Beiträge von Albertos

    Noch ein kurzes Update: Sie ist heute mit 12 Punkten aus der mündlichen Abiturprüfung gegangen. Von 0 auf 12 Punkten ist ein wahnsinns-Sprung: Wir sind alle sehr erleichtert und froh. Ihr könnt euch übrigens denken, dass im Hintergrund auch nochmal stringent gelernt wurde.

    Die Geschichte bleibt trotzdem verdammt kurios und wird durch die nun vergleichsweise hohe Punktzahl nicht seltsamer, aber mir ist das jetzt auch egal. Vielleicht muss ich ja wirklich noch etwas an meinem "Habitus" etwas üben, wenn ich irgendwann vor denselben Sachen stehe.

    MFG

    Albertos

    Vielen Dank für euren Input.

    Ich habe die Informationen selbstverständlich auch nur aus zweiter Hand erfahren, daher ist es nur allzu richtig und logisch, dies kritisch zu hinterfragen. Ich versuche es mit den Aussagen nochmals etwas einzugrenzen, was ich mitbekommen habe:

    • Das Gespräch mit dem Fachlehrer fand wie gesagt vorgestern statt. Der O-Ton war schon so, wie ich es beschrieben habe. Unterm Strich gab es mehrere inhaltliche Aussagen, die richtig waren - es sei das Wort Definitionen gefallen, die richtig waren. Für einen Punkt scheint es trotzdem nicht gereicht zu haben. Das Auftreten wurde insbesondere vom Fremdprüfer bemängelt, die Antwortvergabe war häufig nicht selbstbewusst genug. Es fiel auch der Satz: "Den Prüfern sei nicht klar gewesen, ob die Antwort, die sie von sich gegeben habe, auch wirklich ihre Antwort gewesen sei." Ich kann mir das schon gut vorstellen, dass man das bei einer sehr schüchternen Schülerin bemängelt . Ein anderer Kollege schrieb hier ebenfalls, dass man in Hessen wohl mindestens 20% richtige Antworten geben muss, um einen Punkt zu bekommen.
    • Eine Diskrepanz besteht auch in den Aussagen des Fachlehrers mit der gemeinsamen Notenfindung. Wenn der Fachlehrer tatsächlich die Leistung der Schüler besser als 0 Punkte gefunden hätte, ist es tatsächlich komisch, dass an der Notenfindung am Ende die 0 rausgekommen ist. Dann muss man aber auch festhalten, dass irgend etwas an seiner Geschichte nicht stimmt, oder er sich in der Prüfungskommission ganz anders verhalten hat und den 0 Punkten zugestimmt hat. Wenn hier die Noten wirklich gemittelt werden, dann kann ich mir höchstens vorstellen, dass Fremdprüfer und Protokollantin beide für 0 Punkte plädiert und sich durchgesetzt haben. Das beißt sich aber mit Kris seiner Aussage, dass der Notenvorschlag primär vom Fachlehrer selbst kommen würde.
    • Die Geschichte mit der 4. Person hat die 3. Schwester im Bunde im Gang erfahren. Ja, auch hier kann ich nur Fremdaussagen widergeben. Vorgestern war zugleich wohl Bücherabgabe und daher ziemlich viele Schüler anwesend. Als das Privatgespräch Fachlehrer - Schüler/innen (auch mit der durchgefallenen Schwester) stattgefunden hat, hat Sie auf dem Gang die Schülerin getroffen, die nach der besagten 4. Person Ihre Prüfung absolvieren musste. Diese habe dann erzählt, dass Sie das von besagter Schülerin mitbekommen habe, als sie herausgelaufen ist. Die Protokollantin soll wohl auch "sehr laut" geworden und die Stimmung sehr schlecht gewesen sein. Die Aussagen, durch die wir das wissen, stammen also nicht von der 4. Person selbst. Es wirkte allerdings sehr überzeugend. Kann das nun überzogen sein? Wissen wir nicht. Ich denke, dass die Wahrheit sich irgendwo in der Mitte befindet.
    • Am Ende bleibt es schon auffällig, dass in dieser Prüfungskommission zumindest 3 x 0 Punkte, mindestens 1x 1 Punkt, und als Bestnote 5 Punkte vergeben wurden. In keiner anderen Prüfungskommission trat dies auf Auch hier stellt sich wieder die Frage: Woran hat es gelegen? War die Vorbereitung vielleicht einfach hundsmiserabel, sodass die Schüler auch damit zu kämpfen hatten? War es einfach Zufall, dass die Schülerinnen und Schüler alle einfach nicht gut waren? Hat die Prüfungskommission extrem strenge Bewertungskriterien vorausgesetzt, allen voran der Fremdprüfer? Auch da kann ich mir noch keinen Reim drauf machen.


