Beiträge von beachandsunandwaves

    Ob du nun am Ende in deinem Bundesland bleibst oder nicht, ob die Inklusion weiter ausgebaut wird oder nicht,

    am Ende bleibt Inklusion ein Menschenrecht auf Beschulung und es wird immer an Bedingungen geknüpft sein, wann oder in welchem Maß Sonderpädagog:innen einbezogen werden.

    Bis dahin hast du immer mit Kindern zu tun, die besondere Bedürfnisse haben und mit dem Wissen um Inklusion stellst du dich selbst in deinem pädagogischen Handeln und mit dem Unterricht darauf ein.

    Sorge hätte ich, dass das BL irgendwann die Sonderpädagog:innen eindampft, aber das kann auch jeden an der Grundschule treffen, wenn die Versorgung schlecht ist.

    Wird etwas anderes gekürzt, wenn du das belegst, oder ist es ein Zusatz?

    Vielen Dank für deine Antwort, ich hoffe ich verstehe deine Frage richtig. Klassisches Grundschullehramt in MV umfasst neben Kernfächern Mathe, Deutsch noch Sachunterricht und viertes Fach freier Wahl. Sachunterricht und das vierte Fach werden in der Inklusionspädagogik Variante des Grundschullehramt Studiums durch Inklusionspädagogik Module ersetzt. Das heißt, ich wäre, was die Fächer angeht, nicht so breit aufgestellt.

    Mich würde mal interessieren, was man genau unter "Inklusionspädagogik" versteht. An der Uni Bremen wurde das "alte" Lehramt Sonderpädagogik offenbar in "Lehramt inklusive Pädagogik/Sonderpädagogik" umbenannt (Lehramt für Inklusive Pädagogik/Sonderpädagogik - Universität Bremen). Also lediglich alter Wein in neuen Schläuchen?

    An der Uni Greifswald sind es neben den Kernfächern Mathe, Deutsch und der Grundschulpädagogik folgende Module:

    Theoretische & Methodische GrundlagenI1: Einführung in die Inklusionspädagogik (Grundverständnis und historische Leitprinzipien schulischer Inklusion).I2: Diagnostisches Vorgehen in der inklusiven Schule (Verfahren zur Erfassung individueller Lernvoraussetzungen).I3: Präventive und adaptive Unterrichtsstrategien (Konzepte wie Classroom-Management, Leichte Sprache und Differenzierung).Didaktik & Spezifische EntwicklungsbereicheI4: Didaktiken bei besonderen Lernprozessen (Unterstützung bei spezifischen Lernschwierigkeiten).I6: Besonderheiten der Sprachentwicklung (Förderung im Bereich Sprache und Kommunikation).I8: Besonderheiten in der emotionalen und sozialen Entwicklung (Umgang mit Verhaltensauffälligkeiten und sozial-emotionales Lernen).Schulpraxis & Transfer (Praxistage)I5: Inklusive Didaktik in der Praxis (Inklusionspädagogischer Praxistag 1).I7: Förderung im inklusiven Unterricht (Inklusionspädagogischer Praxistag 2).Beratung, Schulentwicklung & AbschlussI9: Beratung und Gesprächsführung in der inklusiven Schule (Kompetenzen für Elterngespräche und interdisziplinäre Teams).I10: Qualitätsmanagement und inklusive Schulentwicklung (Strukturelle Gestaltung inklusiver Bildungseinrichtungen).I11: Studienabschlussmodul Inklusionspädagogik (Systematische Vorbereitung auf das Staatsexamen).

    Hallo,

    Ich stehe gerade vor der Entscheidung, ob Ich Grundschullehramt mit oder ohne Schwerpunkt Inklusionspädagogik studieren sollte.

    Meine Betreuerin in meinem Praktikum an der Grundschule hat mir von vielen Situationen erzählt, in denen Inklusion aus ihrer Sicht nicht gut funktioniert hat, nicht nur wegen fehlender Ressourcen wie Personal, sondern auch wegen der Frage, ob eine sehr starke Heterogenität innerhalb einer Klasse für alle Kinder funktionieren kann, ob es möglich ist, in einer sehr heterogenen Klasse allen Kindern gerecht zu werden oder ob am Ende manche Kinder (egal ob mit oder ohne Förderbedarf) nicht die Unterstützung bekommen, die sie eigentlich brauchen. Meine Betreuerin war auch sehr stark gegen den Abbau von Förderschulen. Dass Inklusion nicht immer gelingen kann, bin ich mir bewusst. Ich weiß aber nicht, ob ich damit umgehen könnte, dass das "nicht immer" eigentlich ein "meistens nicht" ist.

    Gleichzeitig weiß ich, dass inklusive Schulen immer mehr die Norm werden und dass ich als Grundschullehrkraft mit vielfältigen Lerngruppen arbeiten würde. Also wäre es aus dieser Hinsicht sinnvoller, Inklusionspädagogik als Schwerpunkt zu wählen, als Grundschullehramt ohne Inklusionspädagogik zu machen. Deswegen wollte ich fragen, ob hier jemand Erfahrungen hat, wieviel an der Aussage meiner Betreuerin dran ist, ob es eventuell Studien zu dem Thema gibt, die für mich interessant sein könnten, oder einfach einen kleinen Ratschlag. Vielen Dank!

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