche Ziele nicht per se verurteilen, aber diese sollten in den entsprechenden Parteien verfolgt werden. Dafür sollte der Name "Gewerkschaft" nicht missbraucht werden.P.S. Bevor meine dezidierte Meinungsäußerung zu hart ankommt: Ich bin ein ehemalige GEW-Mitglied und konnte nach einiger Praxiserfahrung nicht mehr mit gutem Gefühl Mitglied bleiben.
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Nur weil Noten ein tradiertes Mittel in der Schule zur Beurteilung von Leistungen sind, macht es sie weder veraltet noch obsolet.
Die Forderung Noten abzuschaffen und durch "Lernstandsberichte" zu ersetzen ist an Lächerlichkeit kaum zu überbieten.
Einerseits werden sich im Zeitverlauf Textbausteine entwickeln und letztlich Standardfloskeln in Zeugnissen stehen, bei denen der Name ausgetauscht und hier und da kurz etwas verändert wird.
Dieselben die das vorschlagen, sind doch die ersten die rumheulen, wenn es plötzlich wesentlich mehr Arbeit bedeutet und der Dienstherr keine Deputatsreduktion einführt. Das wird unweigerlich zum obigen Punkt führen.
Und andere Kollegen können halt nicht Teilzeit arbeiten, weil sie eine Familie zu versorgen haben. Die werden ebenfalls Stabdardbausteine verwenden.
Als ob sich dann was verändert hat.
Darüberhinaus ist in der Notenverordnung klar geregelt, was eine Note aussagt. Wer nicht die Eier in der Hose hat, einem Schüler mittels einer schlechten Note klar zu machen wo er steht, soll es lieber ganz bleiben lassen.
Diese Lernstandsberichte sind dafür da, mit viel Blabla um das Problem herumzulavieren und dabei als Motivationselement getarnt. Letztlich sollen sie Konfrontation, die sich nun einmal aus der Leistungsbeurteilung ergeben, zwischen Schüler und Lehrer ergeben, minimieren.
Die Bildungsexperten die das vorschlagen sollen einfach aus ihrem Büro rauskommen und wieder unterrichten. Oder halt eine Privatschule eröffnen. Im öffentlichen Schulsystem haben sie schon genug angerichtet.
Vollste Zustimmung ! Berichtszeugnisse sind - nicht nur aufgrund des zur Verfügung stehenden Zeitpensums - reine Augenwischerei.
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Bemerkenswert, dass doch immer wieder Soziopathen in die Schulleitung gelangen.
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Ich hatte mit meinen Schülern vor 3 Wochen über dieses 'Problem' diskutiert. Werkrealschule 8. Klasse.
Da kamen halt über die Hälfte mit Jogginghose, Kapuzenpulli (was ich ok finde) und Sneakers.
Da habe ich ihnen ebenso erklärt, dass man so nicht in der Schule erscheint. Habe sie dann auch ganz dezent darauf hingewiesen, dass ich in Zukunft gerne hätte, dass sie nicht mehr in Jogginghose in die Schule kommen sollen. Sie haben das verstanden und seit dieser Zeit hat keiner mehr diese getragen.
Warum ich das gemacht habe? Die Argumente ähneln sich mit den Begründungen der Rektorin. Unsere Schüler lernen das eben nicht mehr zu Hause, dass man z.B. ins Praktikum nicht in Jogginghosen geht, sondern mit Jeans. Alles schon dagewesen.
Ich finde, es hat etwas mit Respekt gegenüber dem Lehrer und auch der Schule zu tun, dass man nicht mit der abgewichsten Hose in die Schule kommt, sondern sich etwas Mühe gibt, 'nett' auszusehen. Ich tue es nämlich auch.
Und lustigerweise sind die Jogginghosen Träger die Schüler, die den Sportunterricht schwänzen...
So ist es richtig, als Lehrer sollte man die nötigen Eier in der (Jogging-)Hose haben, so etwas den Schülern persönlich gegenüber anzusprechen. Dann braucht es auch nicht eine weitere Regulierung per Schulordnung.
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So peinlich die Äußerungen dieses Schulleiters sind, die Aufarbeitung dieses Vorfalls erschreckt mich genauso.
"Wegen seines Textes zu Flüchtlingen muss der Vorsitzende von Sachsen-Anhalts Philologenverband keine Disziplinarmaßnahmen fürchten. Jürgen Mannke habe sich in einem Gespräch im Kultusministerium von den Äußerungen distanziert und glaubhaft versichert, sich für seine Formulierungen zu schämen, teilte Staatssekretär Jan Hofmann am Dienstag mit. Vor diesem Hintergrund sehe das Ministerium von weiteren Schritten ab. Das gelte auch für die Vize-Chefin Iris Seltmann-Kuke, sagte Ministeriumssprecher Martin Hanusch.Zudem habe Mannke angekündigt, Weiterbildungsangebote zur interkulturellen Bildung zu nutzen. «Ferner hat er versichert, dass er sichtbare Zeichen in seiner Schule und den Gymnasien des Landes setzen möchte, etwa im Blick auf das Projekt «Schule ohne Rassismus - Schule mit Courage»», fügte Hofmann hinzu. Das Ministerium werde sich nun «auf den demokratischen verbandsinternen Diskussionsprozess verlassen»."
Zitat aus oben genannten Artikel
Natürlich ist ein "Anschiss" von höherer Stelle und eine ernste Ermahnung angemessen, aber diese Formulierungen klingen, als wäre jemand aus einem Umerziehungslager entlassen worden.
