Beiträge von Veyra

    Hallo Leo,

    an welches Studienseminar in RlP würdest du denn gehen? Ich habe gerade den Quereinstieg im Studienseminar in Wallertheim absolviert und kann zum Zeitaufwand folgendes sagen:

    1. Ein Tag in der Woche ist Fachseminar-Tag (in Wallertheim Dienstags), an diesem Tag fährt am an die Schulen der anderen Seminarteilnehmer oder des Fachleiters und einmal an seine eigene. Es wird eine Unterrichtsstunde gezeigt, diese wird reflektiert und es werden Seminarinhalte besprochen, also die didaktischen Thematiken des jeweiligen Schulfaches. An einem Nachmittag in der Woche (in Wallertheim Donnerstag) sind oft verschiedene Berufspraktische Seminare. Hier geht es dann zum Beispiel um rechtliches oder auch praktisches wie Gesprächsführung, Teambuilding, Klassenmanagement etc. Man hat aber nicht jeden Dienstag und Donnerstag Seminar. Je nach Größe der eigenen Seminargruppe (bei dir Mathe und WPF nehme ich an) gibt es mehr oder weniger freie Tage die man dann sehr gut zur Vorbereitung nutzen kann.

      Die Arbeitsbelastung schwankt je nach Phase des Refs. Mein Rat: Konzentriere dich vor allem auf die Vorbereitung deiner UBs - guten Alltagsunterricht kannst du nach dem Ref fokussieren. Aber auch die reine Vorbereitung auf die UBs ist zum Teil sehr zeitintensiv denn sie umfasst nicht nur die geplante Unterrichtsstunde, sondern auch die Stunden davor in welchen man seine Klasse methodisch und inhaltlich auf die Stunde vorbereitet. Mein Arbeitsaufwand war vor allem in der Prüfungsphase am Ende enorm hoch. Ich hatte quasi am Wochenende kaum noch freie Tage, weil ich die Zeit zum Lernen und für die Vorbereitung der Examenslehrproben nutzen musste.

      Ich kann nur schätzen aber ich würde den Arbeitsaufwand sicherlich im Durchschnitt bei 40 h die Woche sehen, in den Prüfungsphasen und vor UBs hier weitaus mehr, dazwischen auch mal weniger. Die Ferien habe ich aber meist wirklich zum entspannen nutzen können und von diesen insgesamt etwa 3 Wochen gearbeitet.

      2. Bei uns kamen alle Referendare mit Familie wohnortnah an Schulen. Auch bei den Planstellen wird bei der Verteilung sehr darauf geachtet wohnortnah zu verteilen. Das habe ich aber so bei quasi allen so erlebt, egal ob sie Familie haben oder nicht. Möglich macht das der derzeitige Lehrermangel. Gerade mit Mathe und WPF hast du da auch sehr gute Chancen vielleicht sogar an deine Wunschschule zu kommen. Auf jeden Fall aber in der Nähe des Wohnortes.

      3. Soweit ich weiß verteilt das Seminar die Referendare an die Schulen. Ich hatte vor dem Ref an einer Schule hospitiert und wollte dort auch das Referendariat machen. Das wurde von der Schule und auch von mir so an das Seminar kommuniziert. Das Seminar hat mich dann aber an eine andere Schule nahe meines Wohnortes geschickt und wie sich rausstellte war das auch gut so. Die Schule, an die ich zugeteilt wurde, war wesentlich besser dazu in der Lage mich auszubilden und ich habe mich dort sehr wohl gefühlt. Du kannst es also versuchen, dich direkt an die Schule zu wenden und auch an das Seminar, aber ist nicht garantiert. Die Seminare wägen meist sehr gut ab, welche Schulen gut geeignet für die Ausbildung im jeweiligen Fach sind. Nicht jede Schule ist für jedes Fach geeignet.

      Wenn es aber später um die Planstelle geht, kannst du diesen Weg auf jeden Fall anpeilen. Wenn die Schule Kapazität hat und dich braucht, steht die ADD da meistens nicht im Weg.

      4. Ja, der Seiteneinstieg ist noch viel anstrengender als der Quereinstieg. Ich habe einige Seiteneinsteiger kennengelernt und die waren zum Teil sehr unzufrieden. Sie müssen viel mehr Stunden unterrichten und trotzdem fast genauso viele Seminare absolvieren und UBs zeigen. Ich kann nur jedem davon abraten. Der Quereinstieg ist auf jeden Fall die bessere Alternative, auch wenn es weniger Geld gibt.

      5. Ich habe auch 2 Kinder (7 und 11) und würde es wieder so machen und das obwohl die letzen Monate wirklich sehr anstrengend waren. Rückblickend war es für mich trotzdem eine schöne zeit. Ich habe viele, sehr nette und tolle Menschen kennengelernt, das Unterrichten macht super viel Spaß, man kann sich sehr kreativ in die Unterrichtsstunden einbringen und es ist ein sehr sinnstiftender Beruf. Die Schüler sind dankbar um jeden menschlichen, zugewandten Lehrer.

      Es macht aber schon einen Unterschied wie alt deine Kinder sind, wie sich deine familiäre Situation gestaltet und wie gut deine Kinder zeitlich betreut sind. Meine Kinder sind zum Glück beide nachmittags betreut, so dass ich die Zeit nach der Schule bis ca. 15-16 Uhr immer sehr gut für die Unterrichtsvorbereitung nutzen konnte.


    Ich hoffe, ich konnte dir etwas weiter helfen :)

    Liebe Grüße

    Veyra

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