    Da hier auch schon gefragt wurde: Nein, ich bin kein Lehrer - Ich studiere noch Lehramt. Die Fächerkombination, Fachsemester und Studienort kann ich gerne per PN durchgeben, denke aber nicht, dass das hier Relevanz hat (Mathe ist leider nicht dabei). Einer meiner beiden Brüder ist auch Lehrer, allerdings nicht auf dem Allgemeinbildenden und auch nicht Mathe, und meine Mutter ist Grundschullehrerin im Ruhestand. Den hab ich da natürlich auch schon zu gefragt. Und Bundeskanzler habe ich auch nicht vor, zu werden. 😅

    Ich habe nun noch weitere Informationen zur Sachlage bekommen, auch wurde anstelle des Protokolls nochmal 1h sich mit dem Lehrer zusammengesetzt - mit den anderen beiden durchgefallenen Personen.

    • Der Mathelehrer war selbst etwas überrumpelt von der Prüfungskommission und setzt sich dafür ein, dass die Schüler bestehen. Für ihn war die Leistung sogar wenige Notenpunkte wert - Null Punkte waren das nicht. Allerdings sei der Fremdprüfer! in seiner Beurteilung äußerst streng aufgetreten. Er habe bemängelt, dass die ihm die Widergabe der Antworten nicht selbstbewusst genug gewesen waren. Die 3.te Lehrerin habe sich nicht besonders eingemischt.
    • Es wurden nochmal intensiv die basics besprochen und worauf er wert legt.
    • In allen Mathe-mdl-Prüfungskommissionen sind in der gesamten Schule nur die 3 Schülerinnen durchgefallen, die diese Prüfungsgruppe hatten. Die beste Note in dieser Prüfungsgruppe bestand wohl aus 5 Punkten.
    • Die Angabe von mir war sogar zu pessimistisch formuliert. Von den 4 Halbjahren waren die letzten 2 keine! Unterkurse, das hatte ich falsch aufgefasst (7 und 8 Notenpunkte). Aus dem Kontext betrachtet sind 0 Punkte auch nochmal ziemlich harsch.
    • Die Schullleitung setzt sich nun in die Nachprüfung und hat besonderes Augenmerk darauf, dass eine faire Notengebung stattfindet. Es war wohl eine sehr besondere Situation, die bislang so auch noch nicht aufgetreten ist.

      Trivia: Eine 4.te Schülerin hätte wohl ebenfalls fast 0 Punkte bekommen, hat sich dann nach Verkündung des Prüfungsergebnisses schlicht geweigert, dies zu akzeptieren. Das ging wohl hin und her, am Ende ist sie nach der Diskussion mit einem Gnadenpunkt herausgelaufen.

      Na das klingt ja toll…

    Vielen Dank erstmal für die Antworten.

    Wie erwähnt, ist da im Ausgangspost jetzt keine Intention, das Prüfungsergebnis anzufechten. Die Einsicht des Protokolls soll dazu dienen, die Schwächen bezogen auf die konkrete Prüfungssituation zu erkennen, nicht um Dampf abzulassen. Das Bewertungsmuster muss ja auch dort sichtbar gewesen sein und es ist wichtig zu erfahren, an welchen Stellschrauben sie drehen muss, damit Sie nächste Woche eine realistische Chance aufs Bestehen hat. Ich halte das für eine effektivere Idee, als den Prüfungsvorsitzenden nachträglich anzuhauchen, woran es gelegen hat. Leider ist 1 Woche nicht viel Zeit.

    In BW ist es auf jeden Fall so, dass 0 Punkte in einer schriftlichen oder mündlichen Abiturprüfung gleichzusetzen ist mit dem Durchfallen des ganzen Abiturs - unabhängig von den anderen Fachbereichen. Das macht die Situation leider besonders bitter.