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Ok, seien wir mal gnädig und rechnen pro Post 2 Minuten Zeitaufwand (inkl. Nachdenken). Das ergäbe einen Zeitaufwand von ca. 33 Std. . Realistischerweise müsste man natürlich die Zeit höher ansetzen (Einlesen in Thread/Thema, Abgleich mit eigenen pädagogischen Vorstellungen, in-sich-gehen), dann wäre man bei einer (bewusst niedrig gehaltenen Kalkulation) schon bei ca. 83 Stunden angelangt !!! Und da sage noch einer, Lehrer hätte zu wenig Freizeit

Ne, im Ernst, Glückwunsch, du hast bestimmt nicht nur dir, sondern auch vielen anderen Usern mit deinen Posts geholfen

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Bedeutet dieses "alles beim Alten" auch, dass der Satz aus den Kernlehrplänen hinfällig ist, dass man zusätzlich zu den popeligen 3 Punkten in der Darstellungsleistung nichts abziehen darf, aber auf der anderen Seite bis um eine Note
absenken kann ? Das ist ja widersprüchlich in sich.
Konkret: Schüler X macht drölftausend Fehler; wie nun "korrekt" (was mir mittlerweile fast egal ist) bewerten ? -
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Wenn im selben Satz der redebezeichnende Ausdruck steht, würde ich den Konjunktiv nicht überbewerten bzw. in Zweifelsfällen immer den Indikativ akzeptieren. Anders ist es natürlich in Sätzen, die ohne diesen Ausdruck eine Rede/Geschriebenes wiedergeben.
Dann muss natürlich immer der Konjunktiv gesetzt werden, falls nicht "laut X" oder Ähnliches steht.
Zum Üben lasse ich aber auch bei dass-Sätzen den Konjunktiv verwenden, auch wenn die Schulbücher dies nicht mehr fordern. -
Eine ausreichende Darstellung ist auch nur auf Basis einer hinreichend vorhandenen Bearbeitung möglich. Falls eine Arbeit derart lückenhaft ist, stellt sich die Frage ja lediglich bei den rein sprachlichen Bewertungskriterien. Und da ist zu fragen, ob man wirklich in den AFB 4, 5 und 6 Punkte geben sollte, wenn ein Schüler nur einen Satz in der gesamten Klausur geschrieben hat, den aber präzise formuliert und syntaktisch korrekt und fehlerfrei. Der gesunde Menschenverstand verbietet dies natürlich. Daher kann eine solche Klausur nur mit "ungenügend" oder bestenfalls "mangelhaft" bewertet werden.
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Wenn du nicht eine totale Pflaume bist, werden die Schulen in NRW mit deinem Fach den roten Teppich ausrollen. Ob dann die Stelle von der Bzrg. genehmigt wird, ist leider eine andere Sache...
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Es wird immer lächerlicher. Der Anteil des korrekten Zitierens wird noch weiter gesenkt, d.h. ein Schüler kann theoretisch auf 15 Punkte kommen ohne ein einziges Zitat
Wie war das nochmal mit "Wissenschaftspropädeutik" ?Edit: Muss man wohl noch stärker den "Umweg" über den AFB 2 (formuliert unter Beachtung der....fachmethodischen Anforderungen) nehmen...
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Und das lasst ihr warum mit euch machen ?
Vertretung gehört zu unserem Beruf, klar. Aber warum sich das Kollegium bei geplanter 90 % Lehrerversorgung (ja, die Gymnasien werden momentan systematisch und politisch gewollt kaputtgemacht) gegen solchen Unsinn nicht
mit allen Mitteln wehrt, ist mir völlig schleierhaft. Bei uns machen momentan die Kollegen soviel Mehrarbeit wie noch nie und wir haben keinen vollen Ganztag. Die Klassen 5/6 werden natürlich versorgt, aber wenn irgendwann
kein (noch) gesundes Personal mehr zur Verfügung steht, gehts einfach nicht mehr.Edit: "Fürsorgepflicht" ist mittlerweile aus dem Vokabular unseres Arbeitgebers gestrichen. Es gilt: Wer umkippt, wird eventuell, aber meistens nicht ersetzt. Hauptsache es spart Geld und das Gymnasium wird so schlecht, dass keiner mehr dafür kämpfen mag.
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Ändert halt nichts an der derzeitigen Gesinnungsdiktatur in der NRW Schulpolitik - ob gefühlt oder real vorhanden macht da kaum einen Unterschied.
Folgendes ist leider eine Ausnahme in der öffentlichen Wahrnehmung; die Tatsache, dass niemand es wagt, hinter dieser Kritk mit seinem Namen zu stehen, bestätigt die Atmosphäre, die zumindest für eine Schere im Kopf sorgt...
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Hm, ok, dein Post hatte halt einen merkwürdigen "Ton", da schrillen bei mir zumindest einige Alarmglocken. Zum grundsätzlichen Problem, dass sich die Grundschuleltern zuviel erlauben, würde ich mich - am besten mit - oder, falls es nicht passt, ohne SL,
mit allen Kollegen zusammensetzen und eine gemeinsame Linie besprechen. Bei den Eltern spricht sich schnell herum, wie die Kollegen im Allgemeinen auf "Beschwerden" reagieren. Und aufgrund deines Ausgangsposts habe ich das Gefühl, dass da dringend was
geschehen müsste.
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