Das stimmt, da gebe ich dir recht. Grundsätzlich scheint es ja in allen Bereichen zu laufen, nur bei der Klassenführung nicht. Das war mir schon vorher bewusst, das sowas in der Art kommen wird. Ich kann natürlich andere Lehrkräfte fragen. Das habe ich aber schon so oft gemacht und mir Tipps geholt. Ich habe auch schon Fortbildungen und ein Coaching gemacht. Die Situation hat sich trotzdem nicht verändert. Irgendwas mache ich anscheinend grundlegend falsch.
Beiträge von Teacher1995
-
-
Hallo zusammen,
ich melde mich nochmal bezüglich meines Beitrags vor zwei Wochen.
Ich habe in dieser Woche in einigen Klassen zum Abschluss einen Feedbackbogen verteilt. Die Schülerinnen und Schüler sollten notieren, was ihnen im Unterricht gut und nicht gut gefallen hat und was man verbessern sollte bzw. was sie sich für das neue Schuljahr wünschen.
Ich war positiv überrascht was in einigen Klassen rauskam, da ich dort immer das Gefühl hatte, dass sie meinen Unterricht eigentlich nicht mögen.
Meine Unterrichtsqualität wurde sehr gelobt. Sie haben gesagt, dass sie finden, dass ich tolle Arbeitsmaterialien benutze und sehr gute Arbeitsblätter verwende. Sie haben meine Methoden, Materialien, Sozialformen, meinen freundlichen Umgang, meine Vorbereitung auf Klassenarbeiten und Tests und meine Visualisierung gelobt . Sie meinten auch oft, dass ich gut erklären kann, sie viel lernen und ich sehr fair bin. Meine Klasse hat gesagt, dass ich eine tolle Begleitung auf Klassenfahrt war und ich sehr organisiert bin und mich immer um alles gekümmert habe und bei Problemen für sie da war. Es kamen teilweise Sätze aus den einzelnen Klassen, wie z.B.:
Sie sind sehr engagiert und motiviert und machen ihren Job richtig gut.
Sie sind die beste Lehrerin der Welt.
Sie sind super freundlich und nett.
Sie waren eine tolle Klassenlehrerin.
Sie machen ihre Arbeit richtig gut. Weiter so!
Bleiben Sie so wie sie sind.
Es hat immer Spaß mit Ihnen gemacht!
Wir wollen Sie im nächsten Jahr wieder haben.
Ich habe mich echt gefreut. Auf der anderen Seite wurde kritisiert, dass es manchmal zu wenig Abwechslung und zu wenig kreative Aufgaben gab. Außerdem wollen manche mehr Spiele spielen und weniger Tests schreiben. Andere wünschen sich mehr Gruppenarbeit. Das waren aber alles nur einzelne Aspekte. Und teilweise ja auch Punkte, die man nicht immer erfüllen kann. Das was häufig auftrat war, dass sie gesagt haben, dass es im Unterricht zu laut und unruhig ist und man sich manchmal nicht gut konzentrieren kann. Genau das, woran ich seit zwei Jahren arbeite und was mein größtes Problemfeld ist. Das ist ja leider auch die Basis für guten Unterricht. Aber leider schaffe ich es nicht, diesen wichtigen Punkt zu verbessern. Ich kriege es nicht hin. Das ist wirklich frustrierend.
-
-
Vielen Dank für eure Rückmeldungen! Ich werde noch ein bisschen dranbleiben und hoffe, dass sich meine Situation verbessern wird. Gerade in meiner ersten eigenen Klasse, die ich jetzt zwei Jahre (Jahrgang 9 und 10) hatte, ist so einiges rückblickend nicht gut gelaufen, weil ich am Anfang einfach komplett mit der Aufgabe überfordert war. Gerade im Bezug auf Klassenführung habe ich echt viel falsch gemacht, was sich später dann nur noch begrenzt ändern ließ. Nächstes Jahr bekomme ich eine neue Klasse als Klassenlehrerin. Was habt ihr da für Erfahrungen gemacht?
-
Das ist viel zu pauschal.