    MFG

    Hallo ihr Lieben!

    Ich bin neu im Forum und zugegebenermaßen auch noch keine vollständig ausgebildete Lehrkraft - Ich hoffe, ihr nehmt es mir nicht übel, dass ich mich dennoch hier zu einem Austausch angemeldet habe, da ich einfach wichtigen Input von euch brauche. Allerdings stelle ich diese Frage aus Sicht von einer Schüler-, nicht aus Lehrerseite.

    Kurz zur Situation: Die Schwester meiner Freundin ist in Mathematik nicht besonders gut (Allgemeines Gymnasium, Bundesland BW) und generell etwas schüchtern. Bei der Angabe "nicht besonders gut" könnt ihr euch vorstellen, dass wir uns im Bereich Unterkurs bewegen (Notenpunkte waren meines Wissens zwischen 2 und 4). In sprachlich-geisteswissenschaftlichen Kompetenzbereichen ist sie allerdings gut bis sehr gut, sodass die anderen schriftlichen und mündlichen Abiturprüfungen sich alle in einem guten Bereich bewegt haben und Sie mit diesen Prüfungen auf die geforderte Mindestpunktanzahl von 100 Punkten im Abiturblock kommt. Auch die sonstigen Kurse reichen (trotz auch manches Unterkurses) im anderen Block für das Abitur aus.

    ...Wäre da nicht die mündliche Matheprüfung. Sie ist aus dieser mündlichen Abiturprüfung in Mathe tatsächlich mit 0 Punkten herausgelaufen - mit einem Punkt hätte Sie ihr Abitur in der Tasche gehabt. Es ist natürlich schwierig aus externer nachzuvollziehen, woran es gelegen hat. Mir liegt nur die Information vor, dass Sie wohl auch so manche Sachen richtig widergegeben hatte, es trotzdem nicht zu einem Punkt gereicht hat. Außerdem weiß ich, dass an besagter Schule weitere 2 Schüler mit null Punkten aus der mündlichen Matheprüfung gelaufen sind.

    Auch wenn ich hier definitiv einen Bias hege, da es sich um jemanden aus meinem Bekanntenreis handelt - 0 Punkte wären meiner Definition nach mit einer Prüfungsverweigerung gleichzusetzen. Eigentlich habe ich das zu meiner Schulzeit nie erlebt, auch bei meinen leistungsschwächsten Mitschülern. In der Kombination mit zwei weiteren 0-Punkte-Prüfungen an derselben Schule ist das schon ein "krasses Ding".

    Jetzt ist das Kind in den Brunnen gefallen und die Nerven liegen ziemlich blank. Sie soll nun heute zur Schule und dort unterschreiben, dass Sie das Ergebnis akzeptiert. Die Konsequenz ist dann eine mündliche Nachprüfung (bzw. Zusatzprüfung) nächste Woche - dort muss sie 2 Punkte erreichen, um das Abitur zu bestehen. Ihr könnt euch vorstellen, was das bei einem jungen, schüchternen Mädchen für einen psychischen Druck auslöst - insbesondere der Tatsache, dass es wirklich an dieser einen Prüfung gelegen hat.

    Ich würde euch um sinnvolle Ratschläge bitten, was Ihr in solch einer Situation tun würdet. Meine Ideen wären erstmal, möglichst schnell Einblick in das Prüfungsprotokoll zu bekommen. Damit könnte man sehen, was tatsächlich die Gründe für die Bewertung gewesen sind - das ist auch wichtig, um ggf. Schwächen auszugleichen. Ich habe schon von Leuten mitbekommen, die in so einem Fall gleich nach einem Anwalt schreien und Widerspruch einlegen würden. Selbst wenn eine Ungerechtigkeit besteht, ich weiß nicht, ob das in dem Fall sinnvoll wäre und das wäre ja nochmals psychische Belastung mit unklarem Ausgang. Andererseits scheint diese Prüfungskombination wohl kein Problem damit gehabt zu haben, mehrere Leute durchfallen zu lassen.

    Gibt es weitere Anlaufstellen für solche Fälle (z.B. das Regierungspräsidium)? Wie würdet Ihr das aus Perspektive eines Lehrers bewerten und handeln?

    Vielen Dank!

    MFG Albertos

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