Beiträge von ToReT

    Welche Vorstellung genau hast du von der zu erwartenden Freizeit?

    Oben wurde ja geschrieben, dies sei ein Denkfehler und würde als "Arbeitszeit" gelten. Na gut, da ich meine "Arbeitszeit" verkürze, wenn ich weniger korrigiere, ist ja dann irgendwie doch meine Freizeit, die ich dadurch jedenfalls verlängern kann.

    Da einige Kommentare darauf eingegangen sind, hier kurz meine Einstellung zum Lehrberuf: Ich habe Lust, Jungen und Mädchen/Jugendlichen etwas beizubringen und mit ihnen zu arbeiten. Mein Eindruck ist jedoch, dass die SuS mäßig motiviert sind. Das führt dazu, dass ich selbst auch keine Lust habe, stundenlange Unterrichtsvorbereitung zu investieren, wenn wenig zurückkommt. Jetzt kann man sagen "Das weißt du doch nicht, kommt immer darauf an", aber ich denke, im Durchschnitt ist die Resonanz eher geringer.

    Ich habe von Lehrern gehört, die bereits länger im Beruf sind, dass sie ihre Unterrichtsplanung quasi vom Weg Lehrerzimmer - Klassenraum machen. Ja, ist nicht optimal. Gleichzeitig denke ich, dass das okay ist, wenn der Unterricht einigermaßen ist und die SuS etwas mitnehmen - alles würden sie sowieso nicht mitnehmen, egal, wie lange die Vorbereitungszeit.


    Um deine Frage konkret zu beantworten: Ich denke, neben der Präsenszeit in der Schule ca. 1,5 Stunden für Vorbereitung und Korrekturen aufzuwenden, ist ganz vernünftig :hitze:

    Also erstmal danke für die ganzen Beiträge, ehrlich!


    Insgesamt lese ich heraus, die Mehrheit empfiehlt, die Fächer zu behalten und lieber ein Drittfach auf L2 zu studieren, welches korrekturärmer ist - den möglichen Einsatz an einer Oberstufe trotz ggf. Widerwillen sollte ich einfach in Kauf nehmen?

    Die Beiträge bezüglich "an anderen Schulformen hast du andere Probleme" finde ich nicht so valide. Probleme hat man immer, Vor- und Nachteile gibt es auch immer. Mir geht es darum, den Sweetspot zu finden, um ein bestmögliches langfristiges Berufsleben haben zu dürfen - und ich glaube, ein "entspannterer" Job mit weniger Korrekturaufwand in der Freizeit kann da definitiv besser sein, als den Stress, den sich m.E. Lehrkräfte an Oberstufen mit meinen Fächern machen.

    Grüßt euch,

    ich studiere Lehramt in Hessen auf L3 mit den Fächern Deutsch und Geschichte und bin kurz vor meinem 1. Staatsexamen im Frühjahr 2027. Natürlich hat mir zu Beginn des Studiums jeder von dieser Fächerkombination abgeraten, aber man war ja selbst schlauer. Nun habe ich im letzten Schulpraktikum - bei dem ich das erste mal an einer Oberstufe war... - gesehen, wie viel Korrekturaufwand das im Alltag wirklich bedeutet. Ein Trost der Oberstufe war für mich auch immer der Gedanke, mit "den Großen" im Unterricht wenigstens auf Augenhöhe diskutieren zu können und ihnen wirklich etwas beizubringen. Im Praktikum hatte ich aber eher das Gefühl, dass auch hier das schülerseitige Interesse eher mittelmäßig ist.


    Deshalb überlege ich nun, ob es sich langfristig lohnen würde, meine Fächer tatsächlich noch abzuwählen und etwas wie Mathe und Sport auf L2 zu studieren. L2 wäre für mich dahingehend ein Kompromiss, dass der außerschulische Arbeitsaufwand ja wahrscheinlich deutlich geringer wäre. Ja, natürlich ist das irgendwo opportunistisch, nachdem ich denke, dass der Aufwand an der Oberstufe nicht mit dem im Verhältnis steht, was ich tatsächlich an Spaß mit den Kids haben könnte. Ich glaube, bei diesem Vorgehen könnte ich mir alle Praktika sowie die WHA (Abschlussarbeit) anrechnen lassen und müsste rein die fachlichen Anforderungen für 3 Jahre nochmals abschließen.

    Natürlich hätte ich dann 4 Jahre Studium "verloren", wenn ich nochmal komplett neue Fächer wähle. Ich habe auch darüber nachgedacht, das Staatsexamen und das REF durchzuziehen und dann meine Fächer einfach nur in der Mittelstufe zu unterrichten. Dabei denke ich aber, dass bei einer späteren Verbeamtung die Schulleitung oder wer auch immer von mir erwarten könnte, beispielsweise Deutsch an der Oberstufe zu unterrichten, weil ich es ja studiert habe, auch wenn ich selbst lieber Deutsch an der Mittelstufe unterrichten würde.


    Meine Frage ist also: Macht es Sinn, mit Blick auf den Langfristigen Berufsalltag, meine derzeitigen Fächer und Schulform abzuwählen (obwohl ich fast fertig bin) und mich umzuorientieren, damit mich später niemand "zwingt", diese Fächer auf L3 ausüben zu müssen?

    Zur Beantwortung der Frage soll gesagt sein, dass ich es mir leisten kann, nochmal 3 Jahre an der Uni zu verbringen.. :aufgepasst:


    Liebe Grüße,

    Tobias

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