Eine "Katastrophe" habe ich (beruflich) nie erlebt, weder in der Ausbildung noch in den 35 Jahren danach. Natürlich kommt es wie immer nicht nur auf einen selbst an, sondern auch auf die "Umstände". Klar macht man Fehler, die einen "schlauer machen" sollten. Und sicher sind vor allem in unserem Beruf die Menschen, die einen umgeben, immens wichtig. Eine Katastrophe wäre, wenn man nach einigen Jahren totaler Unzufriedenheit keine Konsequenzen für sich
Das würde ich auf jeden Fall zustimmen.
-
Dachtest du wirklich, dass nach dem Referendariat alles perfekt läuft?
Jetzt beginnt die Zeit des Lernens und der Arbeit an sich selbst!Nein, das dachte ich nicht, aber viele haben im Ref immer gesagt, wie schrecklich alles ist und dass es danach besser wurde. Bei mir ist es eher andersherum. Das Ref war auch stressig, aber nicht in diesem Maße.
-
-
-
-
Hallo zusammen,
Ich bin seit knapp zwei Jahren fertige Lehrerin an einem Gymnasium und arbeite in Vollzeit.
Ich bin aktuell ziemlich verzweifelt, da ich mir unsicher bin, ob ich wirklich für den Lehrerberuf geeignet bin. Ich zähle mal die Dinge auf, die mich momentan am meisten belasten.
1. ArbeitspensumIch arbeite leider viel zu viel. Ich halte mich immer extrem lange an der Unterrichtsvorbereitung auf und versuche noch immer jede Stunde perfekt zu planen. Ich weiß, dass das nicht notwendig ist, aber ich kann das nicht abschalten. Ich will ja, dass alle SuS was lernen und mitmachen können. Gerade in Zeiten mit vielen Korrekturen sitze ich fast nur noch am Schreibtisch und habe wenige Pausen.
2. Emotionale AbgrenzungIch nehme alles, was in der Schule passiert, mit nach Hause und oft auch persönlich. Ich kann nur sehr schwer abschalten und denke über alle Entscheidungen aus dem Unterrichtsalltag nach. Zudem beschäftige ich mich mit sämtlichen SuS auch in der Freizeit und meine Gedanken kreisen auch um sie, wenn ich etwas anderes tue oder Ferien sind. Das führt dazu, dass ich ständig angespannt bin.
3. Klassenführung und UnterrichtsstörungenIch habe in verschiedensten Klasse von Jahrgang 5 bis 11 immer noch mit der Klassenführung und Unruhe (Reinrufen, quatschen, Arbeitsverweigerung…) zu kämpfen. Das ist nicht überall gleich stark. In manchen Klassen geht es. Auch dazu habe ich schon Fortbildungen und ein Coaching gemacht.
Ich frage mich nun, ob ich wirklich nicht für den Beruf geeignet bin oder ob ich selbst einfach viel zu hohe Ansprüche oder Ziele haben, die im normalen Lehreralltag gar nicht erfüllt werden können. Grundsätzlich bekomme ich auch viel positives Feedback von Eltern, SuS, dem Kollegium und der Schulleitung. Ich habe auch eine sehr gute Beziehung zu meinen SuS. Lernziele werden meiner Meinung nach auch erreicht und alle Klassenarbeiten sind bisher gut oder zumindest in Ordnung ausgefallen. Also lernen die Kinder auch was. Neulich hatte ich meine erste Klassenfahrt mit meiner zehnten Klasse und es lief mehr als reibungslos ab. In meinem Gutachten nach dem ersten Jahr von der SL stand nur Positives drin. Mein Ref habe ich mit sehr guten Noten bestanden, aber diese oben genannten Punkte werden da aber natürlich auch nicht oder wenig deutlich. Aber gerade das Thema Klassenführung beschäftigt mich sehr stark, denn oftmals habe ich immer noch Schwierigkeiten Klassen so richtig „im Griff zu haben.“ Einige meiner Kollegen sagen, dass es schon fünf Jahren dauern kann bis man so richtig im Beruf angekommen ist.
An manchen Tagen läuft es auch gut und ich fühle mich gut und an anderen Tagen bin ich traurig und erschöpft. Ich liebe den Beruf eigentlich sehr und mag es total mit den SuS zu arbeiten.
Was sagt ihr dazu? Sollte ich doch aufhören oder einfach versuchen, an meinem Anspruch und meiner Unsicherheit zu arbeiten? Ich persönlich kann mir momentan aber gar keinen anderen Job vorstellen.
Liebe Grüße!
Werbung